Chullin 254

Kapitel 254

א נשחטה הבהמה הוכשרו בדמיה דברי רבי מאיר רבי שמעון אומר לא הוכשרו
1 I<small>ST DAS</small> V<small>IEH GESCHLACHTET ORDEN, SO IST ES DURCH DAS</small> B<small>LUT BEFÄHIGT</small> – <small>SO</small> R. M<small>EÍR;</small> R. Š<small>IMO͑N SAGT, ES SEI DARDURCH NICHT BEFÄHIGT</small>.
ב מתה הבהמה הבשר צריך הכשר האבר מטמא משום אבר מן החי ואינו מטמא משום אבר נבלה דברי ר' מאיר ור' שמעון מטהר:
2 I<small>ST DAS</small> V<small>IEH VERENDET, SO BENÖTIGT DAS</small> F<small>LEISCH DER</small> B<small>EFÄHIGUNG UND DAS</small> G<small>LIED IST ALS</small> G<small>LIED VON</small> L<small>EBENDEM VERUNREINIGEND, NICHT ABER ALS</small> G<small>LIED VON EINEM</small> A<small>ASE</small> – <small>SO</small> R. M<small>EÍR; NACH</small> R. Š<small>IMO͑N IST ES REIN</small>.
ג <big><strong>גמ׳</strong></big> טומאת אוכלין אין טומאת נבלה לא
3 GEMARA. Nur als Speise verunreinigungsfähig, nicht aber als Aas verunreinigend;
ד היכי דמי אי דמעלין ארוכה אפילו טומאת אוכלין נמי לא ליטמו ואי דאין מעלין ארוכה טומאת נבלה נמי ליטמו
4 in welchem Falle: sind sie heilbar, so sollten sie auch nicht als Speise verunreinigungsfähig sein, und sind sie nicht heilbar, so sollten sie auch als Aas unrein sein!? –
ה לעולם דאין מעלין ארוכה ושאני טומאת נבלה דרחמנא אמר (ויקרא יא, לז) כי יפול עד שיפול
5 Tatsächlich, wenn sie nicht heilbar sind, nur ist die Unreinheit des Aases anders, denn der Allbarmherzige sagt: <i>wenn fallen</i>, nur wenn es abgefallen ist.
ו תניא נמי הכי האבר והבשר המדולדלין בבהמה ומעורין בחוט השערה יכול יטמאו טומאת נבלה תלמוד לומר יפול עד שיפול ואפילו הכי טומאת אוכלין מיטמו
6 Ebenso wird auch gelehrt: Man könnte glauben, das nachhängende, mit dem Vieh durch eine haarähnliche Faser verbundene Glied oder Fleisch sei als Aas verunreinigend, so heißt es: <i>wenn fallen</i>, nur wenn es abgefallen ist. Dennoch sind sie als Speisen verunreinigungsfähig.
ז מסייע ליה לרב חייא בר אשי דאמר רב חייא בר אשי אמר שמואל תאנים שצמקו באיביהן מטמאות טומאת אוכלין והתולש מהן בשבת חייב חטאת
7 Dies ist eine Stütze für R. Ḥija b. Aši, denn R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Šemuéls: Vertrocknete Feigen an den Stengeln sind als Speise verunreinigungsfähig, und wer sie am Šabbath pflückt, ist ein Sündopfer schuldig.
ח לימא מסייע ליה ירקות שצמקו באיביהן כגון הכרוב והדלעת אין מטמאין טומאת אוכלין קצצן ויבשן מטמאין טומאת אוכלין
8 Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Vertrocknetes Grünkraul an den Stengeln, wie Kohl oder Kürbisse, ist nicht als Speise verunreinigungsfähig: hat man es abgeschnitten und getrocknet, so ist es als Speise verunreinigungsfähig. –
ט קצצן ויבשן ס"ד עץ בעלמא הוא וא"ר יצחק בעל מנת ליבשן
9 Wieso, wenn abgeschnitten und getrocknet, es ist ja nichts weiter als Holz!? R. Jiçḥaq erwiderte: In der Absicht, es zu trocknen.
