Berakhot 34

Kapitel 34

א אין פרץ שלא תהא סיעתנו כסיעתו של דוד שיצא ממנו אחיתופל ואין יוצאת שלא תהא סיעתנו כסיעתו של שאול שיצא ממנו דואג האדומי ואין צוחה שלא תהא סיעתנו כסיעתו של אלישע שיצא ממנו גחזי ברחובותינו שלא יהא לנו בן או תלמיד שמקדיח תבשילו ברבים: (ישעיהו מו, יב)
1 <i>Kein Riß</i>: es sei unsere Gesellschaft nicht wie die Gesellschaft Šaúls, aus der der Edomite Doég hervorging. <i>Kein Durchlaß</i>: es sei unsere Gesellschaft nicht wie die Gesellschaft Davids, aus der der Aḥitophel hervorging. <i>Kein Jammergeschrei</i>: es sei unsere Gesellschaft nicht wie die Gesellschaft Eliša͑s, aus der der Geḥazi hervorging. <i>In unseren Straßen</i>: daß wir keinen Sohn oder Schüler haben mögen, der seine Speise öffentlich anbrennen läßt, wie beispielsweise Jesus der Nazarener.
ב שמעו אלי אבירי לב הרחוקים מצדקה רב ושמואל ואמרי לה רבי יוחנן ורבי אלעזר חד אמר כל העולם כולו נזונין בצדקה והם נזונין בזרוע וחד אמר כל העולם כולו נזונין בזכותם והם אפילו בזכות עצמן אין נזונין כדרב יהודה אמר רב
2 <i>Höret auf mich, ihr Hartherzigen, die ihr fern seid von Freigebigkeit</i>. Rabh und Šemuél, manche sagen, R. Joḥanan und R. Elea͑zar [streiten hierüber]; Einer erklärte: die ganze Welt wird durch Freigebigkeit, jene aber durch Gewalt ernährt; der andere erklärte: die ganze Welt wird durch das Verdienst jener ernährt, sie selbst aber werden nicht einmal durch ihr eigenes Verdienst ernährt. Dies nach R. Jehuda im Namen Rabhs,
ג דאמר רב יהודה אמר רב בכל יום ויום בת קול יוצאת מהר חורב ואומרת כל העולם כולו נזונין בשביל חנינא בני וחנינא בני די לו בקב חרובין מערב שבת לערב שבת
3 denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: An jedem Tage ertönt eine Hallstimme vom Berge Ḥoreb und spricht: Die ganze Welt wird nur wegen meines Sohnes Ḥanina ernährt, mein Sohn Ḥanina aber begnügt sich mit einem Kab Johannisbrot von Šabbathvorabend zu Šabbathvorabend.
ד ופליגא דרב יהודה דאמר רב יהודה מאן אבירי לב גובאי טפשאי אמר רב יוסף תדע דהא לא איגייר גיורא מינייהו
4 Er streitet gegen R. Jehuda, denn R. Jehuda sagte, mit ‘Hartherzigen’ seien die verstockten Gobäer gemeint. R. Joseph sprach: Das siehst du, noch nie ist von ihnen ein Proselyt hervorgegangen.
ה אמר רב אשי בני מתא מחסיא אבירי לב נינהו דקא חזו יקרא דאורייתא תרי זמני בשתא ולא קמגייר גיורא מינייהו:
5 R. Aši sagte: Die ‘Hartherzigen’ sind die Einwohner von Matha-Meḥasja, denn, obgleich sie zweimal jährlich die Verherrlichung der Tora sehen, so ist dennoch von ihnen nie ein Proselyt hervorgegangen.
ו חתן אם רוצה לקרות וכו':
6 D<small>ER</small> B<small>RÄUTIGAM DARF, FALLS ER WILL</small> &amp;<small>C. LESEN</small>.
ז למימרא דרבן שמעון בן גמליאל חייש ליוהרא ורבנן לא חיישי ליוהרא והא איפכא שמעינן להו דתנן מקום שנהגו לעשות מלאכה בתשעה באב עושין מקום שנהגו שלא לעשות אין עושין וכל מקום תלמידי חכמים בטלים רבן שמעון בן גמליאל אומר לעולם יעשה כל אדם את עצמו כתלמיד חכם
7 Man müßte also sagen, R. Šimo͑n b. Gamliél berücksichtige die Großtuerei, während die Rabbanan die Großtuerei nicht berücksichtigen, und wir wissen ja von ihnen das Entgegengesetzte!? Wir haben nämlich gelernt: Wo es üblich ist, am Neunten Ab Arbeit zu verrichten, verrichte man, wo es üblich ist, nicht zu verrichten, verrichte man nicht; überall aber müssen die Gelehrten feiern. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, jedermann betrachte sich stets als einen Gelehrten.
ח קשיא דרבנן אדרבנן קשיא דרבן שמעון בן גמליאל אדרבן שמעון בן גמליאל
8 Die Rabbanan befinden sich hier in einem Widerspruch, und ebenso befindet sich R. Šimo͑n b. Gamliél in einem Widerspruch.
