Arakhin 11

Kapitel 11

א תנא חדא עובד כוכבים שהתנדב נדבה לבדק הבית מקבלים הימנו ותניא אידך אין מקבלין
1 Eines lehrt, wenn ein Nichtjude eine freiwillige Gabe für den Tempelreparaturfonds spendet, nehme man es von ihm an, und ein Andres lehrt, man nehme es nicht an!?
ב א"ר אילא א"ר יוחנן לא קשיא הא בתחילה הא בסוף
2 R. Ila erwiderte im Namen R. Joḥanans: Das ist kein Widerspruch; eines bei Beginn und eines bei Beendigung.
ג דאמר ר' אסי אמר רבי יוחנן בתחילה אפילו מים ומלח אין מקבלין מהם בסוף דבר המסויים אין מקבלין דבר שאינו מסויים מקבלין היכי דמי דבר המסויים אמר רב יוסף כגון אמה כליא עורב
3 R. Asi sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Bei Beginn nehme man von ihnen nicht einmal Wasser und Salz an, bei Beendigung aber nehme man Gekennzeichnetes nicht an, Ungekennzeichnetes nehme man an. — Was heißt Gekennzeichnetes? R. Joseph erwiderte: Beispielsweise eine Elle Rabenscheuche.
ד מתיב רב יוסף (נחמיה ב, ח) ואיגרת אל אסף שומר הפרדס אשר למלך וגו' אמר ליה אביי שאני מלכותא דלא הדרא ביה דאמר שמואל אי אמר מלכותא עקרנא טורי עקר טורי ולא הדר ביה:
4 R. Joseph wandte ein: <i>Und einen Brief an Asaph, den Hüter des Parkes, der dem Könige gehört</i><i>&amp;c</i>!? Abajje erwiderte ihm: Anders verhält es sich bei einem Könige, der nicht zurücktritt. Šemuél sagte nämlich: Sagt ein König, er wolle den Berg niederreißen, so reißt er den Berg nieder und tritt nicht zurück.
ה אמר רב יהודה אמר רב עובד כוכבים שהפריש תרומה מכריו בודקין אותו אי בדעת ישראל הפרישה תינתן לכהן ואם לאו טעונה גניזה חיישינן שמא בלבו לשמים
5 R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Hat ein Nichtjude die Hebe von seinem Getreidehaufen abgesondert, so untersuche man es: hat er sie im Sinne eines Jisraéliten abgesondert, so gebe man sie einem Priester, wenn aber nicht, so benötigt sie des Versteckens, denn man berücksichtige, sein Herz war vielleicht dem Himmel zugewendet.
ו מיתיבי עובד כוכבים שהתנדב קורה ושם כתוב עליה בודקין אותו אם אמר בדעת ישראל הפרשתיה יגוד וישתמש במותר ואם לאו טעונה גניזה חיישינן שמא בלבו לשמים
6 Man wandte ein: Wenn ein Nichtjude einen Balken spendet und der Gottesname darauf geschrieben ist, so untersuche man es: sagt er, er habe ihn im Sinne eines Jisraéliten gespendet, so schneide man [den Gottesnamen] heraus und benutze das übrige, wenn aber nicht, so benötigt er des Versteckens, denn man berücksichtige, sein Herz war vielleicht dem Himmel zugewendet. —
ז טעמא דשם כתוב עליה דבעיא גניזה הא אין שם כתוב עליה לא בעיא גניזה
7 Er benötigt nur dann des Versteckens, wenn der Gottesname darauf geschrieben ist, wenn aber der Gottesname nicht darauf geschrieben ist, benötigt er nicht des Versteckens? —
ח הוא הדין דאע"ג דאין שם כתוב עליה נמי בעיא גניזה והא קמ"ל דאע"ג דשם כתוב עליה יגוד וישתמש במותר דשם שלא במקומו לאו קדוש
8 Auch wenn der Gottesname nicht darauf geschrieben ist, benötigt er des Versteckens, nur lehrt er uns folgendes: auch wenn der Gottesname darauf geschrieben ist, darf man ihn herausschneiden und das übrige benutzen, denn der Gottesname an einer ungeeigneten Stelle ist nicht heilig.
