Gittin 40

Kapitel 40

א הא בעינא מכתב וליכא כדינרי זהב ולא כדינרי זהב כדינרי זהב דבולט ולא כדינרי זהב דאילו התם מגואי והכא מאבראי
1 Wie bei den Golddenaren und nicht [ganz] wie bei den Golddenaren; wie bei den Golddenaren, indem die Schrift hervorstehend war, und nicht wie bei den Golddenaren, denn bei diesen kommt sie von der Vorderseite, bei jenem aber kam sie von der Rückseite.
ב בעא מיניה רבא מרב נחמן כתב לה גט על טס של זהב ואמר לה התקבלי גיטך והתקבלי כתובתך מהו אמר ליה נתקבלה גיטה ונתקבלה כתובתה
2 Raba fragte R. Naḥman: Wie ist es, wenn er ihr den Scheidebrief auf eine goldene Platte geschrieben und zu ihr gesagt hat: nimm deinen Scheidebrief und nimm deine Morgengabe? Dieser erwiderte: Sie hat ihren Scheidebrief erhalten und sie hat ihre Morgengabe erhalten.
ג איתיביה התקבלי גיטך והשאר לכתובתך נתקבלה גיטה והשאר לכתובתה
3 Jener wandte ein: [Sagte er zu ihr:] nimm deinen Scheidebrief und das übrige für deine Morgengabe, so hat sie ihren Scheidebrief erhalten und das übrige für ihre Morgengabe,
ד טעמא דאיכא שאר הא ליכא שאר לא
4 Nur wenn übriges vorhanden ist, sonst aber nicht!? –
ה הוא הדין אע"ג דליכא שאר והא קמ"ל דאע"ג דאיכא שאר אי אמר לה אין אי לא לא
5 Nein, dies gilt auch in dem Falle, wenn übriges nicht vorhanden ist, nur lehrt er uns folgendes: obgleich übriges vorhanden ist, so gilt dies dennoch nur von dem Falle, wenn er es ihr gesagt hat, sonst aber nicht. –
ו מאי טעמא אוירא דמגילתא הוא
6 Aus welchem Grunde? – Es ist der Rand der Rolle.
ז ת"ר הרי זה גיטך והנייר שלי אינה מגורשת על מנת שתחזירי לי את הנייר הרי זו מגורשת
7 Die Rabbanan lehrten: [Sagte er zu ihr:] da hast du deinen Scheidebrief, das Papier aber gehört mir, so ist sie nicht geschieden; wenn aber: mit der Bedingung, daß du mir das Papier zurückgibst, so ist sie geschieden.
ח בעי רב פפא בין שיטה לשיטה ובין תיבה לתיבה מאי תיקו
8 R. Papa fragte: Wie verhält es sich mit [dem Papier] zwischen den Zeilen und zwischen den Wörtern? – Dies bleibt unentschieden. –
ט ותיפוק ליה (דברים כד, ג) דספר אחד אמר רחמנא ולא שנים ושלשה ספרים לא צריכא דמעורה
9 Es sollte doch der Umstand entscheidend sein, daß der Allbarmherzige <i>einen Brief</i> sagt, nicht aber zwei oder drei Briefe!? – In dem Falle, wenn sie verbunden sind.
י בעי רמי בר חמא היו מוחזקים בעבד שהוא שלו וגט כתוב על ידו והרי הוא יוצא מתחת ידה מהו
10 Rami b. Ḥama fragte: Wie ist es, wenn auf der Hand eines Sklaven, von dem es bekannt ist, daß er ihm gehört, ein Scheidebrief geschrieben ist und er von ihr vorgeführt wird?
יא מי אמרינן אקנויי אקני לה או דלמא הוא מנפשיה עייל
11 Sagen wir, er habe ihn ihr zugeeignet, oder aber, er kann eigenwillig zu ihr gekommen sein?
יב אמר רבא ותיפוק ליה דכתב שיכול להזדייף הוא ולרבא קשיא מתניתין על היד של עבד
12 Raba erwiderte: Es ist ja schon der Umstand entscheidend, daß es eine Schrift ist, die gefälscht werden kann. – Nach Raba ist dies ja auch gegen unsere Mišna einzuwenden, [denn diese lehrt:] auf die Hand eines Sklaven!? –
יג בשלמא מתני' לרבא לא קשיא בעדי מסירה ורבי אלעזר היא אלא לרמי בר חמא קשיא
13 Allerdings ist nach Raba gegen unsere Mišna nichts einzuwenden, da die Zeugen der Übergabe vorhanden sind, nach R. Elea͑zar, gegen Rama b. Ḥama aber ist dies einzuwenden. –
יד לרמי בר חמא נמי לא קשיא בכתובת קעקע השתא דאתית להכי מתניתין (לרבא) נמי לא תיקשי בכתובת קעקע
14 Auch gegen Rami b. Ḥama ist nichts einzuwenden, wenn nämlich die Schrift tätowiert ist. Da du nun darauf gekommen bist, so ist auch gegen unsere Mišna nichts einzuwenden, wenn die Schrift tätowiert ist. –
טו מאי הוי עלה תא שמע דאמר ריש לקיש הגודרות אין להן חזקה
15 Wie bleibt es damit? – Komm und höre: Reš Laqiš sagte: Beim Kleinvieh gibt es keine Ersitzung.
טז בעי רמי בר חמא היו מוחזקין בטבלא שהיא שלה וגט כתוב עליה והרי היא יוצאה מתחת ידו מהו מי אמרינן אקנויי אקניתא ליה או דלמא (אשה) לא ידעה לאקנויי
16 Rami b. Ḥama fragte: Wie ist es, wenn auf einer Tafel, von der bekannt ist, daß sie ihr gehört, ein Scheidebrief geschrieben ist und sie aus seiner Hand kommt? Sagen wir, sie habe sie ihm zugeeignet, oder aber versteht sie die Zueignung nicht.
יז אמר אביי ת"ש אף הוא העיד על כפר קטן שהיה בצד ירושלים והיה בו זקן אחד והיה מלוה לכל בני הכפר וכותב בכתב ידו ואחרים חותמים ובא מעשה לפני חכמים והכשירוהו ואמאי הא בעינא (ירמיהו לב, יא) ספר מקנה וליכא
17 Abajje erwiderte: Komm und höre: Derselbe bekundete ferner: In einem kleinen Dorfe bei Jerušalem war ein Greis, der den Leuten des Dorfes Geld zu verleihen, [den Schuldschein] mit der eigenen Hand zu schreiben und von anderen unterzeichnen zu lassen pflegte; als die Sache vor die Weisen kam, erklärten sie ihn als gültig. Wieso denn, es heißt ja <i>Kaufbrief</i>, was hierbei nicht der Fall war!?
יח אלא לאו משום דאמרינן אקנויי מקנה להו
18 Wahrscheinlich sagen wir, er habe ihn ihnen zugeeignet.
יט אמר רבא ומאי קושיא דילמא
19 Raba sprach: Was ist dies für ein Einwand, vielleicht