Gittin 135

Kapitel 135

א איגניב לן כסא דכספא בהדי דקא מעייני ואתי אשכחוה דכרוכה בסודריה
1 ein silberner Becher sei gestohlen worden, und als sie ihn untersuchten, fanden sie es in seinem Sudarium gewickelt.
ב אמרי ליה חזי מר דלא מיכל קא בעי אלא לצעורן אמר להו אנא מיכל אכלי וטעמי ביה טעמא דחיורא אמרי ליה חיורא לא עביד לן האידנא אמר להו בדקו בדוכתיה דאמר רב חסדא אוכמא בחיורא וחיורא באוכמתא לקותא היא בדוק אשכחוה
2 Da sprachen sie zu ihm: Nun sehen wir, daß der Meister nicht essen, sondern uns nur kränken wollte. Dieser erwiderte: Ich wollte auch essen, nur merkte ich den Geschmack von Aussätzigem. Jene sprachen: Wir haben heute kein Aussätziges hergerichtet. Er erwiderte ihnen: Untersucht die Stelle. R. Ḥisda sagte nämlich: Schwarz auf weiß oder weiß auf schwarz ist eine Verletzung. Da untersuchten sie diese und es stimmte.
ג כי קא נפיק כרו ליה בירא ושדו ליה ציפתא עילויה ואמרי ליה ליתי מר לינח נחר ליה רב חסדא מאחוריה אמר ליה לינוקא פסוק לי פסוקיך אמר ליה (שמואל ב ב, כא) נטה לך על ימינך או על שמאלך אמר ליה לשמעיה מאי קא חזית אמר ליה ציפיתא דשדיא אמר ליה הדר מינה
3 Als er hinausgegangen war, gruben sie eine Grube, legten eine Matte darüber und sprachen zu ihm: Möge der Meister kommen und ausruhen. Da räusperte sich R. Ḥisda hinter ihm. Alsdann sprach er zu einem Knaben: Trage mir deinen Schriftvers vor. Dieser sprach: <i>Biege nach rechts oder nach links ab</i>. Da fragte er seinen Diener: Was siehst du? Dieser erwiderte: Eine Matte liegen. Da sprach er: Umgehe sie.
ד לבתר דנפק אמר ליה רב חסדא מנא הוה ידע מר אמר ליה חדא דנחר לי מר ועוד דפסק לי ינוקא פסוקא ועוד דחשידי עבדי דלא מעלו
4 Als er hinausgegangen war, fragte ihn R. Ḥisda: Woher wußte es der Meister? Dieser erwiderte: Erstens, weil der Meister mir zugeräuspert hat, zweitens, weil der Knabe mir den Vers vorgetragen hat, und drittens, weil die Diener verdächtig sind, denn sie sind ungeraten.
ה (קהלת ב, ח) עשיתי לי שרים ושרות ותענוגות בני האדם שדה ושדות שרים ושרות אלו מיני זמר ותענוגות בני האדם אלו בריכות ומרחצאות שדה ושדות הכא תרגימו שידה ושידתין במערבא אמרי שידתא
5 <i>Ich schaffte mir Sänger und Sängerinnen an, Vergnügungen der Menschenkinder, šidda und šiddoth. Sänger und Sängerinnen</i>, das sind verschiedene Arten Musik. <i>Vergnügungen der Menschenkinder</i>, das sind Wasserbassins und Bäder. <i>Šidda und šiddoth</i>, das sind, wie sie hier erklären, Dämonen und Dämoninnen [šidetin], und wie sie im Westen erklären, Wagen [šidatha].
ו אמר רבי יוחנן שלש מאות מיני שדים היו בשיחין ושידה עצמה איני יודע מה היא
6 R. Joḥanan sagte: Dreihundert Arten von Dämonen gab es in Šiḥin, doch weiß ich nicht, was šidda ist.
ז אמר מר הכא תרגימו שידא ושידתין שידה ושידתין למאי איבעי ליה דכתיב (מלכים א ו, ז) והבית בהבנותו אבן שלמה מסע נבנה וגו' אמר להו לרבנן היכי אעביד אמרו ליה איכא שמירא דאייתי משה לאבני אפוד
7 Der Meister sagte: Wie sie hier erklären, Dämonen und Dämoninnen. Wozu brauchte er Dämonen und Dämoninnen? – Es heißt: <i>und das Gebäude, als es gebaut wurde, aus ganzen Steinen vom Bruche &amp;c</i>. Er sprach zu den Gelehrten: Wie mache ich es? Sie erwiderten ihm: Es gibt den Šamir, den Moše zu den Steinen des Schulterkleides verwandte.
