Eruvin 124

Kapitel 124

א אמר מר חצירו של עכו"ם הרי הוא כדיר של בהמה והא אנן תנן הדר עם העכו"ם בחצר הרי זה אוסר עליו
1 Der Meister sagte: Der Hof eines Nichtjuden gleicht einem Viehstalle. Wir haben ja aber gelernt, daß, wenn jemand mit einem Nichtjuden in einem Hofe wohnt, dieser ihn für ihn verboten mache!? —
ב לא קשיא הא דאיתיה הא דליתיה
2 Das ist kein Einwand; das eine, wenn er sich da befindet, das andere, wenn er sich da nicht befindet. —
ג ומאי קסבר אי קסבר דירה בלא בעלים שמה דירה אפי' עכו"ם נמי ניתסר ואי קסבר דירה בלא בעלים לא שמה דירה אפילו ישראל נמי לא ניתסר
3 Welcher Ansicht ist er: ist er der Ansicht, eine Wohnung ohne Eigentümer gelte als Wohnung, so sollte auch ein Nichtjude verboten machen, und ist er der Ansicht, eine Wohnung ohne Eigentümer gelte nicht als Wohnung, so sollte auch ein Jisraélit nicht verboten machen!? —
ד לעולם קסבר דירה בלא בעלים לא שמה דירה וישראל דכי איתיה אסר כי ליתיה גזרו ביה רבנן
4 Tatsächlich ist er der Ansicht, eine Wohnung ohne Eigentümer gelte nicht als Wohnung; bei einem Jisraéliten, der, wenn er sich da befindet, verboten macht, haben die Rabbanan, auch wenn er sich da nicht befindet, Verbot angeordnet,
ה עכו"ם דכי איתיה גזירה שמא ילמד ממעשיו כי איתיה אסר כי ליתיה לא אסר
5 ein Nichtjude aber, bei dem es, auch wenn er sich da befindet, nur eine Maßregel ist, damit man von seinen Taten nichts lerne, macht verboten, wenn er sich da befindet, nicht aber (macht er verboten), wenn er sich da nicht befindet. —
ו וכי ליתיה לא אסר והתנן המניח את ביתו והלך לו לשבות בעיר אחרת אחד נכרי ואחד ישראל אוסר דברי רבי מאיר
6 Macht er denn nicht verboten, wenn er sich da nicht befindet, wir haben ja gelernt, daß, wenn jemand sein Haus verläßt und den Šabbath in einer anderen Stadt verbringen geht, ob ein Nichtjude oder ein Jisraélit, ér, wie R.Meír sagt, [den gemeinsamen Hof] verboten mache!? —
ז התם דאתי ביומיה
7 Dies, wenn er am selben Tage zurückkommt.
ח אמר רב יהודה אמר שמואל הלכה כרבי אליעזר בן יעקב ורב הונא אמר מנהג כרבי אליעזר בן יעקב ור' יוחנן אמר נהגו העם כר' אליעזר בן יעקב
8 R.Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R.Elie͑zer b. Ja͑qob. R.Hona sagte: der Brauch ist wie R.Elie͑zer b. Ja͑qob. R.Joḥanan sagte: das Volk pflegt nach R.Elie͑zer b.Ja͑qob zu verfahren.
ט א"ל אביי לרב יוסף קי"ל משנת רבי אליעזר בן יעקב קב ונקי ואמר רב יהודה אמר שמואל הלכה כרבי אליעזר בן יעקב
9 Abajje fragte R.Joseph: Es steht bei uns fest, daß die Lehre des R. Elie͑zer b. Ja͑qob nur einen Kab fasse, aber geläutert ist; ferner sagte auch R.Jehuda im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R.Elie͑zer b. Ja͑qob;
י מהו לאורויי במקום רבו
10 darf dies nun ein Schüler in der Ortschaft seines Lehrers entscheiden?
יא א"ל אפילו ביעתא בכותחא בעו מיניה מרב חסדא כל שני דרב הונא ולא אורי
11 Dieser erwiderte: R.Ḥisda entschied nicht bei Lebzeiten R.Honas sogar über ein Ei mit Molkenbrei, bezüglich dessen man ihn gefragt hat.
יב א"ל ר' יעקב בר אבא לאביי כגון מגלת תענית דכתיבא ומנחא מהו לאורויי באתרי דרביה א"ל הכי א"ר יוסף אפי' ביעתא בכותחא בעו מיניה מרב חסדא כל שני דרב הונא ולא אורי
12 R.Ja͑qob b.Abba fragte Abajje: Darf man in der Ortschaft seines Lehrers nach der Fastenrolle entscheiden, die ja niedergeschrieben und festgelegt ist? Dieser erwiderte: Folgendes sagte R.Joseph: R.Ḥisda entschied nicht bei Lebzeiten R.Honas über ein Ei mit Molkenbrei, bezüglich dessen man ihn gefragt hat.
יג רב חסדא אורי בכפרי בשני דרב הונא
13 R.Ḥisda traf in Kaphri Entscheidungen bei Lebzeiten R.Honas.