Beitzah 63

Kapitel 63

א הוא דאמר כי האי תנא דתניא חותמות שבקרקע מתיר אבל לא מפקיע ולא חותך אחד שבת ואחד יו"ט ושבכלי בשבת מתיר אבל לא מפקיע ולא חותך ביום טוב מתיר ומפקיע וחותך
1 Er ist der Ansicht des Autors der folgenden Lehre: Knoten am Boden darf man lösen, nicht aber [die Stricke] losflechten noch zerschneiden, einerlei ob am Šabbath oder am Festtage; an Geräten darf man am Šabbath lösen, nicht aber [die Stricke] losflechten noch zerschneiden, am Festtag sowohl lösen als auch losflechten oder zerschneiden. –
ב תרצת לך רישא אלא סיפא קשיא
2 Du hast also den Anfangssatz erklärt, gegen den Schlußsatz ist ja aber einzuwenden!? –
ג הא מני ר' נחמיה היא דאמר כל הכלים אין ניטלין אלא דרך תשמישן
3 Da ist die Ansicht R. Neḥemjas vertreten, welcher sagt, man dürfe Geräte nur zu ihrem eigentlichen Gebrauche fortbewegen. –
ד אי רבי נחמיה מאי איריא שבת אפילו יום טוב נמי וכי תימא שניא ליה לר' נחמיה בין שבות שבת לשבות יום טוב ומי שניא ליה
4 Nach R. Neḥemji sollte dies ja nicht nur vom Šabbath, sondern auch vom Festtage gelten!? Wolltest du sagen, R. Neḥemja unterscheide zwischen [einem Verbote] des Feierns wegen am Šabbath und [einem Gebote] des Feierns wegen am Festtage, so unterscheidet er ja nicht!?
ה והתני חדא מסיקין בכלים ואין מסיקין בשברי כלים ותניא אידך מסיקין בין בכלים בין בשברי כלים ותניא אידך אין מסיקין לא בכלים ולא בשברי כלים
5 Eines lehrt nämlich, man dürfe mit Geräten, nicht aber mit Bruchstücken von Geräten heizen, und ein Anderes lehrt, man dürfe sowohl mit Geräten als auch mit Bruchstücken von Geräten heizen, und ein Anderes lehrt, man dürfe weder mit Geräten noch mit Bruchstücken von Geräten heizen,
ו ומשני לא קשיא הא ר' יהודה הא ר"ש הא ר' נחמיה
6 und wir erklärten, dies sei kein Widerspruch; eines nach R. Jehuda, eines nach R. Šimo͑n, und eines nach R. Neḥemja. –
ז תרי תנאי ואליבא דר' נחמיה:
7 Zwei Tannaím streiten über die Ansicht R. Neḥemjas.
ח <big><strong>מתני׳</strong></big> אין פוחתין את הנר מפני שהוא עושה כלי ואין עושין פחמין ביום טוב ואין חותכין את הפתילה ר' יהודה אומר חותכה באור:
8 <b>M</b><small>AN DARF AM</small> F<small>ESTTAGE KEIN</small> L<small>ICHTNÄPFCHEN EINDRÜCKEN</small>, <small>WEIL MAN EIN</small> G<small>ERÄT MACHT; FERNER DARF MAN KEINE</small> K<small>OHLEN MACHEN, AUCH KEINEN</small> D<small>OCHT ENTZWEI SCHNEIDEN</small>; R. J<small>EHUDA SAGT, MAN DÜRFE IHN DURCH DAS</small> F<small>EUER TEILEN</small>.
ט <big><strong>גמ׳</strong></big> מאן תנא דפחיתת נר מנא הוא אמר רב יוסף ר' מאיר היא דתניא כלי חרס מאימתי מקבל טומאה משנגמרה מלאכתו דברי ר' מאיר ר' יהושע אומר משיצרפו בכבשן
9 GEMARA. Wer lehrte, das (Eindrücken eines) Lichtnäpfchens sei ein Gerät? R.Joseph erwiderte: Es ist R. Meír, denn wir haben gelernt: Wann wird das Tongefäß verunreinigungsfähig? Sobald es fertig ist – so R. Meír; R. Jehošua͑ sagt, sobald es im Ofen gebrannt ist.
