Eruvin 190

Kapitel 190

א ובסכנה מכסן והולך לו
1 BEI G<small>EFAHR BEDECKE MAN SIE UND GEHE SEINES</small> W<small>EGES</small>.
ב רבי שמעון אומר נותנן לחבירו וחבירו לחבירו עד שמגיע לחצר החיצונה
2 R.Š<small>IMO͑N SAGT, MAN REICHE SIE SEINEM</small> N<small>ÄCHSTEN UND DER</small> N<small>ÄCHSTE SEINEM</small> N<small>ÄCHSTEN, BIS SIE SO ZUM ÄUSSERSTEN</small> H<small>OFE GELANGEN</small>.
ג וכן בנו נותנו לחבירו וחבירו לחבירו אפילו מאה רבי יהודה אומר נותן אדם חבית לחבירו וחבירו לחבירו אפילו חוץ לתחום אמרו לו לא תהלך זו יותר מרגלי בעליה:
3 D<small>ESGLEICHEN REICHE MAN SEIN</small> K<small>IND</small> <small>SEINEM</small> N<small>ÄCHSTEN UND DER</small> N<small>ÄCHSTE SEINEM</small> N<small>ÄCHSTEN, AUCH BIS HUNDERT</small>. R.J<small>EHUDA SAGTE</small>: M<small>AN DARF SEINEM</small> N<small>ÄCHSTEN EIN</small> F<small>ASS REICHEN UND DER</small> N<small>ÄCHSTE SEINEM</small> N<small>ÄCHSTEN, AUCH AUSSERHALB DES</small> Š<small>ABBATHGEBIETES</small>. J<small>ENE SPRACHEN ZU IHM</small>: D<small>IESES DARF NICHT WEITER GELANGEN ALS DIE</small> F<small>ÜSSE SEINES</small> E<small>IGENTÜMERS</small>.
ד <big><strong>גמ׳</strong></big> זוג אחד אין טפי לא לימא תנן סתמא דלא כרבי מאיר
4 GEMARA. Nur ein Paar und nicht mehr, somit vertritt unsere anonyme Mišna nicht die Ansicht R.Meírs,
ה דאי כרבי מאיר האמר לובש כל מה שיכול ללבוש ועוטף כל מה שיכול לעטוף דתנן ולשם מוציא כל כלי תשמישו ולובש כל מה שיכול ללבוש ועוטף כל מה שיכול לעטוף
5 denn R.Meír sagt ja, man dürfe soviel als möglich anziehen und sich in soviel als möglich hüllen. Wir haben nämlich gelernt: Dahin darf man sein ganzes Essgeschirr bringen; ebenso darf man alles anziehen, was man nur anziehen kann, und sich in alles hüllen, worin man sich hüllen kann. –
ו וההיא סתמא ממאי דרבי מאיר היא דקתני עלה לובש ומוציא ופושט ולובש ומוציא ופושט אפילו כל היום כולו דברי ר"מ
6 Woher, daß diese anonyme [Lehre] von R.Meír ist? – Weil hierzu gelehrt wird: Man darf [Kleider] anziehen, hinausbringen und ausziehen, und wiederum anziehen, hinausbringen und ausziehen, selbst den ganzen Tag – so R.Meír.
ז אמר רבא אפילו תימא רבי מאיר התם דרך מלבושו כחול שוויה רבנן והכא דרך מלבושו כחול שוויה רבנן
7 Raba erwiderte: Du kannst auch sagen, die des R.Meír, denn da haben es die Rabbanan so [erlaubt], wie es am Wochentage erfolgt, und ebenso hierbei, wie es am Wochentage erfolgt.
ח התם דבחול כמה דבעי לביש לענין הצלה נמי שרו ליה רבנן הכא דבחול נמי זוג אחד אין טפי לא לענין הצלה נמי זוג אחד אין טפי לא:
8 Kleider legt man am Wochentage soviel an, als beliebt, daher haben die Rabbanan dies auch bei einer Rettung erlaubt; Tephillin legt man auch am Wochentage nur ein Paar an, daher auch bei einer Rettung nur ein Paar und nicht mehr.
ט רבן גמליאל אומר שנים שנים: מאי קסבר אי קסבר שבת זמן תפילין הוא זוג אחד אין טפי לא
9 R.G<small>AMLIÉL SAGT, JE ZWEI</small>. Welcher Ansicht ist er: ist er der Ansicht, der Šabbath sei eine Zeit für die Tephillin, so sollte man nur ein Paar und nicht mehr [retten],
י ואי קסבר שבת לאו זמן תפילין הוא ומשום הצלה דרך מלבוש שרו ליה רבנן אפילו טפי נמי
10 und ist er der Ansicht, der Šabbath sei keine Zeit für die Tephillin, und nur zur Rettung haben die Rabbanan es in der Weise erlaubt, wie man sie anzulegen pflegt, so sollte man auch mehr [retten] dürfen!? –
יא לעולם קסבר שבת לאו זמן תפילין הוא וכי שרו רבנן לענין הצלה דרך מלבוש במקום תפילין
11 Tatsächlich ist er der Ansicht, der Šabbath sei keine Zeit für die Tephillin, und wenn die Rabbanan das Retten in der Weise des Anlegens erlaubt haben, dann nur an der Stelle, da man die Tephillin [anlegt]. –
יב אי הכי זוג אחד נמי אין טפי לא אמר רב שמואל בר רב יצחק מקום יש בראש להניח בו שתי תפילין
12 Demnach nur ein Paar und nicht mehr!? R. Šemuél b.R.Jiçḥaq erwiderte: Am Kopfe ist Raum da, zwei Tephillin anzulegen. –
יג הניחא דראש דיד מאי איכא למימר
13 Einleuchtend ist dies hinsichtlich der [Tephilla] des Kopfes, wie ist es aber hinsichtlich der der Hand zu erklären!? –
יד כדרב הונא דאמר רב הונא פעמים שאדם בא מן השדה וחבילתו על ראשו ומסלקן מראשו וקושרן בזרועו
14 Nach R.Hona, denn R.Hona sagte: Oft kommt mancher vom Felde mit seinem Bündel auf dem Kopfe, sodann nimmt er [die Tephilla] vom Kopfe und befestigt sie an den Arm. –
טו אימר דאמר רב הונא שלא ינהג בהן דרך בזיון ראוי מי אמר
15 Allerdings sagte es R.Hona, damit man sie nicht verächtlich behandle, sagte er etwa, daß dies sonst gebührlich sei!? –
טז אלא כדאמר רב שמואל בר רב יצחק מקום יש בראש שראוי להניח בו שתי תפילין הכא נמי מקום יש ביד שראוי להניח בו שתי תפילין
16 Vielmehr, wie R.Šemuél b.R.Jiçḥaq erklärt hat, am Kopfe sei Raum da, zwei Tephillin anzulegen, ebenso ist auch an der Hand Raum da, zwei Tephillin anzulegen.
יז תנא דבי מנשה (דברים ו, ח) על ידך זו קיבורת בין עיניך זו קדקד היכא אמרי דבי רבי ינאי מקום שמוחו של תינוק רופס
17 In der Schule Menašes wurde gelehrt:<i>An deine Hand</i>: der Armmuskel; <i>zwischen deinen Augen</i>: der Scheitel. – Wo? – Wo das Hirn eines Kindes weich ist.
יח לימא בדרב שמואל בר רב יצחק קמיפלגי דת"ק לית ליה דרב שמואל בר רב יצחק ורבן גמליאל אית ליה דרב שמואל בר רב יצחק
18 Es ist anzunehmen, daß sie über das, was R.Šemuél b. R.Jiçḥaq gesagt hat, streiten: der erste Tanna hält nichts von dem, was R.Šemuél b. R.Jiçḥaq gesagt hat, und R.Gamliél hält wohl von dem, was R.Šemuél b. R.Jiçḥaq gesagt hat. –
יט לא דכולי עלמא אית להו דרב שמואל בר רב יצחק והכא בשבת זמן תפילין קמיפלגי דת"ק סבר שבת זמן תפילין הוא
19 Nein, alle halten von dem, was R.Šemuél b. R.Jiçḥaq gesagt hat, und sie streiten vielmehr, ob der Šabbath eine Zeit für die Tephillin ist; der erste Tanna ist der Ansicht, der Šabbath sei eine Zeit für die Tephillin,
כ ורבן גמליאל סבר שבת לאו זמן תפילין הוא
20 und R.Gamliél ist der Ansicht, der Šabbath sei keine Zeit für die Tephillin.
כא ואיבעית אימא דכ"ע שבת זמן תפילין הוא והכא במצות צריכות כוונה קמיפלגי ת"ק סבר לצאת בעי כוונה
21 Wenn du willst, sage ich: alle sind der Ansicht, der Šabbath sei eine Zeit für die Tephillin, und sie streiten vielmehr, ob die [Ausübung der] Gebote der Beabsichtigung benötige; der erste Tanna ist der Ansicht, um seiner Pflicht zu genügen, benötige man der Beabsichtigung,
כב ורבן גמליאל סבר לא בעי כוונה
22 und R.Gamliél ist der Ansicht, man benötige nicht der Beabsichtigung.