Eruvin 107

Kapitel 107

א בטשה ביה אמרה ליה לא כך כתוב (שמואל ב כג, ה) ערוכה בכל ושמורה אם ערוכה ברמ"ח אברים שלך משתמרת ואם לאו אינה משתמרת תנא תלמיד אחד היה לרבי אליעזר שהיה שונה בלחש לאחר ג' שנים שכח תלמודו
1 da versetzte sie ihm einen Fußtritt und sprach zu ihm: Es heißt ja: <i>sie ist in allen Stücken festgestellt und gesichert</i>; wenn [die Lehre] in deinen zweihundertachtundvierzig Gliedern festgestellt ist, so ist sie dir gesichert, wenn aber nicht, so ist sie dir nicht gesichert. Es wird gelehrt: R.Elie͑zer hatte einen Schüler, der leise zu studieren pflegte, und nach drei Jahren vergaß er sein Studium.
ב תנא תלמיד אחד היה לו לרבי אליעזר שנתחייב בשריפה למקום אמרו הניחו לו אדם גדול שמש
2 Es wird gelehrt: R.Elie͑zer hatte einen Schüler, der sich des Todes durch Verbrennen schuldig gemacht hat; da sprachen sie: Lasset ihn, er famulierte bei einem bedeutenden Manne.
ג א"ל שמואל לרב יהודה שיננא פתח פומיך קרי פתח פומיך תני כי היכי דתתקיים ביך ותוריך חיי שנאמר (משלי ד, כב) כי חיים הם למצאיהם ולכל בשרו מרפא אל תקרי למצאיהם אלא למוציאיהם בפה
3 Šemuél sprach zu R.Jehuda: Scharfsinniger, öffne deinen Mund und lies, öffne deinen Mund und lerne, damit [dein Studium] dir erhalten bleibe und du lange lebest, denn es heißt: <i>denn sie sind Leben denen, die sie finden, und Gesundung für seinen ganzen Leib</i>, und man lese nicht moçéhem [die sie finden], sondern: moçiéhem [die sie aussprechen] mit dem Munde,
ד א"ל שמואל לרב יהודה שיננא חטוף ואכול חטוף ואישתי דעלמא דאזלינן מיניה כהלולא דמי
4 Šemuél sprach zu R.Jehuda: Scharfsinniger, raffe und esse, raffe und trinke, denn die Welt, die wir verlassen werden, ist wie eine Hochzeit.
ה א"ל רב לרב המנונא בני אם יש לך היטב לך שאין בשאול תענוג ואין למות התמהמה ואם תאמר אניח לבני חוק בשאול מי יגיד לך בני האדם דומים לעשבי השדה הללו נוצצין והללו נובלין
5 Rabh sprach zu R.Hamnuna: Mein Sohn, hast du was, so lasse es dir gut bekommen, denn in der Unterwelt gibt es kein Vergnügen mehr, und auch der Tod verspätet sich nicht; wenn du aber sagst: ich will meinen Kindern eine Rente zurücklassen, wer sagt dir dies in der Unterwelt? Die Menschenkinder gleichen den Gräsern auf dem Felde, diese sprossen hervor, jene verwelken.
ו א"ר יהושע בן לוי המהלך בדרך ואין עמו לוייה יעסוק בתורה שנאמר (משלי א, ט) כי לוית חן הם
6 R.Jehošua͑ b. Levi sagte: Wenn jemand sich auf der Reise befindet und keine Begleitung hat, so befasse er sich mit der Tora, denn es heißt: <i>denn eine angenehme Begleitung</i> <i>sind sie &amp;c</i>.
ז חש בראשו יעסוק בתורה שנאמר כי לוית חן הם לראשך חש בגרונו יעסוק בתורה שנאמר וענקים לגרגרותיך חש במעיו יעסוק בתורה שנאמר רפאות תהי לשרך חש בעצמותיו יעסוק בתורה שנאמר ושקוי לעצמותיך חש בכל גופו יעסוק בתורה שנאמר ולכל בשרו מרפא
7 Hat jemand Kopfschmerzen, so befasse er sich mit der Tora, denn es heißt: <i>denn ein lieblicher Kranz sind sie für dein Haupt</i>. Hat jemand Halssehmerzen, so befasse er sich mit der Tora, denn es heißt<i>:</i> <i>und ein Kettenschmuck an deinem Halse</i>. Hat jemand Leibschmerzen, so befasse er sich mit der Tora, denn es heißt: <i>sie wird deinem Leibe zur Genesung sein.</i> Hat jemand Knochenschmerzen, so befasse er sich mit der Tora, denn es heißt: <i>und dein Gebein erquicken</i>. Hat jemand sonst Schmerzen am Körper, so befasse er sich mit der Tora, denn es heißt: <i>und Gesundung für seinen ganzen Leib</i>.
