Chullin 116

Kapitel 116

א הני תמרי דכדא לבתר תריסר ירחי שתא שריין
1 Datteln in einem Krugenach zwölf Monaten erlaubt seien.
ב אמר רב לית בקא בר יומא ולית דידבא בת שתא
2 Rabh sagte: Es gibt keine Mücke, die einen Tag alt wird, und es gibt keine Fliege, die ein Jahr alt wird.
ג אמר ליה רב פפא לאביי והא אמרי אינשי שב שני אימרא בקתא מבקא דאמרה ליה חזיתיה לבר מחוזא דסחא במיא וסליק ואיכרך בסדינין ואותיבת עליה ומצת מיניה ולא הודעת לי א"ל וליטעמיך הא דאמרי אינשי שיתין מני פרזלא תלו ליה לבקא בקורנסיה מי איכא איהו גופיה כמה הוי אלא במני דידהו הכא נמי בשני דידהו
3 R. Papa sprach zu Abajje: Die Leute pflegen ja zu sagen: sieben Jahre grollte das Mückenweibchen dem Mükkenmännchen, indem es zu ihm sprach: du hast einen Mann aus Maḥoza gesehen, wie er im Wasser badete, heraufstieg und sich in Laken wickelte, sodann setztest du dich auf ihn und sogest an ihm, ohne mir mitzuteilen. Dieser erwiderte: Die Leute pflegen ja auch zu sagen: sechzig Minen Eisen kann man der Mücke an den Stachel hängen; ist dies, nach deiner Auffassung, denn möglich, wie groß ist sie selbst!? Es sind also ihre Minen zu verstehen, ebenso sind auch ihre Jahre zu verstehen.
ד תנן התם בהמה בעלת ה' רגלים או שאין לה אלא שלש ה"ז מום אמר רב הונא לא שנו אלא שחסר ויתר ביד אבל חסר ויתר ברגל טרפה נמי הויא מאי טעמא כל יתר כנטול דמי
4 Dort haben wir gelernt: Hat ein Vieh fünf oder nur drei Beine, so ist dies ein Gebrechen. R. Hona sagte: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn es weniger oder mehr an den Vorderbeinen hat, wenn es aber weniger oder mehr an den Hinterbeinen hat, so ist es sogar totverletzt, denn jedes ‘mehr’ gleicht dem ‘weniger’.
ה ההיא חיותא דהוה לה תרתי סניא דיבי אייתוה לרבינא וטרפה מדרב הונא ואי שפכן להדדי כשרה
5 Einst brachte man Rabina ein Vieh, das zwei Sanjadibi hatte, und er erklärte es als totverletzt, wegen der Lehre R. Honas. Münden sie aber ineinander, so ist es tauglich.
ו ההיא גובתא דהוה נפקא מבי כסי להובלילא סבר רב אשי למיטרפה א"ל רב הונא מר בר חייא לרב אשי כל הני חיוי ברייתא הכי אית להו
6 Einst kam ein Fall vor, daß eine Fistel zwischen dem Netzmagen und dem Blättermagen vorhanden war, und R. Aši wollte es als untauglich erklären. Da sprach Hona Mar b. Ḥija zu R. Aši: Dies kommt bei allen Tieren im Freien vor.
ז ההוא גובתא דהוה מעברא מבי כסי לכרסא סבר מר בר רב אשי לאכשורה אמר ליה רב אושעיא אטו כולהו בחדא מחיתא מחתינהו היכא דאתמר אתמר היכא דלא אתמר לא אתמר
7 Einst kam ein Fall vor, daß eine Fistel zwischen dem Blättermagen und dem Pansen war, und Mar b. R. Aši wollte es als tauglich erklären. Da sprach R. Oša͑ja zu ihm: Willst du etwa alles in ein Gewebe zusammenweben!? Wobei dies gelehrt worden ist, gilt dies, und wobei dies nicht gelehrt worden ist, gilt dies nicht.
ח העיד נתן בר שילא רב טבחיא דציפורי לפני רבי על שני בני מעים היוצאין מן הבהמה כאחד שהיא טרפה וכנגדן בעוף כשרה במה דברים אמורים שיוצאין בשני מקומות אבל יוצאין במקום אחד וכלין עד כאצבע כשרה
8 Nathan b. Šila, der Oberschlächter von Sepphoris, bekundete vor Rabbi, daß, wenn bei einem Vieh zwei Darmstränge ausgehen, es totverletzt, und ein Vogel in einem ähnlichen Falle tauglich sei. Dies gilt nur von dem Falle, wenn sie von zwei Stellen ausgehen, wenn sie aber von einer Stelle ausgehen und innerhalb einer Fingerbreite aufhören, so ist es tauglich.
ט פליגי בה רב אמי ורב אסי חד אמר הוא דהדרי וערבי וחד אמר אע"ג דלא הדרי וערבי
9 Hierüber streiten R. Ami und R. Asi; einer sagt, nur wenn sie da vereinigt werden, und der andere sagt, auch wenn sie nicht vereinigt werden. —
י בשלמא למאן דאמר הוא דהדרי וערבי היינו דקתני עד כאצבע אלא למאן דאמר אע"ג דלא הדרי וערבי מאי עד כאצבע עד כאצבע מלמטה:
10 Erklärlich sind [die Worte] ‘innerhalb einer Fingerbreite’ nach demjenigen, welcher sagt, nur wenn sie vereinigt werden, was aber heißt ‘innerhalb einer Fingerbreite’ nach demjenigen, welcher sagt, auch wenn sie nicht vereinigt werden!? — Eine Fingerbreite unten.
יא ר' יהודה אומר אם ניטלה הנוצה פסולה: אמר רבי יוחנן ר' יהודה ור' ישמעאל אמרו דבר אחד ר' יהודה הא דאמרן ר' ישמעאל דתנן רבי ישמעאל אומר הנוצה מצטרפת
11 R. J<small>EHUDA SAGT, SIND DIE</small> F<small>LAUMFEDERN FORT, SEI ES UNTAUGLICH</small>. R. Joḥanan sagte: R. Jehuda und R. Jišma͑él lehrten das gleiche. R. Jehuda, was wir gesagt haben, und R. Jišma͑él lehrte folgendes: die Flaumfedern werden mitgerechnet.
יב אמר רבא דילמא לא היא עד כאן לא קאמר ר' יהודה הכא אלא לענין טרפה דליכא מידי דמגין עליה אבל לענין איפגולי כרבנן סבירא ליה ועד כאן לא קאמר רבי ישמעאל התם אלא לענין איפגולי אבל לענין טרפה אגוני לא מגין:
12 Raba sprach: Vielleicht ist dem nicht so; R. Jehuda ist dieser Ansicht nur bei der Totverletzung, weil es keinen Schutz mehr hat, bei der Verwerflichmachung aber ist er der Ansicht der Rabbanan. Oder auch: vielleicht ist R. Jišma͑él dieser Ansicht nur bei der Verwerflichmachung, nicht aber bei der Totverletzung, weil diese keinen Schutz gewähren.
יג <big><strong>מתני׳</strong></big> אחוזת הדם והמעושנת והמצוננת ושאכלה הרדופני ושאכלה צואת תרנגולים או ששתת מים הרעים כשרה אכלה סם המות או שהכישה נחש מותרת משום טרפה ואסורה משום סכנת נפשות:
13 <b>I</b><small>ST</small> [<small>EIN</small> V<small>IEH</small>] <small>VON</small> B<small>LUTANDRANG BEFALLEN, ANGERÄUCHERT</small> <small>ODER ERKÄLTET</small><small>, HAT ES</small> L<small>ORBEERROSE ODER</small> H<small>ÜHNERKOT GEFRESSEN ODER FAULES</small> W<small>ASSER GESOFFEN, SO IST ES TAUGLICH</small>. H<small>AT ES</small> G<small>IFT GEFRESSEN ODER EINE</small> S<small>CHLANGE ES GEBISSEN, SO IST ES NICHT ALS</small> T<small>OTVERLETZTES, JEDOCH WEGEN DER</small> L<small>EBENSGEFAHR VERBOTEN</small>.
יד <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר שמואל הלעיטה חלתית טרפה מ"ט דמינקבה להו למעיינה
14 GEMARA. Šemuél sagte: Gab man [einem Vieh] Asant zu fressen, so ist es totverletzt, weil er die Därme durchlöchert.
טו מתיב רב שיזבי אחוזת הדם והמעושנת ושאכלה הרדופני ושאכלה צואת תרנגולים ושתת מים הרעים הלעיטה תיעה חלתית ופלפלין אכלה סם המות כשרה הכישה נחש או שנשכה כלב שוטה מותרת משום טרפה ואסורה משום סכנת נפשות קשיא חלתית אחלתית קשיא סם המות אסם המות
15 R. Šezbi wandte ein: Ist [ein Vieh] von Blutandrang befallen, angeräuchert, hat es Lorbeerrose oder Hühnerkot gefressen, faules Wasser gesoffen, oder hat man ihm Tia͑, Asant oder Pfeffer zu fressen gegeben, oder hat es Gift gefressen, so ist es tauglich; hat eine Schlange oder ein toller Hund es gebissen, so ist es nicht als Totverletztes, jedoch wegen der Lebensgefahr verboten. Hier besteht also ein Widerspruch sowohl hinsichtlich des Asantes als auch hinsichtlich des Giftes!? —
טז חלתית אחלתית לא קשיא כאן בעלין כאן בקרטין סם המות אסם המות לא קשיא הא דידה הא דאדם סם המות דבהמה היינו הרדופני תרי גווני סם המות
16 Hinsichtlich des Asantes ist dies kein Widerspruch, denn eines gilt von den Blättern und eines gilt vom Strunke; und hinsichtlich des Giftes besteht ebenfalls kein Widerspruch, denn eines gilt von Tier[gift] und eines gilt vom Menschen [gift]. — Tiergift ist ja dasselbe, was Lorbeerrose!? — [Er spricht von] zwei Arten von Gift.
יז מאי תיעה אמר רב יהודה
17 Was ist Tia͑? R. Jehuda erwiderte: