Chullin 114

Kapitel 114

א הוה לן פתחון פה קמיה דרב הונא ושאילניה ואמר לן שמוטת ירך בעוף כשירה
1 hatten wir Unterredungen mit R. Hona, und als wir ihn diesbezüglich fragten, erwiderte er uns, ein Vogel, dem das Oberschenkelbein verrenkt ist, sei tauglich.
ב ואשכחתיה נמי לרבי ירמיה בר אבא דיתיב וקא בדיק בצומת הגידין ואקשי ליה לא סבר לה מר הא דאמר רב הונא אמר רב שמוטת ירך בעוף כשרה א"ל אנא מתניתין ידענא בהמה שנחתכו רגליה מן הארכובה ולמטה כשרה מן הארכובה ולמעלה פסולה וכן שניטל צומת הגידין ואמר רב עלה וכן בעוף
2 Ferner traf ich einst R. Jirmeja b. Abba sitzen und die Achillessehne untersuchen, und ich fragte ihn, ob er nichts von dem halte, was R. Hona im Namen Rabhs sagte, daß nämlich ein Vogel, dem das Oberschenkelbein verrenkt ist, tauglich sei. Da erwiderte er mir, er kenne folgende Lehre: Sind einem Vieh die Füße unterhalb des Sprunggelenkes abgeschnitten, so ist es tauglich, wenn oberhalb des Sprunggelenkes, so ist es untauglich, und ebenso auch, wenn die Achillessehne fort ist. Und hierzu sagte Rabh, dies gelte auch beim Geflügel.
ג ואמרי ליה אי הכי קשיא דרב אדרב אישתיק ואקשי ליה ודלמא שני ליה לרב בין שמוטה לחתוכה ואמר לי ואת מפרשת שמעתיה דרב בפירוש אמר רב שמוטה כשרה חתוכה פסולה
3 Ich sprach dann zu ihm: Demnach befindet sich ja Rabh in einem Widersprüche mit sich selbst!? Da schwieg er. Hierauf fragte ich: Vielleicht unterscheidet Rabh zwischen verrenkt und abgeschnitten? Da sprach er zu mir: Du sagst dies als Erklärung der Lehre Rabhs! Rabh sagte ausdrücklich, es sei, wenn verrenkt, tauglich, und wenn abgeschnitten, untauglich.
ד ואת מה בידך הכי אמר רב חייא בר אשי אמר רב שמוטת ירך בעוף טרפה וכן אמר ר' יעקב בר אידי א"ר יוחנן שמוטת ירך בעוף טרפה
4 Was weißt du darüber? — Folgendes sagte R. Ḥija b. Aši im Namen Rabhs: ein Vogel, dem das Oberschenkelbein verrenkt ist, ist totverletzt. Ebenso sagte R. Ja͑qob b. Idi im Namen R. Joḥanans, ein Vogel, dem das Oberschenkelbein verrenkt ist, sei totverletzt.
ה ואמר ר' יעקב בר אידי אילמלי הוה רבי יוחנן באתרא דאורו בה חברוותא להתירא לא פרכיס דאמר רבי חנינא אמר רבי שמוטת ירך בעוף כשרה ותרנגולת היתה לו לרבי חנינא שנשמטה ירך שלה והביאה לפני רבי והתירה לו ומלחה רבי חנינא והוה מורי בה הלכה לתלמידים זה התיר לי רבי זה התיר לי רבי
5 Ferner sagte R. Ja͑qob b. Idi: Wäre R. Joḥanan in der Ortschaft, wo die Genossen entscheiden, es sei erlaubt, würde er sich nicht gerührt haben. R. Ḥanina sagte nämlich im Namen Rabbis, ein Vogel, dem das Oberschenkelbein verrenkt ist, sei tauglich. Auch hatte R. Ḥanina eine Henne, der das Oberschenkelbein verrenkt worden war, und er brachte sie zu Rabbi, und dieser erlaubte sie. Da salzte er sie ein und lehrte damit die Schüler: dies erlaubte mir Rabbi, dies erlaubte mir Rabbi.
