Beitzah 79

Kapitel 79

א מי שזמן אצלו אורחים לא יוליכו בידם מנות אלא אם כן זכה להם מנותיהם מערב יו"ט:
1 W<small>ENN JEMAND</small> G<small>ÄSTE ZU SICH EINGELADEN HAT, SO DÜRFEN SIE KEINE</small> T<small>ISCHGABEN</small> <small>MITNEHMEN, ES SEI DENN, DASS ER IHNEN IHRE</small> T<small>ISGHGABEN BEREITS AM</small> V<small>ORABEND DES</small> F<small>ESTES ZUGEEIGNET HAT</small>.
ב <big><strong>גמ׳</strong></big> אתמר המפקיד פירות אצל חבירו רב אמר כרגלי מי שהפקידו לו ושמואל אמר כרגלי המפקיד לימא רב ושמואל דאזדו לטעמייהו דתנן אם הכניס ברשות בעל החצר חייב רבי אומר לעולם אינו חייב עד שיקבל עליו בעל הבית לשמור
2 GEMARA. Es wurde gelehrt: Wenn jemand bei seinem Nächsten Früchte verwahrt, so gleichen sie, wie Rabh sagt, den Füßen dessen, bei dem sie verwahrt werden, und wie Šemuél sagt, den Füßen dessen, der sie zur Verwahrung gegeben hat. Rabh und Šemuél vertreten somit ihre Ansichten, denn wir haben gelernt: Hat er ihn mit Erlaubnis hineingebracht, so ist der Eigentümer des Hofes schuldig; Rabbi sagt, er sei nur dann schuldig, wenn er die Bewachung übernommen hat.
ג ואמר רב הונא אמר רב הלכה כדברי חכמים ושמואל אמר הלכה כרבי לימא רב דאמר כרבנן ושמואל דאמר כרבי
3 Hierzu sagte R. Hona im Namen Rabhs, die Halakha sei wie die Weisen, und Šemuél sagte, die Halakha sei wie Rabbi. Rabh ist also der Ansicht der Rabbanan und Šemuél der Ansicht Rabbis. –
ד אמר לך רב אנא דאמרי אפי' לרבי עד כאן לא קאמר רבי התם אלא דבסתמא לא קביל עליה נטירותא אבל הכא הא קביל עליה נטירותא
4 Rabh kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach Rabbi, denn Rabbi ist seiner Ansicht nur da, wo er ihm nichts gesagt hat, hierbei aber hat er ja die Bewachung übernommen.
ה ושמואל אמר אנא דאמרי אפי' לרבנן עד כאן לא קאמרי רבנן התם אלא דניחא ליה לאיניש דניקום תוריה ברשותיה דבעל חצר דאי מזיק ליה לא מיחייב אבל הכא מי ניחא ליה לאיניש דליקום פיריה ברשותיה דחבריה
5 Und auch Šemuél kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach den Rabbanan, denn die Rabbanan sind ihrer Ansicht nur da, weil der Eigentümer es wünscht, daß sein Ochs sich im Besitze seines Nächsten befinde, damit er nicht schuldig sei, wenn dieser einen Schaden anrichtet, aber wünscht etwa jemand, daß seine Früchte sich im Besitze seines Nächsten befinden!? –
ו תנן ואם ערב הוא פירותיו כמוהו ואי אמרת כרגלי מי שהפקידו אצלו כי ערב הוא מאי הוי אמר רב הונא אמרי בי רב כגון שיחד לו קרן זוית
6 Wir haben gelernt: Hat er einen E͑rub gemacht, so gleichen seine Früchte ihm selbst. Was nützt ihm sein E͑rub, wenn du sagst, sie gleichen den Füßen dessen, bei dem sie verwahrt werden!? R. Hona erwiderte: Im Lehrhause erklärten sie: wenn er ihm eine Ecke abgetreten hat. –
ז ת"ש מי שזמן אצלו אורחים לא יוליכו בידם מנות אא"כ זכה להם מנותיהם מערב יו"ט ואי אמרת כרגלי מי שהפקידו אצלו כי זכה להם ע"י אחר מאי הוי ה"נ כיון שזכה להם ע"י אחר כמי שיחד לו קרן זוית דמי
7 Komm und höre: Wenn jemand Gäste zu sich eingeladen hat, so dürfen sie keine Tischgaben mitnehmen, es sei denn, daß er ihnen ihre Tischgaben bereits am Vorabend des Festes zugeeignet hat. Was nützt die Zueignung durch einen anderen, wenn du sagst, sie gleichen den Füßen dessen, bei dem sie verwahrt werden!? – Hierbei ist es, da er sie ihnen durch einen anderen zugeeignet hat, ebenso, als hätte er ihnen eine Ecke abgetreten.
ח ואיבעית אימא זכה שאני
8 Wenn du aber willst, sage ich: anders ist es, wo er sie ihnen zugeeignet hat.
ט רב חנא בר חנילאי תלא בשרא בעברא דדשא אתא לקמיה דרב הונא א"ל אי את תלית זיל שקיל ואי אינהו תלו לך לא תשקול
9 Bei R. Ḥana b. Ḥanilaj hing Fleisch am Türriegel, und als er vor R. Ḥona kam, sprach er zu ihm: Hast du es selber aufgehängt, so geh und nimm es mit, haben sie es aufgehängt, so darfst du es nicht mitnehmen. –
י ואי איהו תלא מי שקיל והא רב הונא תלמיד דרב הוה ואמר רב כרגלי מי שהפקידו אצלו שאני עברא דדשא דכמי שיחד לו קרן זוית דמי
10 Durfte er es denn mitnehmen, wenn er selbst es aufgehängt hat, R. Ḥona war ja ein Schüler Rabhs, und Rabh sagt ja, sie gleichen den Füßen dessen, bei dem sie verwahrt werden!? – Anders ist es, wenn am Türriegel; dies ist ebenso, als wenn man eine Ecke abtritt.
