Arakhin 57

Kapitel 57

א <big><strong>גמ׳</strong></big> תנו רבנן חרמי כהנים אין להן פדיון ונותנין לכהן חרמים כל זמן שהן בבית בעלים הרי הן כהקדש לכל דבריהן שנאמר (ויקרא כז, כח) כל חרם בישראל קדש קדשים הוא לה' נתנן לכהן הרי הן לכל דבריהן כחולין שנאמר (במדבר יח, יד) כל חרם בישראל לך יהיה:
1 GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Für das den Priestern zufallende Banngut gibt es keine Auslösung, vielmehr ist es dem Priester zu geben. Das Banngut, so lange es sich im Hause des Eigentümers befindet, gleicht in jeder Hinsicht dem Geheiligten, denn es heißt: <i>alles Gebannte (in Jisraél) ist hochheilig für den Herrn</i>. Hat man es dem Priester gegeben, so gilt es in jeder Hinsicht als profan, denn es heißt: <i>alles Gebannte in Jisraél soll dein sein</i>.
ב ר' יהודה בן בתירא אומר סתם חרמים לבדק הבית כו': בשלמא רבנן כדקא מפרשי טעמייהו וטעמא דרבי יהודה בן בתירא אלא רבי יהודה בן בתירא האי כשדה החרם מאי עביד ליה
2 R. J<small>EHUDA B.</small> B<small>ETHERA SAGT,</small> B<small>ANNGUT SCHLECHTHIN GEHÖRE DEM</small> T<small>EMPELREPARATURFONDS &amp;C</small>. Erklärlich ist die Ansicht der Rabbanan, wie sie ihren Grund angeben, und auch den Grund des R. Jehuda b. Bethera [erklären], wofür aber verwendet R. Jehuda b. Bethera [die Worte:] <i>wie das Feld des Bannes</i>? —
ג מיבעיא ליה לכדתניא (ויקרא כז, כא) כשדה החרם לכהן תהיה אחוזתו מה תלמוד לומר מנין לכהן שהקדיש שדה חרמו שלא יאמר הואיל ויוצאה לכהנים והרי היא תחת ידי תהא שלי
3 Diese sind für folgende Lehre nötig: <i>Wie das Feld des Bannes, dem Priester verbleibe es als sein Erbbesitz</i>; was lehrt dies? Woher, daß ein Priester, der sein Banngutfeld geweiht hat, nicht sagen darf: da es den Priestern zufällt und sich in meinem Besitze befindet, bleibe es mein,
ד ודין הוא בשל אחרים אני זוכה בשל עצמי לא כל שכן ת"ל כשדה החרם לכהן תהיה אחוזתו
4 und dies ist auch durch einen Schluß zu folgern: wenn mir fremdes zufällt, um wieviel mehr mein eignes, so heißt es: <i>wie das Feld des Bannes, dem Priester verbleibe es als sein Erbbesitz</i>.
ה וכי מה למדנו משדה חרם מעתה הרי זה בא ללמד ונמצא למד מקיש שדה חרמו לשדה אחוזה של ישראל
5 Was lernen wir aus [den Worten] <i>wie das Feld des Bannes</i>? Was lehren sollte, lernt nun: man vergleiche sein Feld des Bannes mit dem Erbbesitzfelde eines Jisraéliten;
ו מה שדה אחוזה של ישראל יוצאה מתחת ידו ומתחלקת לכהנים אף שדה חרמו יוצאה מתחת ידו ומתחלקת לאחיו הכהנים
6 wie das Erbbesitzfeld eines Jisraéliten aus seiner Hand kommt und an die Priester verteilt wird, ebenso kommt sein Feld des Bannes aus seiner Hand und wird an seine Priesterbrüder verteilt. —
ז ואידך מחרם החרם ואידך חרם החרם לא משמע ליה
7 Und jene!? — Aus [dem Artikel] <i>des Bannes</i>. — Und der andere!? — Die Folgerung aus [dem Artikel] <i>des Bannes</i> leuchtet ihm nicht ein. —
ח ורבי יהודה בן בתירא דחל על קדשי קדשים ועל קדשים קלים מנא ליה סבר ליה כרבי ישמעאל:
8 Woher entnimmt R. Jehuda b. Bethera, daß es Hochheiliges und Minderheiliges erfaßt!? — Er ist der Ansicht R. Jišma͑éls.
ט אמר רב הלכה כרבי יהודה בן בתירא ורב שביק רבנן ועביד כרבי יהודה בן בתירא ברייתא איפכא תניא שביק מתני' ועביד כברייתא רב מתני' נמי איפכא תני
9 Rabh sagte: Die Halakha ist wie R. Jehuda b. Bethera. — Rabh läßt die Rabbanan und entscheidet nach R. Jehuda b. Bethera!? — Eine Barajtha lehrt entgegengesetzt. — Er läßt eine Mišna und entscheidet nach der Barajtha!? — Rabh lehrt auch die Mišna entgegengesetzt —
י מאי חזית דאפכת מתניתין מקמי ברייתא נפיך ברייתא מקמי מתני' רב גמריה גמיר אי הכי כרבי יהודה בן בתירא כרבנן מיבעי ליה הכי קאמר למאי דאפכיתו ותניתו הלכה כרבי יהודה בן בתירא
10 Was veranlaßt dich, die Mišna wegen der Barajtha entgegengesetzt zu lehren, sollte er doch die Barajtha wegen der Mišna entgegengesetzt lehren!? — Rabh hatte eine überlieferte Lehre. — Wieso sagte er demnach: wie R. Jehuda b. Bethera, er sollte doch sagen: wie die Rabbanan!? — Er meint es wie folgt: wie ihr sie entgegengesetzt lehrt, ist die Halakha wie R. Jehuda b. Bethera.
יא ההוא גברא דאחרמינהו לנכסיה בפומבדיתא אתא לקמיה דרב יהודה אמר ליה שקול ארבעה זוזי ואחיל עלייהו ושדינהו בנהרא ולישתרו לך אלמא קסבר סתם חרמים לבדק הבית
11 Einst, weihte jemand in Pumbeditha seine Güter als Banngut, und als er vor R. Jehuda kam, sprach dieser zu ihm: Nimm vier Zuz, weihe sie durch diese aus und wirf sie in den Fluß, sodann sind sie dir erlaubt. Er ist somit der Ansicht, Banngut schlechthin gehöre dem Tempelreparaturfonds. —
יב כמאן כשמואל דאמר הקדש שוה מנה שחיללו על שוה פרוטה מחולל אימר דאמר שמואל שחיללו לכתחלה מי אמר
12 Also nach Šemuél, welcher sagt, wenn man Heiliges im Werte einer Mine durch den Wert einer Peruṭa ausgeweiht hat, sei es ausgeweiht, aber Šemuél sagt es ja nur von dem Falle, wenn man bereits ausgeweiht hat, sagt er es etwa auch von vornherein!? —
יג הני מילי בזמן שבית המקדש קיים דאיכא פסידא אבל בזמן הזה אפי' לכתחלה אי הכי אפי' פרוטה נמי פרסומי מלתא
13 Dies nur zur Zeit, wenn der Tempel besteht, wo eine Schädigung vorliegt, in der Jetztzeit aber darf man es auch von vornherein. — Demnach sollte doch auch eine Peruṭa genügen!? — Um die Sache bekannt zu machen.
יד אמר עולא אי הואי התם הוה יהיבנא כולהו לכהנים אלמא קסבר עולא סתם חרמים לכהנים
14 U͑la sagte: Wäre ich dabei gewesen, so hätte ich alles den Priestern gegeben. Demnach ist U͑la der Ansicht, Banngut schlechthin gehöre den Priestern.
טו מיתיבי אין עבד עברי נוהג אלא בזמן שהיובל נוהג שנאמר (ויקרא כה, מ) עד שנת היובל יעבוד עמך
15 Man wandte ein: [Das Gesetz] vom hebräischen Sklaven hat Geltung nur zur Zeit, wenn das Jobelgesetz Geltung hat, denn es heißt: <i>bis zum Jobeljahre soll er bei dir dienen</i>;
טז ואין שדה החרם נוהגת אלא בזמן שהיובל נוהג שנאמר (ויקרא כה, כח) ויצא ביובל ושב לאחוזתו אין בתי ערי חומה נוהגין אלא בזמן שהיובל נוהג שנאמר (ויקרא כה, ל) לא יצא ביובל
16 [das Gesetz] vom Banngutfelde hat Geltung nur zur Zeit, wenn das Jobelgesetz Geltung hat, denn es heißt. <i>und im Jobeljahre wird, es frei und gelangt zu seinem Resitztume</i>; [das Gesetz] von den Häusern einer ummauerten Stadt hat Geltung nur zur Zeit, wenn das Jobelgesetz Geltung hat, denn es heißt: <i>es wird im Jobeljahre nicht frei</i>.