י א"ל אביי ממאי דלמא עד כאן לא קאמר ר' מאיר התם אלא דחזי לקבולי ביה מידי אבל הכא למאי חזי לקבולי ביה פשיטי
10 Abajje sprach zu ihm: Wieso dies, vielleicht ist R. Meír dieser Ansicht nur da, weil [Gefäße] zum Aufnehmen verwendbar sind, wozu aber ist das [Lichtnäpfchen] verwendbar!? – Es ist zur Aufnahme von Kupfermünzen verwendbar.
יא איכא דאמרי אמר רב יוסף ר' אליעזר בר' צדוק היא דתנן אלפסין חרניות טהורות באהל המת וטמאות במשא הזב
11 Manche lesen: R. Joseph erwiderte: Es ist R. Elea͑zar b. R. Çadoq, denn wir haben gelernt: Die Eronischen Tiegel sind im Zelte eines Leichnams rein, jedoch verunreinigungsfähig, wenn ein Flußbehafteter sie trägt;
יב ר' אליעזר בר' צדוק אומר אף טהורות במשא הזב לפי שלא נגמרה מלאכתן
12 R. Elea͑zar b. R. Çadoq sagt, auch wenn ein Flußbehafteter sie trägt, sind sie rein, weil sie noch nicht fertig sind.
יג א"ל אביי דלמא עד כאן לא קאמר רבי אליעזר ברבי צדוק התם אלא דחזי לקבולי ביה מידי אבל הכא למאי חזי לקבולי ביה פשיטי
13 Abajje sprach zu ihm: Vielleicht ist R. Elea͑zar b.R. Çadoq dieser Ansicht nur da, weil sie zum Aufnehmen verwendbar sind, wozu aber ist [das Lichtnäpfchen] verwendbar!? – Es ist zur Aufnahme von Kupfermünzen verwendbar.
יד תנו רבנן אין פוחתין את הנר ואין עושין אלפסין חרניות ביום טוב רבן שמעון בן גמליאל מתיר באלפסין חרניות מאי חרניות אמר רב יהודה ערניות מאי ערניות אמר אביי צעי חקלייתא
14 Die Rabbanan lehrten: Man darf am Festtage kein Lichtnäpfchen eindrücken, ferner darf man keine Eronischen Tiegel fertigen; R. Šimo͑n b. Gamliél erlaubt die Eronischen Tiegel. Was heißt Eronische [Tiegel]? R. Jehuda erwiderte: Kleinstädtische. Was heißt Kleinstädtische? Abajje erwiderte: Tiegel der Dörflinge.
טו ואין עושין פחמין פשיטא למאי חזי תני רבי חייא לא נצרכה אלא למוסרן לאוליירין לבו ביום
15 M<small>AN DARF KEINE</small> K<small>OHLEN MACHEN</small>. Selbstverständlich, wozu sind sie denn verwendbar!? – R. Ḥija lehrte, dies sei wegen des Falles nötig, wenn man sie am selben Tage den Badedienern geben will. –
טז ובו ביום מי שרי כדאמר רבא להזיע וקודם גזרה הכא נמי להזיע וקודם גזרה:
16 Ist denn [das Baden] an diesem Tage erlaubt!? – Wie Raba erklärt hat, nur um zu schwitzen, und zwar vor dem Verbote, ebenso auch hierbei, nur um zu schwitzen, und zwar vor dem Verbote.
יז ואין חותכין את הפתילה לשנים מ"ש בסכין דלא
17 M<small>AN DARF DEN</small> D<small>OCHT NICHT ENTZWEISCHNEIDEN</small>. Mit einem Messer wohl deshalb nicht, weil man eine Sache herstellt,