Eruvin 15

Kapitel 15

א ולמאי דסליק אדעתין מעיקרא בין שעירבו ובין שלא עירבו פליגי בעירבו במאי פליגי בשלא עירבו במאי פליגי
1 Worin besteht ihr Streit in dem Falle, wenn sie durch einen E͑rub verbunden sind, und in dem Falle, wenn sie nicht verbunden sind, nach unserer bisherigen Annahme, daß [Rabh und Šemuél] streiten, einerlei ob sie durch einen E͑rub verbunden sind oder nicht verbunden sind? –
ב בשלא עירבו פליגי בנראה מבחוץ ושוה מבפנים
2 Im Falle, wenn sie nicht verbunden sind, streiten sie über [einen Durchgang], der von außen zu sehen ist und innen nicht.
ג בעירבו קמיפלגי בדרב יוסף דאמר רב יוסף לא שנו אלא שכלה לאמצע רחבה אבל כלה לצידי רחבה אסור
3 Und im Falle, wenn sie verbunden sind, streiten sie über die Lehre R.Josephs, welcher sagt, es sei nur dann [erlaubt], wenn [die Durchgangsgasse] in die Mitte des Gehöftes mündet, jedoch verboten, wenn sie in eine Seite des Gehöftes mündet.
ד אמר רבה הא דאמרת לאמצע רחבה מותר לא אמרן אלא זה שלא כנגד זה אבל זה כנגד זה אסור
4 Rabba sagte: Das, was du sagst, wenn in die Mitte des Gehöftes, sei es erlaubt, gilt nur dann, wenn sie sich nicht gegenüber liegen, nicht aber, wenn sie sich gegenüber liegen.
ה אמר רב משרשיא הא דאמרת זה שלא כנגד זה מותר לא אמרן אלא רחבה דרבים אבל רחבה דיחיד זימנין דמימלך עלה ובני לה בתים וה"ל כמבוי שכלה לה לצידי רחבה ואסור
5 R.Mešaršeja sagte: Das, was du sagst, nicht gegenüber sei es erlaubt, gilt nur dann, wenn es ein öffentliches Gehöft ist; wenn es einem einzelnen gehört, kann es vorkommen, daß er sich überlegt und da Häuser baut, und dies gleicht einer Durchgangsgasse, die in die Seite des Gehöftes mündet und verboten ist. –
ו ומנא תימרא דשני לן בין רחבה דרבים לרחבה דיחיד דאמר רבין בר רב אדא אמר רבי יצחק מעשה במבוי אחד שצידו אחד כלה לים וצידו אחד כלה לאשפה ובא מעשה לפני רבי ולא אמר בה לא היתר ולא איסור
6 Woher entnimmst du, daß man zwischen einem öffentlichen Gehöfte und einem privaten unterscheide? – Rabin b. Ada erzählte im Namen R.Jiçḥaqs: Einst kam vor Rabbi ein Fall, daß eine Durchgangsgasse [in ihrer Länge] an der einen Seite auf einen See und an der anderen Seite auf einen Schutthaufen stieß, und er entschied weder erlaubend noch verbietend.
ז איסור לא אמר בה דהא קיימי מחיצות היתר לא אמר בה חיישינן שמא תינטל אשפה ויעלה הים שרטון
7 Nicht verbietend, da Wände vorhanden waren, nicht erlaubend, da der Schutthaufen abgetragen werden und der See eine Sandbank hervorbringen kann.
ח ומי חיישינן שמא תינטל אשפה והתנן אשפה ברשות הרבים גבוה י' טפחים חלון שעל גבה זורקין לה בשבת
8 Ist denn das Abtragen des Schutthaufens zu berücksichtigen, wir haben ja gelernt, daß man auf einem zehn Handbreiten hohen Schutthaufen auf öffentlichem Gebiete am Šabbath durch ein über diesem befindliches Fenster [Gegenstände] werfen dürfe!?
ט אלמא שני בין אשפה דרבים לאשפה דיחיד
9 Demnach ist zwischen einem öffentlichen und einem privaten Schutthaufen zu unterscheiden,
י הכא נמי שני בין רחבה דרבים לרחבה דיחיד
10 ebenso unterscheide man hierbei zwischen einem öffentlichen und einem privaten Gehöfte. –
יא ורבנן מאי
11 Welcher Ansicht waren die Rabbanan?
יב אמר רב יוסף בר אבדימי תנא וחכמים אוסרין אמר רב נחמן הלכה כדברי חכמים איכא דאמרי אמר רב יוסף בר אבדימי תנא וחכמים מתירין אמר רב נחמן אין הלכה כדברי חכמים
12 R.Joseph b.Evdämi erwiderte: Es wird gelehrt, die Weisen verbieten es. R.Naḥman sagte: Die Halakha ist wie die Weisen. Manche lesen: R.Joseph b.Evdämi erwiderte: Es wird gelehrt, die Weisen erlauben es. R.Naḥman sagte: Die Halakha ist nicht wie die Weisen.
יג מרימר פסיק לה לסורא באוזלי אמר חיישינן שמא יעלה הים שרטון
13 Meremar grenzte Sura durch ein Flechtwerk ab, indem er sagte, der See kann eine Sandbank hervorbringen.
יד ההוא מבוי עקום דהוה בסורא כרוך בודיא אותיבו ביה בעקמומיתיה אמר רב חסדא הא לא כרב ולא כשמואל לרב דאמר תורתו כמפולש צורת הפתח בעי לשמואל דאמר תורתו כסתום הני מילי לחי מעליא אבל האי כיון דנשיב ביה זיקא ושדי ליה לא כלום הוא
14 In Sura befand sich eine krumme Durchgangsgasse, da legten sie eine Matte zusammen und legten sie an die Stelle der Krümmung. R.Ḥisda sprach: Dies entspricht weder der Ansicht Rabhs noch der Ansicht Šemuéls; nach Rabh, welcher sagt, eine solche gelte als offen, ist eine Art Türrahmen erforderlich, und nach Šemuél, welcher sagt, sie gelte als geschlossen, ist dies nur dann der Fall, wenn da ein richtiger Pfosten vorhanden ist, die [Matte] aber ist ja nichts, da ein Wind sie fortwehen kann.
טו ואי נעיץ ביה סיכתא וחבריה חבריה:
15 Hat man sie aber mit einem Pflocke befestigt, so ist es zulässig.
טז גופא אמר רב ירמיה בר אבא אמר רב מבוי שנפרץ במלואו לחצר ונפרצה חצר כנגדו חצר מותרת ומבוי אסור
16 Der Text. R.Jirmeja b. Abba sagte im Namen Rabhs: Wenn eine Durchgangsgasse in ihrer ganzen Breite offen in einen Vorhof mündet, dessen gegenüberliegende [Wand] ebenfalls durchbrochen ist, so ist der Vorhof erlaubt und der Durchgang verboten.
יז אמר ליה רבה בר עולא לרב ביבי בר אביי רבי לא משנתנו היא זו חצר קטנה שנפרצה לגדולה גדולה מותרת וקטנה אסורה מפני שהיא כפתחה של גדולה
17 Rabba b. U͑la sprach zu R.Bebaj b. Abajje: Meister, dies lehrt ja unsere Mišna: Wenn ein kleiner Vorhof nach einem großen durchbrochen ist, so ist der große erlaubt und der kleine verboten, weil er als Pforte des großen anzusehen ist.
יח אמר ליה אי מהתם הוה אמינא הני מילי היכא דלא קא דרסי בה רבים אבל היכא דקא דרסי בה רבים אימא אפילו חצר נמי
18 Dieser erwiderte: Wollte man es hieraus entnehmen, so könnte man glauben, nur wo das Publikum nicht verkehrt, wo aber das Publikum verkehrt, sei auch der Vorhof [verboten ]. –
יט והא נמי תנינא חצר שהרבים נכנסין לה בזו ויוצאין לה בזו רה"ר לטומאה ורה"י לשבת
19 Aber auch dies haben wir ja gelernt: Ein Vorhof, dessen eine Seite das Publikum als Eingang und dessen andere Seite es als Ausgang benutzt, gilt als öffentliches Gebiet hinsichtlich der Unreinheit und als Privatgebiet hinsichtlich des Šabbaths!? –
כ אי מהתם הוה אמינא הני מילי זה שלא כנגד זה
20 Wollte man es hieraus entnehmen, so könnte man glauben, nur wenn [die Durchgänge] nicht gegenüber liegen,