Chullin 96

Kapitel 96

א דגלדאי ואמרי לה בשוקא דרבנן חזי הנך דקיימן כנדי כנדי ולא אמר להו ולא מידי
1 manche sagen, in der Gelehrtenstraße, und als er [eine Lunge] voll Blasen sah, sagte er ihnen nichts.
ב רבי אמי ורבי אסי הוו חלפי בשוקא דטבריא חזי הנך דקיימי טינרי טינרי ולא אמרי להו ולא מידי:
2 R. Ami und R. Asi gingen einst in der Ṭiberjasstraße und sahen solche voll Abszesse, und sie sagten ihnen nichts.
ג אתמר מחט שנמצאת בריאה רבי יוחנן ורבי אלעזר ורבי חנינא מכשרי רבי שמעון בן לקיש ורבי מני בר פטיש ורבי שמעון בן אליקים טרפי
3 Es wurde gelehrt: Wird in der Lunge eine Nadel gefunden, so ist es, wie R. Joḥanan, R. Elea͑zar und R. Ḥanina sagen, tauglich, und wie R. Šimo͑n b. Laqiš, R. Mani b. Paṭiš und R. Šimo͑n b. Eljaqim sagen, totverletzt.
ד לימא בהא קמיפלגי דמר סבר חסרון מבפנים שמיה חסרון ומר סבר לא שמיה חסרון לא דכולי עלמא חסרון מבפנים לא שמיה חסרון והכא בהא קמיפלגי מר סבר סמפונא נקט ואתאי ומר סבר נקובי נקיב ואתאי
4 Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem bestehe: die einen sind der Ansicht, das Fehlen innen gilt als Fehlen, und die anderen sind der Ansicht, es gelte nicht als Fehlen. — Nein, alle sind der Ansicht, das Fehlen innen gelte nicht als Fehlen, und ihr Streit besteht in folgendem: die einen sind der Ansicht, sie sei durch eine Bronchie hineingekommen, und die anderen sind der Ansicht, sie sei durch eine Durchlöcherung hineingekommen.
ה ההיא מחטא דאשתכח בחיתוכא דריאה אייתוה לקמיה דרבי אמי סבר לאכשורה איתיביה רבי ירמיה ואיתימא רבי זריקא הריאה שניקבה או שחסרה מאי חסרה אילימא מבחוץ היינו ניקבה אלא לאו מבפנים וש"מ חסרון מבפנים שמיה חסרון
5 Einst wurde eine Nadel in einem Stück einer Lunge gefunden, und man brachte es zu R. Ami; er wollte es als tauglich erklären, da wandte R. Jirmeja, nach anderen R. Zeriqa, gegen ihn ein: Wenn die Lunge durchlöchert ist oder davon etwas fehlt. Was ist unter ‘fehlt’ zu verstehen: wenn außen, so ist dies ja dasselbe, was durchlöchert, doch wohl innen; somit ist hieraus zu entnehmen, daß das Fehlen innen als Fehlen gelte.
ו הדר שדרוה לקמיה דרבי יצחק נפחא סבר לאכשורה איתיביה רבי ירמיה ואיתימא ר' זריקה הריאה שניקבה או שחסרה מאי חסרה אילימא מבחוץ היינו ניקבה אלא לאו מבפנים וש"מ חסרון מבפנים שמיה חסרון
6 Hierauf sandte man es zu R. Jiçḥaq dem Schmied, und auch er wollte es als tauglich erklären, da wandte R. Jirmeja, nach anderen R. Zeriqa, gegen ihn ein: Wenn die Lunge durchlöchert ist oder davon etwas fehlt. Was ist unter ‘fehlt’ zu verstehen: wenn außen, so ist dies ja dasselbe, was durchlöchert; doch wohl innen, somit ist hieraus zu entnehmen, daß das Fehlen innen als Fehlen gelte.
ז הדר שדרוה לקמיה דר' אמי וטרפה אמרי ליה והא רבנן מכשרי אמר להן הן הכשירו שיודעים מאיזה טעם הכשירו אנן מאיזה טעם נכשיר דלמא אי הוה ריאה קמן מינקבה
7 Daraufhin sandte man es zu R. Ami, und er erklärte es als totverletzt. Man sprach zu ihm: Jene Gelehrten erklären es ja als tauglich!? Dieser erwiderte: Sie erklären es als tauglich, und wissen den Grund, weshalb sie es als tauglich erklären; aus welchem Grund aber sollen wir es als tauglich erklären, vielleicht ist die Lunge, wenn wir sie vor uns hätten, durchlöchert!? —
ח טעמא דליתא הא איתא ולא מינקבה כשרה והאמר רב נחמן האי סמפונא דריאה דאינקיב טרפה ההוא לחבירו אתמר
8 Nur aus dem Grunde, weil sie nicht vorhanden ist, wenn sie aber vorhanden und nicht durchlöchert ist, ist es tauglich, und dem widersprechend sagte ja R. Naḥman, wenn eine Bronchie der Lunge durchlöchert ist, sei es untauglich!? — In dem Falle, wenn [das Loch] in eine andere mündet. —
ט והאמר רב נחמן האי הדורא דכנתא דאינקיב להדי חבריה מגין עליה אמר רב אשי טרפות קא מדמי להדדי אין אומרין בטרפות זו דומה לזו שהרי חותכה מכאן ומתה חותכה מכאן וחיה
9 R. Naḥman sagte ja aber, wenn von den Därmen des Gekröses einer gegen den anderen durchlöchert ist, [einer den anderen] schütze!? R. Aši erwiderte: Du vergleichst Verletzungen mit einander! Bei Verletzungen sage man nicht, eine sei mit der anderen zu vergleichen; schneidet man [ein Vieh] an der einen Stelle, verendet es, schneidet man es an einer anderen Stelle, bleibt es leben.
י ההיא מחטא דאישתכח בסמפונא רבה דריאה אתיוה לקמיה דרבנן טרופאי לא אמרו בה לא איסור ולא היתר היתר לא אמרי בה כשמעתייהו איסור נמי לא אמרי בה כיון דבסמפונא רבה אישתכח אימא סמפונא נקט ואתאי
10 Einst wurde in der großen Bronchie der Lunge eine Nadel gefunden, und man brachte sie zu den Gelehrten, die solches als totverletzt erklären; sie sagten aber weder ‘verboten’ noch ‘erlaubt’. ‘Erlaubt’ sagten sie nicht, nach ihrer Ansicht, und ‘verboten’ sagten sie ebenfalls nicht, da sie in der großen Bronchie gefunden wurde und wahrscheinlich durch die Bronchie hineingekommen ist.
יא ההיא מחטא דאישתכח בחתיכה דכבדא סבר מר בריה דרב יוסף למיטרפה אמר ליה רב אשי אילו אשתכח בבשרא כה"ג הוה טריף מר אלא אמר רב אשי חזינא אי קופא לבר נקובי נקיב ואתאי אי קופא לגיו סמפונא נקט ואתאי
11 Einst wurde eine Nadel in einem Stück Leber gefunden, und Mar, Sohn des R. Joseph, wollte es als totverletzt erklären; da sprach R. Aši zu ihm: Würde es der Meister als totverletzt erklärt haben, wenn man sie im Fleische gefunden hätte!? Vielmehr, sagte R. Aši, achten wir auf folgendes, ist das Öhr nach außen gerichtet, so ist sie durch eine Durchlöcherung hineingekommen, und ist es nach innen gerichtet, so ist sie durch eine Äderung hineingekommen.
יב וה"מ באלימתא אבל קטינתא לא שנא קופא לגיו לא שנא קופא לבר נקובי נקיב ואתאי
12 Dies gilt nur von einer dicken, eine dünne aber kann durch eine Durchlöcherung hineingekommen sein, einerlei ob das Öhr nach innen oder nach außen gerichtet ist. —
יג ומאי שנא ממחט שנמצאת
13 Womit ist es hierbei anders als in dem Falle, wenn eine Nadel in der Wandung des Magens gefunden wird,