Chullin 225

Kapitel 225

א ולימא ליה מדשמואל דאמר שמואל מליח הרי הוא כרותח וכבוש הרי הוא כמבושל
1 Sollte er ihm doch aus der Lehre Šemuéls entschieden haben, denn Šemuél sagte, Gesalzenes gleiche Heißem und Eingelegtes gleiche Gekochtem!? –
ב אי מדשמואל הוה אמינא הני מילי דמן אבל צירן ורוטבן לא קמשמע לן
2 Aus der Lehre Šemuéls könnte man dies nur hinsichtlich des Blutes entnehmen, nicht aber hinsichtlich der Lake und der Brühe, so lehrt er uns.
ג מיתיבי דג טהור שמלחו עם דג טמא מותר מאי לאו שהיו שניהן מלוחין לא כגון שהיה טהור מליח וטמא תפל
3 Man wandte ein: Hat man einen reinen Fisch mit einem unreinen gesalzen, so ist er erlaubt. Doch wohl, wenn beide gesalzen sind!? – Nein, wenn der reine gesalzen und der unreine ungesalzen ist. –
ד והא מדקתני סיפא (אבל אם היה טהור מליח וטמא תפל) מכלל דרישא בששניהם מלוחין עסקינן פרושי קא מפרש טהור שמלחו עם דג טמא מותר כיצד שהיה טהור מליח וטמא תפל
4 Wenn er aber im Schlußsätze den Fall lehrt, wenn der reine gesalzen und der unreine ungesalzen ist, so spricht ja der Anfangsatz von dem Falle, wenn beide gesalzen sind!? – Dies ist eine Erklärung: hat man einen reinen [Fisch] mit einem unreinen gesalzen, so ist er erlaubt, und zwar in dem Falle, wenn der reine gesalzen und der unreine ungesalzen ist. –
ה ה"נ מסתברא דאי סלקא דעתך רישא שניהם מלוחים השתא שניהם מלוחים שרי טהור מליח וטמא תפל מיבעיא
5 Dies ist auch einleuchtend; wenn man sagen wollte, der Anfangsatz spreche von dem Falle, wenn beide gesalzen sind, so ist er ja, wenn er in dem Falle erlaubt ist, wenn beide gesalzen sind, es um so mehr in dem Falle, wenn der reine gesalzen und der unreine ungesalzen ist. –
ו אי משום הא לא איריא תנא סיפא לגלויי רישא דלא תימא רישא טהור מליח וטמא תפל אבל שניהם מלוחין אסור תנא סיפא טהור מליח וטמא תפל מכלל דרישא שניהן מלוחין ואפ"ה שרי
6 Wenn nur dies, so beweist dies nichts, denn er lehrt den Schlußsatz zur Erklärung des Anfangsatzes. Damit man nicht glaube, der Anfangsatz spreche von dem Falle, wenn der reine gesalzen und der unreine ungesalzen ist, wenn aber beide gesalzen sind, sei er verboten, lehrt er im Schlußsätze den Fall, wenn der reine gesalzen und der unreine ungesalzen ist, wonach der Anfangsatz von dem Falle spricht, wenn beide gesalzen sind, und dennoch ist er erlaubt. –
ז ת"ש מסיפא דסיפא אבל אם היה טמא מליח וטהור תפל אסור טמא מליח וטהור תפל הוא דאסור הא שניהן מלוחין שרי
7 Komm und höre den Schluß des Schlußsatzes: Ist aber der unreine gesalzen und der reine ungesalzen, so ist er verboten. Er ist nur dann verboten, wenn der unreine gesalzen und der reine ungesalzen ist, wenn aber beide gesalzen sind, so ist er erlaubt!? –
ח איידי דתנא רישא טהור מליח וטמא תפל תנא נמי סיפא טמא מליח וטהור תפל
8 Da er im Anfangsatze den Fall lehrt, wenn der reine gesalzen und der unreine ungesalzen ist, lehrt er im Schlußsatze den Fall, wenn der unreine gesalzen und der reine ungesalzen ist.
