Chagigah 32

Kapitel 32

א הראשונים היו נשיאים ושניים להם אב ב"ד:
1 D<small>IE ERSTEREN</small> <small>WAREN</small> F<small>ÜRSTEN</small>, <small>DIE LETZTEREN WAREN</small> G<small>ERICHTSOBERHÄUPTER</small>.
ב <big><strong>גמ׳</strong></big> ת"ר שלשה מזוגות הראשונים שאמרו שלא לסמוך ושנים מזוגות האחרונים שאמרו לסמוך (הראשונים) היו נשיאים ושניים להם אבות ב"ד דברי רבי מאיר וחכמים אומרים יהודה בן טבאי אב ב"ד ושמעון בן שטח נשיא
2 GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Die drei von den ersten Paaren, die sagen, man stütze nicht, und die zwei von den letzten Paaren, die sagen, man stütze wohl, waren Fürsten, und die anderen waren Gerichtsoberhäupter – so R. Meír; die Weisen sagen, Jehuda b. Ṭabaj war Gerichtsoberhaupt und Šimo͑n b. Šaṭaḥ war Fürst. –
ג מאן תנא להא דתנו רבנן אמר רבי יהודה בן טבאי אראה בנחמה אם לא הרגתי עד זומם להוציא מלבן של צדוקין שהיו אומרים אין עדים זוממין נהרגין עד שיהרג הנידון
3 Wer ist der Autor der folgenden Lehre der Rabbanan: Jehuda b. Ṭabaj sagte: Ich will [keinen] Trost sehen, wenn ich nicht einen Falschzeugen hinrichten ließ, als Kundgebung gegen die Saduzäer, die sagen, Falschzeugen werden nur dann hingerichtet, wenn [durch ihre Aussage] der Angeklagte bereits hingerichtet worden ist.
ד אמר לו שמעון בן שטח אראה בנחמה אם לא שפכת דם נקי שהרי אמרו חכמים אין עדים זוממין נהרגין עד שיזומו שניהם ואין לוקין עד שיזומו שניהם ואין משלמין ממון עד שיזומו שניהם
4 Darauf sprach Šimo͑n b. Šaṭaḥ zu ihm: Ich will [keinen] Trost sehen, wenn du nicht unschuldiges Blut vergossen hast. Die Weisen sagten nämlich, Falschzeugen werden nur dann hingerichtet, wenn beide als solche überführt worden sind, erhalten nur dann Geißelhiebe, wenn beide als solche überführt worden sind, und zahlen nur dann, wenn beide als solche überführt worden sind.
ה מיד קבל עליו יהודה בן טבאי שאינו מורה הלכה אלא בפני שמעון בן שטח
5 Darauf nahm Jehuda b. Ṭabaj auf sich, nur in Gegenwart des Šimo͑n b. Šaṭaḥ eine Rechtsfrage zu entscheiden.
ו כל ימיו של יהודה בן טבאי היה משתטח על קברו של אותו הרוג והיה קולו נשמע כסבורין העם לומר שקולו של הרוג הוא אמר להם קולי הוא תדעו שלמחר הוא מת ואין קולו נשמע
6 Während seines ganzen Lebens pflegte Jehuda b. Ṭabaj sich auf das Grab dieses Hingerichteten niederzuwerfen. Das Volk hörte dann eine Stimme und glaubte, es sei die Stimme des Hingerichteten; da sprach er zu ihnen: Es ist meine Stimme; morgen sollt ihr sehen, daß er tot ist, indem ihr seine Stimme nicht mehr hören werdet.
ז אמר ליה רב אחא בריה דרבא לרב אשי ודלמא פיוסי פייסיה או בדינא תבעי'
7 R. Aḥa, Sohn des Raba, sprach zu R. Aši: Vielleicht bat er ihn um Verzeihung, oder er lud ihn vor Gericht!?
ח מני הא אי אמרת בשלמא רבי מאיר דאמר שמעון בן שטח אב ב"ד ר"י בן טבאי נשיא היינו דקא מורי הלכה בפני שמעון בן שטח אלא אי אמרת רבנן דאמרי יהודה בן טבאי אב ב"ד שמעון בן שטח נשיא אב ב"ד בפני נשיא מי מורה הלכה
8 Einleuchtend ist es nun nach R. Meír, welcher sagt, Šimo͑n b. Šaṭaḥ war Gerichtsoberhaupt und Jehuda b. Ṭabaj war Fürst, daß er vor Šimo͑n b. Šaṭaḥ Rechtsfragen zu entscheiden pflegte; aber sollte denn nach den Rabbanan, welche sagen, Jehuda b. Ṭabaj war Gerichtsoberhaupt und Šimo͑n b. Šaṭaḥ war Fürst, das Gerichtsoberhaupt Rechtsfragen vor dem Fürsten entscheiden!? –
ט לא מאי קבל עליו דקאמר לאצטרופי דאפי' אצטרופי נמי לא מצטריפנא:
9 Nein, unter ‘nahm auf sich’ ist zu verstehen, auch nicht mitzuzählen.
י יצא מנחם ונכנס שמאי כו': להיכן יצא אביי אמר יצא לתרבות רעה רבא אמר יצא לעבודת המלך תניא נמי הכי יצא מנחם לעבודת המלך ויצאו עמו שמונים זוגות תלמידים לבושין סיריקון
10 A<small>LS ABER</small> M<small>ENAḤEM AUSSCHIED UND</small> Š<small>AMMAJ EINTRAT</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Menaḥem schied aus und Šammaj trat ein. – Wo ging er hin? Abajje erwiderte: Er artete aus. Raba erwiderte: Er trat in königlichen Dienst ein. Ebenso wird auch gelehrt: Menaḥem trat in königlichen Dienst ein, und mit ihm traten auch achtzig Paare in Seide gekleidete Schüler ein.
