Chullin 177

Kapitel 177

א (בראשית יד, כג) אם מחוט ועד שרוך נעל זכו בניו לשתי מצות לחוט של תכלת ורצועה של תפילין
1 <i>ob von Faden bis Schnurriemen</i>, sind seinen Kindern zwei Gebote beschieden worden, der purpurblaue Faden und der Riemen der Tephillin.
ב בשלמא רצועה של תפילין כתיב (דברים כח, י) וראו כל עמי הארץ כי שם ה' נקרא עליך ותניא ר' אליעזר הגדול אומר אלו תפילין שבראש אלא חוט של תכלת מאי היא
2 Erklärlich ist dies vom Riemen der Tephillin, denn es heißt: <i>damit alle Völker der Erde sehen, daß du nach dem Namen des Herrn genannt bist</i>, und hierzu wird gelehrt: R. Elie͑zer der Große sagte, das seien die Tephillin des Kopfes, welches Bewenden aber hat es mit dem purpurblauen Faden!?
ג דתניא רבי מאיר אומר מה נשתנה תכלת מכל הצבעונין מפני שתכלת דומה לים וים דומה לרקיע ורקיע דומה לאבן ספיר ואבן ספיר דומה לכסא הכבוד דכתיב (שמות כד, י) ויראו את אלהי ישראל ותחת רגליו וגו' וכתיב (יחזקאל א, כו) כמראה אבן ספיר דמות כסא
3 Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Womit ist das Purpurblau anders als alle anderen Farben? Weil das Purpurblau dem Meere, das Meer der Himmelsveste, die Himmelsveste dem Saphirsteine und der Saphirstein dem Throne der Herrlichkeit gleicht, denn es heißt: <i>sie sahen den Gott Jisraéls, und unter seinen Füßen &amp;c</i>., ferner heißt es: <i>wie das Aussehen des Saphirsteines ist das Aussehen des Thrones</i>.
ד א"ר אבא קשה גזל הנאכל שאפילו צדיקים גמורים אינן יכולין להחזירו שנאמר (בראשית יד, כד) בלעדי רק אשר אכלו הנערים
4 R. Abba sagte: Der bereits aufgezehrte Raub ist so schwer, daß sogar vollendet Fromme ihn nicht erstatten können, denn es heißt: <i>nur, was die Knaben verzehrt haben</i>.
ה אמר רבי יוחנן משום רבי אלעזר בר' שמעוןכל מקום שאתה מוצא דבריו של רבי אליעזר בנו של רבי יוסי הגלילי בהגדה עשה אזניך כאפרכסת (דברים ז, ז) לא מרבכם מכל העמים חשק ה' בכם וגו' אמר להם הקדוש ברוך הוא לישראל חושקני בכם שאפילו בשעה שאני משפיע לכם גדולה אתם ממעטין עצמכם לפני
5 R. Joḥanan sagte im Namen des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n: Wenn du irgendwo Worte R. Elea͑zars, des Sohnes R. Jose des Galiläers, in der Agada findest, so mache dein Ohr auf wie ein Mühlentrichter. [Er sagte: Es heißt:] <i>Nicht weil ihr zahlreicher seid als alle anderen Völker, hat der Herr euch begehrt &amp;c</i>. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Jisraél: Ich habe Begehren an euch, denn selbst wenn ich euch Größe angedeihen lasse, geringschätzt ihr euch vor mir.
ו נתתי גדולה לאברהם אמר לפני (בראשית יח, כז) ואנכי עפר ואפר למשה ואהרן אמר (שמות טז, ז) ונחנו מה לדוד אמר (תהלים כב, ז) ואנכי תולעת ולא איש
6 Ich verlieh Abraham Größe, und er sprach vor mir: <i>Ich bin Erde und Asche</i>. Moše und Ahron, und sie sprachen: <i>Wir sind nichts</i>. David, und er sprach: <i>Ich bin ein Wurm und kein Mensch</i>.
ז אבל עובדי כוכבים אינן כן נתתי גדולה לנמרוד אמר (בראשית יא, ד) הבה נבנה לנו עיר לפרעה אמר (שמות ה, ב) מי ה' לסנחריב אמר (מלכים ב יח, לה) מי בכל אלהי הארצות וגו' לנבוכדנצר אמר (ישעיהו יד, יד) אעלה על במתי עב לחירם מלך צור אמר (יחזקאל כח, ב) מושב אלהים ישבתי בלב ימים
7 Anders aber die weltlichen Völker. Ich verlieh Nimrod Größe, und er sprach: <i>Wohlan, wir wollen uns eine Stadt bauen</i>. Dem Pareo͑, und er sprach: <i>Wer ist der Herr?</i> Sanḥerib, und er sprach: <i>Wer unter allen Göttern der Völker &amp;c</i>.? Nebukhadneçar, und er sprach: <i>Ich steige auf der Wolken Hohen</i>. Ḥiram, dem Könige von Çor, und er sprach: <i>Einen Göttersitz bewohne ich inmitten des Meeres</i>.
