Beitzah 6

Kapitel 6

א רבינא אמר לעולם לא תיפוך ורבי יהודה לדבריהם דרבנן קאמר להו
1 Rabina erklärte: Tatsächlich brauchst du sie nicht umzuwenden, denn R. Jehuda sagte es nach der Ansicht der Rabbanan:
ב לדידי אפילו בראשון נמי שריא דאוכלא דאפרת הוא אלא לדידכו אודו לי מיהת דבשני שריא דשתי קדושות הן ואמרי ליה רבנן לא קדושה אחת היא
2 nach mir ist es sogar am ersten [Festtage] erlaubt, weil es eine abgetrennte Speise ist, aber auch ihr solltet mir beipflichten, daß es am zweiten [Tage] erlaubt ist, da es ja zwei verschiedene Heiligkeiten sind. Die Rabbanan aber erwiderten ihm: Nein, es ist die gleiche Heiligkeit.
ג רבינא בריה דרב עולא אמר הכא בתרנגולת העומדת לגדל ביצים ורבי יהודה לטעמיה דאית ליה מוקצה
3 Rabina, Sohn des R. U͑la, erklärte: Hier handelt es sich um eine zum Eierlegen bestimmte Henne, und R. Jehuda vertritt hierbei seine Ansicht, daß es Abgesondertes ist.
ד מיתיבי אחד ביצה שנולדה בשבת ואחד ביצה שנולדה ביום טוב אין מטלטלין אותה לא לכסות בה את הכלי ולא לסמוך בה כרעי המטה
4 Man wandte ein: Man darf ein Ei, einerlei ob am Šabbath oder am Festtage gelegt, nicht fortbewegen, um damit ein Gefäß zuzudecken oder den Fuß eine Bettstelle zu stützen;
ה אבל כופה עליה את הכלי בשביל שלא תשבר וספיקא אסורה ואם נתערבה באלף כולן אסורות
5 wohl aber darf man darauf ein Gefäß stülpen, damit es nicht zerbrochen werde. In einem Zweifel ist es verboten; vermischte es sich unter tausend, so sind alle verboten.
ו בשלמא לרבה דאמר משום הכנה הוי ספיקא דאורייתא וכל ספיקא דאורייתא לחומרא
6 Allerdings ist es nach Rabba, welcher erklärt, wegen der Vorbereitung, ein Zweifel [eines Verbotes] der Tora, und bei einem Zweifel [eines Verbotes] der Tora ist erschwerend zu entscheiden,
ז אלא לרב יוסף ולרבי יצחק דאמרי משום גזרה ספיקא דרבנן היא וכל ספיקא דרבנן לקולא
7 nach R. Joseph und R. Jiçḥaq aber, die erklären, aus Berücksichtigung, ist es ja Zweifel eines rabbanitischen [Verbotes], und bei einem Zweifel eines rabbanitischen [Verbotes] ist ja erleichternd zu entscheiden!?
ח (א"ל) סיפא אתאן לספק טרפה
8 (Dieser erwiderte:) Der Schlußsatz spricht von einem Zweifel der Totverletzung. –
ט אי הכי אימא סיפא נתערבה באלף כולן אסורות אי אמרת בשלמא ספק יו"ט ספק חול הוי דבר שיש לו מתירין וכל דבר שיש לו מתירין אפילו באלף לא בטיל
9 Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: vermischte es sich unter tausend, so sind alle verboten. Allerdings ist es, wenn du sagst, ein Zweifel, ob am Festtage oder am Wochentage [gelegt], eine Sache, für die es ein Erlaubtwerden gibt, und wofür es ein Erlaubtwerden gibt, verliert sich auch im Tausendfachen nicht,
י אלא אי אמרת ספק טרפה דבר שאין לו מתירין היא ותבטל ברובא
10 wenn du aber sagst, ein Zweifel der Totverletzung, ist es ja eine Sache, für die es kein Erlaubtwerden gibt, und sollte doch in der Mehrheit aufgehen!?
