Chullin 159

Kapitel 159

א בשה ואפי' מקצת שה רבנן סברי שה ואפי' מקצת שה ורבי אליעזר סבר שה ולא מקצת שה
1 Worin besteht nun, wenn dies den Rabbanan zweifelhaft ist und R. Elie͑zer ebenfalls zweifelhaft ist, ihr Streit!? Ob unter Schaf auch ein Teil eines Schafes zu verstehen sei; die Rabbanan sind der Ansicht, unter Schaf sei auch ein Teil eines Schafes zu verstehen, und R. Elie͑zer ist der Ansicht, unter Schaf sei nicht ein Teil eines Schafes zu verstehen.
ב אמר רב פפא הלכך לענין כסוי הדם ומתנות לא משכחת אלא בצבי הבא על התיישה
2 R. Papa sagte: Dies kann daher beim Bedecken des Blutes und bei den Priestergaben nur in dem Falle vorkommen, wenn ein Hirschbock eine Ziege besprungen hat;
ג דבין לרבנן ובין לר' אליעזר מספקא להו אי חוששין לזרע האב או לא
3 sowohl den Rabbanan als auch R. Elie͑zer ist es zweifelhaft, ob der Same des Vaters zu berücksichtigen sei oder nicht,
ד וקא מיפלגי בשה ואפילו מקצת שה
4 und sie streiten, ob unter Schaf auch ein Teil eines Schafes zu verstehen sei.
ה לענין אותו ואת בנו משכחת לה בין בתייש הבא על הצבייה ובין בצבי הבא על התיישה
5 Beim [Gesetze vom] Vieh und seinen Jungen kann dies vorkommen sowohl in dem Falle, wenn ein Ziegenbock eine Hirschkuh, als auch in dem Falle, wenn ein Hirschbock eine Ziege besprungen hat.
ו בתייש הבא על הצבייה ולאיסורא דרבנן סברי דילמא חוששין לזרע האב שה ואפי' מקצת שה אמרינן ואסור
6 Hat ein Ziegenbock eine Hirschkuh besprungen, so [streiten sie] über das Verbot; nach den Rabbanan ist es verboten, denn sie sind der Ansicht, man berücksichtige vielleicht den Samen des Vaters, und unter Schaf ist auch ein Teil eines Schafes zu verstehen;
ז ורבי אליעזר סבר נהי נמי דחוששין לזרע האב שה ואפילו מקצת שה לא אמרינן
7 R. Elie͑zer aber ist der Ansicht, angenommen, man berücksichtige den Samen des Vaters, jedoch sagen wir nicht, unter Schaf sei auch ein Teil eines Schafes zu verstehen.
ח בצבי הבא על התיישה ולמלקות רבנן סברי נהי נמי דחוששין לזרע האב שה ואפילו מקצת שה אמרינן ומלקינן ליה ורבי אליעזר סבר איסורא איכא מלקות ליכא
8 Und hat ein Hirschbock eine Ziege besprungen, so [streiten sie] über die Geißelung; die Rabbanan sind der Ansicht, angenommen, man berücksichtige den Samen des Vaters, jedoch ist unter Schaf auch ein Teil eines Schafes zu verstehen, somit ist er zu geißeln; R. Elie͑zer aber ist der Ansicht, nur ein Verbot, aber keine Geißelung:
ט איסורא איכא דלמא אין חוששין לזרע האב והאי שה מעליא הוא מלקות ליכא דלמא חוששין לזרע האב
9 ein Verbot, da vielleicht der Same des Vaters nicht zu berücksichtigen ist, somit ist es ein richtiges Schaf, keine Geißelung, da vielleicht der Same des Vaters zu berücksichtigen ist,
י ושה ואפילו מקצת שה לא אמרינן
10 und man sage nicht, unter Schaf sei auch ein Teil eines Schafes zu verstehen.
יא אמר רב יהודה כוי בריה בפני עצמה היא ולא הכריעו בה חכמים אם מין בהמה היא אם מין חיה היא רב נחמן אמר כוי זה איל הבר
11 R. Jehuda sagte: Der Koj ist ein selbständiges Geschöpf, und die Weisen entschieden nicht. ob er zur Art des Viehs oder zur Art des Wildes gehört. R. Naḥman sagte: Koj ist der wilde Widder.
יב כתנאי כוי זה איל הבר וי"א זה הבא מן התייש ומן הצבייה ר' יוסי אומר כוי בריה בפני עצמה היא ולא הכריעו בה חכמים אם מין חיה אם מין בהמה רבן שמעון בן גמליאל אומר מין בהמה היא ושל בית דושאי היו מגדלין מהן עדרים עדרים
12 Hierüber streiten auch Tannaím. Koj ist der wilde Widder; manche sagen, ein Mischling von Ziegenbock und Hirschkuh; R. Jose sagt, der Koj sei ein selbständiges Geschöpf, und die Weisen entschieden nicht, ob er zur Art des Wildes oder zur Art des Viehs gehört. R. Šimo͑n b. Gamaliél sagte: Er gehört zur Art des Viehs, und die vom Hause Došaj züchteten ihn in ganzen Herden.
יג אמר ר' זירא א"ר ספרא אמר רב המנונא הני עזי דבאלא כשרות לגבי מזבח סבר לה כי הא דאמר ר' יצחק עשר בהמות מנה הכתוב ותו לא
13 R. Zera sagte im Namen R. Saphras im Namen R. Hamnunas: Die Waldziege ist für den Altar tauglich. Er ist der Ansicht R. Jiçḥaqs, welcher sagte, die Schrift habe zehn Vieharten aufgezählt und weiter keine,
יד והני מדלא קחשיב להו בהדי חיות ש"מ דעז נינהו מתקיף לה רב אחא בר יעקב ואימא (דברים יד, ה) איל וצבי פרט כל בהמה כלל
14 und da diese nicht unter dem Wilde genannt wird, so ist anzunehmen, daß sie zur Ziegenart gehört. R. Aḥa b. Ja͑qob wandte ein: Vielleicht ist [wie folgt auszulegen:] <i>Hirsch und Reh</i>, speziell, <i>jedes Vieh</i>, generell,
טו פרט וכלל נעשה כלל מוסף על הפרט איכא טובא
15 und wenn auf eine Spezialisierung eine Generalisierung folgt, so ist die Generalisierung eine Hinzufügung zur Spezialisierung, somit kommen noch viele andere hinzu!?
טז אם כן כל הני פרטי למה לי מתקיף לה רב אחא בריה דרב איקא ודלמא מינא דאקו נינהו
16 Demnach wären all diese Spezialisierungen überflüssig. R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, wandte ein: Vielleicht gehört sie zur Art Aqo!?
יז אמר ליה רב אחא בריה דרבא לרב אשי ואמרי לה רב אחא בריה דרב אויא לרב אשי דלמא מינא דתאו או מינא דזמר נינהו אמר ליה רב חנן לרב אשי אמימר שרי תרבייהו
17 R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši, nach anderen sprach es R. Aḥa, Sohn des R. Ivja, zu R. Aši: Vielleicht gehört sie zur Art Teó oder zur Art Zemer!? R. Ḥanan sprach zu R. Aši: Amemar erlaubte ihren Talg.
יח בעא מיניה אבא בריה דרב מנימין בר חייא מרב הונא בר חייא הני עזי דבאלא מהו לגבי מזבח א"ל עד כאן לא פליגי רבי יוסי ורבנן אלא בשור הבר
18 R. Abba, Sohn des R. Minjamin b. Ḥija, fragte R. Hona b. Ḥija: Ist die Waldziege für den Altar tauglich? Dieser erwiderte: R. Jose und die Rabbanan streiten nur über den Waldochsen,
יט דתנן שור הבר מין בהמה הוא רבי יוסי אומר מין חיה דרבנן סברי מדמתרגמינן תורבלא מינא דבהמה הוא ור' יוסי סבר מדקא חשיב ליה בהדי חיות מינא דחיה הוא אבל הני דברי הכל מינא דעז נינהו
19 von dem gelehrt wird, der Waldochs sei ein Vieh, und wie R. Jose sagt, ein Wild; die Rabbanan sind der Ansicht, da er mit Turbala [Waldochs] übersetzt wird, sei er ein Vieh, und R. Jose ist der Ansicht, da er unter dem Wilde genannt wird, sei er ein Wild; diese aber gehört nach aller Ansicht zur Ziegenart.
כ מתקיף לה רב אחא בריה דרב איקא ודלמא מינא דאקו נינהו אמר ליה רבינא לרב אשי ודלמא מינא דתאו או מינא דזמר נינהו א"ל רב נחמן לרב אשי אמימר שרי תרבייהו:
20 R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, wandte ein: Vielleicht gehört sie zur Art Aqo? Rabina sprach zu R. Aši: Vielleicht gehörten sie zur Art Zemer!? R. Naḥman sprach zu R. Aši: Amemar erlaubte ihren Talg.
כא כיצד השוחט וכו': אמר רבי אושעיא כולה מתניתין דלא כר' שמעון ממאי מדקא תני קדשים בחוץ הראשון חייב כרת ושניהם פסולים ושניהם סופגים את הארבעים מכדי שמעינן ליה לרבי שמעון דאמר שחיטה שאינה ראויה לא שמה שחיטה
21 U<small>ND ZWAR &amp;C. GESCHLACHTET</small>. R. Oša͑ja sagte: Unsere ganze Mišna vertritt nicht die Ansicht R. Šimo͑ns. – Wieso? – Sie lehrt, daß, wenn jemand sie außerhalb als Heiliges geschlachtet hat, er wegen des ersten der Ausrottung schuldig sei, beide untauglich seien, und er wegen beider die vierzig [Geißelhiebe] erhalte. Merke, R. Šimo͑n ist der Ansicht, die ungültige Schlachtung gelte nicht als Schlachtung,