Bekhorot 90

Kapitel 90

א יתר בידיו וברגליו: אמר ר' יצחק ושניהם מקרא אחד דרשו (שמואל ב כא, טו) ותהי עוד מלחמה וכתי' (שמואל ב כא, כ) ויהי איש מדון אצבע ידיו ואצבע רגליו שש ושש מר סבר בגנותיה משתעי ומר סבר בשבחיה משתעי
1 E<small>INEN</small> Ü<small>BERFINGER AN</small> H<small>ÄNDEN UND</small> F<small>ÜSSEN</small>. R. Jiçḥaq sagte: Beide legen sie ein und denselben Schriftvers aus.<i>Und nochmals war Krieg</i>, und es heißt:<i>da war ein Mann von großer Länge, je sechs seiner Hände Finger und seiner Füße Zehen</i>. Einer ist der Ansicht, dies werde zu seiner Verächtlichmachungerzählt, und einer ist der Ansicht, dies werde zu seinem Ruhme erzählt.
ב אמר רבה מה לי דכתיב שש ושש עשרים וארבע מספר צריכי דאי כתב רחמנא שש ושש הוה אמינא שית דידיה ושית דכרעיה כתב עשרים וארבע ואי כתב עשרים וארבע הוה אמינא הוא חמש מהאי גיסא ושבע מהאי גיסא כתב שש ושש מספר בנספרת ע"ג היד
2 Rabba sagte: Wozu heißt es: <i>je sechs, vierundzwanzig an der Zahl</i>? – Dies ist nötig. Würde der Allbarmherzige nur <i>je sechs</i> geschrieben haben, so könnte man glauben, sechs an einer Hand und sechs an einem Fuße, daher schrieb der Allbarmherzige auch <i>vierundzwanzig</i>; und würde er nur <i>vierundzwanzig</i> geschrieben haben, so könnte man glauben, je fünf an der einen Seite und je sieben an der andren Seite, daher schrieb er auch <i>je sechs an der Zahl</i>, sie waren an der Hand zu zählen.
ג תניא א"ר יהודה מעשה באדם אחד שבא לפני רבי טרפון יתר בידיו וברגליו שש ושש עשרים וארבע אמר לו כמותך ירבה בישראל אמר לו ר' יוסי משם ראיה כך אמר לו כמותך יתמעטו ממזירי ונתיני מישראל:
3 Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Einst kam jemand vor R. Tryphon, und hatte Überfinger an den Händen und an den Füßen, je sechs, vierundzwanzig. Da sprach er zu ihm: Deinesgleichen möge es viele in Jisraél geben. R. Jose sprach zu ihm: Soll dies ein Beweis sein!? Er sprach zu ihm wie folgt: Wenn dir gleich die Bastarde und die Nethinim, so würden ihrer in Jisraél wenige sein.
ד השולט בשתי ידיו: ת"ר איטר בין ביד בין ברגל פסול השולט בשתי ידיו רבי פוסל וחכמים מכשירין מר סבר כחישותא אתחלא בימין ומר סבר בריותא אתחלא בשמאל:
4 W<small>ER BEIDE</small> H<small>ÄNDE BEHERRSCHT</small>. Die Rabbanan lehrten: Der Linkser, einerlei ob mit der Hand oder mit dem Fuße, ist untauglich; wer beide Hände beherrscht, ist nach Rabbi untauglich und nach den Weisen tauglich. Einer ist der Ansicht, bei ihm trete die Schwäche der Rechten hervor, und die andren sind der Ansicht, bei ihm trete die Kraft der Linken hervor.
ה <big><strong>מתני׳</strong></big> הכושי הגיחור והלבקן והקפח והננס והחרש והשוטה והשיכור ובעלי נגעים טהורים פסולין באדם וכשרים בבהמה רשב"ג אומר שוטה מן הבהמה אינה מן המובחר רבי אלעזר אומר אף בעלי הדלדולין פסולין באדם וכשרין בבהמה:
5 <b>D</b><small>ER</small> K<small>UŠI</small>, <small>DER</small> G<small>IḤOR</small>, <small>DER</small> L<small>ABQAN</small>, <small>DER</small> Q<small>IPEAḤ</small>, <small>DER</small> Z<small>WERG</small>, <small>DER</small> T<small>AUBE</small>, <small>DER</small> B<small>LÖDE</small>, <small>DER</small> B<small>ETRUNKENE UND DER MIT EINEM REINEN</small> A<small>USSATZE</small>B<small>EHAFTETE SIND BEIM</small> M<small>ENSCHEN</small><small>UNTAUGLICH UND BEIM</small> V<small>IEH TAUGLICH</small>. R. Š<small>IMO͑N B</small>. G<small>AMLIÉL SAGT</small>, <small>BEIM</small> V<small>IEH GEHÖRE DAS</small> B<small>LÖDE NICHT ZU DEN BESTEN</small>. R. E<small>LEA͑ZAR SAGT</small>, <small>AUCH DENEN</small> F<small>LEISCHMASSEN HERABHÄNGEN</small>, <small>SEIEN BEIM</small> M<small>ENSCHEN UNTAUGLICH UND BEIM</small> V<small>IEH TAUGLICH</small>.
