Gittin 132

Kapitel 132

א או לשלשה כתבו גט ותנו לאשתי הרי אלו יכתבו ויתנו אמר לשלשה תנו גט לאשתי הרי אלו יאמרו לאחרים ויכתבו מפני שעשאן ב"ד דברי ר"מ
1 oder zu dreien: S<small>CHREIBT MEINER</small> F<small>RAU EINEN</small> S<small>CHEIDEBRIEF UND GEBT IHN IHR, SO MÜSSEN SIE SELBST SCHREIBEN</small> <small>UND IHR GEBEN</small>. W<small>ENN JEMAND ZU DREIEN GESAGT HAT: GEBT MEINER</small> F<small>RAU EINEN</small> S<small>CHEIDEBRIEF, SO KÖNNEN SIE AUCH ANDERE BEAUFTRAGEN, IHN ZU SCHREIBEN, WEIL ER SIE ZU EINEM</small> G<small>ERICHTE BESTELLT</small> <small>HAT – SO</small> R. M<small>EÍR</small>.
ב וזו הלכה העלה רבי חנינא איש אונו מבית האסורין מקובל אני באומר לשלשה תנו גט לאשתי שיאמרו לאחרים ויכתבו מפני שעשאן ב"ד
2 F<small>OLGENDE</small> L<small>EHRE BRACHTE</small> R. Ḥ<small>ANINA AUS</small> O<small>NO AUS DEM</small> G<small>EFÄNGNISSE</small>: E<small>S IST MIR ÜBERLIEFERT, DASS, WENN JEMAND ZU DREIEN GESAGT HAT: GEBT MEINER</small> F<small>RAU EINEN</small> S<small>CHEIDEBRIEF, SIE ANDERE BEAUFTRAGEN KÖNNEN, IHN ZU SCHREIBEN, DA ER SIE ZU EINEM</small> G<small>ERICHTE BESTELLT HAT</small>.
ג אמר רבי יוסי נומינו לשליח אף אנו מקובלין שאפי' אמר לב"ד הגדול שבירושלים תנו גט לאשתי שילמדו ויכתבו ויתנו
3 R. J<small>OSE SAGTE</small>: W<small>IR SPRACHEN ZUM</small> B<small>OTEN</small>: <small>AUCH UNS IST ES ÜBERLIEFERT, DASS SELBST WENN JEMAND ZUM HOHEN</small> G<small>ERICHTE IN</small> J<small>ERUŠALEM GESAGT HAT: GEBT MEINER</small> F<small>RAU EINEN</small> S<small>CHEIDEBRIEF, SIE LERNEN</small> <small>UND IHN SELBER SCHREIBEN UND IHR GEBEN MÜSSEN</small>.
ד אמר לעשרה כתבו ותנו גט לאשתי אחד כותב ושנים חותמין כולכם כתובו אחד כותב וכולם חותמין לפיכך אם מת אחד מהן הרי זה גט בטל:
4 W<small>ENN JEMAND ZU ZEHN</small> [P<small>ERSONEN</small>] <small>GESAGT HAT: GEBT</small> <small>MEINER</small> F<small>RAU EINEN</small> S<small>CHEIDEBRIEF, SO MUSS EINER SCHREIBEN UND ZWEI UNTERSCHREIBEN; WENN ABER: IHR ALLE SCHREIBT, SO MUSS EINER SCHREIBEN UND ALLE UNTERSCHREIBEN</small>. D<small>AHER IST, WENN EINER VON IHNEN GESTORBEN IST, DER</small> S<small>CHEIDEBRIEF NICHTIG</small>.
ה <big><strong>גמ׳</strong></big> א"ר ירמיה בר אבא שלחו ליה מבי רב לשמואל ילמדנו רבינו אמר לשנים כתבו ותנו גט לאשתי ואמרו לסופר וכתב וחתמו הן מהו שלח להו תצא והדבר צריך תלמוד
5 GEMARA. R. Jirmeja b. Abba sagte: Aus der Schule Rabhs sandten sie an Šemuél: Lehre uns der Meister, wie es denn sei, wenn jemand zu zweien gesagt hat: schreibt meiner Frau einen Scheidebrief und gebt ihn ihr, und diese einen Schreiber zu schreiben beauftragt und ihn unterschrieben haben? Er ließ ihnen erwidern: Sie muß fort; die Sache muß jedoch noch durchstudiert werden. –
ו מאי הדבר צריך תלמוד אילימא משום דהוו להו מילי ומספקא ליה מילי אי מימסרן לשליח אי לא מימסרן לשליח
6 Was heißt: die Sache muß noch durchstudiert werden? Wollte man sagen, weil es Worte sind, und ihm zweifelhaft war, ob Worte einem Vertreter übergeben werden können oder nicht,
ז והאמר שמואל אמר רבי הלכה כר' יוסי דאמר מילי לא מימסרן לשליח
7 so sagte ja Šemuél im Namen Rabbis, die Halakha sei wie R. Jose, welcher sagt, daß Worte nicht einem Vertreter übergeben werden können!? –
ח אלא לשמואל הא קא מיבעיא ליה האי כתובו אי כתב ידן אי כתב הגט
8 Vielmehr, folgendes war Šemuél fraglich: ist unter ‘schreiben’ ihre Unterschrift oder die Niederschrift des Scheidebriefes zu verstehen? –
ט ותיפשוט ליה ממתני' אמר לשנים תנו גט לאשתי או לשלשה כתבו גט ותנו לאשתי הרי אלו יכתבו ויתנו
9 Sollte er dies aus unserer Mišna entscheiden: wenn jemand zu zweien gesagt hat: gebt meiner Frau einen Scheidebrief, oder zu dreien: schreibt meiner Frau einen Scheidebrief und gebt ihn ihr, so müssen sie selbst schreiben und ihr geben!? –
י היא גופא קא מיבעיא ליה כתובו כתב ידן הוא או כתב הגט הוא פשיטא דכתב הגט הוא דקתני סיפא אמר רבי יוסי נומינו לשליח אף אנו מקובלין שאפי' אמר לב"ד הגדול שבירושלים תנו גט לאשתי שילמדו ויכתבו ויתנו לה
10 Diese selbst ist ihm fraglich: ist unter ‘schreiben’ ihre Unterschrift oder die Niederschrift des Scheidebriefes zu verstehen? – Selbstverständlich die Niederschrift des Scheidebriefes, denn der Schlußsatz lehrt: R. Jose sagte: Wir sprachen zum Boten: Auch uns ist es überliefert, daß, selbst wenn er zum hohen Gerichte in Jerušalem gesagt hat: gebt meiner Frau einen Scheidebrief, sie lernen und ihn selber schreiben und ihr geben müssen.
יא אי אמרת בשלמא כתב הגט הוא שפיר אלא אי אמרת כתב ידן הוא מי איכא בי דינא דלא ידעי מחתם חתימת ידייהו אין איכא בי דינא חדתא
11 Einleuchtend ist dies, wenn du sagst, die Niederschrift des Scheidebriefes, wenn du aber sagst, die Unterschrift, so gibt es ja kein Gericht, [dessen Mitglieder] nicht zu unterschreiben verstehen!? – Freilich, dies kann bei neuen Gerichtsmitgliedern vorkommen. –
יב ואי סבירא לן דהאי כתובו כתב ידן הוא הא כתב הגט כשר והאמר שמואל אמר רבי הלכה כר' יוסי דאמר מילי לא מימסרן לשליח
12 Wenn man annimmt, unter ‘schreiben’ sei die Unterschrift zu verstehen, während die Niederschrift des Scheidebriefes [durch andere] zulässig ist, [so ist ja einzuwenden,] Šemuél sagte ja im Namen Rabbis, die Halakha sei wie R. Jose, welcher sagt, Worte können einem Vertreter nicht übergeben werden!? –
יג אמרי אי סבירי לן דכתובו כתב ידן הוא כתב הגט נעשה כאומר אמרו ומודה ר' יוסי באומר אמרו ומי מודה ר' יוסי באומר אמרו והתנן כתב סופר ועד כשר ואמר ר' ירמיה חתם סופר שנינו
13 Ich will dir sagen, wenn wir annehmen, daß unter ‘schreiben’ die Unterschrift zu verstehen ist, so ist es hinsichtlich der Niederschrift ebenso, als würde er ‘sagt’ gesagt haben, und R. Jose pflichtet hinsichtlich des Falles bei, wenn er ‘sagt’ gesagt hat. – Pflichtet denn R. Jose hinsichtlich des Falles bei, wenn er ‘sagt’ gesagt hat, wir haben ja gelernt, wenn ihn der Schreiber geschrieben und ein Zeuge [unterschrieben] hat, sei er gültig, und hierzu sagte R. Jirmeja, dies sei zu verstehen, wenn der Schreiber unterschrieben hat,
יד ואמר רב חסדא מתני' מני ר' יוסי היא דאמר מילי לא מימסרן לשליח
14 und ferner sagte R. Ḥisda, diese Lehre vertrete die Ansicht R. Joses, welcher sagt, Worte können einem Vertreter nicht übergeben werden.
טו ואי סלקא דעתך מודה רבי יוסי באומר אמרו נפיק מינה חורבה דזימנין דאמר להו לשנים
15 Wenn man nun sagen wollte, R. Jose pflichte hinsichtlich des Falles bei, wenn er ‘sagt’ gesagt hat, so kann ja ein Verderb entstehen, denn es kann vorkommen, daß er zu zweien gesagt hat: