Keritot 21

Kapitel 21

א שעשה בה את המזיד כשוגג
1 INDEM BEI<small>DIESER DIE</small> V<small>ORSÄTZLICHKEIT</small><small>DER</small> V<small>ERSEHENTLICHKEIT GLEICHT</small>.
ב איזו שפחה כל שחציה שפחה וחציה בת חורין שנאמר (ויקרא יט, כ) והפדה לא נפדתה דברי ר' יהודה ר' ישמעאל אומר זו היא שפחה ודאית ר' אליעזר בן יעקב אומר כל עריות מפורשות ושיור אין לנו אלא חציה שפחה וחציה בת חורין:
2 V<small>ON WELCHER</small> S<small>KLAVIN</small> [<small>SPRICHT ER</small>]<small>?</small> D<small>IE HALB</small> S<small>KLAVIN UND HALB</small> F<small>REIE IST, DENN ES HEISST:</small><i>und ganz ausgelöst ist sie noch nicht worden</i> – <small>SO</small> R. J<small>EHUDA</small>. R. J<small>IŠMA͑ÉL SAGT, DIE EINE RICHTIGE</small> S<small>KLAVIN IST</small>. R. E<small>LIE͑ZER B</small>. J<small>A͑QOB</small><small>SAGTE:</small> B<small>EI ALLEN ANDEREN</small> I<small>NZESTUÖSEN IST DIES</small><small>KLAR, UND BEI EINER</small> S<small>KLAVIN BLEIBT DER</small> F<small>ALL ZURÜCK, WENN SIE HALB</small> S<small>KLAVIN UND HALB</small> F<small>REIE IST</small>.
ג <big><strong>גמ׳</strong></big> מנלן דהיא לקי והוא לא לקי דתנו רבנן (ויקרא יט, כ) בקורת תהיה מלמד שהיא לוקה יכול שניהן לוקין תלמוד לומר תהיה היא לוקה והוא אינו לוקה
3 GEMARA. Woher, daß sie zu geißeln ist und er nicht zu geißeln ist? – Die Rabbanan lehrten:<i>So soll Strafe sein</i>; dies lehrt, daß sie zu geißeln ist. Man könnte glauben, sie seien beide zu geißeln, so heißt es <i>soll</i><i>sein</i>, sie ist zu geißeln, nicht aber ist er zu geißeln.
ד ומנין דהדין בקורת לישנא דמלקות הוא א"ר יצחק תהא בקראי כדתניא גדול הדיינין מקרא שני מונה שלישי אומר הכהו רב אשי אומר בביקור תהיה כדתנן אין אומדין אותו אלא מכות הראוין להשתלש
4 Woher, daß ‘Strafe’ den Begriff ‘Geißelung’ hat? R. Jiçḥaq erwiderte: Es erfolge das Vorlesen. Es wird nämlich gelehrt: Der oberste der Richter liestvor, der zweite zählt und der dritte spricht: schlage. R. Aši erwiderte: Es erfolge eine Untersuchung. Es wird nämlich gelehrt: Man schätzte ihn nur auf soviel Streiche, wie sie sich durch dreiteilen lassen.
ה ת"ר בזמן שהאשה לוקה האיש מביא קרבן אין האשה לוקה אין האיש מביא קרבן מנלן אמר רבא דכתיב (ויקרא יט, כ) ואיש כי ישכב את אשה שכבת זרע והיא שפחה נחרפת לאיש והפדה לא נפדתה או חופשה לא נתן לה
5 Die Rabbanan lehrten: 1st das Weib zu geißeln, so bringe der Mann ein Opfer, ist das Weib nicht zu geißeln, so bringe der Mann kein Opfer. Woher dies? Raba erwiderte: Es heißt:<i>Wenn ein Mann bei einem Weibe mit Samenerguß liegt und sie eine einem Manne vergebene Sklavin ist, aber ausgelöst ist sie noch nicht ausgelöst und Freiheit ist ihr noch nicht gegeben worden</i>.
ו מכדי עד הכא באיש קא משתעי קרא נכתוב והביא את אשמו לה' ולבסוף לכתוב בקורת תהיה אמאי כתב רחמנא ברישא בקורת תהיה ולבסוף כתב והביא את אשמו לה' ה"ק אם בקורת תהיה היא והביא את אשמו לה' ואם לא תהיה בקורת לא יביא הוא את אשמו
6 Merke, er spricht ja bisher vom Manne, so sollte sie doch [zuerst] sagen:<i>so bringe er dem Herrn sein Schuldopfer</i>, und nachher sollte es heißen: <i>so soll Strafe sein</i>, wenn aber der Allbarmherzige zuerst schreibt <i>so soll Strafe sein</i>, und nachher: <i>so bringe er dem Herrn sein Schuldopfer</i>, so meint er es wie folgt: wenn Strafe ist, so bringe er dem Herrn sein Schuldopfer, und wenn keine Strafe ist, so bringe er kein Schuldopfer. –
ז אימא הוא מעטיה קרא אבל היא תילקי ותיתי קרבן והביא את אשמו לה' כתיב
7 Vielleicht hat die Schrift nur ihn ausgeschlossen, sie aber ist zu geißeln und bringe auch ein Opfer!? – Es heißt: <i>so bringe er sein Schuldopfer dar</i>.
