Chullin 195

Kapitel 195

א בביצת אפרוח אבל טמאה לא
1 Hier handelt es sich um ein Ei mit einem Küchlein, nicht aber um ein unreines.
ב איתיביה ביצים טהורות ששלקן עם ביצים טמאות אם יש בהן בנותן טעם כולן אסורות הכא נמי בביצת אפרוח ואמאי קרי לה טמאה כיון דאית בה אפרוח קרי לה טמאה
2 Er wandte gegen ihn ein: Hat man reine Eier mit unreinen gekocht, so sind, wenn es soviel ist, daß ein Geschmack übertragen wird, alle verboten!? – Hier ebenfalls ein Ei mit einem Küchlein. – Weshalb nennt er es unreines!? – Da ein Küchlein darin ist, nennt er es unrein. –
ג והא מדקתני סיפא ביצים ששלקן ונמצא אפרוח באחת מהן אם יש בהן בנותן טעם כולן אסורות מכלל דרישא דלית בה אפרוח עסקינן
3 Wenn er aber im Schlußsatz lehrt, wenn man Eier gekocht und in einem ein Küchlein gefunden hat, seien alle, wenn soviel vorhanden ist, daß ein Geschmack übertragen wird, verboten, so spricht ja der Anfangsatz von dem Falle, wenn man kein Küchlein darin gefunden hat!? –
ד פירושי קא מפרש ביצים טהורות ששלקן עם ביצים טמאות אם יש בהן בנותן טעם כולן אסורות כיצד כגון ששלקן ונמצא אפרוח באחת מהן
4 Dies ist eine Erklärung: hat man reine Eier mit unreinen gekocht, so sind, wenn soviel vorhanden ist, daß ein Geschmack übertragen wird, alle verboten, wenn man sie beispielsweise gekocht und in einem ein Küchlein gefunden hat.
ה ה"נ מסתברא דאי ס"ד רישא דלית בה אפרוח השתא דלית בה אפרוח אסורה דאית בה אפרוח מיבעיא
5 Dies ist auch einleuchtend; wollte man sagen, der Anfangsatz spreche von dem Falle, wenn kein Küchlein darin ist, so sind sie ja, wenn sie in dem Falle verboten sind, wenn kein Küchlein darin ist, es selbstverständlich in dem Falle, wenn ein Küchlein darin ist.
ו אי משום הא לא איריא תנא סיפא לגלויי רישא שלא תאמר רישא דאית בה אפרוח אבל לית בה אפרוח שריא תנא סיפא דאית בה אפרוח מכלל דרישא דלית בה אפרוח ואפילו הכי אסירא
6 Wenn nur das, so beweist dies nichts, denn er lehrt den Schlußsatz zur Erklärung des Anfangsatzes. Damit man nicht glaube, der Anfangsatz spreche von dem Falle, wenn ein Küchlein darin ist, wenn aber kein Küchlein darin ist, sei es erlaubt, lehrt er im Schlußsatze den Fall, wenn ein Küchlein darin ist, wonach der Anfangsatz von dem Falle spricht, wenn kein Küchlein darin ist, und dennoch ist es verboten.
ז ההוא כזיתא תרבא דנפל בדיקולא דבשרא סבר רב אסי לשעוריה במאי דבלע דיקולא אמרי ליה רבנן לרב אשי אטו דהיתרא בלע דאיסורא לא בלע
7 Einst fiel eine Olive Talg in einen Kessel mit Fleisch, und R. Aši wollte bei der Bemessung das mitrechnen, was der Kessel eingesogen hatte. Da sprachen die Rabbanan zu R. Aši: Saugt er etwa nur vom Erlaubten ein und nicht auch vom Verbotenen!?
ח ההוא פלגא דזיתא דתרבא דנפל בדיקולא דבשרא סבר מר בר רב אשי לשעוריה בתלתין פלגי דזיתא אמר ליה אבוה לאו אמינא לך לא תזלזל בשיעורין דרבנן ועוד האמר ר' יוחנן חצי שיעור אסור מן התורה
8 Einst kam eine halbe Olive Talg in einen Kessel mit Fleisch, und Mar b. R. Aši wollte ihn mit dreißig halben Oliven bemessen. Da sprach sein Vater zu ihm: Sagte ich dir etwa nicht, daß du die Maßnormen bei rabbanitischen Dingen nicht geringschätzen sollst!? Ferner sagte R. Joḥanan, das halbe Quantum sei nach der Tora verboten.
