Arakhin 61

Kapitel 61

א תני חדא לוה וגואל וגואל לחצאין ותניא אידך אינו לוה וגואל ואינו גואל לחצאין לא קשיא הא רבנן והא ר"ש:
1 Eines lehrt, er dürfe borgen und einlösen, er dürfe in Hälften einlösen, und ein Anderes lehrt, er dürfe nicht borgen und einlösen, er dürfe nicht in Hälften einlösen!? — Das ist kein Widerspruch; eines nach den Rabbanan und eines nach R. Šimo͑n.
ב <big><strong>מתני׳</strong></big> המוכר בית בבתי ערי חומה הרי זה גואל מיד וגואל כל שנים עשר חדש הרי זה כמין רבית ואינו רבית
2 <b>W</b><small>ER EIN</small> H<small>AUS (VON</small> H<small>ÄUSERN) IN EINER UMMAUERTEN</small> S<small>TADT</small> <small>VERKAUFT HAT, KANN ES SOFORT EINLÖSEN UND KANN ES INNERHALB ZWÖLF MONATEN EINLÖSEN; DIES IST EINE</small> A<small>RT</small> W<small>UCHER</small> <small>UND DOCH KEIN</small> W<small>UCHER.</small>
ג מת המוכר יגאל בנו מת הלוקח יגאל מיד בנו אין מונין שנה אלא משעה שמכר שנאמר (ויקרא כה, ל) עד מלאת לו שנה
3 S<small>TIRBT DER</small> V<small>ERKÄUFER, SO KANN SEIN</small> S<small>OHN ES EINLÖSEN; STIRBT DER</small> K<small>ÄUFER, SO KANN ER ES VON SEINEM</small> S<small>OHNE EINLÖSEN.</small> M<small>AN RECHNE DAS</small> J<small>AHR NUR VON DER</small> S<small>TUNDE AN, WO ER ES VERKAUFT HAT, DENN ES HEISST:</small> <i>bis ihm ein Jahr voll ist</i>,
ד כשהוא אומר תמימה להביא את חדש העיבור רבי אומר ליתן לו שנה ועיבורה הגיע יום שנים עשר חדש ולא נגאלה היתה חלוטה לו אחד הלוקח ואחד הניתן לו במתנה שנאמר {ויקרא כה } לצמיתות:
4 <small>UND WENN ES NOCH</small> <i>ganzes</i> <small>HEISST, SO SCHLIESST DIES AUCH DEN</small> S<small>CHALTMONAT EIN.</small> R<small>ABBI SAGT, MAN BERECHNE IHM DAS</small> J<small>AHR MIT DEM</small> Ü<small>BERSCHUSSE</small>. W<small>ENN DER</small> [<small>LETZTE</small>] T<small>AG DER ZWÖLF</small> M<small>ONATE HERANREICHT UND ES NICHT EINGELÖST WIRD, SO VERFÄLLT ES IHM, EINERLEI OB GEKAUFT ODER ALS</small> G<small>ESCHENK ERHALTEN, DENN ES HEISST</small>: <i>für immer</i>.
ה <big><strong>גמ׳</strong></big> מתני' דלא כרבי דתניא רבי אומר ימים אין ימים פחות משנים
5 GEMARA. Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht Rabbis, denn es wird gelehrt: Rabbi sagte: <i>Tage</i>, unter Tage sind nicht weniger als zwei zu verstehen. —
ו ורבנן האי ימים מאי עבדי ליה מיבעי ליה מיום ליום ורבי מיום ליום מנא ליה נפקא ליה {ויקרא כ״ה:כ״ט } מעד תום שנת ממכרו
6 Wofür verwenden die Rabbanan [das Wort] <i>Tage</i>? — Sie deuten dieses: vom Tage bis zum Tage. — Woher entnimmt Rabbi die Deutung vom Tage bis zum Tage? — Er folgert dies aus: <i>bis das Jahr seines Verkaufes zuende ist</i>. —
ז ורבנן ההוא מיבעי ליה שנת ממכרו שלו ולא שנת של מנין עולם וימים מיבעי להו למעת לעת דאי מעד תום שנת ממכרו הוה אמינא מיום ליום אין מעת לעת לא כתב רחמנא ימים
7 Und die Rabbanan!? — Dies deutet darauf, daß man sich nach dem Jahre seines Verkaufes richte und nicht nach dem Kalenderjahre, und [das Wort] <i>Tage</i> deutet darauf, daß es von Stunde bis zur Stunde erfolge. Aus [den Worten:] <i>bis das Jahr seines Verkaufes zuende ist</i>, könnte man entnehmen, vom Tage bis zum Tage, nicht aber von Stunde bis zur Stunde, daher schrieb der Allbarmherzige <i>Tage</i>. —
ח ורבי מעת לעת מנא ליה נפקא ליה מתמימה ורבנן ההוא מיבעי ליה לעיבורה
8 Woher entnimmt Rabbi, daß es von Stunde bis zur Stunde erfolge? — Er entnimmt dies aus [dem Worte] <i>ganzes</i>. — Und die Rabbanan!? — Dieses deutet auf den Schaltmonat. —
ט ורבי נמי הא מיבעי ליה לעיבורה הכי נמי מיום ליום ומעת לעת מעד תום שנת ממכרו נפקא:
9 Auch nach Rabbi ist es ja wegen des Schaltmonats nötig!? — Dem ist auch so, und daß es vom Tage bis zum Tage und von Stunde bis zur Stunde erfolge, entnimmt er aus [dem Verse]: <i>bis zuende ist das Jahr seines Verkaufes</i>.
י הרי זו כמין רבית וכו': והתניא הרי זו רבית גמורה אלא שהתורה התירתו
10 D<small>IES IST EINE</small> A<small>RT</small> W<small>UCHER &amp;C</small>. Es wird ja aber gelehrt, es sei richtiger Wucher, nur habe die Tora es erlaubt!?
יא אמר רבי יוחנן לא קשיא הא רבי יהודה והא רבנן דתניא הרי שהיה נושה בחבירו מנה ועשה לו שדהו מכר בזמן שהמוכר אוכל פירות מותר לוקח אוכל פירות אסור
11 R. Joḥanan erwiderte: Das ist kein Widerspruch; eines nach R. Jehuda und eines nach den Rabbanan. Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand von seinem Nächsten eine Mine zu fordern und dieser ihm den Verkauf seines Feldes [verpfändet] hat, so ist dies, wenn der Verkäufer die Früchte genießt, erlaubt, und wenn der Käufer die Früchte genießt, verboten.
יב רבי יהודה אומר אף בזמן שהלוקח אוכל פירות מותר אמר רבי יהודה מעשה בביתוס בן זונין שעשה שדהו מכר על פי ר"א בן עזריה ולוקח אוכל פירות היה אמרו לו משם ראייה מוכר אוכל פירות היה ולא לוקח
12 R. Jehuda sagt, auch wenn der Käufer die Früchte genießt, sei es erlaubt. R. Jehuda sagte: Einst [verpfändete] Boëthos, der Sohn Zonins, den Verkauf seines Feldes mit Zustimmung des R. Elea͑zar b. A͑zarja, und der Käufer genoß die Früchte. Man erwiderte ihm: Soll dies ein Beweis sein!? Der Verkäufer genoß die Früchte und nicht der Käufer. —
יג מאי בינייהו צד אחד ברבית איכא בינייהו תנא קמא סבר צד אחד ברבית אסור ור' יהודה סבר צד אחד ברבית מותר
13 Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? — Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich des eventuellen Wuchers. Der erste Autor ist der Ansicht, der eventuelle Wucher sei verboten, und R. Jehuda ist der Ansicht, der eventuelle Wucher sei erlaubt.