Chullin 223

Kapitel 223

א דאגב חורפיה בלע אבל קישות גריר לבי פסקיה ואכיל
1 der durch seine Schärfe einsaugt, von Gurken aber kratze man die Schnittfläche ab und esse sie.
ב קילחי דליפתא שרי דסילקא אסירי ואי פתך בהו דליפתא שפיר דמי
2 Die Wurzeln von Rüben sind erlaubt, von Mangold sind verboten; sind aber solche von Rüben beigemischt, so sind sie erlaubt.
ג בעא מיניה רב דימי מרב נחמן מהו לאנוחי כדא דמלחא גבי כדא דכמכא אמר ליה אסור דחלא מאי אמר ליה שרי
3 R. Dimi fragte R. Naḥman: Darf man einen Krug mit Salz neben einen Krug mit Quarkbrei steilen? Dieser erwiderte: Es ist verboten. – Einen mit Essig? Dieser erwiderte: Es ist erlaubt. –
ד ומאי שנא לכי תיכול עלה כורא דמלחא מאי טעמא האי איתיה איסורא בעיניה והאי ליתיה איסורא בעיניה
4 Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Wenn du ein Kor Salz gemessen haben wirst. – Was ist der Grund? – In dem einen bleibt das Verbotene erhalten, im anderen nicht.
ה ההוא בר גוזלא דנפל לכדא דכמכא שרייה רב חיננא בריה דרבא מפשרוניא אמר רבא מאן חכים למישרי כי האי גוונא אי לאו רב חיננא בריה דרבא מפשרוניא קסבר כי אמר שמואל מליח הרי הוא כרותח הני מילי היכא דאינו נאכל מחמת מלחו אבל האי כותחא הרי נאכל מחמת מלחו
5 Einst fiel eine junge Taube in einen Krug mit Quarkbrei, und R. Ḥenana, der Sohn des Raba aus Paršunja, erlaubte ihn. Da sprach Raba: Wer außer R. Ḥenana, dem Sohne des Raba aus Paršunja, ist so weise, solches zu erlauben. Er ist der Ansicht, die Lehre Šemuéls, Gesalzenes gleiche Heißem, gelte nur in dem Falle, wenn es nicht mit dem Salze gegessen wird; der Quarkbrei aber wird mit dem Salze gegessen.
ו והני מילי חי אבל צלי בעי קליפה ואי אית ביה פילי כוליה אסור ואי מתבל בתבלין כוליה אסור
6 Auch gilt dies nur von Rohem, Gebratenes aber benötigt des Abschälens. Hat es Spältchen, so ist es vollständig verboten; ist es gewürzt, so ist es vollständig verboten.
ז אמר רב נחמן אמר שמואל ככר שחתך עליה בשר אסור לאכלה והני מילי דאסמיק והני מילי דאבריה והני מילי דאסמכיה אבל קלישתא לית לן בה
7 R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls: Hat man auf einem Laib [Brot gebratenes] Fleisch geschnitten, so darf man ihn nicht essen. Dies nur dann, wenn es rot ist, und nur dann, wenn [das Blut] eingedrungen ist, und endlich nur dann, wenn [der Saft] dick ist; ist er aber dünn, so ist nichts dabei.
ח שמואל שדי ליה לכלביה רב הונא יהיב ליה לשמעיה מה נפשך אי שרי לכולי עלמא שרי אי אסור לכולי עלמא אסור שאני רב הונא דאנינא דעתיה רבא אכיל ליה וקרי ליה חמר בשר
8 Šemuél warf solches seinem Hunde vor; R. Hona gab es seinem Diener. – Wie du es nimmst: ist es erlaubt, so ist es ja für alle Welt erlaubt, und ist es verboten, so ist es ja für alle Welt verboten!? – Anders war es bei R. Hona, da er sehr empfindlich war. Raba aß ihn und nannte ihn Fleischwein.
ט אמר רב נחמן אמר שמואל אין מניחין כלי תחת בשר עד שיכלה כל מראה אדמומית שבו מנא ידעינן מר זוטרא משמיה דרב פפא אמר משתעלה תימרתו
9 R. Naḥman sagte [ferner] im Namen Šemuéls: Man darf ein Gefäß unter das Fleisch erst dann setzen, wenn darin die Röte vollständig geschwunden ist. – Woher weiß man dies? Mar Zutra erwiderte im Namen R. Papas: Wenn der Dampf aufsteigt.
י מתקיף לה רב אשי ודלמא תתאה מטא עילאה לא מטא אלא אמר רב אשי לית ליה תקנתא אלא משדא ביה תרתי גללי מלחא
10 R. Aši wandte ein: Vielleicht ist nur die untere [Seite] gar, die obere aber nicht!? Vielmehr, sagte R. Aši, gibt es kein anderes Mittel, als zwei Körnchen Salz hineinzutun