יא וכי תימא ביצה חשובה ולא בטלה הניחא למאן דאמר כל שדרכו לימנות שנינו
11 Wolltest du sagen, ein Ei sei etwas Bedeutendes und gehe nicht auf, so stimmt dies allerdings nach demjenigen, welcher sagt, die Lehre laute ‘wenn man es gewöhnlich zählt’,
יב אלא למאן דאמר את שדרכו לימנות שנינו מאי איכא למימר
12 wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, die Lehre laute ‘was man gewöhnlich zählt’!?
יג דתנן מי שהיו לו חבילי תלתן של כלאי הכרם ידלקו נתערבו באחרות ואחרות באחרות כולן ידלקו דברי רבי מאיר וחכמים אומרים יעלו באחת ומאתים
13 Wir haben nämlich gelernt: Hat jemand Bündel Bockshornklee von Mischfrucht (des Weinbergs), so sind sie zu verbrennen; sind sie mit anderen und die anderen mit anderen vermischt worden, so sind sie alle zu verbrennen – so R. Meír; die Weisen sagen, sie gehen unter zweihundertundeinem auf.
יד שהיה רבי מאיר אומר את שדרכו למנות מקדש וחכמים אומרים אינו מקדש אלא ששה דברים בלבד רבי עקיבא אומר שבעה ואלו הן אגוזי פרך ורמוני באדן וחביות סתומות וחלפי תרדין וקלחי כרוב ודלעת יונית רבי עקיבא מוסיף אף ככרות של בעל הבית
14 R. Meír sagte also: Was man [beim Verkaufe] gewöhnlich zählt, macht zum Genusse verboten. Die Weisen aber sagen, nur sechs Dinge machen zum Genusse verboten; R. A͑qiba sagt, sieben, Folgende sind es: Zerreibbare Nüsse, bedanische Granatäpfel, verspundete Fässer [mit Wein], Mangoldstrünke, Kohltriebe und der griechische Kürbis; R. A͑qiba fügt noch das hausbackene Brot hinzu.
טו הראוי לערלה ערלה הראוי לכלאי הכרם כלאי הכרם ואתמר עלה רבי יוחנן אמר את שדרכו למנות שנינו ורבי שמעון בן לקיש אמר כל שדרכו למנות שנינו
15 Was zum Ungeweihten gehört, macht als Ungeweihtes [verboten], was zur Mischfrucht (des Weinberges), als Mischfrucht (des Weinberges). Hierüber wurde gelehrt: R. Joḥanan sagt, die Lehre laute, ‘was man gewöhnlich zählt’, und R. Šimo͑n b.Laqiš sagt, die Lehre laute ‘wenn man es gewöhnlich zählt’.
טז הניחא לרבי שמעון בן לקיש אלא לרבי יוחנן מאי איכא למימר
16 Richtig ist dies nun nach R. Šimo͑n b.Laqiš, wie ist es aber nach R. Joḥanan zu erklären!?
יז אמר רב פפא האי תנא תנא דליטרא קציעות הוא דאמר כל דבר שבמנין אפילו בדרבנן לא בטיל וכל שכן בדאורייתא
17 R. Papa erwiderte: Dieser Tanna ist der Autor [der Lehre] von der Litra getrockneter Feigen, welcher sagt, alles was gezählt wird, gehe sogar bei einem rabbanitischen [Verbote] nicht auf, und um so weniger bei einem der Tora.
יח דתנן ליטרא קציעות שדרסה על פי עגול ואינו יודע באיזה עגול דרסה על פי חבית ואינו יודע באיזו חבית דרסה על פי כורת ואינו יודע באיזו כורת דרסה רבי מאיר אומר רבי אליעזר
18 Es wird nämlich gelehrt: Wenn eine Litra getrockneter Feigen [von Hebe] am Rande einer Preßform gelegen hat, und man nicht weiß, in welcher Form man sie gepreßt hat, oder am Rande eines Fasses, und man nicht weiß, in welchem Faße man sie gepreßt hat, oder am Rande eines Bienenkorbes, und man nicht weiß, in welchem Bienenkorbe man sie gepreßt hat, so werden, wie R. Meír sagt, nach R. Elie͑zer