ט אמר רב שמן בר אבא אמר רב אידי בר אידי בר גרשם אמר לוי בר פרטא אמר רבי נחום אמר רבי ביריים משום זקן אחד ורבי יעקב שמיה דבי נשיאה אמרו ביצה בס' אסורה בס' ואחת מותרת
9 R. Šamen b. Abba sagte im Namen des R. Idi b. Geršom im Namen des Levi b. Proto im Namen R. Naḥums im Namen R. Birjims im Namen eines Greises namens R. Ja͑qob: Im Hause des Fürsten sagten sie, wenn ein [verbotenes] Ei unter sechzig [sich befindet], seien sie verboten, und wenn unter einundsechzig, seien sie erlaubt.
י אמר רבי זירא לרב שמן בר אבא ראה שאתה מטיל בה גבול היתר שהרי שני גדולי הדור לא פירשו את הדבר רבי יעקב בר אידי ורבי שמואל בר נחמני תרוייהו משמיה דרבי יהושע בן לוי אמרי ביצה בס' אסורה בס' ואחת מותרת
10 R. Zera sprach zu R. Šamen b. Abba: Siehe, du setzest dabei eine Grenze fest, wo es erlaubt wird, während zwei Große des Zeitalters, das sind R. Ja͑qob b. Idi und R. Šemuél b. Naḥmani, dies unentschieden ließen. Beide sagten sie im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi, wenn ein [verbotenes] Ei unter sechzig [sich befindet], seien sie verboten, und wenn unter einundsechzig, seien sie erlaubt,
יא ואיבעיא להו בס' ואחת בהדי דידה או דילמא לבר מינה ולא פשיט ומר פשיט לה מפשט
11 und die Frage, ob einundsechzig mit diesem oder einundsechzig außer diesem, entschied er nicht, und der Meister entscheidet dies!
יב אתמר אמר רבי חלבו אמר רב הונא ביצה בס' והיא אסורה בס' ואחת והיא מותרת
12 Es wurde gelehrt: R. Ḥelbo sagte im Namen R. Honas: [Befindet sich ein verbotenes] Ei unter sechzig außer diesem, so sind sie verboten, wenn unter einundsechzig außer diesem, so sind sie erlaubt.
יג ההוא דאתא לקמיה דר"ג בר רבי א"ל אבא לא שיער בארבעים ושבע ואני אשער בארבעים וחמש
13 Einst kam jemand zu R. Gamliél b. Rabbi, und dieser sprach: Mein Vater ließ nicht einmal [eine Überzahl] von siebenundvierzig gelten, und ich sollte eine von fünfundvierzig gelten lassen.
יד ההוא דאתא לקמיה דר"ש בר רבי א"ל אבא לא שיער במ"ה ואני אשער במ"ג
14 Einst kam jemand zu R. Šimo͑n b. Rabbi, und dieser sprach: Mein Vater ließ nicht einmal eine [Überzahl] von fünfundvierzig gelten, und ich sollte eine von dreiundvierzig gelten lassen.
טו ההוא דאתא לקמיה דר' חייא א"ל כלום יש שלשים
15 Einst kam jemand zu R. Ḥija, und er fragte, ob dreißig vorhanden seien!? – Nur aus dem Grunde, weil keine dreißig vorhanden waren;
טז טעמא דליכא שלשים הא איכא שלשים משערין אמר ר' חנינא גוזמא
16 aber gilt dies denn, wenn dreißig vorhanden sind!? R. Ḥanina erwiderte: Nur eine Abweisung.
יז אמר ר' חייא בר אבא אמר ר' יהושע בן לוי משום בר קפרא כל איסורין שבתורה בס' אמר לפניו ר' שמואל בר רב יצחק רבי אתה אומר כן הכי אמר רב אסי אמר ר' יהושע בן לוי משום בר קפרא כל איסורין שבתורה במאה
17 R. Ḥija b. Abba sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi im Namen des Bar Qappara: Alle verbotenen Dinge der Tora [verlieren sich] im Sechzigfachen. R. Šemuél b. R. Jiçḥaq sprach vor ihm: Meister, so sagst du, R. Asi aber sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi im Namen des Bar Qappara: Alle verbotenen Dinge der Tora [verlieren sich] im Hundertfachen.
יח ושניהם לא למדוה אלא מזרוע בשלה דכתיב (במדבר ו, יט) ולקח הכהן את הזרוע בשלה וגו' ותניא בשלה
18 Beide folgerten es vom gekochten Buge. Es heißt: <i>der Priester nehme den gekochten Bug &amp;c</i>. und hierzu wird gelehrt,