Chagigah 39

Kapitel 39

א מדלא קתני בהו מעלה
1 Da er diesbezüglich keinen besonderen Grad lehrt. –
ב ודלמא האי דלא קתני בהו מעלה דאי דמו לתרומה הא תני תרומה ואי דמו לחולין הא תני לחולין (דתנן) חולין שנעשו על טהרת הקודש הרי הן כחולין ר' אלעזר ברבי צדוק אומר הרי הן כתרומה
2 Vielleicht lehrt er diesbezüglich keinen besonderen Grad, weil er, wenn es der Hebe gleicht, die Hebe nennt, und wenn es dem Profanen gleicht, das Profane nennt!? Es wird nämlich gelehrt: Profanes, das in für Heiliges geltende Reinheit zubereitet worden ist, gleicht Profanem; R. Elea͑zar b. Çadoq sagt, es gleiche der Hebe. –
ג אלא מסיפא יוסי בן יועזר היה חסיד שבכהונה והיתה מטפחתו מדרס לקודש יוחנן בן גודגדא היה אוכל על טהרת הקודש כל ימיו והיתה מטפחתו מדרס לחטאת
3 Vielmehr, aus dem Schlußsatze: Jose b. Joëzer war der Frömmste in der Priesterschaft, dennoch galt sein Tuch für Heiliges als [unrein durch] Auftreten. Joḥanan b. Gudgada aß während seines ganzen Lebens nur in für Heiliges geltende Reinheit dennoch galt sein Tuch für das Entsündigungswasser als [unrein durch] Auftreten.
ד לחטאת אין לקודש לא אלמא קסבר חולין שנעשו על טהרת קודש כקודש דמו
4 Nur für das Entsündigungswasser und nicht für Heiliges. Er ist also der Ansicht, Profanes, das in für Heiliges geltende Reinheit zubereitet worden ist, gleiche Heiligem.
ה א"ר יונתן בן אלעזר נפלה מעפרתו הימנו אמר לחבירו תנה לי ונתנה לו טמאה א"ר יונתן בן עמרם נתחלפו לו כלים של שבת בכלים של חול ולבשן נטמאו
5 R. Jonathan b. Elea͑zar sagte: Wenn einem sein Kopftuch herunterfällt und er seinen Nächsten bittet, es ihm zu reichen, und dieser es ihm reicht, so ist es unrein. R. Jonathan b. A͑mram sagte: Wenn einem Alltagskleider mit Šabbathkleidern vertauscht worden sind und er sie angezogen hat, so sind sie unrein.
ו א"ר אלעזר בר צדוק מעשה בשתי נשים חבירות שנתחלפו להן כליהן בבית המרחץ ובא מעשה לפני ר"ע וטימאן
6 R. Elea͑zar b. Çadoq erzählte: Einst vertauschten zwei kundige Frauen ihre Kleider im Badehause, und als die Sache vor R. A͑qiba kam, erklärte er sie als unrein.
ז מתקיף לה רבי אושעיא אלא מעתה הושיט ידו לסל ליטול פת חטין ועלתה בידו פת שעורים הכי נמי דנטמאת
7 R. Oša͑ja wandte ein: Demnach ist, wenn man die Hand in den Brotkorb nach Weizenbrot langt und ihm Gerstenbrot in die Hand gerät, dieses unrein!?
ח וכי תימא הכי נמי והתניא המשמר את החבית בחזקת של יין ונמצאת של שמן טהורה מלטמא ולטעמיך אימא סיפא ואסורה מלאכול אמאי
8 Wolltest du sagen, dem sei auch so, so wird ja gelehrt, daß, wenn jemand ein Faß bewacht im Glauben, es enthalte Wein, und es sich herausstellt, daß es Öl enthält, es rein seil? – Wie ist nach deiner Ansicht der Schlußsatz zu erklären: jedoch darf es nicht essen; weshalb denn!?
ט א"ר ירמיה באומר שמרתיה מדבר המטמאה ולא מדבר הפוסלה
9 R. Jirmeja erwiderte: Wenn er sagt, er habe es vor Unreinheit bewacht, nicht aber vor Unbrauchbarwerdung. –
י ומי איכא נטירותא לפלגא אין והתניא הושיט ידו בסל והסל על כתיפו והמגריפה בתוך הסל והיה בלבו על הסל ולא היה בלבו על המגריפה הסל טהור והמגריפה טמאה
10 Gibt es denn eine Bewachung zur Hälfte? – Freilich, es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand die Hand in den Korb auf seiner Schulter, in dem eine Schaufel sich befand, gesteckt hat, so ist, falls er nur auf den Korb und nicht auf die Schaufel geachtet hat, der Korb rein und die Schaufel unrein.