ט (סימן בישרא דמנח נפקותא)
9 
י אמר שמואל אין הבשר יוצא מידי דמו אלא א"כ מולחו יפה יפה ומדיחו יפה יפה אתמר רב הונא אמר מולח ומדיח במתניתא תנא מדיח ומולח ומדיח ולא פליגי הא דחלליה בי טבחא הא דלא חלליה בי טבחא רב דימי מנהרדעא מלח ליה במילחא גללניתא ומנפיץ ליה
10 Šemuél sagte: Das Fleisch wird vom Blute nur dann entleert, wenn man es gut salzt und gut abspült. Es wurde gelehrt: B. Hona sagt, man salze es und spüle es ab. In einer Barajtha wird gelehrt, man spüle es ab, salze es und spüle es ab. Sie streiten aber nicht; eines, wenn es beim Schlächter gewaschen worden ist, und eines, wenn es beim Schlächter nicht gewaschen worden ist. R. Dimi aus Nehardea͑ salzte Fleisch mit grobem Steinsalze und schüttelte es ab.
יא אמר רב משרשיא אין מחזיקין דם בבני מעיים תרגמא אכרכשא ומעייא והדרא דכנתא
11 R. Mešaršeja sagte: Von den Eingeweiden nehme man nicht an, daß sie bluthaltig sind. Dies wird auf den Mastdarm, die Dünndärme und das Gekröse bezogen.
יב אמר שמואל אין מניחין בשר מליח אלא ע"ג כלי מנוקב
12 Šemuél sagte: Man lege das gesalzene Fleisch nur auf ein durchlöchertes Gefäß.
יג רב ששת מלח ליה גרמא גרמא תרי מאי טעמא לא משום דפריש מהאי ובלע האי חד נמי פריש מהאי גיסא ובלע האי גיסא אלא לא שנא
13 R. Šešeth salzte jedes Stück einzeln. – Zwei zusammen wohl deshalb nicht, weil [das Blut] aus dem einen ausfließt und vom anderen auf gesogen wird, ebenso fließt es ja auch bei einem aus der einen Seile aus und wird von der anderen Seite aufgesogen!? Vielmehr gibt es hierbei keinen Unterschied.
יד אמר שמואל משום ר' חייא השובר מפרקתה של בהמה קודם שתצא נפשה הרי זה מכביד את הבשר וגוזל את הבריות ומבליע דם באברים
14 Šemuél sagte im Namen R. Ḥijas: Wenn man dem Vieh das Genick bricht bevor das Leben ausgeschieden ist, so macht man das Fleisch schwer, beraubt die Leute, und macht das Blut in die Glieder eindringen.
טו איבעיא להו היכי קאמר מכביד את הבשר וגוזל את הבריות משום דמבליע דם באברים הא לדידיה שפיר דמי או דלמא לדידיה נמי אסור תיקו:
15 Sie fragten: Wie meint er es: man macht das Fleisch schwer und beraubt die Leute, weil man das Blut in die Glieder eindringen macht, wonach dies für sich selbst erlaubt ist, oder ist dies auch für sich selbst verboten? – Dies bleibt unentschieden.
טז <big><strong>מתני׳</strong></big> המעלה את העוף עם הגבינה על השלחן אינו עובר בלא תעשה:
16 <b>W</b><small>ER</small> G<small>EFLÜGEL UND</small> K<small>ÄSE AUF DEN</small> T<small>ISCH AUFTRÄGT, ÜBERTRITT KEIN</small> V<small>ERBOT</small>.