יז ר"ש בן יוחי אומר אין שדה חרמין נוהגין אלא בזמן שהיובל נוהג שנאמר (ויקרא כז, כא) והיה השדה בצאתו ביובל קודש לה' כשדה החרם ר"ש בן אלעזר אומר אין גר תושב נוהג אלא בזמן שהיובל נוהג
17 R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: [Das Gesetz] vom Banngutfelde hat Geltung nur zur Zeit, wenn das Jobelgesetz Geltung hat, denn es heißt: <i>so soll das Feld, wenn es im Jobeljahre frei wird, heilig sein für den Herrn, wie das Feld des Bannes</i>. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: [Das Gesetz] vom Beisaßproselyten hat Geltung nur zur Zeit, wenn das Jobelgesetz Geltung hat.
יח אמר רב ביבי מ"ט אתיא טוב טוב כתיב הכא (דברים טו, טז) כי טוב לו עמך וכתיב התם (דברים כג, יז) בטוב לו לא תוננו
18 R. Bebaj sagte: Aus welchem Grunde? Dies ist durch [das Wort] <i>wohl</i> zu folgern; hierbei heißt es: <i>weil es ihm wohl ist bei dir</i>, und dort heißt es: <i>wo es ihm wohl geht, du darfst ihn nicht kränken</i>. —
יט לא קשיא הא במקרקעי הא במטלטלי והא מעשה דפומבדיתא במקרקעי נמי הוה מקרקעי דחוצה לארץ כמטלטלי דארץ ישראל דמי:
19 Das ist kein Einwand: eines gilt von Grundstücken und eines gilt von beweglichen Sachen. — Beim Ereignisse in Pumbeditha waren es ja Grundstücke!? — Grundstücke außerhalb des Landes gleichen beweglichen Sachen im Lande.
כ <big><strong>מתני׳</strong></big> רבי ישמעאל אומר כתוב אחד אומר תקדיש וכתוב אחד אומר לא יקדיש א"א לומר תקדיש שהרי כבר נאמר לא יקדיש א"א לומר לא יקדיש שהרי כבר נאמר תקדיש
20 <b>R.</b> J<small>IŠMA͑ÉL SAGTE:</small> E<small>IN</small> S<small>CHRIFTVERS LAUTET</small>: <i>sollst du heiligen</i>, <small>UND EIN</small> S<small>CHRIFTVERS LAUTET</small>: <i>soll er nicht heiligen;</i> <small>DU KANNST NICHT SAGEN, ES SEI HEILIG, DENN ES HEISST JA:</small> <i>soll er nicht heiligen</i>, <small>UND DU KANNST NICHT SAGEN, ES SEI NICHT HEILIG, DENN ES HEISST JA</small>: <i>Sollst du heiligen</i>;
כא הא כיצד מקדישו אתה הקדש עלוי ואי אתה מקדישו הקדש מזבח:
21 <small>WIE IST ES NUN ZU ERKLÄREN?</small> D<small>U KANNST ES ZUR</small> S<small>CHÄTZUNG</small> <small>HEILIGEN, DU KANNST ES ABER NICHT FÜR DEN</small> A<small>LTAR HEILIGEN</small>.
כב <big><strong>גמ׳</strong></big> ורבנן {ויקרא כז } אל תקדיש מיבעי ליה ללאו תקדיש מיבעי ליה לכדתניא מנין לנולד בכור בעדרו שמצוה להקדישו שנאמר (דברים טו, יט) הזכר תקדיש
22 GEMARA. Und die Rabbanan!? — [Die Worte] <i>nicht heiligen</i> sind als Verbot nötig, und [die Worte] <i>sollst du heiligen</i> sind wegen der folgenden Lehre nötig: Woher, daß, wenn einem ein Erstgeborenes in seiner Herde geboren wurde, es Gebot sei, es zu heiligen? Es heißt: <i>das Männliche sollst du heiligen</i>. —
כג ורבי ישמעאל אי לא מקדיש ליה לא קדוש קדושתו מרחם הוה וכיון דכי לא מקדיש ליה קדוש לא צריך לאקדושיה:
23 Und R. Jišma͑él!? — Ist es etwa nicht heilig, wenn man es nicht heiligt, es ist ja vom Mutterschoße aus heilig!? Da es nun heilig ist, auch wenn man es nicht heiligt, so braucht man es nicht zu heiligen.
כד <br><br><big><strong>הדרן עלך המקדיש שדהו</strong></big><br><br>
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