Chullin 255

Kapitel 255

א רבי מאיר אומר אם אוחז בקטן וגדול עולה עמו הרי הוא כמוהו ואם לאו אינו כמוהו
1 wie R. Meír sagt, wenn beim Anfassen des kleineren Teiles der größere mitgezogen wird, jenem, und wenn nicht, gleiche er ihm nicht.
ב ואמר רבי יוחנן מוחלפת השיטה
2 Und R. Joḥanan erklärte, er habe hier seine Ansicht geändert. –
ג ומאי קושיא דילמא שני ליה לר"מ בין טבול יום לשאר טומאות
3 Was ist dies denn für ein Widerspruch, vielleicht unterscheidet R. Meír zwischen [der Unreinheit] des am selben Tage Untergetauchten und anderen Unreinen!? –
ד תניא רבי אומר אחד טבול יום ואחד שאר טומאות
4 Es wird gelehrt: Rabbi sagte, dies gelte sowohl von [der Unreinheit] des am selben Tage Untergetauchten als auch von anderen Unreinen. –
ה ודילמא לרבי לא שני ליה ולר' מאיר שני ליה
5 Vielleicht unterscheidet Rabbi nicht, R. Meír aber wohl!? –
ו אמר ר' יאשיה הכי אמר ר' יוחנן לדברי רבי מוחלפת השיטה
6 R. Jošija erwiderte: R. Joḥanan sagte wie folgt: Nach den Worten Rabbis hat er hier seine Ansicht geändert.
ז רבא אמר ביש יד לטומאה ואין יד להכשר קמיפלגי
7 Raba erwiderte: Sie streiten darüber, ob ein Stiel von Bedeutung ist nur für die Unreinheit und nicht für die Befähigung;
ח מר סבר יש יד לטומאה ואין יד להכשר ומר סבר יש יד לטומאה ולהכשר
8 einer ist der Ansicht, der Stiel sei von Bedeutung nur für die Unreinheit, nicht aber für die Befähigung, und einer ist der Ansicht, der Stiel sei von Bedeutung für die Unreinheit und für die Befähigung.
ט רב פפא אמר בהכשר קודם מחשבה קמיפלגי
9 R. Papa erwiderte: Sie streiten über die Befähigung vor der Absicht.
י דתנן אמר ר' יהודה כך היה רבי עקיבא שונה חלב שחוטה בכפרים צריך מחשבה ואין צריך הכשר שכבר הוכשר בשחיטה
10 Wir haben nämlich gelernt: R. Jehuda sagte: R. A͑qiba lehrte, der Talg von Geschlachtetem benötige in Dörfern der Absicht, nicht aber der Befähigung, da er bereits durch die Schlachtung befähigt worden ist.
יא אמרתי לפניו למדתנו רבינו עולשין שלקטן והדיחן לבהמה ונמלך עליהן לאדם צריכות הכשר שני וחזר רבי עקיבא להיות שונה כרבי יהודה
11 Da sprach ich zu ihm: Du hast uns gelehrt, Meister, daß, wenn man Endivien für ein Vieh gesammelt und abgespült hat, und sich nachher überlegt, sie für Menschen zu verwenden, sie wiederum der Befähigung benötigen. Hierauf trat R. A͑qiba zurück und lehrte wie R. Jehuda.
יב מר סבר לה כמעיקרא ומר סבר לה כחזרה
12 Einer ist der Ansicht der ursprünglichen Lehre [R. A͑qibas], und einer ist der Ansicht der späteren Lehre.
יג רב אחא בריה דרב איקא אמר בנתקנח הדם בין סימן לסימן קמיפלגי
13 R. Aḥa, Sohn des Iqa, erwiderte: Sie streiten über den Fall, wenn zwischen dem Durchschneiden des einen und des anderen Halsorganes das Blut fortgewischt wurde;
יד מר סבר ישנה לשחיטה מתחלה ועד סוף והאי דם שחיטה הוא ומר סבר אינה לשחיטה אלא לסוף והאי דם מכה הוא
14 einer ist der Ansicht, die Schlachtung habe Gültigkeit vom Beginne bis zur Beendigung, somit ist es Blut der Schlachtung, und einer ist der Ansicht die Schlachtung habe Gültigkeit erst bei Beendigung, somit ist es Blut einer Verletzung.
טו רב אשי אמר בשחיטה מכשרת ולא דם קמיפלגי
15 R. Aši erwiderte: Sie streiten darüber, ob nur die Schlachtung und nicht das Blut befähige.
טז בעי רבה בהמה בחייה מהו שתעשה יד לאבר תיקו
16 Rabba fragte: Gilt ein lebendes Vieh als Stiel eines Gliedes? – Dies bleibt unentschieden.
יז אמר אביי הרי אמרו קישות שנטעה בעציץ והגדילה ויצאת חוץ לעציץ טהורה
17 Abajje sagte: Sie sagten: Wenn man Gurken in einen Pflanzentopf gepflanzt hat und sie gewachsen sind und über den Pflanzentopf hinausragen, so sind sie rein.
יח אמר ר"ש וכי מה טיבה לטהר אלא הטמא בטומאתו וטהור בטהרתו
18 R. Šimo͑n sprach: Weshalb sollten sie dadurch rein sein!? Vielmehr sind die verunreinigungsfähigen verunreinigungsfähig und die reinen rein.
יט בעי אביי מהו שתעשה יד לחברתה תיקו
19 Folgendes aber fragte Abajje: Gilt die eine als Stiel der anderen? – Dies bleibt unentschieden.
כ אמר רבי ירמיה הרי אמרו המשתחוה לחצי דלעת אסרה בעי ר' ירמיה
20 R. Jirmeja sagte: Sie sagten, wenn man einen halben Kürbis götzendienstlich verehrt hat, habe man ihn verboten gemacht. Folgendes aber fragte R. Jirmeja: