Chullin 227

Kapitel 227

א כיון דעל אכילה לא לקי אבישול נמי לא לקי
1 und da er wegen des Essens nicht zu geißeln ist, ist er auch wegen des Kochens nicht zu geißeln.
ב ואיכא דאמרי אבישול כולי עלמא לא פליגי דלקי כי פליגי אאכילה מאן דאמר אינו לוקה דהא אין איסור חל על איסור ומאן דאמר לוקה להכי אפקה רחמנא לאכילה בלשון בישול כיון דאבישול לקי אאכילה נמי לקי
2 Manche sagen: Über das Kochen streiten sie überhaupt nicht, ob er zu geißeln ist, sie streiten nur über das Essen: einer sagt, er sei nicht zu geißeln, weil ein Verbot sich nicht auf Verbotenes erstreckt, und einer sagt, er sei zu geißeln, denn der Allbarmherzige gebraucht für ‘essen’ den Ausdruck ‘kochen’, und da er wegen des Kochens zu geißeln ist, ist er auch wegen des Essens zu geißeln.
ג ואיבעית אימא מר אמר חדא ומר אמר חדא ולא פליגי
3 Wenn du aber willst, sage ich: einer lehrt dies und einer lehrt jenes, und sie streiten nicht.
ד מיתיבי המבשל במי חלב פטור דם שבשלו בחלב פטור העצמות והגידים והקרנים והטלפים שבשלן בחלב פטור
4 Man wandte ein: Wer [Fleisch] mit Molke gekocht hat, ist frei; hat man Blut mit Milch gekocht, so ist man frei; hat man die Knochen, die Sehnen, die Hörner oder die Klauen mit Milch gekocht, so ist man frei.
ה הפגול והנותר והטמא שבשלן בחלב חייב
5 Hat man Verwerfliches, Zurückgebliebenes oder Unreines mit Milch gekocht, so ist man schuldig. –
ו האי תנא סבר איסור חל על איסור
6 Dieser Autor ist der Ansicht, ein Verbot erstrecke sich auf Verbotenes.·
ז המבשל במי חלב פטור מסייע ליה לריש לקיש דתנן מי חלב הרי הן כחלב והמוחל הרי הוא כשמן אמר ריש לקיש לא שנו אלא להכשיר את הזרעים אבל לענין בישול בשר בחלב מי חלב אינו כחלב
7 «Hat man [Fleisch] mit Molke gekocht, so ist man frei.» Dies ist eine Stütze für Reš Laqiš. Wir haben gelernt, Molke gleiche der Milch und Olivensaft dem Öl und hierzu sagte Reš Laqiš, dies lehrten sie nur hinsichtlich der Befähigung von Saaten, hinsichtlich des Kochens von Fleisch mit Milch aber gleiche Molke nicht der Milch.
ח תנו רבנן בחלב אמו אין לי אלא בחלב אמו בחלב פרה ורחל מנין
8 Die Rabbanan lehrten: <i>Mit der Milch seiner Mutter</i>; ich weiß dies nur von der Milch der Mutter, woher dies von der Milch einer Kuh oder eines Schafes?
ט אמרת קל וחומר ומה אמו שלא נאסרה עמו בהרבעה נאסרה עמו בבשולו פרה ורחל שנאסרו עמו בהרבעה אינו דין שנאסרו עמו בבשולו תלמוד לומר בחלב אמו
9 Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn mit der der Mutter, mit der die Kreuzung nicht verboten ist, das Kochen verboten ist, um wieviel mehr ist mit der einer Kuh oder eines Schafes, mit denen die Kreuzung verboten ist, das Kochen verboten. Ferner heißt es: <i>mit der Milch seiner Mutter</i>. –
י והא למה לי קרא הא אתיא ליה
10 Wozu ist hierfür ein Schriftvers nötig, es wird ja [durch einen Schluß] gefolgert!?
יא אמר רב אשי משום דאיכא למימר מעיקרא דדינא פירכא מהיכא קא מייתית לה מאמו מה לאמו שכן נאסרה עמו בשחיטה תאמר בפרה שלא נאסרה עמו בשחיטה תלמוד לומר בחלב אמו
11 R. Aši erwiderte: Da der Schluß von der Mutter gefolgert wird, so könnte man ihn wie folgt widerlegen: wohl gilt dies von der der Mutter, mit der zusammen es zu schlachten verboten ist, während es mit einer Kuh zu schlachten nicht verboten ist. Daher heißt es: <i>mit der Milch seiner Mutter</i>.
יב תניא אידך בחלב אמו אין לי אלא בחלב אמו בחלב אחותו גדולה מנין
12 Ein Anderes lehrt: <i>Mit der Milch seiner Mutter</i>; ich weiß dies nur von der Milch der Mutter, woher dies von der Milch einer größeren Schwester?
יג אמרת ק"ו ומה אמו שנכנסה עמו לדיר להתעשר נאסרה עמו בבשול אחותו שלא נכנסה עמו לדיר להתעשר אינו דין שנאסרה עמו בבשול תלמוד לומר בחלב אמו
13 Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn mit der der Mutter, mit der es zusammen zur Verzehntung in die Hürde kommt, das Kochen verboten ist, um wieviel mehr ist mit der einer [größeren] Schwester, mit der es nicht zusammen zur Verzehntung in die Hürde kommt, das Kochen verboten. Ferner heißt es: <i>mit der Milch seiner Mutter</i>. –
יד והא למה לי קרא הא אתיא ליה אמר רב אשי משום דאיכא למימר מעיקרא דדינא פירכא מהיכא קא מייתית לה מאמו מה לאמו שכן נאסרה עמו בשחיטה תאמר באחותו גדולה שלא נאסרה עמו בשחיטה תלמוד לומר בחלב אמו
14 Wozu ist hierfür ein Schriftvers nötig, es wird ja [durch einen Schluß] gefolgert!? R. Aši erwiderte: Da der Schluß von der Mutter gefolgert wird, so könnte man ihn wie folgt widerlegen: wohl gilt dies von der der Mutter, mit der zusammen es zu schlachten verboten ist, während es mit einer größeren Schwester zu schlachten nicht verboten ist. Daher heißt es: <i>mit Milch seiner Mutter</i>. –
טו אשכחן אחותו גדולה אחותו קטנה מנין אתיא מביניא
15 Wir wissen dies von einer größeren Schwester, woher dies von einer kleineren Schwester? –
טז מהי תיתי תיתי מאמו מה לאמו שכן נאסרה עמו בשחיטה אחותו גדולה תוכיח מה לאחותו גדולה שלא נכנסה עמו לדיר להתעשר אמו תוכיח
16 Dies ist von beiden zu folgern; [erwidert man,] wenn man es von der Mutterfolgert: wohl gilt dies von der der Mutter, mit der zusammen es zu schlachten verboten ist, so ist von der größeren Schwester [das Entgegengesetzte]zu beweisen; [erwidert man:] wohl gilt dies von der der größeren Schwester, mit der zusammen es nicht zur Verzehntung in die Hürde kommt, so ist von der Mutter [das Entgegengesetzte] zu beweisen.
יז וחזר הדין לא ראי זה כראי זה ולא ראי זה כראי זה הצד השוה שבהן שהוא בשר ואסור לבשל בחלב אף אני אביא אחותו קטנה שהוא בשר ואסור לבשל בחלב
17 Die Replikation wiederholt sich nun: die Eigenheit der einen gleicht nicht der Eigenheit der anderen, und die Eigenheit der anderen gleicht nicht der Eigenheit der einen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß es Fleisch mit Milch ist, und man sie zusammen nicht kochen darf, somit schließe man auch eine kleinere Schwester ein, es ist ebenfalls Fleisch mit Milch, und man darf sie nicht zusammen kochen. –
יח אי הכי אחותו גדולה נמי תיתי מביניא
18 Demnach sollte man es von beiden auch hinsichtlich der größeren Schwester folgern!? –
יט אין הכי נמי אלא בחלב אמו למה לי מבעי ליה לכדתניא בחלב אמו אין לי אלא בחלב אמו
19 Dem ist auch so. – Wozu heißt es demnach: <i>mit der Milch seiner Mutter</i>!<i>? – Wegen der folgenden Lehre: Mit der Milch</i> <i>seiner Mutter</i>; ich weiß dies nur von der Milch der Mutter,