ח א"ר יצחק לעולם אינו חייב אלא על שפחה בעולה בלבד שנאמר והיא שפחה נחרפת לאיש ומאי משמע דהאי נחרפת לישנא דשנויי הוא דכתיב (שמואל ב יז, יט) ותשטח עליו הריפות ואב"א (משלי כז, כב) אם תכתוש האויל במכתש בתוך הריפות בעלי
8 R. Jiçḥaq sagte: Man ist nur wegen einer deflorierten Sklavin schuldig, denn es heißt:<i>und sie eine einem Manne vergebene Sklavin ist</i>. – Woher ist es erwiesen, daß ‘vergeben’den Begriff ‘verändern’hat? – Es heißt:<i>und sie streute Graupen darüber</i>. Wenn du willst, sage ich: <i>wenn du einen Toren im Mörser mit den Graupen stoßest, mit der Keule</i>.
ט (עזרא י, יט) ויתנו ידם להוציא נשיהם ואשמים איל צאן על אשמתם אמר רב חסדא מלמד שכולן שפחות חרופות בעלו:
9 <i>Und sie gaben ihre Hand darauf, fortzuschaffen ihre Weiber, und die Schuldigen einen Widder ob ihrer Schuld. R. Ḥisda sagte: Dies lehrt: daß sie alle vergebenen Sklavinnen beigewohnt hatten</i>.
י איזוהי שפחה כו': ת"ר והפדה יכול כולה ת"ל לא נפדתה יכול לא נפדתה ת"ל והפדה
10 V<small>ON WELCHER</small> S<small>KLAVIN</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: <i>Aber ausgelöst</i>, man könnte glauben, vollständig, so heißt es <i>nicht ausgelöst</i>; man könnte glauben, überhaupt nicht ausgelöst, so heißt es: <i>und ausgelöst</i>, –
יא הא כיצד פדויה ואינה פדויה חציה שפחה וחצייה בת חורין ומאורסת לעבד עברי דברי ר"ע רבי ישמעאל אומר בשפחה כנענית הכתוב מדבר ומאורסת לעבד עברי א"כ מה ת"ל והפדה לא נפדתה דברה תורה כלשון בני אדם
11 In welchem Falle? Ausgelöst und nicht ausgelöst, halb Sklavin und halb Freie, und einem hebräischen Sklaven angelobt – so R. A͑qiba. R. Jišma͑él sagte: Die Schrift spricht von einer kenaa͑nitischen Sklavin, die einem hebräischen Sklaven angelobt ist. Wieso aber heißt es: <i>aber ausgelöst ist sie nicht ausgelöst</i>? – Die Tora gebraucht die übliche Redewendungder Menschen.
יב ר' אלעזר בן עזריה אומר כל עריות מפורשות לנו משוייר לנו חציה שפחה וחציה בת חורין ומאורסת לעבד עברי אחרים אומרים (ויקרא יט, כ) לא יומתו כי לא חופשה בשפחה כנענית הכתוב מדבר ומאורסת לעבד כנעני
12 R. Elea͑zar b. A͑zarja sagte: Bei allen anderen Inzestuösen ist diesklar, und bei einer Sklavin bleibt der Fall zurück, wenn sie halb Sklavin und halb Freie ist, und sie einem hebräischen Sklaven angelobt ist. Andere sagen:<i>Sie sollen nicht getötet werden, denn sie waren nicht freigelassen</i>; die Schrift spricht von einer kenaa͑nitischen Sklavin, die einem kenaa͑nitischen Sklaven angelobt ist.