יא הסל טהור תטמא המגריפה לסל אין כלי מטמא כלי וליטמא מה שבסל אמר רבינא באומר שמרתיו מדבר שמטמאו ולא מדבר הפוסלו
11 Wieso ist nun der Korb rein, die Schaufel sollte doch den Korb unrein machen!? Ein Gerät macht kein Gerät unrein. Sie sollte doch den Inhalt des Korbes unrein machen!? Und hierzu sagte Rabbina: Wenn er sagt, er habe ihm vor Unreinheit bewacht, nicht aber vor Unbrauchbarwerdung. –
יב מכל מקום קשיא
12 Immerhin besteht ja ein Widerspruch!?
יג ועוד מותיב רבה בר אבוה מעשה באשה אחת שבאת לפני ר' ישמעאל ואמרה לו רבי בגד זה ארגתיו בטהרה ולא היה בלבי לשומרו בטהרה ומתוך בדיקות שהיה רבי ישמעאל בודקה אמרה לו רבי נדה משכה עמי בחבל א"ר ישמעאל כמה גדולים דברי חכמים שהיו אומרים בלבו לשומרו טהור אין בלבו לשומרו טמא
13 Und ferner wandte Rabba b. Abuha ein: Einst kam eine Frau vor R. Jišma͑él und erzählte ihm, sie habe das Gewand in Reinheit gewebt, jedoch nicht beabsichtigt, auf die Reinheit zu achten. Und als sie ihm, nach vielen Fragen, die er an sie richtete, erzählte, eine Menstruierende habe mit ihr das [Webe]seil gezogen, sprach er: Wie bedeutend sind die Worte der Weisen, die gesagt haben, die Sache sei rein, wenn man sie zu bewachen geachtet hat, und unrein, wenn man sie zu bewachen nicht geachtet hat.
יד שוב מעשה באשה אחת שבאת לפני ר' ישמעאל אמרה לו רבי מפה זו ארגתיה בטהרה ולא היה בלבי לשומרה ומתוך בדיקות שהיה רבי ישמעאל בודקה אמרה לו רבי נימא נפסקה לי וקשרתיה בפה
14 Ferner kam einst eine Frau vor R. Jišma͑él und erzählte ihm, sie habe das Tuch in Reinheit gewebt, jedoch nicht beabsichtigt, darauf zu wachen. Und als sie ihm, nach vielen Fragen, die er an sie richtete, erzählte, sie habe einen durchgerissenen Faden mit dem Munde zusammengeknotet,
טו אמר רבי ישמעאל כמה גדולים דברי חכמים שהיו אומרים בלבו לשומרו טהור אין בלבו לשומרו טמא
15 sprach er: Wie bedeutend sind die Worte der Weisen, die gesagt haben, die Sache sei rein, wenn man sie zu bewachen geachtet hat, und unrein, wenn man sie zu bewachen nicht geachtet hat.
טז בשלמא לרבי אלעזר בר צדוק כל אחת ואחת אומרת חברתי אשת עם הארץ ומסחה דעתה מינה
16 Allerdings ist die Lehre des R. Elea͑zar b. Çadoq zu erklären: jede halte die andere für die Frau eines Menschen aus dem gemeinen Volke und wende die Gedanken ab.
יז לרבי יונתן בן עמרם נמי כיון דכלים דשבת עביד להו שימור טפי מסח דעתיה מינייהו אלא לרבי יונתן בן אלעזר נעביד להו שימור בידיה דחבריה
17 Ebenso ist die Lehre des R. Jonathan b. A͑mram zu erklären: da man Šabbathkleider sorgfältig verwahrt, so wendet man die Gedanken von ihnen ab. Gegen die Lehre des R. Jonathan b. Elea͑zar ist ja aber einzuwenden: man kann ja darauf auch in der Hand seines Nächsten wachen!?
יח אמר רבי יוחנן חזקה אין אדם משמר מה שביד חברו ולא
18 Jonathan erwiderte: Es gilt als feststehend, daß man nicht auf das wache, was sich in der Hand seines Nächsten befindet. – Etwa nicht,