יא א"ל רב הלל לרב אשי ואי אינהו תלו ליה לא שקיל והאמר שמואל שור של פטם הרי הוא כרגלי כל אדם
11 R. Hillel sprach zu R. Aši: Weshalb durfte er es nicht mitnehmen, wenn jene es aufgehängt haben, Šemuél sagte ja, der Ochs des Züchters gleiche den Füßen jedermanns!?
יב א"ל רבינא לרב אשי ואי אינהו תלו ליה לא שקיל והאמר רבה בר בר חנה א"ר יוחנן הלכה כר' דוסא א"ל רב אשי לרב כהנא ואי אינהו תלו ליה לא שקיל והתנן הבהמה והכלים כרגלי הבעלים
12 Rabina sprach zu R. Aši: Weshalb durfte er es nicht mitnehmen, wenn jene es aufgehängt haben, Rabba b. Bar Ḥana sagte ja im Namen R. Joḥanans, die Halakha sei wie R. Dosa!? R. Aši sprach zu R. Kahana: Weshalb durfte er es nicht mitnehmen, wenn jene es aufgehängt haben, wir haben ja gelernt: Vieh und Geräte gleichen den Füßen des Eigentümers!? –
יג אלא שאני רב חנא בר חנילאי דגברא רבה הוא וטריד בשמעתיה וה"ק ליה אי את תלית אית לך סימנא בגוויה ולא מסחת דעתך מניה זיל שקול ואי אינהו תלו לך מסחת דעתך ולא תשקול:
13 Vielmehr, anders war es bei R. Ḥana b. Ḥanilaj, der ein bedeutender Mann und nur in ein Studium vertieft war; er sprach zu ihm wie folgt: Hast du es selber aufgehängt, so hast du es dir gemerkt und deine Gedanken davon nicht abgewandt, und du darfst es mitnehmen, haben jene es für dich aufgehängt, so hast du deine Gedanken davon abgewandt, und du darfst es nicht mitnehmen.
יד <big><strong>מתני׳</strong></big> אין משקין ושוחטין את המדבריות אבל משקין ושוחטין את הבייתות אלו הן בייתות הלנות בעיר מדבריות הלנות באפר:
14 <b>M</b><small>AN DARF KEINE</small> S<small>TEPPENTIERE TRÄNKEN UND SCHLACHTEN, WOHL ABER DARF MAN</small> H<small>AUSTIERE TRÄNKEN UND SCHLACHTEN</small>. H<small>AUSTIERE SIND SOLCHE, DIE IN DER STADT ÜBERNACHTEN</small>, S<small>TEPPENTIERE SIND SOLCHE, DIE AUF DEM</small> A<small>NGER ÜBERNACHTEN</small>.
טו <big><strong>גמ׳</strong></big> למה לי למימר משקין ושוחטין מילתא אגב אורחיה קמ"ל דלשקי אינש בהמתו והדר לשחוט משום סרכא דמשכא
15 GEMARA. Wozu braucht er ‘tränken und schlachten’ zu lehren? – Er lehrt uns nebenbei, daß man das Vieh vor dem Schlachten tränke, wegen des Anhaftens der Haut.
טז ת"ר אלו הן מדבריות ואלו הן בייתות מדבריות כל שיוצאות בפסח ורועות באפר ונכנסות ברביעה ראשונה ואלו הן בייתות כל שיוצאות ורועות חוץ לתחום ובאות ולנות בתוך התחום רבי אומר אלו ואלו בייתות הן אלא אלו הן מדבריות כל שיוצאות ורועות באפר ואין נכנסות לישוב לא בימות החמה ולא בימות הגשמים
16 Die Rabbanan lehrten: Folgende sind Steppentiere und folgende sind Haustiere: Steppentiere sind solche, die um das Pesaḥfest ausgetrieben werden, auf dem Anger weiden und zur Zeit das ersten Regenfalles eingetrieben werden; Haustiere sind solche, die ausgetrieben werden und außerhalb des Stadtgebietes weiden, zurückkehren und innerhalb des Stadtgebietes übernachten. Rabbi sagt, diese und jene seien Haustiere; Steppentiere seien vielmehr solche, die ausgetrieben werden und auf dem Anger weiden, und weder im Sommer noch in der Regenzeit nach der Siedelung kommen. –
יז ומי אית ליה לרבי מוקצה והא בעא מיניה ר' שמעון בר רבי מרבי פצעילי תמרה לר"ש מהו א"ל אין מוקצה לר"ש
17 Hält denn Rabbi [vom Verbote] des Abgesonderten, R, Šimo͑n b.Rabbi fragte ja Rabbi, wie es sich nach R. Šimo͑n mit den unreifen Datteln verhalte, und er erwiderte, nach R. Šimo͑n gelten