ו <big><strong>גמ׳</strong></big> כושי אוכמא גיחור חיוורא לבקן סומקא איני והא ההוא דאמר להו מאן בעי לוקיאני ואישתכח חיוורא אלא כושי אוכמא גיחור סומקא כדאמרי אינשי סומקא גיחיא לבקן חיוורא כההוא דאמר להו מאן בעי לוקיאני ואישתכח חיוורי:
6 GEMARA. Kuši, der Schwarze. Giḥor, der Weißling. Labqan, der Rote. Wie die Leute zu sagen pflegen: ein überaus roter. – Dem ist ja aber nicht so, einst sagte ja jemand: wer wünscht ein Labqan, und es war ein Weißling!? – Vielmehr, Kuši, der Schwarze; Giḥor, der Rote; Labqan, der Weißling. So sprach einst jemand: wer wünscht ein Labqan, und es war ein Weißling.
ז קפח: תני רב זביד גבוה איני והתני ר' אבהו מנין שהקב"ה משתבח בבעלי קומה שנאמר (עמוס ב, ט) ואנכי השמדתי את האמורי מפניהם אשר כגובה ארזים גבהו אמר רב פפא באריכא שמיטה סניא
7 D<small>ER</small> Q<small>IPEAḤ</small>. R. Zebid lehrte: Der übermäßig hohe. – Dem ist ja aber nicht so, R. Abahu lehrte ja: Woher, daß der Heilige, gepriesen sei er, auf die Hochgewachsenen stolz ist. Es heißt:<i>und ich habe vor ihnen den Emori vertilgt, dessen Höhe der Höhe der Zedern gleicht</i>. R. Papa erwiderte: Hoch und hager ist häßlich.
ח אמר ר"ל גבוה לא ישא גבוהית שמא יצא מהן תורן ננס לא ישא ננסת שמא יצא מהם אצבעי לבן לא ישא לבנה שמא יצא מהם בוהק שחור לא ישא שחורה שמא יצא מהן טפוח:
8 Reš Laqiš sagte: Ein Langer heirate keine Lange, denn aus ihnen könnte ein Mastbaum hervorgehen. Ein Zwerg heirate keine Zwergin, denn aus ihnen könnte ein Däumling hervorgehen. Ein Blasser heirate keine Blasse, denn aus ihnen könnte ein Weißling hervorgehen. Ein Schwarzer heirate keine Schwarze, denn aus ihnen könnte ein Rußtopf hervorgehen.
ט החרש השוטה והשכור: שכור מחיל עבודה בהדי מומי דמחילי עבודה בעי למיחשב
9 D<small>ER</small> T<small>AUBE</small>, <small>DER</small> B<small>LÖDE</small>, <small>DER</small> B<small>ETRUNKENE</small>. Der Betrunkene entweiht ja den Dienst und sollte unter den Leibesfehlerbehafteten mitgezählt werden, die den Dienst entweihen!? –
י בשאר דברים המשכרים ודלא כר' יהודה דתניא אכל דבילה קעילית ושתה חלב או דבש נכנס למקדש חייב:
10 Dies gilt von andren berauschenden Dingen. Nicht wie R. Jehuda, denn es wird gelehrt: Wer eine qei͑lische Feige gegessen oder Milch oder Honig getrunken hat und in den Tempel eingetreten ist, ist schuldig.
