Chullin 267

Kapitel 267

א ורמינהו על מנת שהמתנות שלי נותן לכל כהן שירצה
1 Ich will auf einen Widerspruch hin weisen: [Sagte er:] mit der Bedingung, daß die Priestergaben mir gehören, so gebe er sie jedem beliebigen Priester!? –
ב על מנת אחוץ קא רמית חוץ שיורא על מנת לאו שיורא
2 Du weisest auf einen Widerspruch hin zwischen [der Vereinbarung] ‘mit der Bedingung’ und [der Vereinbarung] ‘mit Ausnahme’!? ‘Mit Ausnahme’ ist eine Zurücklassung, ‘mit der Bedingung’ ist keine Zurücklassung. –
ג ורמינהו על מנת שהמתנות שלי המתנות שלו בהא פליגי מר סבר על מנת שיורא הוא ומר סבר על מנת לאו שיורא הוא:
3 Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: [Sagte er:] mit der Bedingung, daß die Priestergaben mir gehören, so gehören die Priestergaben ihm!? – Darin besteht ihr Streit; einer ist der Ansicht, ‘mit der Bedingung’ sei eine Zurücklassung, und einer ist der Ansicht, ‘mit der Bedingung’ sei keine Zurücklassung.
ד אמר לו מכור לי בני מעיה וכו': אמר רב לא שנו אלא ששקל לעצמו אבל שקל לו טבח הדין עם הטבח ורב אסי אמר אפי' שקל לו טבח הדין עמו
4 W<small>ENN JEMAND</small> [<small>ZU EINEM</small> S<small>CHLÄCHTER</small>] <small>SAGTE, DASS ER IHM DAS</small> E<small>INGEWEIDE VERKAUFE</small> &amp;c. Rabh sagte: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn er selbst sie gewogen hat, hat sie aber der Schlächter gewogen, so hat [der Priester] seine Forderung an den Schlächter zu richten. R. Asi aber sagte, auch wenn der Schlächter sie gewogen hat, habe [der Priester] die Forderung an jenen zu richten.
ה לימא בדרב חסדא קא מיפלגי דאמר רב חסדא גזל ולא נתייאשו הבעלים ובא אחר ואכלו רצה מזה גובה רצה מזה גובה דמר אית ליה דרב חסדא ומר לית ליה דרב חסדא
5 Es wäre anzunehmen, daß sie über eine Lehre R. Ḥisdas streiten, denn R. Ḥisda sagte: Wenn jemand etwas geraubt und der Eigentümer sich davon nicht losgesagt, und darauf ein anderer gekommen ist und es verzehrt hat, so kann jener beliebig von dem einen oder von dem anderen [Ersatz] verlangen. Einer hält von der Lehre R. Ḥisdas, und einer hält nichts von der Lehre R. Ḥisdas. –
ו לא דכולי עלמא אית להו דרב חסדא והכא במתנות כהונה נגזלות קא מיפלגי דמר סבר נגזלות ומר סבר אין נגזלות
6 Nein, alle halten sie von der Lehre R. Ḥisdas, hier aber streiten sie darüber, ob die Priestergaben geraubt werden können; einer ist der Ansicht, sie können geraubt werden, und einer ist der Ansicht, sie können nicht geraubt werden.
ז איכא דמתני לה להא שמעתא בפני עצמה רב אמר מתנות כהונה נגזלות ורב אסי אמר מתנות כהונה אין נגזלות:
7 Manche lehren dies als selbständige Lehre: Rabh sagt, die Priestergaben können geraubt werden, und R. Asi sagt, die Priestergaben können nicht geraubt werden.
ח <big><strong>מתני׳</strong></big> גר שנתגייר והיתה לו פרה נשחטה עד שלא נתגייר פטור משנתגייר חייב ספק פטור שהמוציא מחבירו עליו הראיה:
8 <b>H</b><small>AT EIN</small> P<small>ROSELYT, DER SICH BEKEHRT HAT, EINE</small> K<small>UH, SO IST ER, WENN SIE VOR SEINER</small> B<small>EKEHRUNG GESCULACHTET WORDEN IST, FREI, UND WENN NACH SEINER</small> B<small>EKEHRUNG, VERPFLICHTET; IST DIES ZWEIFELHAFT, SO IST ER FREI, DENN WER VON SEINEM</small> N<small>ÄCHSTEN FORDERT, HAT DEN</small> B<small>EWEIS ANZUTRETEN</small>.
ט <big><strong>גמ׳</strong></big> כי אתא רב דימי אמר רמי ליה רבי שמעון בן לקיש לר' יוחנן תנן ספק פטור אלמא ספיקא לקולא
9 GEMARA. Als R. Dimi kam, sagte er: R. Šimo͑n b. Laqiš wies R. Joḥanan auf einen Widerspruch hin: Wir haben gelernt, wenn es zweifelhaft ist, sei er frei, wonach bei einem Zweifel erleichternd zu entscheiden ist,
י ורמינהו חורי הנמלים שבתוך הקמה הרי אלו של בעל הבית ושלאחר הקוצרים העליונים לעניים והתחתונים של בעל הבית
10 und dem widersprechend wird gelehrt: Was sich innerhalb des Halmgetreides in den Ameisenlöchern befindet, gehört dem Hausherrn, und von dem, was sich hinter den Schnittern befindet, gehört das obere den Armen und das untere dem Hausherrn.
יא רבי מאיר אומר הכל לעניים שספק לקט לקט
11 R. Meír sagt, alles gehöre den Armen, denn die zweifelhafte Nachlese gilt als Nachlese.
יב אמר ליה אל תקניטני שבלשון יחיד אני שונה אותה דתניא ר' יהודה בן אגרא אומר משום רבי מאיר ספק לקט לקט ספק שכחה שכחה ספק פאה פאה
12 Dieser erwiderte: Erzürne mich nicht; ich lehre es als Ansicht eines einzelnen, denn es wird gelehrt: R. Jehuda b. Agra sagte im Namen R. Meírs, die zweifelhafte Nachlese gelte als Nachlese, das zweifelhafte Vergessene gelte als Vergessenes und der zweifelhafte Eckenlaß gelte als Eckenlaß.
יג אמר לו אל תשנה אותה אלא בלשון בן תדל והא טעמא קאמר דאמר ר"ש בן לקיש מאי דכתיב (תהלים פב, ג) עני ורש הצדיקו מאי הצדיקו
13 Jener entgegnete: Und selbst wenn du es im Nam/en des Ben Tadal lehrtest, er gibt ja einen Grund an!? R. Šimo͑n b. Laqiš sagte nämlich: Es heißt: <i>Dem Armen und Dürftigen schaffet Recht</i>; was ist unter ‘schaffet Recht’ zu verstehen:
יד אילימא בדינים והא כתיב (שמות כג, ג) ודל לא תהדר בריבו אלא צדק משלך ותן לו
14 wollte man sagen, bei einem Rechtsstreite, so heißt es ja: <i>den Geringen sollst du bei seinem Rechtsstreite nicht begünstigen</i>. Vielmehr, übe Recht mit dem Deinigen.
טו אמר רבא הכא פרה בחזקת פטורה קיימא קמה בחזקת חיובא קיימא
15 Raba sprach: Hierbei befindet sich die Kuh im Zustande des Unpflichtigen, während das Halmgetreide sich im Zustande des Pflichtigen befindet.
טז אמר ליה אביי והרי עיסה נעשית עד שלא נתגייר פטור מן החלה משנתגייר חייב ספק חייב
16 Abajje entgegnete: Beim Teige ist [ein Proselyt], wenn er vor seiner Bekehrung geknetet worden ist, von der Teighebe frei, wenn nach seiner Bekehrung, verpflichtet, und wenn es zweifelhaft ist, verpflichtet!?
יז אמר ליה ספק איסורא לחומרא ספק ממונא לקולא
17 Jener erwiderte: Bei einem Zweifel in kanonischen Dingen ist erschwerend, und bei einem Zweifel in Geldangelegenheiten ist erleichternd zu entscheiden.
יח דאמר רב חסדא וכן תני ר' חייא שמונה ספקות נאמרו בגר ארבע לחיוב וארבע לפטור
18 R. Ḥisda sagte, und ebenso lehrte R. Ḥija: Acht Fälle des Zweifels gibt es bei einem Proselyten, in vier ist er verpflichtet und in vier ist er frei; beim Opfer seiner Frau,
יט קרבן אשתו וחלה ובכור בהמה טמאה ובכור בהמה טהורה לחיוב
19 der Teighebe, dem Erstgeborenen eines unreinen Viehs und dem Erstgeborenen eines reinen Viehs ist er verpflichtet;