Gittin 151

Kapitel 151

א בשלמא לרבא רישא בדלא פריש סיפא דפריש
1 Allerdings gilt nach Raba der Anfangsatz von dem Falle, wenn er es nicht gesagt hat, und der Schlußsatz von dem Falle, wenn er es gesagt hat, welchen Unterschied gibt es
ב אלא לרב אשי מאי שנא רישא ומאי שנא סיפא קשיא
2 aber nach R. Aši zwischen dem Anfangsatze und dem Schlußsatze!? – Dies ist ein Einwand.
ג ת"ר הרי זה גיטך על מנת שתשמשי את אבא שתי שנים ועל מנת שתניקי את בני שתי שנים אע"פ שלא נתקיים התנאי הרי זה גט לפי שלא אמר לה אם תשמשי אם לא תשמשי אם תניקי ואם לא תניקי דברי רבי מאיר
3 Die Rabbanan lehrten: [Sagte er:] da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du meinen Vater zwei Jahre bedienst, mit der Bedingung, daß du meinen Sohn zwei Jahre säugst, so ist, selbst wenn die Bedingung nicht erfüllt worden ist, der Scheidebrief gültig, weil er zu ihr nicht gesagt hat: wenn du bedienst, und wenn du nicht bedienst, wenn du säugst, und wenn du nicht säugst – so R. Meír.
ד וחכ"א נתקיים התנאי ה"ז גט ואם לאו אינו גט רשב"ג אומר אין לך תנאי בכתובים שאינו כפול
4 Die Weisen sagen, ist die Bedingung erfüllt worden, so ist der Scheidebrief gültig, ist die Bedingung nicht erfüllt worden, so ist der Scheidebrief ungültig. R. Šimo͑n b. Gamlie͑l sagte: Du hast in der Schrift keine Bedingung, die nicht eine doppelte wäre.
ה איכא דאמרי לר' מאיר קאמר ליה ואיכא דאמרי לרבנן קאמר להו איכא דאמרי לר' מאיר קאמר ליה והכי קאמר ליה אין לך תנאי בכתובים שאינו כפול והוו להו שני כתובים הבאין כאחד וכל שני כתובים הבאין כאחד אין מלמדין
5 Manche erklären, er sagte es gegen R. Meír, und manche erklären, er sagte es gegen die Rabbanan. Manche erklären, er sagte es gegen R. Meír, und zwar wie folgt: du hast in der Schrift keine Bedingung, die nicht eine doppelte wäre, somit lehren zwei Schriftverse dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern.
ו איכא דאמרי לרבנן קאמר להו והכי קאמר להו אין לך תנאי בכתובים שאינו כפול וגמרינן מינייהו
6 Manche erklären, er sagte es gegen die Rabbanan, und zwar wie folgt: du hast in der Schrift keine Bedingung, die nicht eine doppelte wäre, und man folgere von diesen. –
ז ורמינהו הרי זה גיטיך ע"מ שתשמשי את אבא שתי שנים על מנת שתניקי את בני שתי שנים מת האב או מת הבן אינו גט דברי ר' מאיר
7 Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: [Wenn er gesagt hat:] da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du meinen Vater zwei Jahre bedienst, mit der Bedingung, daß du meinen Sohn zwei Jahre säugst, so ist, wenn der Vater oder der Sohn stirbt, der Scheidebrief ungültig – so R. Meír.
ח וחכמים אומרים אע"פ שלא נתקיים התנאי הרי זה גט יכולה היא שתאמר לו תן לי אביך ואשמשנו תן לי בנך ואניקנו
8 Die Weisen sagen, obgleich die Bedingung nicht erfüllt worden ist, sei der Scheidebrief gültig, denn sie kann zu ihm sagen: gib mir deinen Vater, und ich werde ihn bedienen, gib mir deinen Sohn, und ich werde ihn säugen.
ט קשיא דרבי מאיר אדרבי מאיר קשיא דרבנן אדרבנן
9 Somit befindet sich R. Meír mit sich selbst in einem Widerspruche und die Rabbanan befinden sich mit sich selbst in einem Widerspruche!? –
י דרבי מאיר אדרבי מאיר לא קשיא התם בדלא כפליה לתנאיה הכא בדכפליה לתנאיה
10 R. Meír befindet sich nicht mit sich selbst in einem Widerspruche, denn jene [Lehre] gilt, wenn er die Bedingung nicht verdoppelt hat, diese aber, wenn er die Bedingung verdoppelt hat.
יא ורבנן אדרבנן לא קשיא מאן חכמים דהכא רבן שמעון בן גמליאל היא דאמר כל עכבה שאינה הימנה הרי זה גט
11 Die Rabbanan befinden sich ebenfalls nicht mit sich selbst in einem Widersprüche, denn unter Weisen, die hier genannt werden, ist R. Šimo͑n b. Gamlie͑l zu verstehen, welcher sagt, wenn das Hindernis nicht von ihr ausgeht, sei der Scheidebrief gültig.
