Bekhorot 18

Kapitel 18

א ורבנן לימא קסברי רבנן מקצת רחם מקדיש דאי כוליה רחם מקדיש נהי דא"א לצמצם חציצה מיהא איכא
1 Die Rabbanan wären somit der Ansicht, ein Teil des Muttermundesmache heilig, denn wenn nur der ganze Muttermund heilig machte, so sollte doch, wenn es auch genau gleichzeitig nicht erfolgen kann, immerhin eine Trennung erfolgen?
ב אמר רב מין במינו אינו חוצץ:
2 Rabh erwiderte: Dinge derselben Art gelten nicht als Trennung.
ג זכר ונקבה מפריש טלה כו': וכיון דלעצמו הוא למה לי לאפרושי לאפקועי לאיסוריה מיניה
3 W<small>ENN EIN</small> M<small>ÄNNCHEN UND EIN</small> W<small>EIBCHEN, SO SONDERE ER EIN</small> L<small>AMM AB</small> &amp;<small>C</small>. Wozu braucht er es abzusondern, wenn er es für sich behält!? – –
ד אלמא כיון דלא מפקע אסור בהנאה <big><strong>מתני׳</strong></big> מני ר' יהודה היא דתניא פטר חמור אסור בהנאה ורבי שמעון מתיר
4 Um ihm das Verbot zu entziehen. – Demnach ist es, solange es nicht entfernt ist, zur Nutznießung verboten, somit vertritt unsere Mišna die Ansicht R. Jehudas, denn es wird gelehrt: Der Erstling eines Esels ist zur Nutznießung verboten; R. Šimo͑n erlaubt es. –
ה מאי טעמא דר' יהודה אמר עולא יש לך דבר שצריך פדייה ומותר ולא והרי בכור אדם שצריך פדייה ומותר אלא יש לך דבר שהקפידה עליו תורה בשה ומותר
5 Was ist der Grund R. Jehudas? U͑la erwiderte: Hast du denn etwas, das der Auslösung benötigt und erlaubt ist? – Etwa nicht, der Erstgeborene benötigt beim Menschen der Auslösung und ist erlaubt!? – Vielmehr, hast du denn etwas, wobei die Tora darauf geachtet hat, daß es durch ein Schaf erfolge, und erlaubt ist!? –
ו ומי הקפידה והא רב נחמיה בריה דרב יוסף פריק ליה בשילקי בשויו בשויו לא קאמר כי קאמרינן שלא בשויו והכי קאמר יש לך דבר שהקפיד' עליו תורה לאפקועי לאיסוריה בשה
6 Hat sie denn darauf geachtet, R. Neḥemja, Sohn des R. Joseph, löste ja [das Erstgeborene] aus mit gebrühten Kräutern im entsprechenden Werte!? – Vom entsprechenden Werte sprechen wir nicht, wir sprechen nur vom nicht entsprechenden Werte, und er meint es wie folgt: hast du denn etwas, worauf die Tora geachtet hat, ihm das Verbot durch ein Schaf zu entziehen. –
ז והרי מעשר שהקפידה עליו תורה בכסף צורי ותנן רבי יהודה אומר במזיד קידש
7 Beim Zehnten achtete ja die Tora darauf, daß es durch tyrisches Geld erfolge, und wir haben gelernt, R. Jehuda sagt, wenn absichtlich, sei die Antrauung gültig!? –
ח בפטר חמור נמי מיקדשא כדרבי אלעזר דאמר רבי אלעזר אשה יודעת שאין מעשר שני מתחלל על ידה ועולה ואוכלתו בירושלים
8 Auch wenn mit dem Erstling eines Esels ist die Antrauung gültig. Dies nach R. Elea͑zar; R. Elea͑zar sagte, eine Frau wisse, daß der zweite Zehnt durch sie nicht ausgeweiht werde, und sie zieht hinauf und verzehrt ihn in Jerušalem,
ט הכא נמי אשה יודעת דפטר חמור איסורא אית ביה ופרקא ליה בשה ומקדשא בהך דביני וביני
9 ebenso weiß eine Frau auch, daß dem Erstlinge des Esels ein Verbot anhaftet, daher löst sie ihn aus und wird mit der Differenzangetraut. –
י ורבי שמעון מאי טעמא אמר עולא יש לך דבר שפדיונו מותר והוא אסור
10 Was ist der Grund R. Šimo͑ns? U͑la erwiderte: Hast du denn etwas, dessen Lösungerlaubt, es selbst aber verboten ist!? –
יא ולא והרי שביעית דפדיונה מותר והיא אסורה
11 Etwa nicht, bei der Siebentjahrsfrucht ist ja die Lösung erlaubt und diese selbst verboten!? –
יב שביעית נמי פדיונה אסור דאמר מר האחרון אחרון אסור
12 Bei der Siebentjahrsfrucht ist auch die Lösung verboten, denn der Meister sagte, das allerletzte werdeerfaßt.
יג ואיבעית אימא ר' יהודה ור' שמעון בהאי קרא קמיפלגי דתניא (דברים טו, יט) לא תעבד בבכור שורך אבל אתה עובד בשלך ובשל אחרים ולא תגוז בכור צאנך אבל אתה גוזז שלך ושל אחרים דברי ר' יהודה
13 Wenn du willst, sage ich, R. Jehuda und R. Šimo͑n streiten über den folgenden Schriftvers. Es wird nämlich gelehrt:<i>Du sollst nicht arbeiten mit dem Erstgeborenen deines Rindes,</i> wohl aber darfst du arbeiten mit dem, der dir und anderengehört; <i>und nicht scheren das Erstgeborene deines Schafes,</i> wohl aber darfst du scheren, was dir und anderen gehört – so R. Jehuda.
יד ר' שמעון אומר לא תעבד בבכור שורך אבל אתה עובד בבכור אדם לא תגוז בכור צאנך אבל אתה גוזז בכור חמור
14 R. Šimo͑n sagte: <i>Du sollst nicht arbeiten mit dem Erstgeborenen deines Rindes,</i> wohl aber darfst du arbeiten mit dem Erstgeborenen eines Menschen; <i>und nicht scheren das Erstgeborene deines Schafes,</i> wohl aber darfst du scheren das Erstgeborene eines Esels. –
טו בשלמא לרבי שמעון היינו דכתיב תרי קראי אלא לרבי יהודה תרי קראי למעוטי שלך ושל אחרים למה לי ותו לרבי יהודה בכור אדם נמי נימא דאסיר
15 Erklärlich ist es nach R. Šimo͑n, daß zwei Schriftverse geschrieben sind, wozu aber sind nach R. Jehuda zwei Schriftverse nötig, um das auszuschließen, was dir und anderen gehört!? Und ferner sollte doch nach R. Jehuda das Erstgeborene auch beim Menschen verboten sein!? –
טז אלא דכולי עלמא שורך למעוטי בכור אדם הוא דאתא כי פליגי בצאנך דר' יהודה לטעמיה דאמר שותפות עובד כוכבים חייבת בבכורה וכי איצטריך קרא למישרי בגזה ועבודה
16 Vielmehr, alle sind der Ansicht, [das Wort] <i>deines Rindes</i> schließe den Erstgeborenen eines Menschen aus, und sie streiten nur über [das Wort] <i>deines Schafes</i>. R. Jehuda vertritt seine Ansicht, es sei auch bei Teilhaberschaft eines Nichtjuden erstgeburtspflichtig, und der Schriftvers ist nötig, um es zur Schur und Arbeit zu erlauben,
יז ור' שמעון סבר שותפות עובד כוכבים פטורה מן הבכורה ולענין גזה ועבודה לא איצטריך קרא כי איצטריך קרא לפטר חמור
17 und R. Šimo͑n ist der Ansicht, es sei bei der Teilhaberschaft eines Nichtjuden erstgeburtsfrei, somit ist hinsichtlich der Schur und Arbeit kein Schriftvers nötig, und der Schriftvers ist nur wegen des Erstlings eines Esels nötig. –
יח בשלמא לר' יהודה היינו דכתיב צאנך ושורך אטו צאנך אלא לרבי שמעון שורך וצאנך למה לי קשיא
18 Allerdings heißt es nach R. Jehuda <i>deines Schafes,</i> und <i>deines Rindes, wegen</i><i>deines Schafes,</i> wozu aber heißt es nach R. Šimo͑n <i>deines Rindes</i> und <i>deines Schafes</i>!? – Ein Einwand.
יט אמר רבה ומודה ר' שמעון לאחר עריפה שהוא אסור
19 Rabba sagte: R. Šimo͑n pflichtet jedoch bei, daß es nach dem Genickbrechenverboten ist,
כ מאי טעמא גמר עריפה עריפה מעגלה ערופה
20 denn er folgert dies durch [das Wort] <i>Genickbrechen,</i> vom genickbrochenenKalbe.
כא אמר רבא מנא אמינא ליה דתניא הערלה וכלאי הכרם ושור הנסקל ועגלה ערופה וציפורי מצורע ופטר חמור ובשר בחלב כולן מטמאין טומאת אוכלין
21 Rabba sagte: Dies entnehme ich aus der folgenden Lehre: Das Ungeweihte, die Mischfrucht (eines Weinberges), das zu steinigende Rind, das genickbrocheneKalb, die Vögeldes Aussätzigen, der Erstling des Eselsund Fleisch in Milchsind sämtlichals Speisen verunreinigungsfähig.
כב רבי שמעון אומר כולן אין מטמאין טומאת אוכלין ומודה ר' שמעון בבשר בחלב שמטמא טומאת אוכלין הואיל והיתה לו שעת הכושר
22 R. Šimo͑n sagt, sie alle seien als Speisen nicht verunreinigungsfähig; jedoch pflichtet R. Šimo͑n bei, daß Fleisch in Milch als Speise verunreinigungsfähig sei, da es eine Zeit der Tauglichkeithatte.
כג ואמר רבי אסי א"ר יוחנן מ"ט דר"ש דכתיב (ויקרא יא, לד) מכל האוכל אשר יאכל אוכל שאתה יכול להאכילו לאחרים קרוי אוכל שאי אתה יכול להאכילו לאחרים אינו קרוי אוכל
23 Hierzu sagte R. Asi im Namen R. Joḥanans: Folgendes ist der Grund R. Šimo͑ns, es heißt:<i>von jeder Speise, die gegessen wird;</i> eine Speise, die man anderenzu essen geben darf, heißt Speise, und eine Speise, die man anderen nicht zu essen geben darf, heißt nicht Speise. –