Gittin 27

Kapitel 27

א בההיא הנאה דקא משתניא ליה בין מלוה ישנה למלוה חדשה גמר ומשעביד נפשיה
1 für den Nutzen, daß ihm ein altes Darlehen in ein neues umgewandelt wird, verpflichtet er sich dazu.
ב א"ל הונא מר בריה דרב נחמיה לרב אשי אלא מעתה כגון הני דבי בר אלישיב דכפתי ושקלי לאלתר ה"נ דלא קנו
2 Hona Mar, Sohn des R. Neḥemja, sprach zu R. Aši; Demnach erwerben Leute, wie aus dem Hause des Bar Eljašib, die einen binden und mit Gewalt sofort nehmen, es nicht!?
ג וכי תימא ה"נ א"כ נתת דבריך לשיעורין
3 Wolltest du sagen, dem sei auch so, so hast du ja deine Worte in Grade geteilt!?
ד אלא אמר מר זוטרא הני תלת מילי שוינהו רבנן כהלכתא בלא טעמא חדא הא ואידך דאמר רב יהודה אמר שמואל הכותב כל נכסיו לאשתו לא עשאה אלא אפיטרופיא ואידך דאמר רב חנניא המשיא אשה לבנו גדול בבית קנאו
4 Vielmehr, erklärte Mar Zuṭra, diese drei Dinge haben die Rabbanan als Halakha ohne Begründung gelehrt. Eines ist dies. Eines ist das, was R. Jehuda im Namen Šemuéls gesagt hat, daß, wenn jemand sein ganzes Vermögen seiner Frau verschrieben hat, er sie nur zur Verwalterin gemacht habe. Und eines ist das, was R. Ḥenana gesagt hat, daß, wenn jemand seinen erwachsenen Sohn in einem [besonderen] Hause verheiratet hat, dieser es erworben habe.
ה א"ל רב לרב אחא ברדלא קבא דמוריקא אית לי גבך יהביה לפלוני באפיה קאמינא לך דלא הדרנא בי
5 Einst sprach Rabh zu R. Aḥa Bardala: Ich habe bei dir einen Kab Safran, gib ihn diesem, und in seiner Gegenwart sage ich dir, daß ich davon nicht zurücktreten werde. –
ו מכלל דאי בעי הדר ביה מצי הדר ביה ה"ק דברים הללו לא ניתנו לחזרה
6 Demnach könnte er, wenn er es wollte, zurücktreten!? – Er meinte es wie folgt: in einem solchen Falle gibt es kein Zurücktreten. –
ז הא אמר רב חדא זימנא דאמר רב הונא אמר רב מנה לי בידך תנהו לו לפלוני במעמד שלשתן קנה
7 Dies sagte ja Rabh bereits einmal!? R. Hona sagte nämlich im Namen Rabhs: [Wenn jemand zu einem gesagt hat:] ich habe bei dir eine Mine, gib sie diesem, so hat er sie, wenn sie alle drei beisammen sind, erworben. –
ח אי מההיא הוה אמינא הני מילי מתנה מרובה אבל מתנה מועטת לא ליבעי בפניו קמ"ל:
8 Aus dieser Lehre würde man es nur von einer bedeutenden Gabe gewußt haben, bei einer geringen aber, könnte man glauben, sei die Gegenwart nicht erforderlich, so lehrt er uns.
ט הנהו גינאי דעביד חושבנא בהדי הדדי פש חמש איסתרי זוזי גבי חד מנייהו אמרי ליה יהבינהו ניהליה למרי ארעא באפי מרי ארעא וקנה מיניה
9 Einst rechneten Gärtner miteinander ab, und bei einem von ihnen blieb ein Betrag von fünf Stater zurück. Da sagten sie zu ihm in Gegenwart des Grundeigentümers, daß er sie diesem gebe, und er eignete sie ihm zu.
י לסוף אזל עבד חושבנא בין דיליה לנפשיה לא פש גביה ולא מידי אתא לקמיה דרב נחמן א"ל מאי איעביד לך חדא דאמר רב הונא אמר רב ועוד הא קנו מינך
10 Später rechnete er allein nach und fand, daß bei ihm nichts zurückgeblieben sei. Hierauf kam er zu R. Naḥman, und dieser sprach zu ihm: Wie soll ich dir helfen; erstens ist die Lehre R. Honas im Namen Rabhs zu berücksichtigen, und zweitens hast du sie ihm zugeeignet.
יא א"ל רבא אטו האי מי קאמר לא יהבינא דליכא גבאי קאמר א"ל א"כ קנין בטעות הוא וכל קנין בטעות חוזר
11 Raba sprach zu ihm: Dieser sagt ja nicht, daß er nicht geben wolle, sondern daß bei ihm nichts vorhanden sei. – Demnach ist dies eine auf einem Irrtume beruhende Zueignung, und von einer auf einem Irrtume beruhenden Zueignung kann er zurücktreten.
יב איתמר הולך מנה לפלוני שאני חייב לו אמר רב חייב באחריותו ואם בא לחזור אינו חוזר ושמואל אמר מתוך שחייב באחריותו אם בא לחזור חוזר
12 Es wurde gelehrt: [Wenn jemand zu einem gesagt hat:] bring jenem die Mine, die ich ihm schulde, so ist er, wie Rabh sagt, haftpflichtig, und wenn er zurücktreten will, kann er es nicht; Šemuél aber sagt, da er haftpflichtig ist, kann er auch zurücktreten.
יג לימא בהא קמיפלגי דמר סבר הולך כזכי דמי ומר סבר הולך לאו כזכי דמי
13 Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem bestehe: einer ist der Ansicht, bring sei ebenso wie ‘erwirb’ und einer ist der Ansicht, ‘bring’ sei nicht ebenso wie ‘erwirb’. –
יד לא דכ"ע הולך כזכי דמי והכא בהא קמיפלגי מ"ס לא אמרינן מיגו ומ"ס אמרינן מיגו
14 Nein, alle sind der Ansicht, bring’ sei ebenso wie ‘erwirb’, und ihr Streit besteht in folgendem: einer hält von [der Begründung] ‘da’ und einer hält nichts von [der Begründung] ‘da’.
טו תניא כוותיה דרב הולך מנה לפלוני שאני חייב לו תן מנה לפלוני שאני חייב לו הולך מנה לפלוני פקדון שיש לו בידי תן מנה לפלוני פקדון שיש לו בידי חייב באחריותו ואם בא לחזור אינו חוזר
15 Übereinstimmend mit Rabh wird gelehrt: [Wenn jemand zu einem gesagt hat:] bring jenem die Mine, die ich ihm schulde, oder: gib jenem die Mine, die ich ihm schulde, oder: bring jenem die Mine, die er bei mir als Depositum hat, oder: gib jenem die Mine, die er bei mir als Depositum hat, so ist er haftpflichtig, und wenn er zurücktreten will, kann er es nicht. –
טז פקדון לימא ליה אין רצונו שיהא פקדונו ביד אחר א"ר זירא כשהוחזק כפרן
16 Hinsichtlich eines Depositums kann er ja sagen, er wünsche nicht, daß sein Depositum sich im Besitze eines anderen befinde!? R. Zera erwiderte: Wenn er als Leugner festgestellt worden ist.
יז רב ששת הוה ליה אשרתא דסרבלי במחוזא א"ל לרב יוסף בר חמא בהדי דאתית אייתינהו ניהלי אזל יהבינהו ליה אמרי ליה ניקני מינך אמר להו אין
17 R. Šešeth hatte in Maḥoza ein Guthaben für Mäntel und sprach zu R. Joseph b. Ḥama: Wenn du dahinkommst, bring es mir mit. Als er zu diesen kam, gaben sie es ihm, indem sie zu ihm sprachen: Es sei dir zugeeignet. Er erwiderte ihnen: Jawohl.
יח לסוף אישתמיט להו כי אתא לגביה אמר ליה שפיר עבדת דלא שוית נפשך (משלי כב, ז) עבד לוה לאיש מלוה לישנא אחרינא שפיר עבדת עבד לוה לאיש מלוה
18 Später entwich er ihnen. Als er zu ihm kam, sprach dieser zu ihm: Du hast gut getan, daß du dich nicht verbürgt hast, denn: <i>ein Knecht ist der Schuldner dem Gläubiger</i>. Eine andere Lesart: Du hast gut getan, denn: <i>ein Knecht ist der Schuldner dem Gläubiger</i>.
יט ר' אחי בר' יאשיה הוה ליה איספקא דכספא בנהרדעא
19 R. Aḥi b. Jošija hatte ein silbernes Trinkgefäß in Nehardea͑;