יא אמר רב שמן בר אבא א"ר יוחנן לעולם אל תהא שבות קלה בעיניך שהרי סמיכה אינה אלא משום שבות ונחלקו בה גדולי הדור
11 R. Šamen b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: [Die Verbote] des Feierns sollen nicht gering sein in deinen Augen. Das Stützen ist ja [am Feste] nur des Feierns wegen verboten, und doch stritten darüber die Größten des Zeitalters. –
יב פשיטא שבות מצוה אצטריכא ליה
12 Selbstverständlich!? – Sogar bei [der Ausübung] eines Gebotes. –
יג הא נמי פשיטא לאפוקי ממאן דאמר בסמיכה גופה פליגי קא משמע לן בשבות הוא דפליגי
13 Auch dies ist ja selbstverständlich!? – Um die Ansicht desjenigen auszuschließen, welcher sagt, sie streiten um das Stützen selbst; er lehrt uns, daß sie über das Feiern streiten.
יד אמר רמי בר חמא שמע מינה סמיכה בכל כחו בעינן דאי ס"ד לא בעינן בכל כחו מאי קא עביד ליסמוך
14 Rami b. Ḥama sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß das Stützen mit der ganzen Kraft erfolgen müsse, denn wenn man sagen wollte, es brauchte nicht mit der ganzen Kraft zu erfolgen, so sollte man doch stützen, da man dabei nichts tut.
טו מיתיבי (ויקרא א, ב) דבר אל בני ישראל וסמך בני ישראל סומכין ואין בנות ישראל סומכות רבי יוסי ור' (ישמעאל) [שמעון] אומרים בנות ישראל סומכות רשות
15 Man wandte ein: <i>Sprich zu den Söhnen Jisraéls &amp;c</i>. <i>er soll stützen;</i> nur die Söhne Jisraéls stützen, nicht aber stützen die Töchter Jisraéls; R. Jose und R. Jišma͑él sagen, auch die Töchter Jisraéls dürfen stützen.
טז אמר רבי יוסי סח לי אבא אלעזר פעם אחת היה לנו עגל של זבחי שלמים והביאנוהו לעזרת נשים וסמכו עליו נשים לא מפני שסמיכה בנשים אלא כדי לעשות נחת רוח לנשים ואי ס"ד סמיכה בכל כחו בעינן משום נחת רוח דנשים עבדינן עבודה בקדשים אלא לאו ש"מ לא בעינן בכל כחו
16 R. Jose sagte: Abba Elea͑zar erzählte mir, daß sie einst ein Kalb als Heilsopfer hatten und es nach dem Frauenvorhofe brachten, wo die Frauen darauf [die Hände] stützten; nicht etwa, weil das Stützen durch Frauen erfolgen darf, sondern um den Frauen eine Annehmlichkeit zu bereiten. Sollte man denn, wenn du sagen wolltest, das Stützen müsse mit der ganzen Kraft erfolgen, Frauen zum Opferdienste zulassen, um ihnen eine Annehmlichkeit zu bereiten!? Hieraus ist also zu entnehmen, daß es nicht mit der ganzen Kraft zu erfolgen brauche. –
יז לעולם אימא לך בעינן בכל כחו דאמר להו אקפו ידייכו אי הכי לא מפני שסמיכה בנשים תיפוק ליה דאינה לסמיכה כלל
17 Tatsächlich, kann ich dir erwidern, muß es mit der ganzen Kraft erfolgen, nur wies man dann [die Frauen] an, die Hände schwebend zu halten. – Wozu begründet er demnach: nicht etwa weil das Stützen durch Frauen erfolgen darf, es ist ja schon der Umstand ausreichend, daß dies gar kein Stützen war!?
יח א"ר אמי חדא ועוד קאמר חדא דליתא לסמיכה כלל ועוד כדי לעשות נחת רוח לנשים
18 R.Ami erwiderte: Erstens und zweitens: erstens war dies gar kein Stützen, und zweitens, um den Frauen eine Annehmlichkeit zu bereiten.
יט אמר רב פפא שמע מינה צדדין אסורין דאי ס"ד צדדין מותרין לסמוך לצדדין אלא לאו שמע מינה צדדין אסורין
19 R. Papa sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß [die Tätigkeit] auch seitlich verboten ist, denn wenn man sagen wollte, es sei seitlich erlaubt, so sollte man doch stützen, da es seitlich erfolgt. Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß es auch seitlich verboten ist.