Beitzah 4

Kapitel 4

א גבי יום טוב דסתם לן תנא כרבי יהודה דתנן אין מבקעין עצים מן הקורות ולא מן הקורה שנשברה ביום טוב מוקים לה לבית הלל כרבי יהודה
1 beim Festtage aber, wobei der Tanna anonym nach R. Jehuda lehrt, denn wir haben gelernt, man dürfe kein Holz von einem Balken abspalten, auch nicht von einem am Festtage zerbrochenen Balken, lasse man die Schule Hillels die Ansicht R. Jehudas vertreten. –
ב מכדי מאן סתמיה למתני' רבי מאי שנא בשבת דסתם לן כרבי שמעון ומאי שנא ביו"ט דסתם לן כרבי יהודה
2 Merke, der unsere Mišna anonym lehrte, ist ja Rabbi, weshalb lehrt er sie beim Šabbath anonym nach R. Šimo͑n und beim Festtage anonym nach R. Jehuda!? –
ג אמרי שבת דחמירא ולא אתי לזלזולי בה סתם לן כרבי שמעון דמיקל יום טוב דקיל ואתי לזלזולי ביה סתם לן כרבי יהודה דמחמיר
3 Ich will dir sagen, der Šabbath ist streng, und man wird nicht verleitet, ihn geringzuschätzen, daher lehrt er anonym nach R. Šimo͑n, der erleichternd ist, der Festtag aber ist leichter, und da man ihn geringzuschätzen verleitet werden könnte, lehrt er nach R. Jehuda, der erschwerend ist. –
ד במאי אוקימתא בתרנגולת העומדת לגדל ביצים ומשום מוקצה אי הכי אדמפלגי בביצה לפלגו בתרנגולת
4 Weshalb streiten sie, wenn du es auf eine zum Eierlegen bestimmte Henne bezogen hast, wegen des Abgesonderten, über das Ei, sie sollten über die Henne selbst streiten!? –
ה להודיעך כחן דבית שמאי דבנולד שרי
5 Um dir die weitgehendere Ansicht der Schule Šammajs hervorzuheben, daß sogar das Neuentstandene erlaubt ist. –
ו ולפלוגי בתרנגולת להודיעך כחן דבית הלל דבמוקצה אסרי וכי תימא כח דהתירא עדיף ונפלוג בתרוייהו
6 Sollten sie über die Henne selbst streiten, um dir die weitgehendere Ansicht der Schule Hillels hervorzuheben, daß sogar das Abgesonderte verboten ist!? Wolltest du sagen, die erlaubende Ansicht sei zu bevorzugen, so sollten sie über beides streiten:
ז תרנגולת העומדת לגדל ביצים היא וביצתה בית שמאי אומרים תאכל ובית הלל אומרים לא תאכל
7 die zum Eierlegen bestimmte Henne und das Ei derselben dürfen, wie die Schule Šammajs sagt, gegessen werden, und wie die Schule Hillels sagt, nicht gegessen werden!?
ח אלא אמר רבה לעולם בתרנגולת העומדת לאכילה וביום טוב שחל להיות אחר השבת עסקינן ומשום הכנה
8 Vielmehr, erklärte Rabba, tatsächlich gilt dies von einer zum Schlachten bestimmten Henne, jedoch an einem Festtage unmittelbar nach dem Šabbath, wegen der Vorbereitung.
ט וקסבר רבה כל ביצה דמתילדא האידנא מאתמול גמרה לה
9 Nach Rabba ist das heute gelegte Ei gestern fertig geworden, und Rabba vertritt hierbei seine Ansicht.
י ורבה לטעמיה דאמר רבה מאי דכתיב (שמות טז, ה) והיה ביום הששי והכינו את אשר יביאו חול מכין לשבת וחול מכין ליום טוב ואין יום טוב מכין לשבת ואין שבת מכינה ליום טוב
10 Rabba sagte nämlich: <i>Und am sechsten Tage sollen sie vorbereiten, was sie heimbringen</i>; der Wochentag bereitet für den Šabbath vor, der Wochentag bereitet für den Festtag vor, nicht aber bereitet der Festtag für den Šabbath vor, noch bereitet der Šabbath für den Festtag vor.
יא א"ל אביי אלא מעתה יום טוב בעלמא תשתרי גזרה משום יום טוב אחר השבת שבת דעלמא תשתרי גזרה משום שבת אחר יום טוב
11 Abajje sprach zu ihm: Demnach sollte es an einem sonstigen Festtage erlaubt sein!? – Mit Rücksicht auf einen Festtag nach dem Šabbath. – Sollte es doch an einem gewöhnlichen Šabbath erlaubt sein!? – Mit Rücksicht auf einen Šabbath nach dem Festtage. –
יב ומי גזרינן והא תניא השוחט את התרנגולת ומצא בה ביצים גמורות מותרות לאכלן ביום טוב ואם איתא ליגזר משום הנך דמתילדן ביומיהן
12 Berücksichtigen wir dies denn, es wird ja gelehrt: Wenn man eine Henne am Festtage schlachtet und in dieser fertige Eier findet, so darf man sie essen. Wenn nun dem so wäre, so sollte man bei diesen die am selben Tage gelegten berücksichtigen!?
יג אמר ליה ביצים גמורות במעי אמן מילתא דלא שכיחא היא ומילתא דלא שכיחא לא גזרו בה רבנן
13 Dieser erwiderte: Fertige Eier in der Henne sind etwas Seltenes, und bei Seltenem haben die Rabbanan nichts berücksichtigt.
יד רב יוסף אמר גזרה משום פירות הנושרין
14 R. Joseph erklärte: Hierbei sind abgefallene Früchte berücksichtigt worden.
טו א"ל אביי פירות הנושרין טעמא מאי
15 Abajje sprach zu ihm: Abgefallene Früchte sind aus dem Grunde [verboten], weil berücksichtigt wird,