ט דתנן היה כתוב על ידות הכלים ועל כרעי המטה הרי זה יגוד ויגנוז
9 Wir haben nämlich gelernt: Ist er auf Griffen von Geräten geschrieben oder den Füßen eines Bettes, so schneide man ihn heraus und verstecke ihn.
י אמר רב נחמן אמר רבה בר אבהו האומר סלע זו לצדקה מותר לשנותה סבור מינה לעצמו אין לאחר לא איתמר אמר רב אמי אמר רבי יוחנן בין לעצמו בין לאחר
10 R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Wenn jemand gesagt hat: dieser Sela͑ sei für Almosen, so darf er ihn anderweitig verwenden. Man könnte hieraus entnehmen, nur für sich, nicht aber für einen andren, aber es wurde gelehrt, R. Ami sagte im Namen R. Joḥanans, sowohl für sich als auch für einen andren.
יא אמר רבי זעירא לא שנו אלא דאמר עלי אבל אמר הרי זו בעינא בעי למיתבה
11 R. Zee͑ri sagte: Dies nur, wenn er ‘auf mich’ gesagt hat, wenn er aber ‘dieser’ gesagt hat, so muß er diesen geben.
יב מתקיף לה רבא אדרבה איפכא מיסתברא אמר זו משתמש בה כי היכי דליחייב באחריותה אבל אמר עלי לא אלא לא שנא:
12 Raba wandte ein: Im Gegenteil, das Entgegengesetzte leuchtet ja ein: sagte er ‘dieser’, so mag er ihn benutzen, damit er für ihn haftbar sei, nicht aber, wenn er ‘auf mich’ gesagt hat!? — Vielmehr, es gibt hierbei keinen Unterschied.
יג תניא כוותיה דרבא נדר צדקה ואין הקדש צדקה מאי קאמר לא נדר ולא הקדש צדקה
13 Es gibt eine Lehre, übereinstimmend mit Raba: Gelobtes für Almosen, nicht aber Heiliges für Almosen.
יד אלא לאו הכי קאמר צדקה הרי היא {דברים כג } בבל תאחר ואינה כהקדש דאילו הקדש אסור לאשתמושי ביה ואילו צדקה שרי לאשתמושי ביה
14 Wie ist dies zu verstehen: ist ja weder Gelobtes noch Heiliges für Almosen!? Wahrscheinlich meint er es wie folgt: Beim Almosen begeht man [wie beim Gelobten] das Verbot des Versäumens, jedoch gleicht es nicht dem Heiligen, denn das Heilige darf man nicht benutzen, das Almosen aber darf man benutzen.
טו אמר רב כהנא אמריתא לשמעתא קמיה דרב זביד מנהרדעא אמר אתון הכי מתניתו לה אנן הכי מתנינן לה אמר רב נחמן אמר רבה בר אבוה אמר רב האומר סלע זו לצדקה מותר לשנותה בין לעצמו בין לאחר בין אמר עלי בין אמר הרי זו:
15 R. Kahana sagte: Ich trug diese Lehre R. Zebid aus Nehardea͑ vor, und er sprach: So lehrt ihr es, wir aber lehren es wie folgt: R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha im Namen Rabhs: Wenn jemand gesagt hat: dieser Sela͑ sei für Almosen, so darf er ihn anderweitig verwenden, ob für sich oder für einen andren, ob er ‘auf mich’ gesagt hat oder er ‘dieser’ gesagt hat.
טז ת"ר סלע זו לצדקה עד שלא באתה ליד גבאי מותר לשנותה משבאתה ליד גבאי אסור לשנותה
16 Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand gesagt hat: dieser Sela͑ sei für Almosen, so darf er, solange er noch nicht in die Hand des Almoseneinnehmers gekommen ist, ihn anderweitig verwenden, ist er in die Hand des Almoseneinnehmers gekommen, so darf er ihn nicht anderweitig verwenden. —