Beitzah 71

Kapitel 71

א התם תנן אבל לא את האוצר ואמר שמואל מאי אבל לא את האוצר אבל לא יגמור את האוצר כולו דלמא אתי לאשויי גומות הכא מאי
1 Dort haben wir gelernt: Jedoch keine Scheune. Und Šemuél erklärte, unter ‘jedoch keine Scheune’ sei zu verstehen, man dürfe sie nicht ganz ausräumen, weil man Vertiefungen ebnen könnte.
ב התם הוא בשבת דאסור משום דחמיר אבל יום טוב דקיל שפיר דמי או דלמא התם דאיכא בטול בית המדרש אמרת לא הכא דליכא בטול בית המדרש לא כל שכן
2 Wie ist es nun hierbei: ist es nur am Šabbath verboten, weil er streng ist, nicht aber am Festtage, der leichter ist, oder aber: wenn es schon da verboten ist, wo eine Störung des Studiums vorliegt, um so mehr hierbei, wo eine Störung des Studiums nicht vorliegt?
ג והכא תנן משילין פירות דרך ארובה ביו'ט ואמר רב נחמן לא שנו אלא באותו הגג אבל מגג לגג לא ותניא נמי הכי אין מטלטלין מגג לגג אפי' כשגגותיהן שוין
3 Ferner: hierbei haben wir gelernt, man dürfe am Festtage Früchte durch eine Luke herablassen, und hierzu sagte R. Naḥman, nur vom selben Dache, nicht aber von einem Dache nach einem anderen. Und desgleichen wird gelehrt, man dürfe keine [Früchte] von einem Dache nach einem anderen bringen, selbst wenn die Dächer gleichmäßig sind.
ד התם מאי (כל שכן שבת דחמירא או דלמא) הכא הוא דאסור משום יום טוב דקיל ואתי לזלזולי ביה אבל שבת דחמירא ולא אתי לזלזולי בה שפיר דמי
4 Wie ist es nun da: ist es nur hierbei verboten, weil der Festtag leichter ist und man verleitet werden könnte, ihn zu mißachten, am Šabbath aber, der streng ist und den zu mißachten man nicht verleitet wird, ist es erlaubt, oder aber:
ה או דלמא מה הכא דאיכא הפסד פירות אמרת לא התם דליכא הפסד פירות לא כל שכן
5 wenn es schon hierbei verboten ist, wo eine Beschädigimg der Früchte vorliegt, um so mehr da, wo keine Beschädigung der Früchte vorliegt?
ו הכא (תנן) לא ישלשלם בחבל בחלונות ולא יורידם דרך סולמות התם מאי הכא ביום טוב הוא דאסור דליכא בטול בית המדרש אבל שבת דאיכא בטול בית המדרש שפיר דמי
6 Ferner: hierbei wird gelehrt, man dürfe [die Früchte] nicht mit Stricken durch Fenster herablassen und nicht mittels Leitern herabbringen. Wie ist es nun da: ist es nur hierbei, am Festtage, verboten, weil keine Störung des Studiums vorliegt, da aber, am Šabbath, wo eine Störung des Studiums vorliegt, ist es erlaubt,
ז או דלמא הכא דאיכא הפסד פירות אמרת לא התם דליכא הפסד פירות לא כל שכן תיקו:
7 oder aber: wenn es schon hierbei, wo eine Beschädigung der Früchte vorliegt, verboten ist, um so mehr da, wo keine Beschädigung der Früchte vorliegt? – Dies bleibt unentschieden.
ח ומכסין את הפירות: אמר עולא ואפילו אוירא דלבני ר' יצחק אמר פירות הראוין ואזדא ר' יצחק לטעמיה דאמר ר' יצחק אין כלי ניטל אלא לדבר הניטל בשבת
8 M<small>AN DARF</small> F<small>RÜCHTE ZUDECKEN</small>. U͑la sagte, sogar Schichten Ziegelsteine; R. Jiçḥaq sagte, nur Früchte, die ja verwendbar sind. R. Jiçḥaq vertritt hiermit seine Ansicht, denn R. Jiçḥaq sagte, man dürfe ein Gerät nur zum Behufs einer Sache fortbewegen, die man am Šabbath fortbewegen darf. –
ט תנן מכסין את הפירות בכלים פירות אין אוירא דלבני לא הוא הדין דאפי' אוירא דלבני ואיידי דתנא רישא משילין פירות תנא סיפא נמי מכסין את הפירות
9 Wir haben gelernt: Man darf Früchte mit Gefäßen zudecken. Nur Früchte, aber keine Schichten Ziegelsteine!? – Dasselbe gilt auch von Schichten Ziegelsteinen, da er aber im Anfangssatze lehrt, man dürfe Früchte herablassen, so lehrt er auch im Schlußsatze, man dürfe Früchte zudecken. –
י תנן וכן כדי יין וכן כדי שמן הכא במאי עסקינן בטיבלא
10 Wir haben gelernt: Desgleichen Krüge Wein und Krüge Öl!? – Hier handelt es sich um Unverzehntetes. –
