Berakhot 113

Kapitel 113

א הא דמסרג הא דלא מסרג הרואה הונא בחלום נס נעשה לו חנינא חנניא יוחנן נסי נסים נעשו לו הרואה הספד בחלום מן השמים חסו עליו ופדאוהו והני מילי בכתבא
1 dies, wenn er einen Reitkorb aufhat, jenes, wenn er keinen Reitkorb aufhat. Wer Hona im Traume sieht, dem geschieht ein Wunder; wer Ḥanina, Ḥananja, Joḥanan, dem geschehen Wunder über Wunder. Wer eine Trauerfeier im Traume sieht, der ist im Himmel verschont und erlöst worden. Dies alles aber nur, wenn geschrieben.
ב העונה יהא שמיה רבא מברך מובטח לו שהוא בן העולם הבא הקורא ק"ש ראוי שתשרה עליו שכינה אלא שאין דורו זכאי לכך
2 Wer ‘Dessen großer Name sei gepriesen’ antwortet, der sei sicher, daß er ein Kind der zukünftigen Welt ist. Wer das Šema͑ liest, der ist würdig, daß die Göttlichkeit auf ihm ruhe, nur ist sein Zeitalter dessen nicht würdig.
ג המניח תפילין בחלום יצפה לגדולה שנאמר (דברים כח, י) וראו כל עמי הארץ כי שם י"י נקרא עליך וגו' ותניא רבי אליעזר הגדול אומר אלו תפילין שבראש המתפלל בחלום סימן יפה לו וה"מ דלא סיים
3 Wer Tephillin im Traume anlegt, der hoffe auf Größe, denn es heißt: <i>alle Völker der Erde werden sehen, daß der Name des Herrn über dich genannt wird &amp;c</i>., worüber gelehrt wird, R. Elie͑zer der Große sagte, dies seien die Tephillin des Hauptes. Wer im Traume betet, für den ist dies ein gutes Zeichen, aber nur, wenn er nicht beendet hat.
ד הבא על אמו בחלום יצפה לבינה שנאמר (משלי ב, ג) כי אם לבינה תקרא הבא על נערה מאורסה יצפה לתורה שנאמר (דברים לג, ד) תורה צוה לנו משה מורשה קהלת יעקב אל תקרי מורשה אלא מאורשה הבא על אחותו בחלום יצפה לחכמה שנאמר (משלי ז, ד) אמור לחכמה אחותי את הבא על אשת איש בחלום מובטח לו שהוא בן העולם הבא וה"מ דלא ידע לה ולא הרהר בה מאורתא
4 Wer im Traume seine Mutter beschläft, der hoffe auf Vernunft, denn es heißt: <i>die Vernunft sollst du Mutter nennen</i>. Wer eine verlobte Jungfrau beschläft, hoffe auf die Tora, denn es heißt: <i>die Tora hat uns Moše anbefohlen, ein Erbteil für die Gemeinde Ja͑qobs</i>, und man lese nicht <i>moraša</i> [Erbteil], sondern <i>meórasa</i> [Verlobte]. Wer seine Schwester im Traume beschläft, hoffe auf Weisheit, denn es heißt: <i>sprich zur Weisheit: Du bist meine Schwester</i>. Wer ein Eheweib im Traume beschläft, sei sicher, daß er ein Kind der zukünftigen Welt ist; jedoch nur, wenn er sie nicht kennt und abends an sie nicht gedacht hat.
ה א"ר חייא בר אבא הרואה חטים בחלום ראה שלום שנאמר (תהלים קמז, יד) השם גבולך שלום חלב חטים ישביעך הרואה שעורים בחלום סרו עונותיו שנאמר (ישעיהו ו, ז) וסר עונך וחטאתך תכופר אמר רבי זירא אנא לא סלקי מבבל לא"י עד דחזאי שערי בחלמא
5 R. Ḥija b. Abba sagte: Wer Weizen im Traume sieht, sieht Frieden, denn es heißt: <i>der Frieden in deinen Grenzen schafft, und dich mit dem Fette des Weizens sättigt</i>. Wer Gerste [seorim] im Traume sieht, von dem sind seine Missetaten gewichen [saru], denn es heißt: <i>deine Missetat ist gewichen und deine Sünde wird vergeben</i>. R. Zera sagte: Ich zog nicht eher aus Babylonien nach dem Jisraélland hinauf, als bis ich Gerste im Traume gesehen hatte.
ו הרואה גפן טעונה בחלום אין אשתו מפלת נפלים שנאמר (תהלים קכח, ג) אשתך כגפן פוריה שורקה יצפה למשיח שנאמר (בראשית מט, יא) אוסרי לגפן עירה ולשורקה בני אתונו
6 Wer im Traume beladene Weinstöcke sieht, dessen Frau gebärt keine Fehlgeburten, denn es heißt: <i>deine Frau gleicht einem fruchtbaren Weinstocke</i>. Wer einen Rebenzweig [sieht], der hoffe auf den Messias, denn es heißt: <i>der an den Weinstock seinen Esel bindet und an den Rebenzweig seinen jungen Esel</i>.
ז הרואה תאנה בחלום תורתו משתמרת בקרבו שנאמר (משלי כז, יח) נוצר תאנה יאכל פריה הרואה רמונים בחלום זוטרי פרי עסקיה כרמונא רברבי רבי עסקיה כרמונא פלגי אם ת"ח הוא יצפה לתורה שנאמר (שיר השירים ח, ב) אשקך מיין הרקח מעסיס רמני ואם ע"ה הוא יצפה למצות שנאמר (שיר השירים ד, ג) כפלח הרמון רקתך מאי רקתך אפילו ריקנין שבך מלאים מצות כרמון
7 Wer einen Feigenbaum im Traume sieht, dem bleibt die Tora in seinem Innern bewahrt, denn es heißt: <i>wer den Feigenbaum pflegt, ißt seine Frucht</i>. Wer Granatäpfel im Traume sieht, falls kleine, dessen Geschäft wird sich wie ein Granatapfel vermehren, falls große, dessen Geschäft wird sich wie ein Granatapfel vergrößern, falls halbe, so hoffe er, wenn er Schriftgelehrter ist, auf die Tora, denn es heißt: <i>ich will dich mit gewürztem Weine tränken, mit dem Safte der Granatäpfel</i>, und wenn er aus dem gemeinen Volke ist, auf gottgefällige Werke, denn es heißt: <i>wie die Hälfte des Granatapfels ist deine Wange [raqathekh]</i>, und <i>raqathekh</i> bedeutet, daß sogar die Leeren <i>[reqanin]</i> unter dir wie ein Granatapfel voll sind mit gottgefälligen Werken.
ח הרואה זיתים בחלום זוטרי פרי ורבי וקאי עסקיה כזיתים וה"מ פרי אבל אילני הויין ליה בנים מרובין שנאמר (תהלים קכח, ג) בניך כשתילי זיתים וגו' איכא דאמרי הרואה זית בחלום שם טוב יוצא לו שנאמר (ירמיהו יא, טז) זית רענן יפה פרי תואר קרא י"י שמך הרואה שמן זית בחלום יצפה למאור תורה שנאמר (שמות כז, כ) ויקחו אליך שמן זית זך הרואה תמרים בחלום תמו עונותיו שנאמר (איכה ד, כב) תם עונך בת ציון
8 Wer Oliven im Traume sieht, und zwar kleine, dessen Geschäft vermehrt und vergrößert sich und gedeiht wie die Oliven; jedoch nur, wenn er die Frucht [sieht], wenn aber Bäume, so bekommt er viele Kinder, denn es heißt: <i>deine Kinder wie die Sprößlinge der Olivenbäume &amp;c</i>. Manche sagen: Wer einen Olivenbaum im Traume sieht, über den wird sich ein guter Ruf verbreiten, denn es heißt: <i>einen belaubten Olivenbaum, schön an Frucht und Gestalt, hat der Herr deinen Namen genannt</i>. Wer Olivenöl im Traume sieht, der hoffe auf das Licht der Tora, denn es heißt: <i>daß sie dir klares Olivenöl bringen</i>. Wer Datteln [temarim] im Traume sieht, dessen Missetaten verschwinden, denn es heißt: <i>verschwunden [tam] ist deine Missetat, Tochter Çijon</i>.