ח אמר רבא ואיתימא ר' יוחנן גדול שנאמר במשה ואהרן יותר ממה שנאמר באברהם דאילו באברהם כתיב ואנכי עפר ואפר ואילו במשה ואהרן כתיב ונחנו מהואמר רבא ואיתימא ר' יוחנן אין העולם מתקיים אלא בשביל משה ואהרן כתיב הכא ונחנו מה וכתיב התם (איוב כו, ז) תולה ארץ על בלימה
8 Raba, nach anderen R. Joḥanan, sagte: Bedeutender ist das, was von Moše und Ahron gesagt wird, als das, was von Abraham gesagt wird; von Abraham heißt es: <i>ich bin Erde und Asche</i>, von Moše und Ahron aber heißt es: <i>wir sind nichts</i>. Ferner sagte Raba, nach anderen R. Joḥanan: Die Welt besteht nur durch das Verdienst von Moše und Ahron; von diesen heißt es: <i>wir sind nichts</i>, und dort heißt es: <i>er hangt die Erde an ein Nichts</i>.
ט אמר רבי אילעא אין העולם מתקיים אלא בשביל מי שבולם את עצמו בשעת מריבה שנאמר תולה ארץ על בלימה רבי אבהו אמר מי שמשים עצמו כמי שאינו שנאמר (דברים לג, כז) ומתחת זרועות עולם
9 R. Ilea͑ sagte: Die Welt besteht nur durch das Verdienst dessen, der sich bei einem Streite in ein Nichts verwandelt, denn es heißt: <i>er hängt die Erde an ein Nichts</i>. R. Abahu sagte: Der sich als Nichts betrachtet, denn es heißt: <i>unten die Arme der Welt</i>.
י אמר רבי יצחק מאי דכתיב (תהלים נח, ב) האמנם אלם צדק תדברון מישרים תשפטו בני אדם מה אומנותו של אדם בעולם הזה ישים עצמו כאלם יכול אף לדברי תורה תלמוד לומר צדק תדברון יכול יגיס דעתו ת"ל מישרים תשפטו בני אדם
10 R. Jiçḥaq sagte: Es heißt: <i>Ihr seid wohl stumm, Gerechtigkeit zu sprechen, Menschenkinder nach Redlichkeit zu richten</i>. Was sei die Beschäftigung des Menschen in dieser Welt? Er stelle sich stumm. Man könnte glauben, auch inbezug auf Worte der Tora, so heißt es: <i>Gerechtigkeit zu sprechen</i>. Man könnte glauben, damit hoffärtig sein, so heißt es: <i>Menschenkinder nach Redlichkeit richten</i><i></i>.
יא אמר רבי זעירא ואיתימא רבה בר ירמיה מכסין בעפר עיר הנדחת ואמאי איסורי הנאה הוא
11 R. Zee͑ra, nach anderen Rabba b. Jirmeja, sagte: Man darf [das Blut] mit der Erde einer abtrünnigen Stadt bedecken. – Weshalb denn; diese ist ja zur Nutznießung verboten!?
יב אמר זעירי לא נצרכה אלא לעפר עפרה דכתיב (דברים יג, יז) ואת כל שללה תקבוץ אל תוך רחובה ושרפת מי שאינו מחוסר אלא קביצה ושרפה יצא זה שמחוסר תלישה קביצה ושרפה
12 Zee͑ri erwiderte: Dies gilt von der Bodenerde; es heißt: <i>ihre ganze Beute sollst du auf ihrem Marktplatz zusammentragen und verbrennen</i>; nur was des Zusammentragens und Verbrennens benötigt, ausgenommen diese, die des Abgrabens, des Zusammentragens und des Verbrennens benötigt.
יג ורבא אמר מצות לאו ליהנות ניתנו
13 Raba erwiderte: Die Gebote sind nicht zur Nutznießung verliehen worden.
יד יתיב רבינא וקאמר לה להא שמעתא איתיביה רב רחומי לרבינא שופר של עבודת כוכבים לא יתקע בו מאי לאו אם תקע לא יצא לא אם תקע יצא
14 Rabina saß und trug diese Lehre vor. Da wandte R. Riḥumi gegen Rabina ein: Mit einer für den Götzendienst verwandten. Posaune blase man nicht. Wenn man bereits geblasen hat, hat man wohl seiner Pflicht nicht genügt!? – Nein, wenn man geblasen hat, hat man seiner Pflicht genügt.
טו לולב של עבודת כוכבים לא יטול מאי לאו אם נטל לא יצא לא אם נטל יצא והתניא תקע לא יצא נטל לא יצא
15 Einen für den Götzendienst verwandten Feststrauß verwende man nicht. Wenn man bereits verwandt hat, hat man wohl seiner Pflicht nicht genügt!? – Nein, wenn man verwandt hat, hat man seiner Pflicht genügt. – Es wird ja aber gelehrt, wenn man bereits geblasen hat, habe man seiner Pflicht nicht genügt, wenn man bereits verwandt hat, habe man seiner Pflicht nicht genügt!?
טז אמר רב אשי הכי השתא התם
16 R. Aši erwiderte: Es ist nicht gleich;