יא הכי נמי מסתברא דאי סלקא דעתך כדי יין וכדי שמן דהתירא הא תנא ליה רישא פירות
11 Dies ist auch einleuchtend; wolltest du sagen, Krüge Wein und Krüge Öl, die erlaubt sind, so lehrt er es ja bereits im Anfangssatze von Früchten. –
יב כדי יין וכדי שמן אצטריכא ליה סלקא דעתך אמינא להפסד מרובה חששו להפסד מועט לא חששו קמ"ל
12 Von Krügen Wein und Krügen Öl ist dies besonders zu lehren nötig: man könnte glauben, sie haben nur einen erheblichen Schaden berücksichtigt, nicht aber haben sie einen unerheblichen Schaden berücksichtigt, so lehrt er uns. –
יג תנן נותנין כלי תחת הדלף בשבת בדלף הראוי
13 Wir haben gelernt: Man darf am Šabbath ein Gefäß unter die Traufe stellen!? – Wenn die Traufe verwendbar ist. –
יד תא שמע פורסין מחצלת על גבי לבנים בשבת דאייתור מבנינא דחזי למזגא עלייהו
14 Komm und höre: Man darf am Šabbath Matten über Ziegelsteine ausbreiten!? – Wenn sie von einem Bauwerke zurückgeblieben sind und man sich auf sie lehnen kann. –
טו תא שמע פורסין מחצלת על גבי אבנים בשבת באבנים מקורזלות דחזיין לבית הכסא
15 Komm und höre: Man darf am Šabbath Matten über Steine ausbreiten!? – Wenn die Steine eckig und für den Abort verwendbar sind. –
טז תא שמע פורסין מחצלת על גבי כורת דבורים בשבת בחמה מפני החמה ובגשמים מפני הגשמים ובלבד שלא יתכוין לצוד התם נמי דאיכא דבש
16 Komm und höre: Man darf am Šabbath eine Matte über einen Bienenstock ausbreiten, bei Sonnenschein, wegen der Sonne, und bei Regen, wegen des Regens; jedoch darf man nicht beabsichtigen, [die Bienen] einzufangen!? – Da ebenfalls, wenn Honig darin ist.
יז אמר ליה רב עוקבא ממישן לרב אשי התינח בימות החמה דאיכא דבש בימות הגשמים מאי איכא למימר לא נצרכא אלא לאותן שתי חלות אותן שתי חלות מוקצות הן הכא במאי עסקינן שחשב עליהם
17 R. U͑qaba aus Mesan sprach zu R. Aši: Allerdings im Sommer, wo Honig darin ist, wie ist es aber hinsichtlich der Regenzeit zu erklären!? – Wegen der zwei Honigscheiben. – Diese zwei Honigscheiben sind ja aber Abgesondertes!? – Hier handelt es sich um den Fall, wenn man sich deren Gebrauch vorbehalten hat. –
יח אבל לא חשב עליהם מאי אסור אדתני ובלבד שלא יתכוין לצוד לפלוג ולתני בדידה במה דברים אמורים שחשב עליהן אבל לא חשב עליהם אסור
18 Weshalb lehrte er, wenn es demnach verboten ist, falls man es sich nicht vorbehalten hat, man dürfe nicht beabsichtigen, [die Bienen] einzufangen, er sollte doch einen Unterschied beim ersten Falle selbst lehren: diese Worte gelten nur, wenn man sich [den Gebrauch] vorbehalten hat, wenn man es sich aber nicht vorbehalten hat, ist es verboten!? –
יט הכי קאמר אע"פ שחשב עליהן ובלבד שלא יתכוין לצוד
19 Er meint es wie folgt: selbst wenn man sich den Gebrauch vorbehalten hat, darf man nicht beabsichtigen, [die Bienen] einzufangen. –
כ במאי אוקימתא כרבי יהודה דאית ליה מוקצה אימא סיפא ובלבד שלא יתכוין לצוד אתאן לרבי שמעון דאמר דבר שאין מתכוין מותר
20 Wie ist, wo du es R. Jehuda addiziert hast, der vom Abgesonderten nichts hält, der Schlußsatz zu erklären: nur darf man nicht beabsichtigen, [die Bienen] einzufangen;
כא ותסברא דרבי שמעון והא אביי ורבא דאמרי תרוייהו מודה רבי שמעון בפסיק רישיה ולא ימות
21 dies ist ja nach R. Šimon, welcher sagt, die unbeabsichtigte Tätigkeit sei erlaubt!? – Glaubst du, nach R. Šimo͑n? Abajje und Raba sagten ja beide, daß R. Šimo͑n in [einem Falle gleich] dem Kopfabschlagen ohne zu töten beipflichte!?
כב לעולם כולה רבי יהודה היא והכא במאי עסקינן דאית ביה כוי ולא תימא לרבי יהודה ובלבד שלא יתכוין לצוד
22 Tatsächlich das ganze nach R. Jehuda, und hier handelt es sich um den Fall, wenn [der Bienenstock] Fensterchen hat. Man lese nach R. Jehuda nicht: