Chullin 71

Kapitel 71

א ס"ד אמינא הואיל ואסירי בגיזה ועבודה דמן לבעי קבורה קמשמע לן
1 Man könnte glauben, dieses sei, da sie zur Schur und zur Arbeit verboten sind, zu begraben, so lehrt er uns.
ב תנא דבי רבי ישמעאל (במדבר כג, כד) ודם חללים ישתה פרט לדם קילוח שאינו מכשיר את הזרעים
2 In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: <i>Und das Blut der Erschlagenen trinkt er;</i> ausgenommen ist das ausströmende Blut, das Saaten nicht befähigt macht.
ג ת"ר השוחט והתיז דם על הדלעת רבי אומר הוכשר רבי חייא אומר תולין
3 Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand geschlachtet hat und Blut auf einen Kürbis gespritzt ist, so ist er, wie Rabbi sagt, befähigt, und wie R. Ḥija sagt, in der Schwebe.
ד א"ר אושעיא מאחר שרבי אומר הוכשר ור' חייא אומר תולין אנו על מי נסמוך באו ונסמוך על דברי ר"ש שהיה ר"ש אומר שחיטה מכשרת ולא דם
4 R. Oša͑ja sprach: Da nun Rabbi sagt, er sei befähigt, und R. Ḥija sagt, in der Schwebe, und wir nicht wissen, auf wen wir uns stützen, so wollen wir uns auf R. Šimo͑n stützen, denn R. Šimo͑n sagt, nur die Schlachtung befähige und nicht das Blut.
ה אמר רב פפא הכל מודים היכא דאיתיה לדם מתחלה ועד סוף כולי עלמא לא פליגי דמכשיר כי פליגי בנתקנח הדם בין סימן לסימן רבי סבר ישנה לשחיטה מתחלה ועד סוף והאי דם שחיטה הוא
5 R. Papa sagte: Alle stimmen überein, daß, wenn das Blut vom Beginne bis zur Beendigung vorhanden war, es befähigend sei, sie streiten nur über den Fall, wenn das Blut zwischen dem [Durchschneiden des] einen und des anderen Halsorganes fortgewischt worden ist. Rabbi ist der Ansicht, die Schlachtung habe Gültigkeit vom Beginne bis zur Beendigung, somit ist es Blut der Schlachtung,
ו רבי חייא סבר אינה לשחיטה אלא בסוף והאי דם מכה הוא ומאי תולין תולין הדבר עד גמר שחיטה אי איתיה לדם בסוף שחיטה מכשיר ואי לא לא מכשיר
6 und R. Ḥija ist der Ansicht, die Schlachtung habe Gültigkeit erst bei Beendigung, somit ist es Blut einer Verletzung. Unter Schwebe ist zu verstehen, dies schwebe bis zum Schlüsse der Schlachtung: ist das Blut bei Beendigung der Schlachtung vorhanden, so ist es befähigend,
ז ומאי באו ונסמוך על דברי ר"ש לר"ש לא מכשיר לרבי חייא מכשיר
7 wenn aber nicht, so ist es nicht befähigend. Und [die Worte:] so wollen wir uns auf R. Šimo͑n stützen, sind wie folgt zu erklären: nach R. Šimo͑n ist es nicht befähigend und nach R. Ḥija ist es befähigend.
ח בנתקנח מיהו אשוו להדדי מר לא מכשיר ומר לא מכשיר הוה ליה רבי חד ואין דבריו של אחד במקום שנים
8 Hinsichtlich des Falles aber, wenn es fortgewischt worden ist, stimmen sie überein: nach dem einen ist es nicht befähigend und nach dem anderen ist es nicht befähigend. Rabbi steht somit allein, und die Worte eines einzelnen gelten nicht zweien gegenüber.
ט רב אשי אמר תולין לעולם משמע ונתקנח לר' חייא ספוקי מספקא ליה אי ישנה לשחיטה מתחלה ועד סוף או אינה לשחיטה אלא בסוף ומאי תולין לא אוכלין ולא שורפין
9 R. Aši erklärte: Unter Schwebe ist zu verstehen, dauernd, denn hinsichtlich des Falles, wenn es fortgewischt worden ist, ist es R. Ḥija zweifelhaft, ob die Schlachtung vom Beginne bis zur Beendigung oder erst bei Beendigung gültig sei. Schwebe heißt, weder essen noch verbrennen,
י ומאי באו ונסמוך על דברי ר"ש לר"ש לא מכשיר לרבי חייא ספיקא לענין שריפה מיהו שוו להדדי מר לא שרפיה ומר לא שרפיה
10 und [die Worte:] ‘so wollen wir uns auf R. Šimo͑n stützen’, sind wie folgt zu erklären: nach R. Šimo͑n ist es nicht befähigend und nach R. Ḥija ist es zweifelhaft. Hinsichtlich des Verbrennens aber stimmen sie überein: nach dem einen ist es nicht zu verbrennen und nach dem anderen ist es nicht zu verbrennen.
יא הוה ליה רבי חד ואין דבריו של אחד במקום שנים והכי קאמר כגון זאת תולין לא אוכלין ולא שורפין
11 Rabbi steht somit allein, und die Worte eines einzelnen gelten nicht zweien gegenüber. Er meint es wie folgt: in einem solchen Falle befindet es sich in der Schwebe, weder essen noch verbrennen.
יב בעי ר"ש בן לקיש צריד של מנחות מונין בו ראשון ושני או אין מונין בו ראשון ושני כי מהניא חבת הקדש לאפסולי גופיה למימנא ביה ראשון ושני לא או דלמא לא שנא
12 R. Šimo͑n b. Laqiš fragte: Gibt es beim Trocknen des Speisopfers erstgradige und zweitgradige [Unreinheit] oder nicht: wirkt die Würde der Heiligkeit, daß es selbst untauglich wird, nicht aber, daß man dabei erstgradig und zweitgradig zähle, oder gibt es dabei keinen Unterschied?
יג א"ר אלעזר ת"ש (ויקרא יא, לד) מכל האוכל אשר יאכל וגו' אוכל הבא במים הוכשר אוכל שאינו בא במים לא הוכשר
13 R. Elie͑zer erwiderte: Komm und höre! <i>Von jeder Speise, die gegessen wird &amp;c.;</i> eine Speise, die in Wasser gekommen ist, ist befähigt, und eine Speise, die nicht in Wasser gekommen ist, ist nicht befähigt. –
יד אטו רבי שמעון בן לקיש לית ליה אוכל הבא במים רבי שמעון בן לקיש הכי קמיבעיא ליה חבת הקדש כאוכל הבא במים דמי או לא
14 Weiß etwa R. Šimo͑n b. Laqiš nicht, daß dies nur von einer Speise gilt, die in Wasser gekommen ist!? R. Šimo͑n b. Laqiš fragt folgendes: gleicht es durch die Würde der Heiligkeit einer Speise, die in Wasser gekommen ist, oder nicht? –
טו רבי אלעזר נמי מיתורי קראי קאמר מכדי כתיב (ויקרא יא, לח) וכי יותן מים על זרע מכל האוכל אשר יאכל למה לי
15 Auch R. Elie͑zer folgert es aus zwei Schriftversen; merke, es heißt ja bereits: <i>wenn Wasser auf Saat kommt,</i> wozu heißt es: <i>von jeder Speise, die gegessen wird</i>?