Gittin 175

Kapitel 175

א הכא נמי כשיש ריוח מלמעלה
1 ebenso ist zu erklären, wenn auch oben ein leerer Rand vorhanden ist. –
ב ודלמא אימלוכי אימליך וכתב
2 Vielleicht hatte er es sich überlegt und später fortgesetzt!? –
ג דכתב הרי את מלמטה ומותרת מלמעלה ודלמא איתרמי ליה כולי האי לא חיישינן
3 Wenn es unten ‘du bist nun’ und oben ‘erlaubt’ heißt. – Vielleicht ist dies doch der Fall!? – Soweit berücksichtigen wir nicht.
ד רב אשי אמר דידיעה ביה מתחתא דמגילתא:
4 R. Aši erwiderte: Wenn dies an der Bearbeitung der Pergamentrolle zu merken ist.
ה חתמו עדים בראש הדף [וכו']: איני והא רב חתים מן הצד התם בשגגו כלפי כתב
5 W<small>ENN DIE</small> Z<small>EUGEN AM</small> K<small>OPFE DER</small> K<small>OLUMNE</small> &amp;<small>C. UNTERSCHRIEBEN SIND</small>. Dem ist ja aber nicht so, Rabh unterzeichnete ja an der Seite!? – In dem Falle, wenn die obere Seite der Schrift zugewandt ist. –
ו אלא הא דקתני הקיף ראשו של זה בצד ראשו של זה והעדים באמצע שניהם פסולין וליחזי הי מינייהו כלפי כתב וליתכשר
6 Es wird gelehrt, wenn man den Kopf des einen an den Kopf des anderen gesetzt hat und die Zeugen[unterschriften] sich in der Mitte befinden, seien beide ungültig; sollte man doch sehen, welchem sie zugewandt sind, und dieser gültig sein!? –
ז התם דרמי ליה כעיברא
7 Dies gilt von dem Falle, wenn sie einem Riegel gleichen. –
ח אי הכי סיפא דקתני ראשו של זה בצד סופו של זה והעדים באמצע את שהעדים ניקרין בסופו כשר ואי דרמי כעיברא לאו בהדי האי מיקרי ולאו בהדי האי מיקרי
8 Wieso heißt es demnach im Schlußsatze, wenn man den Kopf des einen an das Ende des anderen gesetzt hat und die Zeugenunterschriften sich in der Mitte befinden, dem die Zeugen[unterschriften] sich am Ende anschließen, sei der gültig; wenn sie einem Riegel gleichen, so schließen sie sich ja weder dem einen noch dem anderen an!? –
ט אלא רב בדיסקי הוה חתים:
9 Vielmehr, Rabh unterzeichnete so andere Schriftstücke.
י גט שכתבו עברית וכו' כתב סופר ועד כשר: א"ר ירמיה חתם סופר שנינו
10 W<small>ENN DER</small> S<small>CHEIDEBRIEF HEBRÄISCH</small> &amp;<small>C. ODER WENN DER</small> S<small>CHREIBER IHN GESCHRIEBEN UND EIN</small> Z<small>EUGE</small> [<small>UNTERSCHRIEBEN</small>] <small>HAT, SO IST ER GÜLTIG</small>. R. Jirmeja sagte: Unsere Lehre lautet: wenn der Schreiber unterschrieben hat.
יא א"ר חסדא הא מני ר' יוסי היא
11 
יב ההיא כתובת חתנים דאתיא לקמיה דר' אבהו דהוו ידעי ליה לטופסא ולחתימת ידא דחד סהדא סבר לאכשורה א"ל ר' ירמיה חתם סופר שנינו:
12 Einst wurde R. Abahu eine Urkunde über die Morgengabe vorgelegt, von der die Textschrift und die Unterschrift eines Zeugen bekannt war. Er wollte sie als gültig erklären, da sprach R. Jirmeja zu ihm: Unsere Lehre lautet: wenn der Schreiber unterschrieben hat.
יג כתב חניכתו וחניכתה כשר: ת"ר חניכת אבות בגיטין עד י' דורות רבי שמעון בן אלעזר אומר ג' דורות כשר מכאן ואילך פסול
13 W<small>ENN ER</small> [<small>NUR</small>] <small>SEINEN</small> B<small>EINAMEN ODER IHREN</small> B<small>EINAMEN GESCHRIEBEN HAT, SO IST ER GÜLTIG</small>. Die Rabbanan lehrten: Der Beiname der Vorfahren kann in Scheidebriefen bis auf zehn Generationen zurückreichen; R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, bis auf drei Generationen sei er gültig, von da ab ungültig.
יד כמאן אזלא הא דא"ר חנינא כתב חניכת אבות בגיטין עד ג' דורות כמאן כר"ש ב"א
14 Die Lehre R. Ḥaninas, daß der Beiname der Vorfahren in Scheidebriefen bis zur dritten Generation zurückreichen dürfe, vertritt somit die Ansicht des R. Šimo͑n b. Elea͑zar.
