Eruvin 174

Kapitel 174

א הכא רשויות דרבנן
1 hier aber um rabbanitische Gebiete.
ב והא ר' יוחנן ברשויות דרבנן נמי אמר (דתניא) כותל שבין ב' חצירות גבוה י' טפחים ורוחב ארבעה מערבין שנים ואין מערבין אחד
2 R.Joḥanan sagte es ja aber auch von rabbanitischen Gebieten!? Wir haben nämlich gelernt: Wenn zwischen zwei Höfen eine zehn Handbreiten hohe und vier breite Wand sich befindet, so müssen sie zwei und nicht [zusammen] einen E͑rub machen.
ג היו בראשו פירות אלו עולין מכאן ואוכלין ואלו עולין מכאן ואוכלין
3 Befinden sich auf dieser Früchte, so dürfen die einen von der einen Seite hinaufsteigen und essen und die anderen von der anderen Seite hinaufsteigen und essen.
ד נפרץ הכותל עד עשר אמות מערבין שנים ואם רצו מערבין אחד מפני שהוא כפתח יותר מכאן מערבין אחד ואין מערבין שנים
4 Wird die Wand bis zehn Ellen durchbrochen, so können sie nach Belieben entweder zwei oder [zusammen] einen E͑rub machen, weil dies als Tür gilt; wenn aber mehr, so machen sie [zusammen] einen E͑rub und nicht zwei.
ה והוינן בה אין בו ארבעה מאי אמר רב אויר ב' רשויות שולטת בו ולא יזיז בו מלא נימא
5 Hierzu fragten wir, wie es denn sei, wenn sie keine vier [Handbreiten] hat, und Rabh erwiderte, sie befinde sich im Lufträume zweier Gebiete, und man dürfe auf dieser nichts um ein Haar weit fortbewegen,
ו ורבי יוחנן אמר אלו מעלין מכאן ואוכלין ואלו מעלין מכאן ואוכלין
6 und R. Joḥanan erwiderte, die einen dürfen von der einen Seite [Früchte] hinaufbringen und essen, und die anderen dürfen von der anderen Seite hinaufbringen und essen.
ז ואזדא רבי יוחנן לטעמיה דכי אתא רב דימי אמר רבי יוחנן מקום שאין בו ארבעה על ארבעה מותר לבני רה"ר ולבני רה"י לכתף עליו ובלבד שלא יחליפו
7 R.Joḥanan vertritt hierbei seine Ansicht, denn als R.Dimi kam, sagte er im Namen R.Joḥanans, auf einem Räume von weniger als vier zu vier [ Handbreiten ] dürfen sowohl die Leute auf dem öffentlichen Gebiete als auch die Leute auf dem Privatgebiete ihre Last schultern, jedoch nicht tauschen.
ח ההיא זעירי אמרה ולזעירי קשיא הא
8 Diese Lehre sagte Zee͑ri. — Gegen Zee͑ri ist ja aus jener Lehre ein Einwand zu entnehmen!?
ט זעירי מוקים לה באמת המים גופה ורב דימי תנאי היא
9 Er bezieht es auf das Wasser selbst. Nach R.Dimi aber streiten hierüber Tannaím.
י ותיהוי כי חורי כרמלית
10 Sollte doch [der Wasserlauf] als Nische eines Neutralgebietes gelten!?
יא אביי בר אבין ורב חנינא בר אבין דאמרי תרוייהו אין חורין לכרמלית
11 Abajje b.Abin und R.Ḥanina b.Abin erklärten beide: Beim Neutralgebiete gibt es keine Nischen.
יב רב אשי אמר אפילו תימא יש חורין לכרמלית ה"מ בסמוכה הכא במופלגת
12 R.Aši erklärte: Du kannst sogar sagen, beim Neutralgebiete gebe es Nischen, aber nur anschließend, hierbei aber ist es entfernt.
יג רבינא אמר כגון דעבד לה ניפקי אפומה
13 Rabina erklärte: Wenn man an den Enden Schützen gemacht hat.
יד ואזדו רבנן לטעמייהו ור' שמעון בן גמליאל לטעמיה:
14 Die Rabbanan vertreten hierbei ihre Ansicht, und R.Šimo͑n b.Gamliél vertritt seine Ansicht.
טו <big><strong>מתני׳</strong></big> גזוזטרא שהיא למעלה מן המים אין ממלאין הימנה בשבת אלא אם כן עשו לה מחיצה גבוהה עשרה טפחים בין מלמעלה בין מלמטה
15 <b>V</b><small>ON EINEM</small> A<small>LTAN ÜBER EINEM</small> G<small>EWÄSSER DARF MAN AM</small> Š<small>ABBATH NICHT SCHÖPFEN, ES SEI DENN, MAN HAT IHN</small> <small>MIT EINER ZEHN</small> H<small>ANDBREITEN HOHEN</small> U<small>MZÄUNUNG VERSEHEN, OB OBEN ODER UNTEN</small>.
טז וכן שתי גזוזטראות זו למעלה מזו עשו לעליונה ולא עשו לתחתונה שתיהן אסורות עד שיערבו:
16 D<small>ESGLEICHEN IST ES, WENN ES ZWEI</small> A<small>LTANE SIND, EINER ÜBER DEM ANDEREN, UND MAN ES AM OBEREN UND NICHT AM UNTEREN GEMACHT HAT, BEIDEN VERBOTEN, ES SEI DENN, SIE HABEN EINEN</small> E͑<small>RUB GEMACHT</small>.
יז <big><strong>גמ׳</strong></big> מתניתין דלא כחנניא בן עקביא דתניא חנניא בן עקביא אומר גזוזטרא שיש בה ד' על ד' אמות חוקק בה ד' על ד' וממלא
17 GEMARA. Unsere Mišna vertritt also nicht die Ansicht des Ḥananja b.A͑qabja, denn es wird gelehrt: Ḥananja b.A͑qabja sagte: Wenn ein Altan vier zu vier [Ellen] hat, so bohre man darin ein Loch von vier zu vier [Handbreiten] und schöpfe.
יח אמר ר' יוחנן משום רבי יוסי בן זימרא לא התיר רבי חנניא בן עקביא אלא בימה של טבריא הואיל ויש לה אוגנים ועיירות וקרפיפות מקיפות אותה אבל בשאר מימות לא
18 R.Joḥanan erwiderte im Namen des R.Jose b.Zimra: R.Ḥananja b.A͑qabja erlaubte es nur beim See von Ṭiberias, weil er einen Damm hat und von Dörfern und Gehegen umgeben ist, nicht aber bei anderen Gewässern.
יט ת"ר ג' דברים התיר רבי חנניא בן עקביא לאנשי טבריא ממלאין מים מגזוזטרא בשבת וטומנין בעצה ומסתפגין באלונטית
19 Die Rabbanan lehrten: Dreierlei erlaubte R.Ḥananj a b.A͑qabja den Leuten von Ṭiberias: Wasser vom Altan aus am Šabbath zu schöpfen, [Früchte] im Strauche zu verwahren und sich mit einem Handtuche abzutrocknen.
כ ממלאין מים מגזוזטרא בשבת הא דאמרן וטומנין בעצה מאי היא דתניא השכים להביא פסולת אם בשביל שיש עליו טל הרי הוא בכי יותן
20 Am Šabbath Wasser vom Altan aus zu schöpfen, wie wir eben gesagt haben. Welches Bewenden hat es mit der Verwahrung [von Früchten] im Strauche? – Es wird gelehrt: Wenn jemand sich frühmorgens aufmacht, um Abfall zu sammeln, so macht er, wenn er ihn [frühmorgens sammelt], damit der Tau haften bleibe, verunreinigungsfähig,
כא ואם בשביל שלא יבטל ממלאכתו אינו בכי יותן וסתם
21 wenn aber, um [am Tage] von seiner Arbeit nicht gestört zu werden, nicht verunreinigungsfällig.