ו ולית הלכתא ככל הני שמעתתא אלא כי הא דשאל רבי יוסי בן נהוראי את ר' יהושע בן לוי קדירת קנה בכמה אמר לו משנה שלמה שנינו עד כאיסר האיטלקי אמר לו והלא רחל אחת היתה בשכונתנו שנקדר קנה שלה ועשו לה קרומין של קנה וחיתה
6 Die Halakha ist aber nicht wie all jene Lehren, vielmehr richte man sich nach dem folgenden. R. Jose b. Nehoraj fragte R. Jehošua͑ b. Levi: Wieviel darf bei der Durchbohrung der Luftröhre [von dieser fehlen]? Dieser erwiderte: Wir haben eine ausdrückliche Lehre: bis zur Größe eines italischen Assars. Jener entgegnete: In unserer Nachbarschaft war ja ein Schaf, dem die Luftröhre durchbohrt war; da setzte man ihm ein Rohr ein, und es blieb leben!?
ז אמר לו ועל דא את סמיך והלא הלכה רווחת בישראל שמוטת ירך בעוף טרפה ותרנגולת היתה לו לרבי שמעון בן חלפתא שנשמטה ירך שלה ועשו לה שפופרת של קנה וחיתה אלא מאי אית לך למימר תוך י"ב חדש הוה הכא נמי תוך י"ב חדש הוה
7 Dieser erwiderte: Darauf stützest du dich!? Es ist ja eine verbreitete Lehre in Jisraél, ein Vogel, dem das Oberschenkelbein verrenkt ist, sei totverletzt, und doch hatte R. Šimo͑n b. Ḥalaphta eine Henne, der das Oberschenkelbein verrenkt worden war, die, nachdem man ihr eine Schiene aus Rohr gemacht hatte, leben blieb. Du mußt also sagen, innerhalb zwölf Monaten, ebenso geschah es auch in jenem Falle innerhalb zwölf Monaten.
ח אמרו עליו על רבי שמעון בן חלפתא שעסקן בדברים היה והיה עושה דבר להוציא מלבו של רבי יהודה שהיה רבי יהודה אומר אם ניטלה הנוצה פסולה ותרנגולת היתה לו לרבי שמעון בן חלפתא שניטלה נוצה שלה והניחה בתנור וטלה עליה במטלית של טרסיים וגידלה כנפיים האחרונים יותר מן הראשונים
8 Man erzählt von R. Šimo͑n b. Ḥalaphta, daß er sich mit Dingen zu befassen pflegte. Einst tat er etwas, um R. Jehuda von seiner Ansicht abzubringen. R. Jehuda sagt nämlich, wenn [einem Vogel] die Flaumfedern fehlen, sei er untauglich. Nun hatte R. Šimo͑n b. Ḥalaphta eine Henne, der die Flaumfedern fehlten, und er wickelte sie in eine Schmiedeschürze und setzte sie in einen Ofen; hierauf bekam sie andere Federn, noch mehr als zuvor. —
ט ודלמא קסבר רבי יהודה טרפה משבחת אם כן במידי דמיטרפא בה הגדילה כנפיים האחרונים יותר מן הראשונים
9 Vielleicht ist R. Jehuda der Ansicht, das Totverletzte könne gedeihen!? — Bei dieser ist ja das gediehen, was sie totverlelzt machen sollte, denn die neuen Federn waren mehr als die früheren.
י מאי עסקן בדברים א"ר משרשיא דכתיב (משלי ו, ו) לך אל נמלה עצל ראה דרכיה וחכם אשר אין לה קצין שוטר ומושל תכין בקיץ לחמה אמר איזיל איחזי אי ודאי הוא דלית להו מלכא
10 Was heißt sich mit Dingen zu befassen? R. Mešaršeja erwiderte: Es heißt: <i>Gehe zur Ameise, Fauler, beobachte ihre Wege und werde klug. Sie hat keinen Fürsten, keinen Amtmann und keinen Gebieter, und bereitet doch im Sommer ihr Brot</i>. Er sprach: Ich will gehen und sehen, ob sie wirklich keinen König haben.