י טעמא דכרוב ודלעת הוא כיון דיבשן לאו בני אכילה נינהו הא שאר פירות מטמאי
10 Dies gilt nur von Kohl und Kürbissen, die getrocknet nicht eßbar sind, andere Früchte aber sind verunreinigungsfähig.
יא היכי דמי אי דיבשן הן ועוקציהן פשיטא אלא לאו בלא עוקציהן
11 In welchem Falle: sind sie samt den Stengeln vertrocknet, so ist es ja selbstverständlich; doch wohl ohne Stengel. –
יב לעולם הן ועוקציהן וקצצן על מנת ליבשן איצטריכא ליה
12 Tatsächlich samt den Stengeln, und nötig ist [diese Lehre] wegen des Falles, wenn man es zum Trocknen abgeschnitten hat. –
יג ת"ש אילן שנפשח ובו פירות הרי הן כתלושין יבשו הרי הן כמחוברין מאי לאו מה תלושין לכל דבריהן אף מחוברין לכל דבריהן
13 Komm und höre: Wenn ein [Ast von einem] Baume abgeplatzt ist und an diesem Früchte vorhanden sind, so gelten sie als gepflückt; vertrocknete gelten als haftend. Wie nun jene als gepflückt gelten in jeder Hinsicht, so gelten wohl diese als haftend in jeder Hinsicht!? –
יד מידי איריא הא כדאיתא והא כדאיתא:
14 Wieso dies, diese so und jene anders.
טו נשחטה הבהמה [וכו']: במאי קא מיפלגי
15 I<small>ST DAS</small> V<small>IEH GESCHLACHTET WORDEN</small> &amp;<small>C</small>. Worin besteht ihr Streit?
טז אמר רבה בבהמה נעשית יד לאבר קמיפלגי מר סבר אין בהמה נעשית יד לאבר ומר סבר בהמה נעשית יד לאבר
16 Rabba erwiderte: Sie streiten darüber, ob das Vieh als Stiel des Gliedes gelte; einer ist der Ansicht, das Vieh gelte nicht als Stiel des Gliedes, und einer ist der Ansicht, das Vieh gelte als Stiel des Gliedes.
יז אביי אמר באוחז בקטן ואין גדול עולה עמו קמיפלגי
17 Abajje erwiderte: Sie streiten über den Fall, wenn beim Anfassen des kleineren Teiles der größere nicht mitgezogen wird;
יח מר סבר אוחז בקטן ואין גדול עולה עמו הרי הוא כמוהו ומר סבר אינו כמוהו
18 einer ist der Ansicht, wenn beim Anfassen des kleineren Teiles der größere nicht mitgezogen wird, gleiche er diesem, und einer ist der Ansicht, er gleiche ihm nicht.
יט ואף ר' יוחנן סבר באוחז בקטן ואין גדול עולה עמו קא מיפלגי
19 Auch R. Joḥanan ist der Ansicht, daß sie über den Fall streiten, wenn beim Anfassen des kleineren Teiles der größere nicht mitgezogen wird.
כ דרבי יוחנן רמי דר"מ אדר"מ מי אמר ר' מאיר אוחז בקטן ואין גדול עולה עמו הרי הוא כמוהו
20 R. Joḥanan wies nämlich auf einen Widerspruch hin, in welchem R. Meír sich mit sich selber befindet: Kann R. Meír denn gesagt haben, wenn beim Anfassen des kleineren Teiles der größere nicht mitgezogen wird, gleiche er jenem,
כא ורמינהו אוכל שנפרס ומעורה במקצת
21 dem widersprechend wird ja gelehrt, wenn von einer Speise ein Teil abgetrennt ist und nur an etwas haftet, gleiche er,