Eruvin 68

Kapitel 68

א פשיטא רה"י עולה עד לרקיע וכי היכי דסלקא לעיל ה"נ דנחתא לתחת ואלא דקאי ברשות הרבים
1 so ist es ja selbstverständlich, das Privatgebiet steigt ja bis zum Himmel, und wie es nach oben steigt, ebenso dringt es nach unten, und wenn sie sich auf öffentlichem Gebiete befindet,
ב דנתכוון לשבות היכא אי למעלה הוא במקום אחד ועירובו במקום אחר הוא אי למטה פשיטא הוא ועירובו במקום אחד
2 [so ist einzuwenden:] wo beabsichtigte er den Aufenthalt am Šabbath zu nehmen: wenn oben, so befindet er sich ja auf einem anderen Gebiete als sein E͑rub, und wenn unten, so ist es ja selbstverständlich, er befindet sich ja mit seinem E͑rub auf ein und demselben Gebiete!? —
ג לא צריכא דקאי בכרמלית ונתכוון לשבות למעלה ורבי היא דאמר כל דבר שהוא משום שבות לא גזרו עליו בין השמשות:
3 In dem Falle, wenn er sich in einem Neutralgebiete befindet und den Aufenthalt am Šabbath oben zu nehmen beabsichtigt hat, und zwar nach Rabbi, welcher sagt, bei dem, was nur des Feierns wegen verboten ist, haben sie bei Dämmerung nicht verboten.
ד <big><strong>מתני׳</strong></big> נתנו בראש הקנה או בראש הקונדס בזמן שהוא תלוש ונעוץ אפילו גבוה ק' אמה הרי זה עירוב:
4 <b>H</b><small>AT ER DEN E͑RUB AUF DIE</small> S<small>PITZE EINER</small> S<small>TANGE ODER EINES</small> S<small>TUMPENS GELEGT, DIE</small> [<small>VOM</small> S<small>TAMME</small>] <small>GETRENNT SIND UND IN DER</small> E<small>RDE STECKEN, SO IST ER GÜLTIG, AUCH WENN SIE HUNDERT</small> E<small>LLEN HOCH SIND</small>.
ה <big><strong>גמ׳</strong></big> רמי ליה רב אדא בר מתנא לרבא תלוש ונעוץ אין לא תלוש ונעוץ לא מני רבנן היא דאמרי כל דבר שהוא משום שבות גזרו עליו בין השמשות והא אמרת רישא רבי רישא רבי וסיפא רבנן
5 GEMARA. R.Ada b. Mathna wies Raba auf einen Widerspruch hin: Nur wenn sie [vom Stamme] getrennt sind und in der Erde stecken, nicht aber, wenn sie nicht [vom Stamme] getrennt sind (und in der Erde stecken), also nach den Rabbanan, welche sagen, auch bei dem, was nur des Feierns wegen verboten ist, haben sie bei Dämmerung verboten, während du vom Anfangssatze sagst, er sei nach Rabbi; der Anfangssatz nach Rabbi und der Schlußsatz nach den Rabbanan!?
ו א"ל כבר רמי ליה רמי בר חמא לרב חסדא ושני ליה רישא רבי וסיפא רבנן
6 Dieser erwiderte: Rami b.Ḥama wies bereits R.Ḥisda auf diesen Widerspruch hin, und dieser erwiderte ihm: Allerdings der Anfangssatz nach Rabbi und der Schlußsatz nach den Rabbanan.
ז רבינא אמר כולה רבי היא וסיפא גזירה שמא יקטום:
7 Rabina erwiderte: Die ganze Lehre ist nach Rabbi, im Schlußsatze aber wird berücksichtigt, man könnte etwas abbrechen.
ח ההוא פולמוסא דאתא לנהרדעא אמר להו רב נחמן פוקו עבידו כבושי כבשי באגמא ולמחר ניזיל וניתיב עלויהו
8 Einst kamen Truppen nach Nehardea͑; da sprach R.Naḥman zu [den Jüngern]: Geht aufs Feld hinaus und drücket [das Rohr als Sitze] ein, damit wir da morgen hingehen und darauf sitzen können.
ט איתיביה רמי בר חמא לרב נחמן ואמרי לה רב עוקבא בר אבא לרב נחמן תלוש ונעוץ אין לא תלוש ולא נעוץ לא
9 Rami b.Ḥama wandte gegen R.Naḥman ein, und wie manche sagen, wandte es R.U͑qaba b.Abba gegen R.Naḥman ein: Nur wenn sie [vom Stamme] getrennt sind und in der Erde stecken, nicht aber wenn sie nicht [vom Stamme] getrennt sind (und in der Erde stecken)!?
י א"ל התם בעוזרדין ומנא תימרא דשני לן בין עוזרדין לשאין עוזרדין דתניא הקנין והאטדין וההגין מין אילן הן ואינן כלאים בכרם ותניא אידך הקנים והקידן והאורבנין מין ירק הן והן כלאים בכרם קשיא אהדדי
10 Dieser erwiderte: Da handelt es sich um hartes Rohr. — Woher entnimmst du, daß zwischen hartem Rohr und nicht hartem zu unterscheiden sei? — Es wird gelehrt, Rohr, Dornen und Disteln gehören zur Baumart und sind keine Mischsaat in einem Weinberge, dagegen lehrt ein Anderes, Rohr, Kassia und Weiden gehören zur Krautart und sind Mischsaat in einem Weinberge. Diese Lehren widersprechen ja einander!?
יא אלא ש"מ כאן בעוזרדין כאן בשאין עוזרדין ש"מ
11 Wahrscheinlich gilt das eine von hartem Rohr und das andere von nicht hartem. Schließe hieraus. —
יב וקידה מין ירק הוא והתנן אין מרכיבין פגם ע"ג קידה לבנה מפני שהוא ירק באילן אמר רב פפא קידה לחוד וקידה לבנה לחוד:
12 Gehört denn Kassia zur Krautart, wir haben ja gelernt, daß man keine Raute auf weiße Kassia pfropfen dürfe, weil dies Krautpflanze auf Baumpflanze ist!? R.Papa erwiderte: Kassia und weiße Kassia sind voneinander verschieden.
יג <big><strong>מתני׳</strong></big> נתנו במגדל ואבד המפתח הרי זה עירוב ר"א אומר אם אינו יודע שהמפתח במקומו אינו עירוב:
13 <b>W</b><small>ENN JEMAND</small> [<small>DEN</small> E͑<small>RUB</small>] <small>IN EINEN</small> S<small>CHRANK GELEGT UND DEN</small> S<small>CHLÜSSEL VERLOREN HAT, SO IST ER GÜLTIG</small>; R.E<small>LIE͑ZER SAGT, WENN ER NICHT WEISS, DASS DER</small> S<small>CHLÜSSEL AUF SEINEM</small> P<small>LATZE LIEGT, SEI DER</small> E͑<small>RUB UNGÜLTIG</small>.
יד <big><strong>גמ׳</strong></big> ואמאי הוא במקום אחד ועירובו במקום אחר הוא
14 GEMARA. Weshalb denn, er befindet sich ja auf einem anderen Gebiete als sein E͑rub!?
טו רב ושמואל דאמרי תרוייהו הכא במגדל של לבנים עסקינן ור"מ היא דאמר פוחת לכתחילה ונוטל דתנן בית שמילאהו פירות סתום ונפחת נוטל ממקום הפחת ר' מאיר אומר פוחת ונוטל לכתחילה
15 Rabh und Šemuél erklärten beide, hier handle es sich um einen Schrank aus Ziegelsteinen, und zwar nach R.Meír, welcher sagt, man dürfe von vornherein ein Loch machen und [Früchte] hervorholen. Wir haben nämlich gelernt: Wenn ein mit Früchten gefüllter Raum schadhaft wird, so darf man durch die schadhafte Stelle [Früchte] hervorholen; R.Meír sagt, man dürfe von vornherein ein Loch machen und sie hervorholen. —
טז והאמר רב נחמן בר אדא אמר שמואל באוירא דליבני הכא נמי באוירא דליבני
16 Aber R.Naḥman b. Ada sagte ja im Namen Šemuéls, dies gelte von einer Schicht von Ziegelsteinen!? — Auch hier handelt es sich um eine Schicht von Ziegelsteinen. —
יז והא אמר רבי זירא בי"ט אמרו אבל לא בשבת ה"נ בי"ט
17 Aber R.Zera sagte ja, daß sie dies nur vom Feste und nicht vom Šabbath gesagt haben!? — Auch hier wird vom Feste gesprochen. —
יח אי הכי היינו דקתני עלה ר"א אומר אם בעיר אבד עירובו עירוב ואם בשדה אבד אין עירובו עירוב ואי ביום טוב מה לי עיר מה לי שדה
18 Wieso wird demnach hierzu gelehrt, R. Elie͑zer sagt, wenn er [den Schlüssel] in der Stadt verloren hat, sei der E͑rub gültig, und wenn er ihn auf dem Felde verloren hat, sei er ungültig; welchen Unterschied gibt es denn am Feste zwischen Stadt und Feld!?—