ט אמר רב יוסף הרואה עז בחלום שנה מתברכת לו עזים שנים מתברכות לו שנאמר (משלי כז, כז) ודי חלב עזים ללחמך הרואה הדס בחלום נכסיו מצליחין לו ואם אין לו נכסים ירושה נופלת לו ממקום אחר אמר עולא ואמרי לה במתניתא תנא והוא דחזא בכנייהו הרואה אתרוג בחלום הדור הוא לפני קונו שנאמר (ויקרא כג, מ) פרי עץ הדר כפות תמרים הרואה לולב בחלום אין לו אלא לב אחד לאביו שבשמים
9 R. Joseph sagte: Wer eine Ziege im Traume sieht, dem wird das Jahr gesegnet; wer Ziegen, dem werden Jahre gesegnet, denn es heißt: <i>und genug Ziegenmilch zu deiner Nahrung</i>. Wer eine Myrte im Traume sieht, dem werden seine Güter glücklich gedeihen; wenn er aber keine Güter hat, so wird ihm eine Erbschaft aus anderer Stelle zufallen. U͑la sagte, und wie manche sagen, wurde es in einer Barajtha gelehrt: Dies nur, wenn er sie an ihrem Stamme sieht. Wer einen Etrog im Traume sieht, der ist seinem Herrn wohlgefällig, denn es heißt: <i>Früchte des gefälligen Baumes, Palmzweige</i>. Wer einen Feststrauß [Lulab] im Traume sieht, dessen Herz [lo leb] ist einzig für seinen Vater im Himmel.
י הרואה אווז בחלום יצפה לחכמה שנאמר (משלי א, כ) חכמות בחוץ תרונה והבא עליה הוי ראש ישיבה אמר רב אשי אני ראיתיה ובאתי עליה וסלקית לגדולה
10 Wer eine Gans im Traume sieht, hoffe auf Weisheit, denn es heißt: <i>die Weisheit ruft auf der Straße</i>; wer sie beschläft, wird Schuloberhaupt. R. Aši sagte: Ich sah sie und beschlief sie, und bin zur Würde gelangt.
יא הרואה תרנגול בחלום יצפה לבן זכר תרנגולים יצפה לבנים זכרים תרנגולת יצפה לתרביצה נאה וגילה הרואה ביצים בחלום תלויה בקשתו נשתברו נעשית בקשתו וכן אגוזים וכן קשואים וכן כל כלי זכוכית וכן כל הנשברים כאלו
11 Wer einen Hahn im Traume sieht, hoffe auf ein männliches Kind; wer Hähne, hoffe auf männliche Kinder; wer eine Henne, hoffe auf einen schönen Garten und auf Freude. Wer Eier im Traume sieht, dessen Bitte befindet sich in der Schwebe; werden sie zerschlagen, so ist seine Bitte gewährt worden. Dasselbe gilt auch von Nüssen, Gurken, sowie von allen Glasgefäßen und dergleichen Zerbrechlichem.
יב הנכנס לכרך נעשו לו חפציו שנאמר (תהלים קז, ל) וינחם אל מחוז חפצם המגלח ראשו בחלום סימן יפה לו ראשו וזקנו לו ולכל משפחתו
12 Wer in eine Großstadt kommt, dem werden seine Wünsche erfüllt, denn es heißt: <i>er führte sie an das Ziel ihres Wunsches</i>. Wer sein Haupt im Traume schert, für den ist dies ein gutes Zeichen; wenn Haupt und Bart, dann für ihn und für seine ganze Familie.
יג היושב בעריבה קטנה שם טוב יוצא לו בעריבה גדולה לו ולכל משפחתו וה"מ דמדליה דלויי
13 Wer in einem kleinen Boote sitzt, über den verbreitet sich ein guter Ruf; wenn in einem großen Boote, dann über ihn und seine ganze Familie. Dies aber nur dann, wenn es in die Höhe gehoben wird.
יד הנפנה בחלום סימן יפה לו שנאמר (ישעיהו נא, יד) מהר צועה להפתח וה"מ דלא קנח
14 Wer im Traume die Notdurft verrichtet, für den ist dies ein gutes Zeichen, denn es heißt: <i>der unterdrückte</i> <i>eilt, sich loszulösen</i>. Dies aber nur dann, wenn er sich nicht abgewischt hat.
טו העולה לגג בחלום עולה לגדולה ירד יורד מגדולתו אביי ורבא דאמרי תרווייהו כיון שעלה עלה הקורע בגדיו בחלום קורעים לו גזר דינו העומד ערום בחלום בבבל עומד בלא חטא בארץ ישראל ערום בלא מצות הנתפש לסרדיוט שמירה נעשית לו נתנוהו בקולר הוסיפו לו שמירה על שמירתו וה"מ בקולר אבל חבלא בעלמא לא
15 Wer im Traume auf ein Dach steigt, gelangt zur Würde; wer herabsteigt, sinkt von seiner Würde herab. Abajje und Raba sagen beide: Sobald er heraufgestiegen ist, bleibt es beim Aufstiege. Wer im Traume seine Kleider zerreißt, dem zerreißt man das über ihn gefällte Urteil. Wer im Traume nackt steht, der steht, wenn in Babylonien, bar von Sünden, wenn im Jisraélland, bar von gottgefälligen Handlungen. Wer vom Vogt ergriffen wird, dem wird Schutz zuteil werden; hat man ihm Halsfesseln angelegt, so wird ihm Schutz über Schutz zuteil werden; indes nur eine Halsfessel, nicht aber gewöhnliche Stricke.