ח אמר להו היכא אישתכח אמרו ליה אייתי שידה ושידתין כבשינהו אהדדי אפשר דידעי ומגלו לך אייתי שידה ושידתין כבשינהו אהדדי אמרי אנן לא ידעינן דילמא אשמדאי מלכא דשידי ידע
8 Er fragte: Wo ist er zu finden? Diese erwiderten: Hole Dämonen und Dämoninnen und zwinge sie; vielleicht wissen sie es. Hierauf holte er Dämonen und Dämoninnen und zwang sie; sie aber sprachen zu ihm: Wir wissen es nicht, vielleicht weiß es Ašmodaj, der König der Dämonen.
ט אמר להו היכא איתיה אמרי ליה איתיה בטורא פלן כריא ליה בירא ומליא ליה מיא ומיכסיא בטינרא וחתמיה בגושפנקיה וכל יומא סליק לרקיע וגמר מתיבתא דרקיעא ונחית לארעא וגמר מתיבתא דארעא ואתי סייר ליה לגושפנקיה ומגלי ליה ושתי ומכסי ליה וחתים ליה ואזיל
9 Er fragte: Wo befindet er sich? Diese erwiderten: Er befindet sich auf jenem Berge. Er grub da einen Brunnen, den er mit Wasser gefüllt, mit einem Felsblock zugedeckt und mit seinem Siegelringe versiegelt hat. Jeden Tag steigt er auf den Himmel hinauf und besucht das himmlische Kollegium, sodann steigt er zur Erde herab und besucht das irdische Kollegium. Alsdann untersucht er seinen Siegel und öffnet [den Brunnen], und nachdem er getrunken hat, deckt er ihn wieder zu, versiegelt ihn und entfernt sich.
י שדריה לבניהו בן יהוידע יהב ליה שושילתא דחקיק עלה שם ועזקתא דחקיק עלה שם וגבבי דעמרא וזיקי דחמרא אזל כרא בירא מתתאי ושפינהו למיא וסתמינהו בגבבי דעמרא וכרא בירא מעילאי ושפכינהו לחמרא וטמינהו סליק יתיב באילנא
10 Hierauf entsandte er Benajahu, den Sohn Jehojada͑s, dem er eine Kette, auf der der Gottesname eingegraben war, einen Ring, auf dem der Gottesname eingegraben war, ein Bündel Wolle und einen Schlauch Wein mitgab. Dieser ging hin und grub eine Grube unter [dem Brunnen], ließ das Wasser ablaufen und verstopfte [die Öffnung] mit Wolle; sodann grub er eine Grube über diesem, goß den Wein hinein und verstopfte sie. Alsdann kletterte er auf einen Baum und setzte sich da nieder.
יא כי אתא סייריה לגושפנקא גלייה אשכחיה חמרא אמר כתיב (משלי כ, א) לץ היין הומה שכר וכל שוגה בו לא יחכם וכתיב (הושע ד, יא) זנות ויין ותירוש יקח לב לא אישתי כי צחי לא סגיא ליה אישתי רוה וגנא
11 Hierauf kam jener, untersuchte den Siegel, öffnete [den Brunnen] und fand darin Wein; da sprach er: Es heißt: <i>ein Spötter ist der Wein, ein Lärmer der Rauschtrank, wer sich darin ergeht, wird nicht weise</i>; ferner heißt es: <i>Hurerei, Wein und Most benehmen das Herz</i>; ich werde nicht trinken. Als er aber durstig ward, und sich nicht mehr enthalten konnte, trank er, berauschte sich und legte sich schlafen.
יב נחית אתא שדא ביה שושילתא סתמיה כי אתער הוה קא מיפרזל א"ל שמא דמרך עלך שמא דמרך עלך
12 Da kam [Benajahu] herab, legte ihm die Kette an und verschloß sie. Als er aufwachte und sich gebärdete, sprach dieser zu ihm: Der Name deines Herrn ist auf dir, der Name deines Herrn ist auf dir!
יג כי נקיט ליה ואתי מטא דיקלא חף ביה שדייה מטא לביתא שדייה מטא גבי כובא דההיא ארמלתא נפקא
13 Während er ihn festhielt und führte, rieb er sich an jede Palme, an die er herankam, und riß sie um; an jedes Haus, an das er herankam, und stürzte es ein. Als sie an die Hütte einer Witwe herankamen, kam sie heraus und flehte ihn an;