Beitzah 57

Kapitel 57

א דבסורא אמרי תרטא ופלגו תרטא בנרש אמרי חלקא ופלגו חלקא בפומבדיתא אמרי אוזיא ופלגו אוזיא בנהר פקוד ובמתא מחסיא אמרי רבעא ופלגו רבעא:
1 Wie folgt: in Sura pflegt man zu verlangen: ein Triṭa, oder ein halbes Triṭa; in Naraš pflegt man zu verlangen: ein Ḥilqa, oder ein halbes Ḥilqa; in Pumbeditha pflegt man zu verlangen: ein Uzja, oder ein halbes Uzja; in Nehar Paqod und in Matha Meḥasja pflegt man zu verlangen: ein Riba͑, oder ein halbes Riba͑.
ב <big><strong>מתני׳</strong></big> אומר אדם לחברו מלא לי כלי זה אבל לא במדה ר' יהודה אומר אם היה כלי של מדה לא ימלאנו מעשה באבא שאול בן בטנית שהיה ממלא מדותיו מערב יו"ט ונותנן ללקוחות ביו"ט
2 <b>M</b><small>AN DARF ZU SEINEM</small> N<small>ÄCHSTEN SAGEN</small>: F<small>ÜLLE MIR DIESES</small> G<small>EFÄSS, NICHT ABER: EIN</small> M<small>ASS</small>; R. J<small>EHUDA SAGT, IST ES EIN</small> M<small>ASSGEFÄSS, DÜRFE MAN ES NICHT FÜLLEN</small>.
ג אבא שאול אומר אף במועד עושה כן מפני ברורי המדות וחכמים אומרים אף בחול עושה כן מפני מצוי המדות:
3 A<small>BBA</small> Š<small>AÚL B.</small> B<small>OṬNITH FÜLLTE DIE</small> M<small>ASSE AM</small> V<small>ORABEND DES</small> F<small>ESTES UND GAB SIE DEN</small> K<small>ÄUFERN AM</small> F<small>ESTTAGE</small>. A<small>BBA</small> Š<small>AÚL SAGT, AUCH AM</small> H<small>ALBFESTE VERFAHRE ER EBENSO, WEGEN DES</small> S<small>CHAUMES</small> <small>DER</small> M<small>ASSGEFÄSSE</small>. D<small>IE</small> W<small>EISEN SAGEN, AUCH AM</small> W<small>OCHENTAGE VERFUHR ER EBENSO, WEGEN DER</small> N<small>EIGE</small> <small>DER</small> M<small>ASSGEFÄSSE</small>.
ד <big><strong>גמ׳</strong></big> מאי אבל לא במדה אמר רב יהודה אמר שמואל אבל לא בכלי המיוחד למדה אבל כלי העומד למדה ימלאנו ואתא ר' יהודה למימר אפילו כלי העומד למדה לא ימלאנו
4 GEMARA. Was heißt: nicht aber: ein Maß? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Nicht aber ein als Maß bestimmtes Gefäß, wohl aber darf man ein als Maß verfügbares Gefäß füllen;
ה אלמא גבי שמחת יום טוב ר' יהודה לחומרא ורבנן לקולא והא אפכא שמעינן להו דתנן רבי יהודה אומר שוקל אדם בשר כנגד הכלי וכנגד הקופיץ וחכמים אומרים אין משגיחין בכף מאזנים כל עיקר אלמא ר' יהודה לקולא ורבנן לחומרא קשיא דר' יהודה אדר' יהודה קשיא דרבנן אדרבנן
5 hierzu sagt R. Jehuda, man dürfe auch ein als Maß verfügbares Gefäß nicht füllen. – Demnach ist bei der Festfeier R. Jehuda erschwerend und die Rabbanan sind erleichternd, und wir wissen ja, daß sie entgegengesetzter Ansicht sind!? – Wir haben nämlich gelernt: R. Jehuda sagt, man dürfe Fleisch gegen ein Gerät oder gegen ein Hackemesser wiegen; die Weisen sagen, man dürfe auf die Wagschale überhaupt nicht hinsehen. Demnach ist R. Jehuda erleichternd und die Rabbanan sind erschwerend, somit befinden sich ja R. Jehuda und die Rabbanan mit sich selbst in einem Widerspruche!? –
ו דר' יהודה אדר' יהודה לא קשיא התם בשאינו עומד למדה הכא בעומד למדה
6 R. Jehuda befindet sich nicht mit sich selbst in einem Widerspruche, denn da ist es kein zum Messen dienendes Gerät, hier aber ist es ein zum Messen dienendes.
ז דרבנן אדרבנן נמי לא קשיא התם קא עביד כדעבדין בחול הכא לא קא עביד כדעבדין בחול
7 Ebenso befinden sich die Rabbanan nicht mit sich selbst in einem Widerspruche, denn da verfährt man, wie man am Wochentage verfährt, hierbei aber verfährt man nicht, wie man am Wochentage verfährt.
ח רבא אמר מאי אבל לא במדה שלא יזכור לו שם מדה אבל כלי המיוחד למדה ימלאנו ואתא ר' יהודה למימר כלי המיוחד למדה לא ימלאנו
8 Raba erklärte: Unter ‘nicht aber: ein Maß’ ist zu verstehen, man dürfe den Namen des Maßes nicht nennen, wohl aber darf man ein als Maß bestimmtes Gefäß füllen; hierzu sagt R. Jehuda, man dürfe auch ein als Maß bestimmtes Gefäß nicht füllen. –
ט אלמא גבי שמחת יום טוב רבי יהודה לחומרא ורבנן לקולא והא אפכא שמעינן להו דתנן רבי יהודה אומר שוקל אדם בשר כנגד הכלי וכנגד הקופיץ וחכמים אומרים אין משגיחין בכף מאזנים כל עיקר אלמא ר' יהודה לקולא ורבנן לחומרא קשיא דר' יהודה אדר' יהודה קשיא דרבנן אדרבנן
9 Demnach ist bei der Festfeier R. Jehuda erschwerend und die Rabbanan sind erleichternd, und wir wissen ja, daß sie entgegengesetzter Ansicht sind. Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagt, man dürfe Fleisch gegen ein Gerät oder gegen ein Hackemesser wiegen; die Weisen sagen, man dürfe auf die Wagschale überhaupt nicht hinsehen. Demnach ist R. Jehuda erleichternd und die Rabbanan sind erschwerend, somit befinden sich ja R. Jehuda und die Rabbanan mit sich selbst in einem Widerspruche!? –
י דר' יהודה אדר' יהודה ל"ק התם בשאינו מיוחד למדה הכא מיוחד למדה דרבנן אדרבנן נמי לא קשיא התם קא עביד כדעבדין בחול הכא לא קעביד כדעבדין בחול דעבדי אינשי דמקרבי חמרא במנא דכילא ושתו:
10 R. Jehuda befindet sich nicht mit sich selbst in einem Widerspruche, denn da ist es kein zum Messen bestimmtes Gerät, hierbei ist es ein zum Messen bestimmtes. Ebenso befinden sich die Rabbanan nicht mit sich selbst in einem Widerspruche, denn da verfährt man, wie man am Wochentage verfährt, hierbei aber verfährt man nicht, wie man am Wochentage verfährt. Manche reichen nämlich Wein in einem Meßgefäße, und man trinkt daraus.
יא מעשה באבא שאול בן בטנית: תנא אף במועד עושה כן מפני בטול בית המדרש
11 A<small>BBA</small> Š<small>AÚL B.</small> B<small>OṬNITH</small>. Es wird gelehrt: Auch am Halbfeste verfuhr er ebenso wegen der Störung im Lehrhause.
יב תנו רבנן הוא כנס שלש מאות גרבי יין מברורי המדות וחבריו כנסו שלש מאות גרבי שמן ממצוי המדות והביאום לפני הגזברים לירושלים
12 Die Rabbanan lehrten: Er sammelte dreihundert Krüge Wein vom Schaume der Maße, und seine Genossen sammelten dreihundert Krüge Öl von der Neige der Maße, und sie brachten sie zu den Schatzmeistern [des Tempels] nach Jerušalem. Da sprachen diese zu ihnen: Ihr braucht dies nicht.
יג אמרו להם אי אתם זקוקים לכך אמרו להם אף אנו אין רצוננו בכך
13 Diese erwiderten: Wir wollen davon nichts haben. Da sprachen jene: Da ihr es so streng nehmt, so verwendet es zu gemeinnützigen Zwecken.
יד אמרו להם הואיל והחמרתם על עצמכם עשו מהם צרכי רבים דתניא גזל ואינו יודע למי גזל יעשה בהם צרכי רבים מאי נינהו אמר רב חסדא בורות שיחין ומערות
14 Es wird nämlich gelehrt: Wer etwas geraubt hat und nicht weiß, von wem, verwende es zu gemeinnützigen Zwecken. – Was sind solche? R. Ḥisda erwiderte: Brunnen, Graben und Höhlen.
טו אדבריה רב חסדא לרבנא עוקבא ודרש לא ימדוד אדם שעורים ויתן לפני בהמתו ביו"ט אבל קודר הוא קב או קבים ונותן לפני בהמתו ואינו חושש והנחתום מודד תבלין ונותן לתוך קדרתו כדי שלא יקדיח תבשילו
15 R. Ḥisda führte Rabbana U͑qaba umher und trug vor: Man darf am Festtage keine Gerste messen und seinem Tiere geben, wohl aber darf man ohne Bedenken mit einem Kab oder Doppelkab schöpfen und seinem Tiere geben. Der Bäcker darf Gewürze messen und in den Topf tun, damit er die Speise nicht verderbe.
טז אמר רב ירמיה בר אבא אמר רב מודדת אשה קמח ביו"ט ונותנת לתוך עיסתה כדי שתטול חלה בעין יפה ושמואל אמר אסור והא תנא דבי שמואל מותר
16 R. Jirmeja b.Abba sagte im Namen Rabhs: Eine Frau darf am Festtage Mehl messen und in den Teig tun, damit sie die Teighebe gönnerhaft absondern könne; Šemuél sagt, es sei verboten. – In der Schule Šemuéls wurde ja aber gelehrt, es sei erlaubt!?
יז אמר אביי השתא דאמר שמואל אסור ותנא דבי שמואל מותר
17 Abajje erwiderte: Da nun Šemuél gesagt hat, es sei verboten