טז הנכנס לאגם בחלום נעשה ראש ישיבה ליער נעשה ראש לבני כלה
16 Wer im Traume in einen Sumpf geht, der wird Schuloberhaupt; wer in einen Wald [geht], wird Oberhaupt beim Vortrag.
יז רב פפא ורב הונא בריה דרב יהושע חזו חלמא רב פפא דעייל לאגמא נעשה ראש ישיבה רב הונא בריה דרב יהושע דעייל ליער נעשה ראש לבני כלה איכא דאמרי תרווייהו לאגמא עיילי אלא רב פפא דתלי טבלא נעשה ראש ישיבה רב הונא בריה דרב יהושע דלא תלי טבלא נעשה ראש לבני כלה אמר רב אשי אנא עיילית לאגמא ותלאי טבלא ונבחי בה נבוחי
17 R. Papa und R. Hona, Sohn R. Jehošua͑s, sahen einen solchen Traum; R. Papa, der in einen Sumpf ging, wurde Schuloberhaupt, R. Hona, Sohn R. Jehošua͑s, der in einen Wald ging, wurde Oberhaupt beim Vortrag. Wie manche sagen, gingen beide in einen Sumpf, allein R. Papa, der eine Pauke trug, wurde Schuloberhaupt, R. Hona, Sohn R. Jehošua͑s, der keine Pauke trug, wurde Oberhaupt beim Vortrag. R. Aši sagte: Ich ging in einen Sumpf, trug eine Pauke und schlug damit Lärm.
יח תני תנא קמיה דר"נ בר יצחק המקיז דם בחלום עונותיו מחולין לו
18 Ein Schüler rezitierte vor R. Naḥman b. Jiçḥaq: Wer sich im Traume zur Ader läßt, dem werden seine Missetaten verziehen. –
יט והתניא עונותיו סדורין לו מאי סדורין סדורין לימחל
19 Es wird ja aber gelehrt, seine Missetaten werden ihm geordnet!? – «Geordnet» heißt eben zum Verzeihen geordnet.
כ תני תנא קמיה דרב ששת הרואה נחש בחלום פרנסתו מזומנת לו נשכו נכפלה לו הרגו אבדה פרנסתו אמר ליה רב ששת כל שכן שנכפלה פרנסתו ולא היא רב ששת הוא דחזא חויא בחלמיה וקטליה
20 Ein Schüler rezitierte vor R. Šešeth: Wer eine Schlange im Traume sieht, dem liegt sein Erwerb bereit; biß sie ihn, so wird er ihm verdoppelt; tötete er sie, so verliert er seinen Erwerb. R. Šešeth sprach zu ihm: Um so mehr, daß ihm sein Erwerb verdoppelt wird. Das ist aber nichts; R. Šešeth hatte im Traume eine Schlange gesehen und sie erschlagen.
כא תני תנא קמיה דרבי יוחנן כל מיני משקין יפין לחלום חוץ מן היין יש שותהו וטוב לו ויש שותהו ורע לו יש שותהו וטוב לו שנאמר (תהלים קד, טו) ויין ישמח לבב אנוש ויש שותהו ורע לו שנאמר (משלי לא, ו) תנו שכר לאובד ויין למרי נפש
21 Ein Schüler rezitierte vor R. Joḥanan: Alle Arten Getränke sind im Traume gutbedeutend, ausgenommen der Wein; mancher trinkt ihn, und dies ist für ihn gutbedeutend, mancher trinkt ihn, und dies ist für ihn schlechtbedeutend. Mancher trinkt ihn, und dies ist für ihn gutbedeutend, denn es heißt: <i>der Wein erheitert das Herz des Menschen</i>; mancher trinkt ihn, und dies ist für ihn schlechtbedeutend, denn es heißt: <i>gebet Berauschendes dem Untergehenden, Wein den Betrübten</i>.
כב אמר ליה רבי יוחנן לתנא תני תלמיד חכם לעולם טוב לו שנאמר (משלי ט, ה) לכו לחמו בלחמי ושתו ביין מסכתי
22 Da sprach R. Joḥanan zum Schüler: Rezitiere: für einen Schriftgelehrten ist er immer gutbedeutend, denn es heißt: <i>kommet, esset von meinem</i> <i>Brote, trinket von meinem gemischten Weine</i>.