Eruvin 194

Kapitel 194

א א"ל אביי במאי אוקימתא למתניתין בסכנת עו"ג אימא סיפא ר' שמעון אומר נותנן לחבירו וחבירו לחבירו כל שכן דאוושא מילתא
1 Abajje sprach zu ihm: Du hast unsere Mišna auf den Fall bezogen, wenn Gefahr vor Nichtjuden, wie erklärst du nun den Schlußsatz: R.Šimón sagt, man reiche sie seinem Nächsten und der Nächste seinem Nächsten; dadurch wird es ja um so mehr bekannt!? –
ב חסורי מיחסרא והכי קתני במה דברים אמורים בסכנת עו"ג אבל בסכנת ליסטים מוליכן פחות פחות מד' אמות:
2 [Die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: dies nur bei Gefahr vor Nichtjuden, wenn aber Gefahr vor Räubern besteht, trage man sie [in Abständen von] weniger als vier Ellen.
ג רבי שמעון אומר נותנן לחבירו וכו': במאי קמיפלגי מר סבר פחות מארבע אמות עדיף דאי אמרת נותנן לחבירו וחבירו לחבירו אוושא מלתא דשבת
3 R.Š<small>IMO͑N SAGT, MAN REICHE SIE SEINEM</small> N<small>ÄCHSTEN</small> &amp;<small>C</small>. Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, man trage sie lieber [in Abständen von] weniger als vier Ellen, denn wenn man sie seinem Nächsten und der Nächste seinem Nächsten reicht, erfolgt die [Entweihung] des Šabbaths noch öffentlicher,
ד ומר סבר נותנן לחבירו עדיף דאי אמרת מוליכן פחות מארבע אמות זימנין דלאו אדעתיה ואתי לאתויינהו ארבע אמות ברה"ר:
4 und einer ist der Ansicht, man reiche sie lieber seinem Nächsten, denn wenn man sie [in Abständen von] weniger als vier Handbreiten trägt, könnte man, wenn man daran nicht denkt, vier Ellen auf öffentlichem Gebiete zu tragen verleitet werden.
ה וכן בנו: בנו מאי בעי התם דבי מנשה תנא בשילדתו אמו בשדה
5 D<small>ESGLEICHEN EIN</small> K<small>IND</small>. Wie kommt da sein Kind hin!? – In der Schule Menašes wurde gelehrt: Wenn die Mutter es auf dem Felde gebar. –
ו ומאי אפילו הן מאה דאע"ג דקשיא ליה ידא אפילו הכי הא עדיפא:
6 Was heißt: auch bis hundert? – Obgleich ihm das Anfassen nachteilig ist, dennoch ist dies zu bevorzugen.
ז רבי יהודה אומר נותן אדם חבית: ולית ליה לרבי יהודה הא דתנן הבהמה והכלים כרגלי הבעלים
7 R.J<small>EHUDA SAGTE</small>: M<small>AN DARF SEINEM</small> N<small>ÄCHSTEN EIN</small> F<small>ASS REICHEN</small>. Hält R.Jehuda denn nichts von dem, was wir gelernt haben, daß nämlich Tiere und Sachen den Füßen des Eigentümers gleichen?
ח אמר ריש לקיש משום לוי סבא הכא במאי עסקינן במערן מחבית לחבית ורבי יהודה לטעמיה דאמר מים אין בהם ממש
8 Reš Laqiš erwiderte im Namen Levi des Greisen: Hier handelt es sich um den Fall, wenn man [den Inhalt] aus einem Fasse in das andere gießt, und R.Jehuda vertritt hierbei seine Ansicht, daß nämlich das Wasser unwesentlich ist.
ט דתנן רבי יהודה פוטר במים מפני שאין בהן ממש
9 Wir haben nämlich gelernt, R.Jehuda befreit davon, soweit es das Wasser betrifft, weil es unwesentlich ist. –
י ומאי לא תהלך זו לא יהלך מה שבזו יותר מרגלי הבעלים
10 Was heißt demnach: dieses darf nicht gelangen!? – Dessen Inhalt darf nicht weiter gelangen, als die Füße seines Eigentümers. –
יא אימר דשמעת ליה לר' יהודה היכא דבליען בעיסה היכא דאיתנהו בעינייהו מי שמעת ליה השתא בקדירה אמר רבי יהודה לא בטלי בעינייהו בטלי דתניא רבי יהודה אומר מים ומלח בטלין בעיסה ואין בטלין בקדירה מפני רוטבה
11 Aber R.Jehuda sagte es ja nur von dem Falle, wenn das Wasser im Teig enthalten ist, sagt er es etwa auch von dem Falle, wenn es gesondert ist: wenn es nach R.Jehuda in einer gekochten Speise seine Eigenheit nicht verliert, wie gelehrt wird, R.Jehuda sagt, Wasser und Salz verlieren sich im Teig, nicht aber in der gekochten Speise, weil diese dünn ist, wie sollte es seine Eigenheit verlieren, wenn es gesondert ist!?
יב אלא אמר רבא הכא בחבית שקנתה שביתה ומים שלא קנו שביתה עסקינן דבטלה חבית לגבי מים
12 Vielmehr, erklärte Raba, hier handelt es sich um den Fall, wenn das Faß und nicht das Wasser seinen Platz für den Šabbath erworben hat, und das Faß verliert seine Bedeutung gegenüber dem Wasser.
יג כדתנן המוציא החי במטה פטור אף על המטה מפני שהמטה טפילה לו
13 Wir haben nämlich gelernt: Wer [am Šabbath] einen Lebenden in einem Bette hinausbringt, ist auch wegen des Bettes frei, weil das Bett nur Nebensächliches ist;
יד המוציא אוכלין פחות מכשיעור בכלי פטור אף על הכלי מפני שהכלי טפל לו
14 wer Speisen unter dem festgesetzten Quantum in einem Gefäße hinausbringt, ist auch wegen des Gefäßes frei, weil das Gefäß nur Nebensächliches ist.
טו מתיב רב יוסף ר' יהודה אומר בשיירא נותן אדם חבית לחבירו וחבירו לחבירו בשיירא אין שלא בשיירא לא אלא אמר רב יוסף כי תנן נמי במתניתין בשיירא תנן
15 R.Joseph wandte ein: R.Jehuda sagt, bei einer Karawane reiche einer das Faß seinem Nächsten und der Nächste seinem Nächsten. Nur bei einer Karawane, sonst aber nicht!? Vielmehr, erklärte R.Joseph, auch unsere Mišna lehrt dies von einer Karawane.
טז אביי אמר בשיירא אפי' חבית שקנתה שביתה ומים שקנו שביתה שלא בשיירא חבית שקנתה שביתה ומים שלא קנו שביתה
16 Abajje erklärte: Ist es eine Karawane, [so ist es erlaubt,] auch wenn das Faß und das Wasser ihren Platz für den Šabbath erworben haben, ist es keine Karawane, nur wenn das Faß und nicht das Wasser seinen Platz für den Šabbath erworben hat.
יז רב אשי אמר הכא בחבית דהפקר עסקינן ומים דהפקר עסקינן ומאן אמרו לו רבי יוחנן בן נורי היא דאמר חפצי הפקר קונין שביתה ומאי לא תהלך זו יותר מרגלי הבעלים לא יהלכו אלו יותר מכלים שיש להם בעלים:
17 R.Aši erklärte: Hier handelt es sich um ein herrenloses Faß und herrenloses Wasser. – Wer ist es, der zu ihm sprach? – Es ist R.Joḥanan b.Nuri, welcher sagt, herrenlose Gegenstände erwerben ihren Platz für den Šabbath. – Wieso heißt es aber: dieses darf nicht weiter gelangen als die Füße seines Eigentümers!? – Dieses darf nicht weiter gelangen als Geräte, die Eigentümer haben.
יח <big><strong>מתני׳</strong></big> היה קורא בספר על האיסקופה ונתגלגל הספר מידו גוללו אצלו
18 <b>W</b><small>ENN JEMAND AUF EINER</small> S<small>CHWELLE EINE</small> S<small>CHRIFTROLLE</small> <small>LIEST UND SIE AUS SEINER</small> H<small>AND ROLLT</small>, <small>SO ROLLE ER SIE ZU SICH HERAN</small>.
יט היה קורא בראש הגג ונתגלגל הספר מידו עד שלא הגיע לעשרה טפחים גוללו אצלו משהגיע לעשרה טפחים הופכו על הכתב
19 W<small>ENN JEMAND EINE</small> S<small>CHRIFTROLLE AUF DEM</small> D<small>ACHE LIEST UND SIE AUS SEINER</small> H<small>AND ROLLT, SO DARF ER SIE, FALLS SIE DIE ZEHN</small> H<small>ANDBREITEN</small> [<small>VON DER</small> E<small>RDE</small>] <small>NICHT ERREICHT HAT, ZU SICH HER ANROLLEN, HAT SIE DIE ZEHN</small> H<small>ANDBREITEN ERREICHT, SO WENDE ER SIE AUF DIE</small> S<small>CHRIFTSEITE</small> <small>UM</small>.
כ רבי יהודה אומר אפילו אין מסולק מן הארץ אלא כמלא מחט גוללו אצלו ר' שמעון אומר אפילו בארץ עצמו גוללו אצלו שאין לך דבר משום שבות עומד בפני כתבי הקודש:
20 R.J<small>EHUDA SAGT, AUCH WENN SIE NUR EINE</small> N<small>ADELBREITE VON der</small> E<small>RDE ABSTEHT, ROLLE ER SIE ZU SICH HERAN</small>. R.Š<small>IMO͑N SAGT, SELBST WENN SIE DIE</small> E<small>RDE</small> [<small>BERÜHRT</small>], <small>ROLLE ER SIE ZU SICH HERAN, DENN DU HAST KEIN</small> [V<small>ERBOT</small>] <small>DES</small> F<small>EIERNS WEGEN, DAS VOR DEN HEILIGEN</small> S<small>CHRIFTEN</small> S<small>TAND HIELTE</small>.
כא <big><strong>גמ׳</strong></big> האי איסקופה ה"ד אילימא איסקופה רשות היחיד וקמה רשות הרבים ולא גזרינן דילמא נפיל ואתי לאתויי
21 Von welcher Schwelle gilt dies: wollte man sagen, wenn die Schwelle Privatgebiet und [der Raum] vor ihr öffentliches Gebiet ist, und man berücksichtige nicht, sie könnte [ganz aus seiner Hand] fallen und er sie zu holen veranlaßt werden,