Beitzah 59

Kapitel 59

א בערמת התבן אבל לא בעצים שבמוקצה:
1 S<small>TROHHAUFEN ANFANGEN, NICHT ABER DAS</small> H<small>OLZ</small> <small>AUF DEM</small> T<small>ROCKENHOFE</small>.
ב <big><strong>גמ׳</strong></big> תנא אם אי אפשר לשנות מותר
2 GEMARA. Es wird gelehrt: Ist es auf ungewöhnliche Weise nicht möglich, so ist es erlaubt.
ג אתקין רבא במחוזא דדרו בדוחקא לדרו ברגלא דדרו ברגלא לדרו באגרא דדרו באגרא לדרו באכפא דדרו באכפא נפרוס סודרא עלויה ואם לא אפשר שרי דאמר מר אם א"א לשנות מותר
3 Raba führte in Maḥoza ein, das, was man sonst auf einer Hebestange trägt, [am Feste] auf einer Traggabel zu tragen, was man sonst auf einer Traggabel trägt, auf einem Joche zu tragen, was man sonst auf einem Joche trägt, auf Trägern zu tragen, und auf das, was man sonst auf Trägern trägt, ein Tuch auszubreiten; ist es aber nicht möglich, so ist es [auf gewöhnliche Weise] erlaubt, denn der Meister sagte, ist es auf ungewöhnliche Weise nicht möglich, sei es erlaubt.
ד אמר ליה רב חנן בר רבא לרב אשי אמור רבנן כמה דאפשר לשנויי משנינן ביומא טבא והא הני נשי דקא מליין חצבייהו מיא ביומא טבא ולא קא משניין ולא אמרינן להו ולא מידי
4 R. Ḥanan b.Raba sprach zu R. Aši: Die Rabbanan sagten, daß am Festtage [jede Arbeit], soweit es möglich ist, auf ungewöhnliche Weise erfolge, weshalb sagen wir den Frauen nichts, wenn sie am Festtage ohne jede Änderung mit ihren Krügen Wasser schöpfen!?
ה אמר ליה משום דלא אפשר היכא ליעבד דמליא בחצבא רבה תמלי בחצבא זוטא קא מפשא בהלוכא
5 Dieser erwiderte: Weil es nicht anders möglich ist; wie sollten sie es denn anders machen: sollte etwa, die gewöhnlich mit einem großen Kruge schöpft, mit einem kleinen schöpfen, so würde sie ja den Weg erweitern;
ו דמליא בחצבא זוטא תמלי בחצבא רבה קא מפשי במשוי תכסייה בנכתמא זמנין דנפיל ואתי לאתויי תקטריה זמנין דמפסיק ואתי למקטריה תפרוס סודרא עלויה זמנין דמטמיש במיא ואתי לידי סחיטה הלכך לא אפשר
6 sollte etwa, die gewöhnlich mit einem kleinen Kruge schöpft, mit einem großen schöpfen, so würde sie ja die Last erschweren; sollte sie [den Krug] mit einem Deckel zudecken, so könnte sie ja, wenn er herabfällt, ihn zu tragen veranlaßt werden; sollte sie ihn festbinden, so könnte sie ja, wenn er sich löst, ihn festzubinden veranlaßt werden; sollte sie [über den Krug] ein Tuch ausbreiten, so könnte sie ja, wenn es naß wird, es auszudrücken veranlaßt werden. Es ist daher nicht anders möglich.
ז א"ל רבא בר רב חנין לאביי תנן אין מטפחין ואין מספקין ואין מרקדין והאידנא דקא חזינן דעבדן הכי ולא אמרינן להו ולא מידי
7 Raba b.R. Ḥanin sprach zu Abajje: Wir haben gelernt, man dürfe [am Festtage] weder in die Hände klatschen, noch in die Hüften schlagen, noch tanzen; wir sehen ja aber, daß manche dies tun, und wir sagen ihnen nichts!?
ח אמר ליה ולטעמך הא דאמר (רבא) לא ליתיב איניש אפומא דלחיא דלמא מגנדר ליה חפץ ואתי לאתויי (ד' אמות ברה"ר) והא הני נשי דשקלן חצבייהו ואזלן ויתבן אפומא דמבואה ולא אמרינן להו ולא מידי
8 Dieser erwiderte: Nach deiner Meinung: Raba sagte ja, man setze sich nicht an den Pfosten einer Durchgangsgasse, weil man, wenn ihm ein Gegenstand fortrollt, vier Ellen auf öffentlichem Gebiete zu tragen veranlaßt werden könnte, und wir sehen, daß Frauen ihre Krüge nehmen und sich am Eingange der Durchgangsgasse niedersetzen, ohne daß man ihnen etwas sagt!?
ט אלא הנח להם לישראל מוטב שיהיו שוגגין ואל יהיו מזידין הכא נמי הנח להם לישראל מוטב שיהיו שוגגין ואל יהיו מזידין
9 Laß Jisraél lieber unwissentlich übertreten, als daß sie es wissentlich tun. (Ebenso auch hierbei: Laß Jisraél lieber unwissentlich übertreten, als daß sie es wissentlich tun.)
י והני מילי בדרבנן אבל בדאורייתא לא ולא היא לא שנא בדאורייתא ולא שנא בדרבנן לא אמרינן להו ולא מידי דהא תוספת יום הכפורים דאורייתא הוא ואכלי ושתו עד שחשכה ולא אמרינן להו ולא מידי:
10 Dies nur bei rabbanitischen [Verboten], nicht aber bei solchen der Tora. Das ist jedoch nichts; einerlei ob es eines der Tora oder ein rabbanitisches ist, sage man nichts. Die Zugabe zum Versöhnungstage ist aus der Tora, dennoch essen und trinken manche, bis es finster wird, ohne daß man ihnen etwas sagt.
יא ומתחילין בערמת התבן: אמר רב כהנא זאת אומרת מתחילין באוצר תחלה מני ר' שמעון היא דלית ליה מוקצה
11 M<small>AN DARF EINEN</small> S<small>TROHHAUFEN ANFANGEN</small>. R. Kahana sagte: Dies besagt, daß man einen Vorrat anfangen dürfe. Also nach R. Šimo͑n, der vom Verbote des Abgesonderten nichts hält;
יב אימא סיפא אבל לא בעצים שבמוקצה אתאן לר' יהודה דאית ליה מוקצה הכא בארזי ואשוחי עסקינן דמוקצה מחמת חסרון כיס ואפילו רבי שמעון מודה
12 wie ist nun der Schlußsatz zu erklären: nicht aber das Holz auf dem Trockenhofe, also nach R. Jehuda, nach dem das Abgesonderte [verboten ist]!? – Da handelt es sich um Zedern und Zypressen, die wegen des Geldschadens Abgesondertes sind, wobei auch R. Šimo͑n beipflichtet.
יג איכא דמתני לה אסיפא אבל לא בעצים שבמוקצה אמר רב כהנא זאת אומרת אין מתחילין באוצר תחלה מני רבי יהודה היא דאית ליה מוקצה אימא רישא מתחילין בערמת התבן אתאן לר"ש דלית ליה מוקצה התם בתבנא סריא
13 Manche beziehen dies auf den Schlußsatz: nicht aber das Holz auf dem Trockenhofe. R. Kahana sagte: Dies besagt, daß man einen Vorrat nicht anfangen dürfe. Also nach R. Jehuda, nach dem das Abgesonderte [verboten ist]; wie ist nun der Anfangssatz zu erklären: man darf einen Strohhaufen anfangen, also nach R. Šimo͑n, der [vom Verbote] des Abgesonderten nichts hält!? – Da handelt es sich um verfaultes Stroh. –
יד תבנא סריא הא חזי לטינא דאית ביה קוצים:
14 Verfaultes Stroh ist ja zu Lehm verwendbar!? – Wenn Dornen darin sind.