יא אזל בתקופת תמוז פרסיה לגלימיה אקינא דשומשמני נפק אתא חד מינייהו אתנח ביה סימנא על אמר להו נפל טולא נפקו ואתו דלייה לגלימיה נפל שמשא נפלו עליה וקטליה אמר שמע מינה לית להו מלכא דאי אית להו הרמנא דמלכא לא ליבעו
11 Da ging er in der Jahreszeit des Tammuzzu einem Ameisennest hin und breitete sein Gewand über dieses aus. Da kam eine von ihnen hervor, und er merkte sich diese. Sie ging dann hinein und berichtete, Schatten seien gefallen. Als sie dann herauskamen, nahm er das Gewand fort und die Sonne fiel auf sie. Da fielen sie über jene her und töteten sie. Da sprach er: Es ist zu sehen, daß sie keinen König haben, denn hätten sie einen, wie sollten sie seiner Erlaubnis nicht benötigt haben!?
יב א"ל רב אחא בריה דרבא לרב אשי ודלמא מלכא הוה בהדייהו א"נ הרמנא דמלכא הוו נקיטי אי נמי בין מלכא למלכא הוה דכתיב (שופטים יז, ו) בימים ההם אין מלך בישראל איש הישר בעיניו יעשה אלא סמוך אהימנותא דשלמה
12 R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Vielleicht war der König unter ihnen!? Oder vielleicht hatten sie seine Erlaubnis eingeholt!? Oder vielleicht war es eine Zeit des Interregnums!? So heißt es auch: <i>In jenen Tagen war kein König in Jisraél; jeder tat, was in seinen Augen recht war</i>. Man verlasse sich vielmehr auf die Glaubwürdigkeit Šelomos.
יג אמר רב הונא סימן לטרפה י"ב חדש מיתיבי סימן לטרפה כל שאינה יולדת רשב"ג אומר משבחת והולכת בידוע שהיא כשרה מתנוונה והולכת בידוע שהיא טרפה רבי אומר סימן לטרפה שלשים יום אמרו לו והלא הרבה מתקיימות שתים שלש שנים
13 R. Hona sagte: Zwölf Monate sind ein Zeichen bei der Totverletzung. Man wandte ein: Ein Zeichen der Totverletzung ist es, wenn es nicht zeugt. R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Gedeiht es fortschreitend, so ist es sicher tauglich, und siecht es fortschreitend hin, so ist es sicher totverletzt. Rabbi sagte: Dreißig Tage sind ein Zeichen bei der Totverletzung. Man erwiderte ihm: Viele leben ja auch zwei oder drei Jahre!? —
יד תנאי היא דתניא ובגלגלת (עד) שיש בה נקב אחד ארוך אפילו נקבים הרבה מצטרפים למלא מקדח א"ר יוסי בן המשולם מעשה בענבול באחד שנפחתה גלגלתו ועשו לו חידוק של קרויה וחיה אמר לו ר' שמעון בן אלעזר משם ראיה ימות החמה היה וכיון שעברו עליו ימות הצנה מיד מת
14 Hierüber besteht ein Streit von Tannaím, denn es wird gelehrt: Hat der Schädel ein langes Loch, oder auch nur mehrere [kleine] Löcher, so werden sie zu einem Bohrerloche vereinigt. R. Jose b. Hamešullam sagte: Einst ereignete es sich in E͑nbol, daß einem der Schädel beschädigt wurde; da legte man ihm einen Verband aus einem Stücke Kürbis an, und er blieb leben. R. Šimo͑n erwiderte ihm: Soll dies etwa ein Beweis sein!? Dies war im Sommer, und als die kalten Tage über ihn kamen, starb er sofort.
טו אמר רב אחא בר יעקב הלכה טרפה יולדת ומשבחת אמר אמימר הני ביעי דטרפה
15 R. Aḥa b. Ja͑qob sagte: Die Halakha ist, das Totverletzte könne zeugen und gedeihen. Amemar sagte: Die Eier aus der ersten Tracht eines totverletzten [Vogels]