ט אמר רבי יוחנן מוחלפת השיטה רב שישא בריה דרב אידי אמר לעולם לא תחליף דרבנן אדרבנן לא קשיא ק"ש כיון דכ"ע קא קרו ואיהו נמי קרי לא מיחזי כיוהרא הכא כיון דכולי עלמא עבדי מלאכה ואיהו לא קא עביד מיחזי כיוהרא
9 R. Joḥanan erwiderte: Die Ansichten sind zu vertauschen. R. Šiša, Sohn des R. Idi, sagte: Tatsächlich brauchst du nicht zu vertauschen. Die Rabbanan befinden sich in keinem Widerspruch, denn da alle Welt das Šema͑ liest und er es ebenfalls liest, so erscheint dies nicht als Großtuerei; dort aber, wo alle Welt Arbeit verrichtet, er aber nicht, erscheint dies als Großtuerei.
י דרבן שמעון בן גמליאל אדרבן שמעון בן גמליאל לא קשיא התם בכונה תליא מילתא ואנן סהדי דלא מצי לכווני דעתיה אבל הכא הרואה אומר מלאכה הוא דאין לו פוק חזי כמה בטלני איכא בשוקא:
10 R. Šimo͑n b. Gamliél befindet sich ebenfalls in keinem Widerspruch, denn hier kommt es auf die Intensität an, und wir sind Zeugen, daß er seinen Sinn nicht andächtig stimmen kann; dort aber glaubt, wer dies sieht, er habe keine Beschäftigung. Geh und sieh, wie viele Müßiggänger es doch auf der Straße gibt.
יא <br><br><big><strong>הדרן עלך היה קורא</strong></big><br><br>
11 
יב מתני׳ <big><strong>מי</strong></big> שמתו מוטל לפניו פטור מק"ש ומן התפלה ומן התפילין ומכל מצות האמורות בתורה
12 <b>W</b>ER <small>SEINEN</small> T<small>OTEN VOR SICH LIEGEN HAT, IST VOM</small> Š<small>EMA͑LESEN, VOM</small> G<small>EBETE UND VON ALLEN IN DER</small> T<small>ORA GENANNTEN</small> G<small>EBOTEN BEFREIT</small>.
יג נושאי המטה וחלופיהן וחלופי חלופיהן את שלפני המטה ואת שלאחר המטה את שלפני המטה צורך בהם פטורים ואת שלאחר המטה צורך בהם חייבין ואלו ואלו פטורים מן התפלה
13 V<small>ON DEN</small> T<small>RÄGERN DER</small> B<small>AHRE, IHREN</small> A<small>BLÖSERN UND DEN</small> A<small>BLÖSERN IHRER</small> A<small>BLÖSER, DIE VOR DER</small> B<small>AHRE UND DIE HINTER DER</small> B<small>AHRE, SIND, DIE VOR DER</small> B<small>AHRE SICH BEFINDEN, FALLS MAN SIE BRAUCHT, BEFREIT, UND DIE HINTER DER</small> B<small>AHRE SICH BEFINDEN, AUCH FALLS MAN SIE BRAUCHT, VERPFLICHTET</small>. D<small>IESE UND JENE SIND VOM</small> G<small>EBETE BEFREIT</small>.
יד קברו את המת וחזרו אם יכולין להתחיל ולגמור עד שלא יגיעו לשורה יתחילו ואם לאו לא יתחילו
14 S<small>OBALD SIE DEN</small> T<small>OTEN BESTATTET HABEN UND ZURÜCKGEKEHRT SIND, MÜSSEN SIE, FALLS SIE ANFANGEN UND BEENDEN KÖNNEN, BEVOR SIE NOCH IN DIE</small> R<small>EIHE</small> <small>KOMMEN, ANFANGEN, WENN ABER NICHT, SO FANGEN SIE NICHT AN</small>.
טו העומדים בשורה הפנימיים פטורים והחיצונים חייבים (נשים ועבדים וקטנים פטורים מק"ש ומן התפילין וחייבין בתפלה ובמזוזה ובברכת המזון):
15 V<small>ON DEN IN DER</small> R<small>EIHE</small> S<small>TEHENDEN SIND DIE INNEREN BEFREIT UND DIE ÄUSSEREN VERPFLICHTET</small>. (F<small>RAUEN</small>, S<small>KLAVEN UND</small> M<small>INDERJÄHRIGE SIND VOM</small> Š<small>EMA͑LESEN UND VON DEN</small> T<small>EPHILLIN BEFREIT, ZUM</small> G<small>EBETE, ZUR</small> M<small>EZUZA</small> <small>UND ZUM</small> T<small>ISCHSEGEN VERPFLICHTET</small>.)
טז <big><strong>גמ׳</strong></big> מוטל לפניו אין ושאינו מוטל לפניו לא
16 GEMARA. Nur wenn er ihn vor sich liegen hat, nicht aber, wenn er ihn nicht vor sich liegen hat;
יז ורמינהי מי שמתו מוטל לפניו אוכל בבית אחר ואם אין לו בית אחר אוכל בבית חבירו ואם אין לו בית חבירו עושה מחיצה ואוכל ואם אין לו דבר לעשות מחיצה מחזיר פניו ואוכל ואינו מיסב ואוכל ואינו אוכל בשר ואינו שותה יין ואינו מברך ואינו מזמן
17 ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wer seinen Toten vor sich liegen hat, esse in einem anderen Räume; hat er keinen anderen Raum, so esse er im Hause seines Nächsten; hat er keinen Raum bei seinem Nächsten [zur Verfügung], so mache er eine Scheidewand und esse; hat er nichts, woraus eine Scheidewand zu machen, so wende er das Gesicht ab und esse. Er darf nicht angelehnt speisen, auch darf er kein Fleisch essen und keinen Wein trinken; ferner spreche er nicht den Segensspruch, spreche nicht den gemeinsamen Tischsegen,