Beitzah 54

Kapitel 54

א ובי"ט שיולי קא משייל היכי הוה עובדא כי הא דההוא גברא דאייתי בוכרא לקמיה דרבא אפניא דמעלי יומא טבא הוה יתיב רבא וקא חייף רישיה דלי עיניה וחזייה למומיה א"ל זיל האידנא ותא למחר
1 und am Festtage selbst fragte er nur, wieso [das Gebrechen] entstanden ist. So brachte jemand einst spät am Vorabend des Festes ein Erstgeborenes zu Raba, als er sich den Kopf kämmte; da erhob er seine Augen, besichtigte das Gebrechen und sprach zu jenem: Geh jetzt und komm morgen.
ב כי אתא למחר אמר היכי הוה עובדא א"ל הוה שדיין שערי בהך גיסא דהוצא והוה איהו באידך גיסא בהדי דבעי למיכל עייל רישיה ופרטיה הוצא לשפותיה א"ל דלמא את גרמת ליה א"ל לא
2 Als er am folgenden Tage kam, fragte er ihn: Wie trug es sich zu? Jener erwiderte: An der einen Seite der Hecke war Gerste ausgestreut, und dieses befand sich auf der anderen Seite, und als es davon fressen wollte, steckte es den Kopf durch und zerriß sich an der Hecke die Lippe. Dieser sprach: Hast du dies vielleicht absichtlich veranlaßt? Jener erwiderte: Nein. –
ג ומנא תימרא דגרמא אסור דתניא (ויקרא כב, כא) מום לא יהיה בו אין לי אלא שלא יהיה בו מום מניין שלא יגרום לו על ידי דבר אחר שלא יביא בצק או דבלה ויניח לו על גבי האזן כדי שיבא הכלב ויטלנו ת"ל (ויקרא כב, כא) כל מום אמר מום ואמר כל מום:
3 Woher weißt du, daß es bei [absichtlicher] Veranlassung verboten ist? – Es wird gelehrt: <i>Kein Gebrechen darf an ihm sein</i>; ich weiß nur, daß man ihm kein Gebrechen [beibringen] darf, woher, daß man es nicht durch andere verursachen darf, daß man ihm beispielsweise keinen Teig oder keine Preßfeige auf das Ohr legen darf, damit ein Hund komme und es nehme? Es heißt: <i>kein Gebrechen</i>, er sagt <i>Gehrechen</i> und es heißt <i>kein Gehrechen</i>.
ד <big><strong>מתני׳</strong></big> בהמה שמתה לא יזיזנה ממקומה ומעשה ושאלו את רבי טרפון עליה ועל החלה שנטמאת ונכנס לבית המדרש ושאל ואמרו לו לא יזיזם ממקומם:
4 <b>V</b><small>ERENDET EIN</small> V<small>IEH, SO DARF MAN ES NICHT VON DER</small> S<small>TELLE RÜHREN</small>, E<small>INST FRAGTE MAN</small> R. T<small>RYPHON DIESBEZÜGLICH UND BEZÜGLICH VERUNREINIGTER</small> T<small>EIGHEBE; DA GING ER INS</small> L<small>EHRHAUS UND FRAGTE ES, UND MAN ERWIDERTE IHM, MAN DÜRFE SIE NICHT VON DER</small> S<small>TELLE RÜHREN</small>.