ח אמר רב יהודה בר' חייא בא וראה שלא כמדת הקב"ה מדת בשר ודם מדת בשר ודם אדם נותן סם לחבירו לזה יפה ולזה קשה אבל הקב"ה אינו כן נתן תורה לישראל סם חיים לכל גופו שנאמר ולכל בשרו מרפא
8 R.Jehuda b. Ḥija sagte: Komm und sieh, wie die Handlungsweise des Heiligen, gepriesen sei er, nicht der Handlungsweise eines [Menschen aus] Fleisch und Blut gleicht. Wenn ein [Mensch aus] Fleisch und Blut jemandem eine Mixtur gibt, so ist sie zuträglich für das eine [Organ] und abträglich für das andere; nicht so ist aber die Handlungsweise des Heiligen, gepriesen sei er; er gab Jisraél die Tora, die eine Mixtur des Lebens ist für seinen ganzen Körper, denn es heißt: <i>und Gesundung für seinen ganzen Leib</i>.
ט א"ר אמי מ"ד (משלי כב, יח) כי נעים כי תשמרם בבטנך יכונו יחדיו על שפתיך אימתי ד"ת נעי' בזמן שתשמרם בבטנך ואימתי תשמרם בבטנך בזמן שיכונו יחדיו על שפתיך
9 R.Ami sagte: Es heißt: <i>denn lieblich sind sie, wenn du sie in deinem Inneren bewahrst, sie werden allzumal auf deinen Lippen bereit sein</i>. Wann sind die Worte der Tora lieblich? Wenn du sie in deinem Inneren bewahrst. Wann bewahrst du sie in deinem Inneren? Wenn sie auf deinen Lippen bereit sind.
י ר' זירא אמר מהכא (משלי טו, כג) שמחה לאיש במענה פיו ודבר בעתו מה טוב אימתי שמחה לאיש בזמן שמענה בפיו ל"א אימתי שמחה לאיש במענה פיו בזמן שדבר בעתו מה טוב
10 R.Zera entnimmt dies aus folgendem: <i>Freude erwächst einem Manne durch die Antwort seines Mundes, und wie schön, ist ein Wort zu seiner Zeit.</i> Wann erwächst einem Manne Freude? Wenn er die Antwort in seinem Munde hat. Eine andere Lesart: Wann freut sich der Mann der Antwort seines Mundes? Wenn das Wort schön zu seiner Zeit ist.
יא ר' יצחק אמר מהכא (דברים ל, יד) כי קרוב אליך הדבר מאד בפיך ובלבבך לעשותו אימתי קרוב אליך בזמן שבפיך ובלבבך לעשותו
11 R.Jiçḥaq entnimmt dies aus folgendem: <i>Denn überaus nahe ist dir das Wort, in deinem Munde und in deinem Herzen ist es, du kannst darnach tun</i>. Wann ist es dir nahe? Wenn es in deinem Munde und in deinem Herzen ist, darnach zu tun.
יב רבא אמר מהכא (תהלים כא, ג) תאות לבו נתתה לו וארשת שפתיו בל מנעת סלה אימתי תאות לבו נתתה לו בזמן שארשת שפתיו בל מנעת סלה
12 Raba entnimmt dies aus folgendem: <i>Du gabst ihm, was sein Herz begehrte, und was seine Lippen flüsterten, weigertest du nicht. Selah.</i> Wann gabst du ihm, was sein Herz begehrte? Wenn du das Flüstern seiner Lippen nicht verweigert hast.
יג רבא רמי כתיב תאות לבו נתתה לו וכתיב וארשת שפתיו בל מנעת סלה זכה תאות לבו נתתה לו לא זכה וארשת שפתיו בל מנעת סלה
13 Raba wies auf einen Widerspruch hin: es heißt: <i>du gabst ihm, was sein Herz begehrte,</i> dagegen heißt es: <i>und was seine Lippen flüsterten, weigertest du nicht</i>!? Ist es ihm beschieden, so gabst du ihm, was sein Herz begehrte; ist es ihm nicht beschieden, so weigertest du nicht, was seine Lippen flüsterten. Selah.
יד תנא דבי ר"א בן יעקב כל מקום שנאמר נצח סלה ועד אין לו הפסק עולמית נצח דכתיב (ישעיהו נז, טז) כי לא לעולם אריב ולא לנצח אקצוף
14 In der Schule des R.Elie͑zer b. Ja͑qob wurde gelehrt: Alles, wobei [die Worte] neçaḥ, selah und vae͑d gebraucht werden, hat ewig keinen Auf hör. Neçaḥ, denn es heißt: <i>denn nicht auf immer will ich hadern, noch ewig [neçaḥ] zürnen</i>.
טו סלה דכתיב (תהלים מח, ט) כאשר שמענו כן ראינו בעיר ה' צבאות בעיר אלהינו אלהים יכוננה עד עולם סלה ועד דכתיב (שמות טו, יח) ה' ימלוך לעולם ועד:
15 Selah, denn es heißt: <i>wie wir es gehört haben, so haben wir es gesehen in der Stadt des Herrn der Heerscharen, in der Stadt unseres Gottes; Gott lasse sie ewig feststehen, Selah</i>. Vae͑d, denn es heißt: <i>der Herr ist König auf immer und ewig [vae͑d].</i>
טז (סימן ענקים לחייו לוחות חרות): א"ר (אליעזר) מאי דכתיב (משלי א, ט) וענקים לגרגרותיך אם משים אדם עצמו כענק זה שרף על הצואר ונראה ואינו נראה תלמודו מתקיים בידו ואם לאו אין תלמודו מתקיים בידו
16 R.Elie͑zer sagte: Es heißt: <i>und ein Kettenschmuck an deinem Halse</i>; wenn ein Mensch sich wie ein Kettenschmuck macht, der lose am Halse sitzt, der zuweilen zum Vorschein kommt und zuweilen nicht, so bleibt ihm sein Studium erhalten, sonst aber bleibt ihm sein Studium nicht erhalten.
יז ואמר ר"א מאי דכתיב (שיר השירים ה, יג) לחיו כערוגת הבשם אם משים אדם עצמו כערוגה זו שהכל דשין בה וכבושם זה שהכל מתבשמין בה תלמודו מתקיים ואם לאו אין תלמודו מתקיים
17 Ferner sagte R.Elie͑zer: Es heißt: <i>seine Wangen wie die Balsambeete</i>; wenn ein Mensch sich wie ein Beet macht, das von jedem getreten wird, und wie Balsam, mit dem sich jeder parfümiert, so bleibt ihm sein Studium erhalten, sonst aber bleibt ihm sein Studium nicht erhalten.
יח וא"ר מ"ד (שמות לא, יח) לוחות אבן אם אדם משים עצמו את לחייו כאבן זו שאינה נמחית תלמודו מתקיים בידו ואם לאו אין תלמודו מתקיים בידו
18 Ferner sagte R.Elie͑zer: Es heißt: <i>steinerne Tafeln</i>; wenn ein Mensch seine Wangen wie Stein macht, der sich nicht auflöst, so bleibt ihm sein Studium erhalten, sonst aber bleibt ihm sein Studium nicht erhalten.
יט וא"ר (אליעזר) מאי דכתיב (שמות לב, טז) חרות על הלוחות אלמלי לא נשתברו לוחות הראשונות לא נשתכחה תורה מישראל
19 Ferner sagte R.Elie͑zer: Es heißt: <i>eingegraben auf die Tafeln</i>; wären die ersten Tafeln nicht zerbrochen worden, so würde die Tora bei Jisraél nicht in Vergessenheit geraten sein.
כ רב אחא בר יעקב אמר אין כל אומה ולשון שולטת בהן שנאמר חרות אל תיקרי חרות אלא חירות
20 R.Aḥa b. Ja͑qob sagte: Keine Nation und kein Sprachstamm würde über sie Gewalt gehabt haben, denn es heißt: <i>ḥaruth</i> [eingegraben], und man lese nicht <i>ḥaruth,</i> sondern <i>ḥeruth</i> [Freiheit].
כא אמר רב מתנה מאי דכתיב (במדבר כא, יח) וממדבר מתנה אם משים אדם עצמו כמדבר זה שהכל דשין בו תלמודו מתקיים בידו ואם לאו אין תלמודו מתקיים בידו
21 R.Mathna sagte: Es heißt: <i>und aus der Wüste nach Matana</i>; wenn ein Mensch sich wie eine Wüste macht, auf der jeder herumtritt, so bleibt ihm sein Studium erhalten, sonst aber bleibt ihm sein Studium nicht erhalten.
כב רבא בריה דרב יוסף בר חמא הוה ליה מלתא לרב יוסף בהדיה כי מטא מעלי יומא דכיפורי אמר איזיל ואפייסיה אזל אשכחיה לשמעיה דקא מזיג ליה כסא אמר ליה הב לי ואימזגיה אנא יהב ליה מזגיה כדטעמיה אמר דמי האי מזיגא למזיגא דרבא בריה דרב יוסף בר חמא א"ל אנא הוא
22 R.Joseph hatte etwas gegen Raba, den Sohn des R.Joseph b. Ḥama. Als der Vorabend des Versöhnungstages herankam, sprach dieser: Ich will gehen und ihm Abbitte tun. Als er zu ihm kam, traf er seinen Diener für ihn einen Becher [Wein] mischen. Da sprach er zu ihm: Gib ihn mir, ich will ihn mischen. Dieser gab ihn ihm, und er mischte ihn. Als jener ihn kostete, sprach er: Diese Mischung gleicht der Mischung Rabas, des Sohnes des R.Joseph b. Ḥama. Da sprach dieser: Ich bin es.
כג א"ל לא תתיב אכרעיך עד דמפרשת לי הני קראי מאי דכתיב וממדבר מתנה וממתנה נחליאל ומנחליאל במות ומבמות הגיא
23 Darauf sprach jener: Du setzest dich nicht nieder, bis du mir folgende Schriftverse erklärt hast. Es heißt: <i>von der Wüste nach Matana, von Matana nach Naḥliél, von Naḥliél nach Bamoth und von Bamoth nach dem Tale</i>.
כד א"ל אם אדם משים עצמו כמדבר זה שהכל דשין בו תורה ניתנה לו במתנה וכיון שניתנה לו במתנה נחלו אל שנאמר וממתנה נחליאל וכיון שנחלו אל עולה לגדולה שנאמר ומנחליאל במות
24 Dieser erwiderte: Wenn sich ein Mensch wie eine Wüste macht, auf der jeder herumtritt, so wird ihm die Tora zum Geschenke [matana] gegeben; sobald sie ihm zum Geschenke gegeben wird, ist er ein Erbe Gottes [naḥlo él], denn es heißt: <i>von Matana nach Naḥliél</i>; und sobald er ein Erbe Gottes ist, steigt er zur Würde, denn es heißt: <i>und von Naḥliél nach Bamoth [Höhen]</i>.
כה ואם מגיס לבו הקדוש ברוך הוא משפילו שנאמר ומבמות הגיא ואם חוזר בו הקב"ה מגביהו שנאמר (ישעיהו מ, ד) כל גיא ינשא
25 Wenn er aber stolz wird, erniedrigt ihn der Heilige, gepriesen sei er, denn es heißt: <i>und von Bamoth nach dem Tale</i>. Kehrt er um, so erhöht ihn der Heilige, gepriesen sei er, denn es heißt: <i>jedes Tal wird erhoben werden</i>.
כו אמר רב הונא מ"ד (תהלים סח, יא) חיתך ישבו בה תכין בטובתך לעני אלהים אם אדם משים עצמו כחיה זו שדורסת ואוכלת ואיכא דאמרי שמסרחת ואוכלת תלמודו מתקיים בידו ואם לאו אין תלמודו מתקיים בידו ואם עושה כן הקדוש ברוך הוא עושה לו סעודה בעצמו שנאמר תכין בטובתך לעני אלהים
26 R.Hona sagte: Es heißt: <i>deine Tiere ließen sich darin nieder, du bereitest es nach deiner Güte, Gott, für die Armen;</i> wenn ein Mensch sich wie ein Tier macht, das [die Beute] erdrosselt und ißt, (manche lesen: das [die Beute] heranschleppt und ißt,) so bleibt ihm sein Studium erhalten, sonst aber bleibt ihm sein Studium nicht erhalten. Verfährt er so, so bereitet ihm der Heilige, gepriesen sei er, persönlich ein Festmahl, denn es heißt: <i>du bereitest es nach deiner Güte, Gott, für die Armen.</i>
כז א"ר חייא בר אבא א"ר יוחנן מאי דכתיב (משלי כז, יח) נוצר תאנה יאכל פריה למה נמשלו דברי תורה כתאנה מה תאנה זו
27 R.Ḥija b. Abba sagte im Namen R.Joḥanans: Es heißt: <i>wer den Feigenbaum hütet, wird seine Frucht genießen;</i> weshalb werden die Worte der Tora mit einem Feigenbaume verglichen? Wie man am Feigenbaume,