Gittin 130

Kapitel 130

א גיטא לא הוי עד דמטית למתא מחסיא:
1 gültig aber sei der Scheidebrief erst dann, wenn du in Matha Meḥasja bist.
ב ורבי אלעזר אוסר מיד: פשיטא דהא מראה מקום היא לו
2 N<small>ACH</small> R. E<small>LEA͑ZAR IST ES IHR SOFORT VERBOTEN</small>. Selbstverständlich, sie gab ihm ja nur einen Hinweis!? –
ג לא צריכא דאמרה ליה זיל למזרח דאיתיה במזרח וקא אזל למערב מהו דתימא במערב הא ליתיה קמ"ל דילמא בהדי דקאזיל מיגס גאיס ביה ויהב ליה גיטא
3 In dem Falle, wenn sie zu ihm gesagt hat: geh nach Osten, denn er ist im Osten, und er nach Westen gegangen ist. Man könnte glauben, [es sei zu berücksichtigen,] er ist ja nicht im Westen, so lehrt er uns, [daß zu berücksichtigen ist,] er kann ihn unterwegs getroffen und ihm den Scheidebrief gegeben haben.
ד האומר לשלוחו ערב לי בתמרים ועירב לו בגרוגרות בגרוגרות ועירב לו בתמרים תני חדא עירובו עירוב ותניא אידך אין עירובו עירוב
4 Von dem Falle, wenn jemand zu seinem Vertreter gesagt hat, daß er für ihn einen E͑rub aus Datteln bereite, und dieser ihn aus Feigen bereitet hat, aus Feigen, und dieser ihn aus Datteln bereitet hat, lehrt das Eine, der E͑rub sei gültig, ein Anderes aber, der E͑rub sei ungültig!?
ה אמר רבה ל"ק הא רבנן הא רבי אלעזר הא רבנן דאמרי קפידא הא רבי אלעזר דאמר מראה מקום היא לו
5 Rabba erwiderte: Das ist kein Einwand; eines nach den Rabbanan und eines nach R. Elea͑zar. Eines nach den Rabbanan, welche sagen, er achtete darauf, und eines nach R. Elea͑zar, welcher sagt, er gab ihm einen Hinweis.
ו ורב יוסף אמר הא והא רבנן כאן בשלו כאן בשל חבירו
6 R. Joseph erklärte: Beide nach den Rabbanan; das eine, wenn mit seinem, und das eine, wenn mit fremdem.
ז א"ל אביי ואלא הא דתניא האומר לשלוחו ערב לי במגדל ועירב לו בשובך בשובך ועירב לו במגדל דתניא חדא עירובו עירוב ותניא אידך אין עירובו עירוב התם מאי שלו ושל חבירו איכא
7 Abajje sprach zu ihm: Es wird gelehrt, wenn jemand zu seinem Vertreter gesagt hat, daß er für ihn einen E͑rub in einem Schranke niederlege, und er ihn in einem Taubenschlage niedergelegt hat, in einem Taubenschlage, und er ihn in einem Schranke niedergelegt hat, sei der E͑rub (nach einer Lehre) gültig, und ein Anderes lehrt, er sei ungültig. Was ist hierbei zwischen seinem und fremdem zu unterscheiden!? –
ח התם נמי איכא פירי דמגדל ופירי דשובך:
8 Hierbei handelt es sich ebenfalls um Früchte im Schranke und Früchte im Taubenschlage.
ט <big><strong>מתני׳</strong></big> האומר כתבו גט ותנו לאשתי גרשוה כתבו איגרת ותנו לה הרי אלו יכתבו ויתנו
9 <b>W</b><small>ENN JEMAND GESAGT HAT</small>: <small>SCHREIBT EINEN</small> S<small>CHEIDEBRIEF UND GEBT IHN MEINER</small> F<small>RAU, SCHEIDET SIE</small> [<small>VON MIR</small>], <small>SCHREIBT EINEN</small> B<small>RIEF</small> <small>UND GEBT IHR, </small>
י פטרוה פרנסוה עשו לה כנימוס עשו לה כראוי לא אמר כלום:
10 SO SCHREIBE MAN IHN UND GEBE IHR; WENN ABER: ENTLASSET <small>SIE, VERSORGT SIE, VERFAHRT MIT IHR NACH</small> G<small>EBÜHR, VERFAHRT MIT IHR, WIE ES SICH GEHÖRT, SO HAT ER NICHTS GESAGT</small>.
יא <big><strong>גמ׳</strong></big> ת"ר שלחוה שבקוה תרכוה הרי אלו יכתבו ויתנו פטרוה פרנסוה עשו לה כנימוס עשו לה כראוי לא אמר כלום
11 GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Sagte er: schickt sie fort, laßt sie fort, treibt sie fort, so schreibe man [einen Scheidebrief] und gebe ihr, wenn aber: entlaßt sie, versorgt sie, verfahrt mit ihr nach Gebühr, verfahrt mit ihr, wie es sich gehört, so hat er nichts gesagt.
יב תניא רבי נתן אומר פטרוה דבריו קיימין פיטרוה לא אמר כלום אמר רבא רבי נתן דבבלאה הוא ודייק בין פיטרוה לפטרוה תנא דידן דבר א"י הוא לא דייק
12 Es wird gelehrt: R. Nathan sagte: [Sagte er:] entlaßt sie, so sind seine Worte gültig, wenn aber: entlassen, so hat er nichts gesagt. Raba sagte: R. Nathan ist Babylonier und unterscheidet zwischen ‘entlaßt sie’ und ‘ist entlassen’, unser Autor aber ist Jerušalemite und unterscheidet nicht.
יג איבעיא להו הוציאוה מהו עזבוה מהו התירוה מהו הניחוה מהו הועילו לה מהו עשו לה כדת מהו
13 Sie fragten: Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] bringt sie hinaus, verlaßt sie, löst sie, laßt sie, wirkt für sie, verfahrt mit ihr nach Gesetz? –
יד פשוט מיהא חדא דתניא עשו לה כדת עשו לה כנימוס עשו לה כראוי לא אמר כלום:
14 Eines davon ist zu entscheiden, denn es wird gelehrt: [Sagte er:] verfahrt mit ihr nach Gesetz, verfahrt mit ihr nach Gebühr, verfahrt mit ihr, wie es sich gehört, so hat er nichts gesagt.
טו <big><strong>מתני׳</strong></big> בראשונה היו אומרים היוצא בקולר ואמר כתבו גט לאשתי הרי אלו יכתבו ויתנו חזרו לומר אף המפרש והיוצא בשיירא רבי שמעון שזורי אומר אף המסוכן:
15 V<small>ORMALS SAGTEN SIE, WENN JEMAND, DER IN</small> H<small>ALSEISEN HINAUSGEFÜHRT WIRD, SAGT: SCHREIBT</small> <small>MEINER</small> F<small>RAU EINEN SCHEIDEBRIEF, SO SCHREIBE MAN IHN UND</small> <small>GEBE IHR; SPÄTER BESTIMMTEN SIE ES AUCH VON EINEM ZUR</small> S<small>EE UND MIT EINER</small> K<small>ARAWANE</small> A<small>USREISENDEN</small>. R. Š<small>IMO͑N</small> Š<small>EZORI SAGT, DIES GELTE AUCH VOM LEBENSLÄNGLICH</small> [K<small>RANKEN</small>].
טז <big><strong>גמ׳</strong></big> גניבא יוצא בקולר הוה כי הוה קא נפיק אמר הבו ארבע מאה זוזי לרבי אבינא מחמרא דנהר פניא אמר רבי זירא
16 GEMARA. Geniba wurde in Halseisen hinausgeführt, und als er abgeführt wurde, verfügte er, daß man R. Abina von seinem Weine in Nehar Panja vierhundert Zuz gebe. Da sagte R. Zera: