Gittin 59

Kapitel 59

א כי משוו ב"ד שליח בפניו או שלא בפניו הדר פשטה בין בפניו בין שלא בפניו שלחו מתם בין בפניו בין שלא בפניו:
1 muß das Gericht, wenn es einen Boten bestellt, dies in seiner Gegenwart tun oder auch in seiner Abwesenheit? Später entschied er, sowohl in seiner Gegenwart als auch in seiner Abwesenheit. Von dort ließen sie mitteilen: Sowohl in seiner Gegenwart als auch in seiner Abwesenheit.
ב ההוא דאמר אי לא אתינא עד תלתין יומין ליהוי גיטא אתא ופסקיה מברא אמר להו חזו דאתאי חזו דאתאי אמר שמואל לא שמיה מתיא
2 Einst sagte jemand: Wenn ich innerhalb dreißig Tagen nicht komme, so sei der Scheidebrief gültig. Als er dann kam, verhinderte ihn die Fähre. Da rief er: Seht, ich bin gekommen, seht, ich bin gekommen. Hierauf entschied Šemuél, dies heiße kein Kommen.
ג ההוא דאמר להו אי לא פייסנא לה עד תלתין יומין ליהוי גיטא אזל פייסה ולא איפייסא אמר רב יוסף מי יהיב לה תרקבא דדינרי ולא איפייסא
3 Einst sagte jemand: Wenn ich sie bis dreißig Tagen nicht besänftigt habe, so sei der Scheidebrief gültig. Hierauf ging er hin, um sie zu besänftigen, sie aber ließ sich nicht besänftigen. Da entschied R.Joseph: Hat er ihr etwa zur Besänftigung einen Trikab Denare gegeben und sie es abgewiesen!? Manche lesen:
ד איכא דאמרי אמר רב יוסף מידי תרקבא דדינרי בעי למיתב לה הא פייסה ולא איפייסא
4 Da entschied R. Joseph: Braucht er ihr etwa einen Trikab Denare zu geben!? Er hat sie ja besänftigt, sie aber ließ sich nicht besänftigen.
ה הא כמאן דאמר יש אונס בגיטין הא כמאן דאמר אין אונס בגיטין:
5 Diese [Lesart] nach demjenigen, welcher sagt, bei der Scheidung gebe es einen Zwangsfall, und jene nach demjenigen, welcher sagt, bei der Scheidung gebe es keinen Zwangsfall.
ו <big><strong>מתני׳</strong></big> המלוה מעות את הכהן ואת הלוי ואת העני להיות מפריש עליהן מחלקן מפריש עליהן בחזקת שהן קיימין ואינו חושש שמא מת הכהן או הלוי או העשיר העני
6 <b>W</b><small>ENN JEMAND EINEM</small> P<small>RIESTER, EINEM</small> L<small>EVITEN ODER EINEM</small> A<small>RMEN</small> G<small>ELD GEBORGT HAT, AUF DASS ER</small> [<small>DIE</small> A<small>BGABEN</small> <small>] FÜR SIE ABSONDERE, SO SONDERE ER SIE FÜR SIE AB IN DER</small> V<small>ORAUSSETZUNG, DASS SIE LEBEN, UND BERÜCKSICHTIGE NICHT, DER</small> P<small>RIESTER ODER DER</small> L<small>EVITE KANN GESTORBEN ODER DER</small> A<small>RME REICH GEWORDEN SEIN</small>.
ז מתו צריך ליטול רשות מן היורשים אם הלוון בפני ב"ד אינו צריך ליטול רשות מן היורשין:
7 I<small>ST DIESER GESTORBEN, SO MUSS ER</small> E<small>RLAUBNIS VON DEN</small> E<small>RBEN</small> <small>EINHOLEN</small>. H<small>AT ER IHNEN VOR</small> G<small>ERICHT GEBORGT, SO BRAUCHT ER KEINE</small> E<small>RLAUBNIS VON DEN</small> E<small>RBEN EINZUHOLEN</small>.
ח <big><strong>גמ׳</strong></big> ואף על גב דלא אתו לידיה
8 GEMARA. Obgleich sie in seinen Besitz nicht gekommen sind!?
ט אמר רב במכרי כהונה ולויה ושמואל אמר במזכה להם ע"י אחרים עולא אמר הא מני ר' יוסי היא דאמר עשו את שאינו זוכה כזוכה
9 Rabh erwiderte: Hier wird von einem bekannten Priester oder Leviten gesprochen. Šemuél erwiderte: Wenn er sie ihm durch andere zueignet. U͑la erwiderte: Hier ist die Ansicht R. Joses vertreten, welcher sagt, hierbei haben sie den, der noch nicht erworben hat, dem, der bereits erworben hat, gleichgestellt.
י כולהו כרב לא אמרי במכרי לא קתני כשמואל לא קאמרי במזכה לא קתני כעולא נמי לא אמרי כיחידאה לא מוקמינן
10 Die anderen erklären nicht wie Rabh, weil dies nicht von einem bekannten Priester gelehrt wird; wie Šemuél ebenfalls nicht, weil dies nicht vom Zugeeigneten gelehrt wird; wie U͑la ebenfalls nicht, weil [die Mišna] nicht einem einzelnen zu addizieren ist.
יא ת"ר המלוה מעות את הכהן ואת הלוי ואת העני להיות מפריש עליהן מחלקן מפריש עליהן בחזקת שהן קיימין
11 Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand einem Priester, einem Leviten oder einem Armen Geld geborgt hat, auf das er [die Abgaben] für sie absondere, so sondere er sie für sie ab in der Voraussetzung, daß sie leben;
יב ופוסק עמהן כשער הזול ואין בו משום רבית ואין שביעית משמטתו
12 er darf mit ihm den billigen Marktpreis vereinbaren, ohne dabei Wucher zu befürchten; es verfällt nicht im Siebentjahre,
יג ואם בא לחזור אינו חוזר נתייאשו הבעלים אין מפריש עליהם לפי שאין מפרישין על האבוד
13 und wenn er zurücktreten will, kann er es nicht. Hat der Eigentümer [den Ertrag] als verloren aufgegeben, so darf er nicht in Verrechnung absondern, weil man nicht vom Verlorengegebenen absondern darf.
יד אמר מר פוסק עמהם כשער הזול פשיטא הא קא משמע לן אף על פי שלא פסק כמי שפסק דמי
14 Der Meister sagte: Er darf mit ihm den billigen Preis vereinbaren. Selbstverständlich!? – Folgendes lehrt er uns: auch wenn er es nicht vereinbart hat, ist es ebenso, als hätte er es vereinbart.
טו ואין בו משום רבית מאי טעמא כיון דכי לית ליה לא יהיב ליה כי אית ליה נמי אין בו משום רבית
15 «Ohne dabei Wucher zu befürchten.» Aus welchem Grunde? – Da er, wenn er nichts hat, ihm nichts zu geben braucht, so ist, wenn er hat, Wucher nicht zu befürchten,
טז ואין שביעית משמטתו דלא קרינא ביה (דברים טו, ב) לא יגוש
16 «Es verfällt nicht im Siebentjahre.» Denn hierbei trifft nicht zu [das Verbot]: <i>er soll nicht mahnen</i>.
יז ואם בא לחזור אינו חוזר אמר רב פפא לא שנו אלא בעל הבית בכהן אבל כהן בבעל הבית אם בא לחזור חוזר דתנן נתן לו מעות ולא משך הימנו פירות יכול לחזור בו:
17 «Wenn er zurücktreten will, kann er es nicht.» R. Papa sagte: Dies gilt nur vom Hausherrn gegenüber dem Priester, der Priester gegenüber dem Hausherrn aber kann wohl zurücktreten, denn wir haben gelernt, wenn [der Käufer] das Geld gezahlt und die Früchte nicht an sich gezogen hat, dürfe er zurücktreten.
יח נתייאשו הבעלים אין מפריש עליהן לפי שאין מפרישין על האבוד: פשיטא לא צריכא דאקון מהו דתימא אקנתא מילתא היא קמ"ל:
18 «Hat der Eigentümer [den Ertrag] als verloren aufgegeben, so darf er nicht in Verrechnung absondern, weil man nicht vom Verlorengegebenen absondern darf.» Selbstverständlich!? – In dem Falle, wenn es schon gegrünt hatte; man könnte glauben, das Grünen sei wesentlich, so lehrt er uns.
יט תניא ר' אליעזר בן יעקב אומר המלוה מעות את הכהן ואת הלוי בב"ד ומתו מפריש עליהן בחזקת אותו השבט ואת העני בבית דין ומת מפריש עליו בחזקת עניי ישראל ר' אחי אומר בחזקת עניי עולם
19 Es wird gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Wenn jemand einem Priester oder einem Leviten Geld vor Gericht geborgt hat und sie gestorben sind, so sondere er [die Abgaben] auf ihren Namen für diesen Stamm ab; wenn einem Armen vor Gericht und er gestorben ist, so sondere er sie auf seinen Namen für die Armen Jisraéls ab. R. Aši sagt, für die Armen der Welt. –
כ מאי בינייהו
20 Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? –