טו אמר רב הונא מאי קראה (דברים ד, כה) כי תוליד בנים ובני בנים ונושנתם
15 R. Hona sagte: Folgender Schriftvers deutet hierauf: <i>wenn du zeugest Kinder und Kindeskinder</i> <i>.</i>
טז א"ר יהושע בן לוי לא חרבה ארץ ישראל עד שעבדו בה ז' בתי דינים ע"ז ואלו הן ירבעם בן נבט ובעשא בן אחיה ואחאב בן עמרי ויהוא בן נמשי ופקח בן רמליהו ומנחם בן גדי והושע בן אלה שנאמר (ירמיהו טו, ט) אומללה יולדת השבעה נפחה נפשה באה שמשה בעוד יומם בושה וחפרה
16 R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Das Jisraélland ist erst dann verwüstet worden, nachdem da sieben Gerichtshöfe Götzendienst getrieben hatten, und zwar: Jerobea͑m, der Sohn Nebaṭs, Baa͑ša, der Sohn Aḥijas, Aháb, der Sohn O͑mris, Jehu, der Sohn Nimšis, Peqaḥ, der Sohn Remaljahus, Menaḥem, der Solin Gadis, und Hošea͑, der Sohn Elas, denn es heißt: <i>sie welkt dahin, die sieben geboren hat, sie haucht ihre Seele aus; ihre Sonne ging unter, als es noch Tag war, beschämt und zu Schanden ist sie</i>.
יז אמר רב אמי מאי קראה כי תוליד בנים ובני בנים
17 R. Ami sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers: <i>wenn du zeugest Kinder und Kindeskinder</i>.
יח א"ל רב כהנא ורב אסי לרב כתיב ביה בהושע בן אלה (מלכים ב יז, ב) ויעש הרע בעיני ה' רק לא כמלכי ישראל וכתיב (מלכים ב יז, ג) עליו עלה שלמנאסר וגו'
18 R. Kahana und R. Asi sprachen zu Rabh: von Hošea͑, dem Sohne Elas, heißt es: <i>und er tat, was böse ist in den Augen des Herrn, jedoch nicht wie die Könige von Jisraél</i>, und darauf heißt es: <i>gegen ihn zog Salmanasar</i>!?
יט אמר להו אותן פרדסיאות שהושיב ירבעם על הדרכים כדי שלא יעלו ישראל לרגל בא הושע וביטלן ואעפ"כ לא עלו ישראל לרגל אמר הקב"ה אותן שנים שלא עלו ישראל לרגל ילכו בשבי
19 Dieser erwiderte ihnen: Hošea͑ schaffte die Wachen ab, die Jerobea͑m, der Sohn Nebaṭs, auf die Wege setzte, um die Jisraéliten von der Wallfahrt abzuhalten, dennoch zogen die Jisraéliten nicht zur Wallfahrt. Da sprach der Heilige, gepriesen sei er: Entsprechend den Jahren, die die Jisraéliten nicht zur Wallfahrt zogen, sollen sie in die Gefangenschaft ziehen.
כ אמר רב חסדא אמר מר עוקבא ואמרי לה אמר רב חסדא [אמר רבי ירמיה] דרש מרימר מאי דכתיב (דניאל ט, יד) וישקוד ה' על הרעה ויביאה עלינו כי צדיק ה' אלהינו משום דצדיק ה' אלהינו וישקוד ה' על הרעה ויביאה עלינו
20 R. Ḥisda sagte im Namen Mar U͑qabas, und manche sagen, R. Ḥisda [im Namen R. Jirmejas:] Es heißt: <i>so war der Herr auf das Unglück bedacht und brachte es über uns, denn gerecht ist der Herr, unser Gott</i>. War der Herr, unser Gott, auf das Unglück bedacht und brachte er es über uns deshalb, weil er gerecht ist!?
כא אלא צדקה עשה הקדוש ברוך הוא עם ישראל שהגלה גלות צדקיהו ועדיין גלות יכניה קיימת דכתיב ביה בגלות יכניה (מלכים ב כד, טז) החרש והמסגר אלף
21 Vielmehr, der Heilige, gepriesen sei er, übte Gerechtigkeit an Jisraél, indem er die Gefangenschaft Çidqijahus eintreten ließ, als noch die Gefangenschaft Jekhonjas bestanden hatte. Von der Gefangenschaft Jekhonjas heißt es: <i>Schmiede und Schlosser tausend</i>.
כב חרש שבשעה שפותחין נעשו הכל כחרשין מסגר כיון שסוגרין שוב אינן פותחין וכמה אלף
22 Schmiede [hießen sie], weil alle, wenn sie zu sprechen anfingen, wie taub waren. Schlosser [hießen sie], weil, wenn ihnen [eine Lehre] verschlossen war, niemand es losen konnte. Wieviel waren es? Tausend.
כג עולא אמר שהקדים שתי שנים (דברים ד, כה) לונושנתם:
23 U͑la erklärte: Er ließ [die Gefangenschaft] eintreten zwei Jahre vor: <i>wenn ihr eingelebt sein</i> <i>werdet</i>.