Eruvin 142

Kapitel 142

א ורב יוסף אמר רבי שמעון ורבנן בפלוגתא דרבי יוחנן בן נורי ורבנן קא מיפלגי דתנן שמן שצף על גבי יין ונגע טבול יום בשמן לא פסל אלא שמן בלבד ורבי יוחנן בן נורי אומר שניהן חיבורין זה לזה
1 R.Joseph erklärte: R.Šimo͑n und die Rabbanan führen denselben Streit, wie R. Joḥanan b. Nuri und die Rabbanan. Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand, der am selben Tage untergetaucht ist, auf Wein schwimmendes Öl berührt, so macht er nur das Öl unbrauchbar; R.Joḥanan b. Nuri sagt, beide seien mit einander verbunden.
ב רבנן כרבנן ורבי שמעון כר"י בן נורי
2 Die Rabbanan sind der Ansicht jener Rabbanan, und R.Šimo͑n ist der Ansicht des R.Joḥanan b.Nuri.
ג תניא ר"א בן תדאי אומר אחד זה ואחד זה צריכין לערב ואפילו לזה ביין ולזה ביין
3 Es wird gelehrt: R.Elea͑zar b.Tadaj sagt, sie benötigen in beiden Fällen eines E͑rubs. – Auch wenn mit diesem am Wein und mit jenem am Wein!?
ד אמר רבה זה בא בלגינו ושפך וזה בא בלגינו ושפך כולי עלמא לא פליגי דהוי עירוב
4 Rabba erwiderte: Über den Fall, wenn dieser mit seiner Flasche kommt und hineingießt und jener mit seiner Flasche kommt und hineingießt, stimmen alle überein, daß dies als E͑rub gilt,
ה כי פליגי כגון שלקחו חבית של יין בשותפות ר"א בן תדאי סבר אין ברירה ורבנן סברי יש ברירה
5 sie streiten vielmehr über den Fall, wenn sie gemeinschaftlich ein Faß Wein gekauft haben. R.Elea͑zar b.Tadaj ist der Ansicht, es gebe keine fiktive Feststellung, und die Rabbanan sind der Ansicht, es gebe eine fiktive Feststellung.
ו רב יוסף אמר ר"א בן תדאי ורבנן בסומכין על שיתוף במקום עירוב קמיפלגי
6 R. Joseph erklärte: R.Elea͑zar b.Tadaj und die Rabbanan streiten darüber, ob man sich auf die Verbindung stütze, wo ein E͑rub erforderlich ist:
ז דמר סבר אין סומכין ומר סבר סומכין
7 nach der einen Ansicht stütze man sich auf diese, nach der anderen Ansicht stütze man sich auf diese nicht.
ח אמר רב יוסף מנא אמינא לה דאמר רב יהודה אמר רב הלכה כר"מ ואמר רב ברונא אמר רב הלכה כר"א בן תדאי מ"ט לאו משום דחד טעמא הוא
8 R.Joseph sprach: Woher entnehme ich dies? R.Jehuda sagte im Namen Rabhs, die Halakha sei wie R.Meír, und R.Beruna sagte im Namen Rabhs, die Halakha sei wie R.Elea͑zar b. Tadaj; doch wohl deshalb, weil [beides] aus ein und demselben Grunde,
ט א"ל אביי ואי חד טעמא תרתי הילכתא למה לי הא קמ"ל דלא עבדינן כתרי חומרי בעירובין
9 Abajje sprach zu ihm: Wozu zwei Halakhoth, wenn [beides] aus ein und demselben Grunde!? – Er lehrt uns damit, daß man beim E͑rub nicht nach zwei Erschwerungen verfahre.
י מאי ר"מ ומאי רבנן דתניא מערבין בחצירות בפת ואם רצו לערב ביין אין מערבין משתתפין במבוי ביין ואם רצו להשתתף בפת משתתפין
10 Was ist das [für ein Streit zwischen] R.Meír und den Rabbanan? – Es wird gelehrt: Der E͑rub zur Vereinigung der Höfe ist aus Brot zu bereiten; will man dazu Wein verwenden, so ist dies unzulässig. Zur Verbindung an der Durchgangsgasse ist er aus Wein zu bereiten, und wenn man will, kann man dazu auch Brot verwenden.
יא מערבין בחצירות ומשתתפין במבוי שלא לשכח תורת עירוב מן התינוקות שיאמרו אבותינו לא עירבו דברי ר"מ וחכ"א או מערבין או משתתפין
11 Man mache einen E͑rub zur Vereinigung der Höfe und eine Verbindung für die Durchgangsgasse, damit nicht das Gesetz vom E͑rub bei den Kindern in Vergessenheit gerate, denn sie könnten glauben, ihre Vorfahren hätten keinen E͑rub bereitet – so R.Meír; die Weisen sagen, entweder ein E͑rub oder eine Verbindung.
יב פליגי בה ר' נחומי ורבה חד אמר בפת דכולי עלמא לא פליגי דבחדא סגי כי פליגי ביין
12 Hierüber streiten R.Niḥumi und Rabba; einer sagt, alle stimmen überein, daß, wenn Brot verwendet wird, eines genüge, und sie streiten nur, wenn Wein verwendet wird,