ה <big><strong>גמ׳</strong></big> לימא תנן סתמא דלא כר' שמעון (דתנן) ר' שמעון אומר מחתכין את הדלועין לפני הבהמה ואת הנבלה לפני הכלבים ר' יהודה אומר אם לא היתה נבלה מערב שבת אסורה
5 GEMARA. Es ist also anzunehmen, daß eine anonyme Mišna nicht die Ainsicht R. Šimo͑ns vertritt, denn wir haben gelernt: R. Šimo͑n sagt, man dürfe Kürbisse für das Vieh zerschneiden und ein Aas für die Hunde. R. Jehuda sagt, war das Aas am Vorabend des Šabbaths noch nicht vorhanden, sei es verboten. –
ו אפילו תימא ר' שמעון מודה ר' שמעון בבעלי חיים שמתו שאסורין
6 Du kannst auch sagen, sie vertrete die Ansicht Šimo͑ns, denn R. Šimo͑n pflichtet bei, daß es bei verendeten Lebewesen verboten sei. –
ז הניחא למר בר אמימר משמיה דרבא דאמר מודה היה רבי שמעון בבעלי חיים שמתו שאסורין שפיר אלא למר בריה דרב יוסף משמיה דרבא דאמר חלוק היה רבי שמעון אפילו בבעלי חיים שמתו שמותרים מאי איכא למימר
7 Richtig ist dies allerdings nach Mar b. Amemar, der im Namen Rabas sagte, R. Šimo͑n pflichte bei, daß es bei verendeten Lebewesen verboten sei, wie ist es aber nach Mar, dem Sohne des R. Joseph, zu erklären, der im Namen Rabas sagte, R. Šimo͑n sei der Ansicht, daß es auch bei verendeten Lebewesen erlaubt sei!? –
ח תרגומה זעירי בבהמת קדשים דיקא נמי דקתני עליה ועל החלה שנטמאת מה חלה דקדישא אף בהמה דקדישא
8 Zee͑ri bezog sie auf ein Vieh von Geheiligtem. Dies ist auch einleuchtend, denn er lehrt: diesbezüglich und bezüglich verunreinigter Teighebe; wie die Teighebe heilig ist, ebenso ein Vieh, das heilig ist. –
ט אלא טעמא דקדישא הא דחולין שריא הניחא למר בריה דרב יוסף משמיה דרבא דאמר חלוק היה ר' שמעון אף בבעלי חיים שמתו שמותרין שפיר אלא למר בר אמימר משמיה דרבא דאמר מודה היה רבי שמעון בבעלי חיים שמתו שאסורין מאי איכא למימר
9 Also nur Geheiligtes, bei Profanem ist es aber erlaubt; richtig ist dies allerdings nach Mar, dem Sohne des R. Joseph, der im Namen Rabas sagte, R.Šimo͑n sei der Ansicht, daß es auch bei verendeten Lebewesen erlaubt sei, wie ist es aber nach Mar b. Amemar zu erklären, der im Namen Rabas sagte, R. Šimo͑n pflichte bei, daß es bei verendeten Lebewesen verboten sei!? –
י הכא במאי עסקינן במסוכנת ודברי הכל:
10 Hier handelt es sich um ein in Lebensgefahr schwebendes Tier, nach aller Ansicht.
יא <big><strong>מתני׳</strong></big> אין נמנין על הבהמה לכתחלה ביו"ט אבל נמנין עליה מערב יום טוב ושוחטין ומחלקין ביניהם:
11 <b>M</b><small>AN DARF AM</small> F<small>ESTTAGE NICHT VON VORNHEREIN ÜBER EIN</small> V<small>IEH VERHANDELN, WOHL ABER DARF MAN AM</small> V<small>ORABEND VERHANDELN, SCHLACHTEN UND UNTER EINANDER VERTEILEN</small>.
יב <big><strong>גמ׳</strong></big> מאי אין נמנין אמר רב יהודה אמר שמואל אין פוסקין דמים לכתחלה על הבהמה ביו"ט היכי עביד אמר רב מביא שתי בהמות ומעמידן זו אצל זו ואומר זו כזו
12 GEMARA. Was heißt: nicht verhandeln? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Man darf am Festtage nicht von vornherein den Preis für ein Vieh vereinbaren. – Wie mache man es? Rabh erwiderte: Man bringe zwei Viehstücke, stelle sie nebeneinander und spreche: Das eine wie das andere.
יג תניא נמי הכי לא יאמר אדם לחברו הריני עמך בסלע הריני עמך בשתים אבל אומר לו הריני עמך למחצה ולשליש ולרביע:
13 Ebenso wird gelehrt: Man darf nicht zu seinem Nächsten sprechen: Ich beteilige mich [an deinem Vieh] mit einem Sela͑, ich beteilige mich mit zwei, wohl aber darf man sprechen: Ich beteilige mich mit der Hälfte, einem Drittel oder einem Viertel.