Bekhorot 46

Kapitel 46

א אחת זו ואחת זו עד לכלב הא חזיא לכלב קשיא
1 bei der einen und bei der andren, wenn sie für einen Hund [genießbar] ist, ist dieser ja für einen Hund geeignet!? – Ein Einwand.
ב גופא בר פדא אמר טומאה חמורה עד לגר וטומאה קלה עד לכלב ורבי יוחנן אמר אחת זו ואחת זו עד לכלב מ"ט דבר פדא דכתיב (דברים יד, כא) לא תאכלו כל נבלה לגר וגו' הראויה לגר קרויה נבילה ושאינה ראויה לגר אינה קרויה נבילה
2 Der Text. Bar Pada sagte: Bei der schweren Verunreinigung, wenn die Sache für einen Proselyten, und bei der leichten Verunreinigung, wenn sie für einen Hund [genießbar] ist. R. Joḥanan aber sagt, bei der einen und bei der andren, wenn sie für einen Hund [genießbar] ist. Was ist der Grund Bar Padas? – Es heißt:<i>ihr sollt keinerlei Aas essen, dem Fremdlinge &amp;c</i>; was für einen Fremdling [genießbar] ist, heißt Aas, was für einen Fremdling nicht genießbar ist, heißt nicht Aas. –
ג ואידך למעוטי היכא דהסריחה מעיקרא ואידך הסריחה מעיקרא לא צריכא קרא למעוטי עפרא בעלמא הוא
3 Und der andere!? – Dies schließt den Fall aus, wenn es schon vorherstinkig war. – Und jener!? – War es schon vorher stinkig, so braucht die Schrift es nicht auszuschließen, denn es ist nichts weiter als Staub. –
ד תנן רבי אליעזר בן יעקב אומר בהמה גסה ששפעה חררת דם הרי זו תקבר ונפטרת מן הבכורה ותני ר' חייא אינה מטמאה לא במגע ולא במשא ואמר ר' יוחנן משום ביטול ברוב נגעו בה
4 Wir haben gelernt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Hat ein Großvieh einen Blutkuchen ausgestoßen, so ist er zu begraben, und es ist erstgeburtsfrei. Hierzu lehrte R. Ḥija, er verunreinige nicht durch Berühren und nicht durch Tragen, und hierzu sagte R. Joḥanan, hierbei haben sie das Aufgehen in der Mehrheit berührt.
ה מאי איריא משום ביטול ברוב תיפוק לי דלא איתחזי כלל הא נמי איתחזי מעיקרא אגב אימיה
5 Wozu das Aufgehen in der Mehrheit, es sollte doch schon der Umstand maßgebend sein, daß es überhaupt nicht verwendbar ist!? – Auch dieser war vorher durch die Mutter verwendbar.
ו תנן התם ר' אליעזר בן יעקב אומר ציר טהור שנפל לתוכו מים כל שהוא טמא אמר רב נחמן אמר רבה בר אבוה זאת אומרת נחשדו עמי הארץ לערב מחצה בציר ולמה לי מחצה אפילו בציר ממחצה נמי והני משהו הוה ליה פלגא ופלגא לא בטיל
6 Dort haben wir gelernt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Ist in reine Tunkeetwas Wasser gekommen, so ist sie unrein. R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Dies besagt, daß Leute aus dem gemeinen Volke verdächtig sind, Tunke zur Hälfte [mit Wasser] zu mischen. Wozu die Hälfte, auch wenn weniger als die Hälfte, wird sie ja, wenn das Minimum hinzukommt, zur Hälfte, und die Hälfte verliert sich ja nicht!?–
ז אימא עד מחצה איבעית אימא טומאת עם הארץ דרבנן טומאת משקין דרבנן ברובא גזרו רבנן בפלגא ופלגא לא גזרו בה רבנן:
7 Lies: bis zur Hälfte. Wenn du aber willst, sage ich: die Unreinheit der Leute aus dem gemeinen Volke ist rabbanitisch, auch die Verunreinigungsfähigkeit von Flüssigkeiten ist rabbanitisch, und die Rabbanan haben eine Maßregel getroffen nur bei der Mehrheit, nicht aber haben sie eine Maßregel getroffen bei gleichen Hälften.
ח <big><strong>מתני׳</strong></big> רשב"ג אומר הלוקח בהמה מניקה מן העובד כוכבים אין חוששין שמא בנה של אחרת היה נכנס לתוך עדרו וראה את המבכירות מניקות ושאינן מבכירות מניקות אין חוששין שמא בנה של זו בא לו אצל זו או שמא בנה של זו בא לו אצל זו:
8 <b>R.</b> Š<small>IMO͑N B.</small> G<small>AMLIE͑L SAGTE</small>: W<small>ER EIN SÄUGENDES</small> V<small>IEH VON EINEM</small> N<small>ICHTJUDEN KAUFT, BRAUCHT NICHT ZU BEFÜRCHTEN, ES KÖNNTE DAS</small> J<small>UNGE EINES ANDEREN</small><small>SEIN</small>. W<small>ER IN SEINE</small> H<small>ERDE KOMMT UND DIE</small> E<small>RSTGEBÄREN DEN SÄUGEN SIEHT UND DIE ANDEREN SÄUGEN SIEHT, BRAUCHT NICHT ZU BEFÜRCHTEN, ES KÖNNTE DAS</small> J<small>UNGE DER EINEN ZUR ANDEREN UND DAS</small> J<small>UNGE DER ANDEREN ZU DIESER GEKOMMEN SEIN</small>.
ט <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר רב נחמן משמיה דרב הלכתא בכוליה פירקין בר מפלוגתא אמר רב ששת אמינא כי ניים ושכיב רב אמר להא שמעתא אהייא אילימא ארישא מפליגי רבי ישמעאל ורבי עקיבא
9 GEMARA. R. Naḥman sagte im Namen Rabhs: Die Halakha ist im ganzen Abschnitte [nach dessen Lehren] zu entscheiden, außer bei einem Streite. R. Šešeth sprach: Ich glaube, Rabh sagte diese Lehre, als er lag und schlief. Worauf sollte sich dies beziehen: wenn auf die erste Lehre, so streiten ja hierüber R. Jišma͑él und R. A͑qiba,
י אלא אדרבי אליעזר בן יעקב משנת רבי אליעזר בן יעקב קב ונקי
10 wenn auf die des R. Elie͑zer b. Ja͑qob, so ist ja die Lehre des R. Elie͑zer b. Ja͑qob knappund klar,
יא אלא אדרבן שמעון בן גמליאל מפלג פליג בברייתא אלא אדרבי יוסי בן המשולם הא אמר רב חדא זימנא דאמר רב הלכתא כרבי יוסי בן המשולם אלא אשער בעל מום מיפלג פליגי עקביא בן מהללאל ורבנן
11 wenn auf die des R. Šimo͑n b. Gamliél, so streiten sie ja hierüber in einer Barajtha, wenn auf diedes R. Jose b. Hamešullam, so sagte ja Rabh dies bereits einmal, denn Rabh sagte, die Halakha sei wie R. Jose b. Hamešullam, und wenn auf die vom Haare eines fehlerbehafteten [Erstgeborenen], so streiten ja hierüber A͑qabja b. Mahalalél und die Rabbanan!? –
יב לעולם אדרבן שמעון בן גמליאל והא קמ"ל דברייתא לא פלוגתא היא
12 Tatsächlich bezieht er sich auf die des R. Šimo͑n b. Gamliél, nur lehrt er uns, daß der Streit in der Barajtha bedeutungslossei. –
יג וכיון דאמר רב הלכתא בכוליה פירקין בר מפלוגתא
13 Wenn nun Rabh gesagt hat, die Halakha sei im ganzen Abschnitte [nach dessen Lehren] zu entscheiden, außer bei einem Streite,