יב תנו רבנן אמר לה בפני שנים הרי זה גיטך על מנת שתשמשי את אבא ב' שנים וחזר ואמר לה בפני שנים הרי זה גיטך על מנת שתתני לי מאתים זוז לא ביטל דברי האחרון את הראשון רצתה משמשתו רצתה נותנת לו מאתים זוז
12 Die Rabbanan lehrten: Wenn er ihr vor zweien gesagt hat: da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du meinen Vater zwei Jahre bedienst, und darauf zurückgetreten ist und zu ihr vor zweien gesagt hat: da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du mir zweihundert Zuz gibst, so haben seine anderen Worte die ersten nicht aufgehoben; wenn sie will, bediene sie ihn, und wenn sie will, gebe sie ihm zweihundert Zuz.
יג אבל אמר לה בפני שנים הרי זה גיטך ע"מ שתתני לי מאתים זוז וחזר ואמר לה בפני שנים הרי זה גיטך על מנת שתתני לי ג' מאות זוז ביטל דברי האחרון את הראשון ואין אחד מן הראשונים ואחד מן האחרונים מצטרפין
13 Wenn er aber zu ihr vor zweien gesagt hat: da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du mir zweihundert Zuz gibst, und darauf zurückgetreten ist und zu ihr vor zweien gesagt hat: da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du mir dreihundert Zuz gibst, so haben seine anderen Worte die ersten aufgehoben. Einer von den ersten und einer von den anderen können nicht vereinigt werden. –
יד אהייא אילימא אסיפא הרי בטל אלא ארישא
14 Worauf bezieht sich dies: wenn etwa auf den Schlußsatz, so ist er ja nichtig!? – Vielmehr, auf den Anfangsatz. –
טו פשיטא מהו דתימא כל לקיומא תנאי מצטרפין קמ"ל:
15 Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, sie seien hinsichtlich der Erfüllung der Bedingung zu vereinigen, so lehrt er uns.
טז <big><strong>מתני׳</strong></big> הרי זה גיטך אם לא באתי מכאן עד שלשים יום והיה הולך מיהודה לגליל הגיע לאנטיפרס וחזר בטל תנאו
16 <b>W</b><small>ENN JEMAND</small> <small>GESAGT HAT</small>: D<small>A IST DEIN</small> S<small>CHEIDEBRIEF, FALLS ICH VON JETZT AB IN DREISSIG</small> T<small>AGEN NICHT KOMME, UND VON</small> J<small>UDÄA NACH</small> G<small>ALILÄA REIST, SO IST, WENN ER</small> A<small>NTIPATRIS</small> <small>ERREICHT HAT UND UMGEKEHRT IST, DIE BEDINGUNG</small> <small>AUFGEHOBEN</small>.
יז הרי זה גיטך אם לא באתי מכאן עד שלשים יום והיה הולך מגליל ליהודה והגיע לכפר עותנאי וחזר בטל תנאו
17 [W<small>ENN ER GESAGT HAT</small>:] <small>DA JST DEIN</small> S<small>CHEIDEBRIEF, FALLS ICH VON JETZT AB IN DREISSIG</small> T<small>AGEN NICHT KOMME</small>, <small>UND VON</small> G<small>ALILÄA NACH</small> J<small>UDÄA REIST, SO IST, WENN ER DAS</small> D<small>ORF U͑THNAJ</small> <small>ERREICHT HAT UND UMGEKEHRT IST, DIE</small> B<small>EDINGUNG AUFGEHOBEN</small>.
יח הרי זה גיטך אם לא באתי מכאן עד שלשים יום והיה הולך למדינת הים והגיע לעכו וחזר בטל תנאו
18 [W<small>ENN ER GESAGT HAT</small>:] <small>DA IST DEIN</small> S<small>CHEIDEBRIEF, FALLS ICH VON JETZT AB IN DREISSIG</small> T<small>AGEN NICHT KOMME, UND NACH DEM</small> Ü<small>BERSEELANDE REIST, SO IST, WENN ER</small> A͑<small>KKO ERREICHT HAT UND UMGEKEHRT IST, DIE</small> B<small>EDINGUNG AUFGEHOBEN</small>. [W<small>ENN ER GESAGT HAT</small>:] <small> </small>
יט הרי זה גיטך כל זמן שאעבור מכנגד פניך שלשים יום היה הולך ובא הולך ובא הואיל ולא נתיחד עמה הרי זה גט:
19 DA IST DEIN S<small>CHEIDEBRIEF, SOBALD ICH DREISSIG</small> T<small>AGE VON DEINEM</small> G<small>ESICHTE FORT BIN, UND FORTGEHT UND KOMMT, FORTGEHT UND KOMMT, SO IST DER</small> S<small>CHEIDEBRIEF, DA ER NICHT MIT IHR ALLEIN ZUSAMMEN WAR, GÜLTIG</small>.
כ <big><strong>גמ׳</strong></big> למימרא דאנטיפרס בגליל הוה קיימא ורמינהי אנטיפרס ביהודה וכפר עותנאי בגליל בינתים מטילין אותו לחומרא מגורשת
20 GEMARA. Demnach lag Antipatris in Galiläa; ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Antipatris lag in Judäa und das Dorf U͑thnaj in Galiläa, und hinsichtlich des Gebietes dazwischen wird erschwerend entschieden,