Berakhot 103

Kapitel 103

א ורבי יהושע היא דאמר אין משגיחין בבת קול
1 jedoch nach R. Jehošua͑, welcher sagt, man beachte die Hallstimme nicht. –
ב וסברי בית שמאי דברכת היום עדיפא והתניא הנכנס לביתו במוצאי שבת מברך על היין ועל המאור ועל הבשמים ואחר כך אומר הבדלה ואם אין לו אלא כוס אחד מניחו לאחר המזון ומשלשלן כולן לאחריו
2 Ist denn die Schule Šammajs der Ansicht, der Segen [zur Weihe] des Tages sei vorzuziehen, es wird ja gelehrt: Wer am Šabbathausgang sein Haus betritt, spreche den Segen über den Wein, über das Licht, über die Wohlgerüche, nachher spreche er den Unterscheidungssegen; hat er aber nur einen Becher, so lasse er ihn bis nach der Mahlzeit und nachher reihe er alle an!? –
ג והא ממאי דב"ש היא דלמא ב"ה היא
3 Woher, daß hier die Ansicht der Schule Šammajs vertreten ist, vielleicht die der Schule Hillels!? –
ד לא ס"ד דקתני מאור ואח"כ בשמים ומאן שמעת ליה דאית ליה האי סברא ב"ש דתניא א"ר יהודה לא נחלקו בית שמאי וב"ה על המזון שבתחלה ועל הבדלה שהיא בסוף על מה נחלקו על המאור ועל הבשמים ב"ש אומרים מאור ואחר כך בשמים וב"ה אומרים בשמים ואחר כך מאור
4 Dies ist nicht anzunehmen, denn er nennt zuerst das Licht und nachher die Wohlgerüche, und wir wissen von der Schule Šammajs, daß sie dieser Ansicht ist. Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte: Die Schule Šammajs und die Schule Hillels sind einig, daß der Segen über die Speise zuerst und der Unterscheidungssegen nachher [zu sprechen sei], sie streiten nur über den Segen über das Licht und den Segen über die Wohlgerüche; die Schule Šammajs sagt, zuerst über das Licht und nachher über die Wohlgerüche, und die Schule Hillels sagt, zuerst über die Wohlgerüche und nachher über das Licht. –
ה וממאי דבית שמאי היא ואליבא דרבי יהודה דילמא בית הילל היא ואליבא דרבי מאיר
5 Woher, daß hier die Schule Šammajs vertreten ist, nach R. Jehuda, vielleicht ist hier die Schule Hillels vertreten, nach R. Meír!? –
ו לא ס"ד דקתני הכא במתניתין בית שמאי אומרים נר ומזון בשמים והבדלה ובית הלל אומרים נר ובשמים מזון והבדלה והתם בברייתא קתני אם אין לו אלא כוס אחד מניחו לאחר המזון ומשלשלן כולן לאחריו שמע מינה דבית שמאי היא ואליבא דרבי יהודה
6 Dies ist nicht anzunehmen. Hier, in unserer Mišna, wird gelehrt: Die Schule Šammajs sagt: Licht, Speise, Wohlgerüche, Unterscheidungssegen; die Schule Hillels sagt: Licht, Wohlgerüche, Speise, Unterscheidungssegen, und dort, in der Barajtha, wird gelehrt: wenn er aber nur einen Becher hat, so lasse er ihn bis nach der Mahlzeit und nach her reihe er alle an. Schließe hieraus, daß hier die Schule Šammajs vertreten ist, nach R. Jehuda. –
ז ומכל מקום קשיא קא סברי בית שמאי שאני עיולי יומא מאפוקי יומא עיולי יומא כמה דמקדמינן ליה עדיף אפוקי יומא כמה דמאחרינן ליה עדיף כי היכי דלא להוי עלן כמשוי
7 Immerhin besteht ja ein Widerspruch!? – Die Schule Šammajs ist der Ansicht, der Eintritt der Tages [weihe] sei anders als der Ausgang der Tages[ weihe ]; beim Eintritt der Tages [weihe] ist je früher desto besser, beim Ausgang der Tages [weihe] ist je später desto besser, damit er uns nicht wie eine Last erscheine. –
ח וסברי ב"ש ברכת המזון טעונה כוס והא תנן בא להם יין לאחר המזון אם אין שם אלא אותו כוס בית שמאי אומרים מברך על היין ואחר כך מברך על המזון מאי לאו דמברך עילויה ושתי ליה לא דמברך עילויה ומנח ליה