יז <big><strong>גמ׳</strong></big> הא אוכלו עובר בלא תעשה שמע מינה בשר עוף בחלב דאורייתא אימא המעלה את העוף עם הגבינה על השולחן אינו בא לידי לא תעשה:
17 GEMARA. Demnach überritt man ein Verbot, wenn man sie [zusammen] ißt, somit ist hieraus zu entnehmen, daß Geflügel mit Milch nach der Tora [verboten] ist. – Lies: wer Geflügel und Käse auf den Tisch aufträgt, kommt dadurch nicht zur Übertretung eines Verbotes.
יח <big><strong>מתני׳</strong></big> בשר בהמה טהורה בחלב בהמה טהורה אסור לבשל ואסור בהנאה בשר בהמה טהורה בחלב בהמה טמאה בשר בהמה טמאה בחלב בהמה טהורה מותר לבשל ומותר בהנאה ר"ע אומר חיה ועוף אינם מן התורה שנאמר (שמות כג, יט) לא תבשל גדי בחלב אמו ג' פעמים פרט לחיה ולעוף ובהמה טמאה
18 <b>F</b><small>LEISCH VON EINEM REINEN</small> V<small>IEH MIT</small> M<small>ILCH VON EINEM REINEN</small> V<small>IEH IST ZU KOCHEN UND ZUR</small> N<small>UTZNIESSUNG VERBOTEN</small>. F<small>LEISCH VON EINEM REINEN</small> V<small>IEH MIT</small> M<small>ILCH VON EINEM UNREINEN</small> V<small>IEH ODER</small> F<small>LEISCH VON EINEM UNREINEN</small> V<small>IEH MIT</small> M<small>ILCH VON EINEM REINEN</small> V<small>IEH IST ZU KOCHEN UND ZUR</small> N<small>UTZNIESSUNG ERLAUBT</small>. R. A͑<small>QIBA SAGTE</small>: B<small>EI</small> W<small>ILD UND</small> G<small>EFLÜGEL</small> 1<small>ST</small> [<small>DIESES</small> V<small>ERBOT</small>] <small>NICHT AUS DER</small> T<small>ORA, DENN ES HEISST DREIMAL:</small> <i>du sollst nicht ein Böckchen mit der Milch seiner Matter kochen</i><small>, DIES SCHLIESST DAS</small> W<small>ILD, DAS</small> G<small>EFLÜGEL UND DAS UNREINE</small> V<small>IEH AUS</small>.
יט רבי יוסי הגלילי אומר נאמר (דברים יד, כא) לא תאכלו כל נבלה ונאמר לא תבשל גדי בחלב אמו את שאסור משום נבלה אסור לבשל בחלב עוף שאסור משום נבלה יכול יהא אסור לבשל בחלב ת"ל בחלב אמו יצא עוף שאין לו חלב אם:
19 R. J<small>OSE DER</small> G<small>ALILÄER SAGTE:</small> E<small>S HEISST:</small> <i>ihr sollt keinerlei Aas essen</i>, <small>UND ES HEISST:</small> <i>du sollst nicht ein Böckchen mit der Milch seiner Mutter kochen</i>, <small>WAS ALS</small> A<small>AS VERBOTEN IST, DARF MAN NICHT MIT</small> M<small>ILCH KOCHEN; MAN KÖNNTE NUN GLAUBEN, MAN DÜRFE AUCH DAS</small> G<small>EFLÜGEL, DAS ALS</small> A<small>AS VERBOTEN IST, NICHT MIT</small> M<small>ILCH KOCHEN, SO HEISST ES:</small> <i>mit der Milch seiner Mutter</i>, <small>AUSGENOMMEN DAS</small> G<small>EFLÜGEL, DAS KEINE</small> M<small>UTTERMILCH HAT</small>.
כ <big><strong>גמ׳</strong></big> מנא הני מילי א"ר אלעזר אמר קרא (בראשית לח, כ) וישלח יהודה את גדי העזים
20 GEMARA. Woher dies? R. Elea͑zar erwiderte: Die Schrift sagt: <i>da schickte Jehuda das Ziegenböckchen</i>;