יא <big><strong>מתני׳</strong></big> אלו כשרין באדם ופסולין בבהמה אותו ואת בנו טריפה ויוצא דופן ושנעבדה בהן עבירה ושהמית את האדם
11 <b>F</b><small>OLGENDE SIND BEIM</small> M<small>ENSCHEN TAUGLICH UND BEIM</small> V<small>IEH UNTAUGLICH</small>: V<small>ATER UND</small> S<small>OHN</small>, <small>DAS</small> T<small>OTVERLETZTE</small>, <small>DIE</small> S<small>EITENGEBURT</small>, <small>MIT DEM EINE</small> S<small>ÜNDE</small><small>BEGANGEN WORDEN IST</small>, <small>UND DAS EINEN</small> M<small>ENSCHEN GETÖTET</small> <small>HAT</small>.
יב והנושא נשים בעבירה פסול עד שידירנה הנאה והמטמא למתים פסול עד שיקבל עליו שלא יהא מטמא למתים:
12 W<small>ER EIN</small> W<small>EIB IN</small> S<small>ÜNDE</small><small>GENOMMEN HAT</small>, <small>IST UNTAUGLICH</small>, <small>BIS ER SICH DEN</small> G<small>ENUSS VON IHR ABGELOBT</small>. W<small>ER SICH AN</small> T<small>OTEN VERUNREINIGT HAT</small>, <small>IST UNTAUGLICH</small>, <small>BIS ER AUF SICH GENOMMEN HAT</small>, <small>SICH NICHT MEHR AN</small> T<small>OTEN ZU VERUNREINIGEN</small>.
יג <big><strong>גמ׳</strong></big> ואלו כשירין באדם מאי באותו ואת בנו
13 GEMARA. F<small>OLGENDE SIND BEIM</small> M<small>ENSCHEN TAUGLICH</small>. Was heißt Vater und Sohn:
יד אילימא אהרן ובניו דכותיה תייש ובנו מי נהיג והתניא אותו ואת בנו נוהג בנקבות ואינו נוהג בזכרים אלא תיישה ובנה דכוותה הכא כהנת ובנה כהנת בת עבודה היא
14 wollte man sagen, Ahron und seine Söhne, und dementsprechend ein Bock und sein Junges, so gilt dies ja nicht bei diesen, denn es wird gelehrt, [das Gesetz vom] Vieh und seinem Jungen gilt nur bei Weibchen und nicht bei Männchen, und wenn etwa eine Ziege und ihr Junges, und dementsprechend eine Priesterin und ihr Sohn, so ist ja eine Priesterin nicht für den Tempeldienst geeignet!? –
טו לעולם אהרן ובניו דכוותה הכא תייש ובנו אמרי במערבא משמיה דר' יוסי בר אבין עדא אמרה חנניה היא דתניא אותו ואת בנו נוהג בנקבות ואינו נוהג בזכרים חנניה אומר נוהג בזכרים ובנקבות:
15 Tatsächlich Ahron und sein Sohn, und dementsprechend ein Bock und sein Junges, denn im Westensagten sie im Namen des R. Jose b. Abin, dies besage, daß hier Ḥananja vertreten ist. Es wird nämlich gelehrt: [Das Gesetz vom] Vieh und seinem Jungen hat Geltung nur bei Weibchen und nicht bei Männchen; Ḥananja sagt, es gelte bei Männchen und bei Weibchen.
טז והנושא נשים כו': תנא נודר ועובד יורד ומגרש
16 W<small>ER EIN</small> W<small>EIB GENOMMEN</small> &amp;<small>C</small>. Es wird gelehrt: Er gelobe, verrichte den Dienst, steige herabund lasse sich scheiden. –
יז וליחוש דלמא אזיל לגבי חכם ושרי ליה קסבר צריך לפרט את הנדר
17 Es ist ja zu berücksichtigen, er könnte zu einem Gelehrten gehen, und dieser ihm das Gelübde auflösen!? –
יח הניחא למ"ד צריך לפרט את הנדר אלא למ"ד אין צריך לפרט את הנדר מאי איכא למימר דמדרינן ליה ברבים
18 Er ist der Ansicht, man müsse das Gelübde nennen. – Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, man müsse das Gelübde nennen, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, man brauche das Gelübde nicht zu nennen!? – Man lasse ihn öffentlich geloben. –
יט הניחא למ"ד נדר שהודר ברבים אין לו הפרה אלא למ"ד יש לו הפרה מאי איכא למימר דמדרינן
19 Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, für das öffentlich abgelegte Gelübde gebe es keine Auflösung, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, es gebe dafür eine Auflösung!? – Man lasse ihn