8 Ist denn die Schule Šammajs der Ansicht, der Tischsegen benötige des Bechers, wir haben ja gelernt, daß, wenn ihnen nach der Mahlzeit Wein gereicht wird und nur der eine Becher vorhanden ist, man, wie die Schule Šammajs sagt, den Segen über den Wein spreche und nachher den Segen über die Mahlzeit; dies heißt wohl, man spreche über ihn den Segen und trinke ihn aus!? – Nein, man spreche den Segen und man lasse ihn stehen. –
ט והאמר מר המברך צריך שיטעום דטעים ליה והאמר מר טעמו פגמו דטעים ליה בידיה
9 Der Meister sagte ja aber, wer den Segen spricht, müsse ihn auch kosten!? – Nachdem er gekostet hat. –
י והאמר מר כוס של ברכה צריך שיעור והא קא פחית ליה משיעוריה דנפיש ליה טפי משיעוריה
10 Der Meister sagte ja aber, hat man davon gekostet, sei er unbrauchbar!? – Wenn er aus der Hand gekostet hat. – Der Meister sagte ja, der Becher des Tischsegens müsse das erforderliche Quantum haben, und er hat dann das Maß gemindert!? –
יא והא אם אין שם אלא אותו כוס קתני תרי לא הוי ומחד נפיש
11 Wenn mehr als das erforderliche Quantum vorhanden war. – Er lehrt ja aber, ist da nur der eine Becher vorhanden!? – Keine zwei, aber mehr als einer. –
יב והא תני רבי חייא ב"ש אומרים מברך על היין ושותהו ואחר כך מברך ברכת המזון אלא תרי תנאי ואליבא דב"ש:
12 R. Ḥija lehrte ja aber, die Schule Šammajs sagt, man spreche den Segen über den Wein und trinke ihn aus, nachher spreche man den Tischsegen!? – Vielmehr, zwei Tannaím streiten über die Ansicht der Schule Šammajs.
יג ב"ש אומרים וכו':
13 D<small>IE</small> S<small>CHULE</small> Š<small>AMMAJS SAGT</small> &amp;<small>C</small>.
יד ת"ר ב"ש אומרים נוטלין לידים ואח"כ מוזגין את הכוס שאם אתה אומר מוזגין את הכוס תחלה גזרה שמא יטמאו משקין שאחורי הכוס מחמת ידיו ויחזרו ויטמאו את הכוס
14 Die Rabbanan lehrten: Die Schule Šammajs sagt, man wasche die Hände, und nachher schenke man den Becher ein; denn wolltest du sagen, man schenke den Becher zuerst ein, so ist ja zu befürchten, die Flüssigkeit an der Außenseite des Bechers könnte durch die Hände unrein werden und den Becher unrein machen. –
טו וליטמו ידים לכוס
15 Auch die Hände selber können ja den Becher unrein machen!? –
טז ידים שניות הן ואין שני עושה שלישי בחולין אלא על ידי משקין
16 Die Hände sind nur zweitgradig [unrein], und bei Profanem macht das Zweitgradige nicht drittgradig, außer bei einer Flüssigkeit.
יז ובה"א מוזגין את הכוס ואחר כך נוטלין לידים שאם אתה אומר נוטלין לידים תחלה גזרה שמא יטמאו משקין שבידים מחמת הכוס ויחזרו ויטמאו את הידים
17 Die Schule Hillels sagt, man schenke den Becher ein, und nachher wasche man die Hände; denn wolltest du sagen, man wasche die Hände zuerst, so ist ja zu befürchten, die Flüssigkeit könnte in der Hand durch den Becher unrein werden und die Hände verunreinigen. –
יח וניטמי כוס לידים אין כלי מטמא אדם
18 Auch der Becher selber kann ja die Hände unrein machen!? – Ein Gefäß kann keinen Menschen unrein machen. –
יט וניטמי למשקין שבתוכו הכא בכלי שנטמאו אחוריו במשקין עסקינן דתוכו טהור וגבו טמא דתנן כלי שנטמאו אחוריו במשקין אחוריו טמאים
19 Er kann ja die in ihm befindliche Flüssigkeit unrein machen!? – Hier handelt es sich um ein Gefäß, dessen Außenseite durch Flüssigkeit unrein wurde, wo seine Innenseite rein und seine Außenseite unrein ist. Wir haben nämlich gelernt: Von einem Gefäße, dessen Außenseite durch Flüssigkeit unrein wurde, ist die Außenseite unrein,