יג לר' ישמעאל בשלמא והפדה לא נפדתה כדקתני דברה תורה כלשון בני אדם אלא דקתני מאורסת לעבד עברי מנלן דכתיב כי לא חופשה מכלל דהוא חופש
13 Allerdings ist R. Jišma͑él der Ansicht, mit [den Worten:] <i>und ausgelöst ist sie nicht ausgelöst</i>, gebrauche die Tora die übliche Redewendung der Menschen, wie er selber es lehrt, woher aber entnimmt er seine Lehre: einem hebräischen Sklaven angelobt? – Es heißt: <i>denn sie war nicht freigelassen</i>, demnach war er wohl freigelassen. –
יד ר' אלעזר בן עזריה היינו ר"ע לר' ישמעאל קאמר לדידי בעלמא כוותיך סבירא ליה דדברה תורה כלשון בני אדם והכא שאני מכדי כתיב ליה קרא כי לא חופשה והפדה לא נפדתה ל"ל ש"מ להכי אתא לחציה שפחה וחציה בת חורין
14 R. Elea͑zar b. A͑zarja lehrt ja dasselbe, was R. A͑qiba!? – Er sprach es zu R. Jišma͑él: ich bin sonst deiner Ansicht, daß die Tora die übliche Redewendung der Menschen gebrauche, hierbei aber ist es anders; merke, die Schrift sagt ja bereits: <i>denn sie war nicht freigelassen</i>, wozu heißt es noch: <i>aber ausgelöst ist sie nicht ausgelöst</i>? Schließe hieraus, daß dies hierauf deutet: die halb Sklavin und halb Freie ist. –
טו לאחרים בשלמא והפדה לא נפדתה קסבר דברה תורה כלשון בני אדם אלא הא דעבד כנעני מנלן אמר קרא כי לא חופשה אם אינו ענין לדידה תנהו ענין לדידיה:
15 Allerdings sind die anderen der Ansicht, mit [den Worten] <i>aber ausgelöst ist sie nicht ausgelöst</i>, gebrauche die Tora die übliche Redewendung der Menschen, woher aber, daß dies von einem kenaa͑nitischen Sklaven gilt? – Die Schrift sagt: <i>denn sie war nicht freigelassen</i>, und da dies nicht auf sie zu beziehenist, so beziehe man es auf ihn.
טז <big><strong>מתני׳</strong></big> כל עריות אחד גדול ואחד קטן קטן פטור אחד ער ואחד ישן ישן פטור אחד שוגג ואחד מזיד שוגג בחטאת ומזיד בהכרת:
16 <b>B</b><small>EI ALLEN ANDEREN</small> I<small>NZESTFÄLLEN IST, WENN EIN</small> T<small>EIL GROSSJÄHRIG UND EINER MINDERJÄHRIG IST, DER MINDERJÄHRIGE</small><small>FREI; WENN EINER WACH UND EINER IM</small> S<small>CHLAFE WAR, DER IM</small> S<small>CHLAFE WAR, FREI</small><small>; WENN EINER VERSEHENTLICH UND EINER VORSÄTZLICH, DER VERSEHENTLICH GEHANDELT HAT, EIN</small> S<small>ÜNDORFER, UND DER VORSÄTZLICH, DER</small> A<small>USROTTUNG SCHULDIG</small>.
יז <big><strong>גמ׳</strong></big> והכא חייב קטן א"ר יהודה הכי קתני כל עריות אחד גדול ואחד קטן קטן פטור וגדול חייב והכא גדול נמי פטור מ"ט דהא מקשיין אהדדי
17 GEMARA. Ist denn hierbei ein Minderjähriger schuldig!? R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: bei allen anderen Inzestfällen ist, wenn ein Teil großjährig und einer minderjährig ist, der minderjährige frei und der großjährige schuldig, hierbei aber ist auch der großjährige frei, aus dem Grunde, weil sie einandergleichen. –
יח כל עריות אחד ניעור ואחד ישן ישן פטור וכאן ישן נמי חייב א"ר יהודה אמר רב הכי קתני כל עריות אחד ניעור ואחד ישן ישן פטור וניעור חייב וכאן אפילו ניעור פטור מ"ט דמקשיין אהדדי
18 Bei allen anderen Inzestfällen ist, wenn einer wach und einer im Schlafe war, der im Schlafe war, frei; ist denn hierbei der Schlafende schuldig? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Er meint es wie folgt: bei allen anderen Inzestfällen ist, wenn ein Teil wach und einer im Schlafe war, der im Schlafe war, frei, und der wach war, schuldig, hierbei aber ist, auch der wach war, frei, weil sie einander gleichen.
יט תני תנא קמיה דרב ששת עשו גומר כמערה מתכוין כשאין מתכוין כדרכה כשלא כדרכה ניעור כישן
19 Ein Jünger rezitierte vor R. Šešeth: Sie haben gleichgestellt den vollendeten [Beischlaf] der Anschmiegung, die Absichtlichkeit der Absichtslosigkeit, den natürlichen Beischlaf dem widernatürlichen, den Wachen dem Schlafenden.
כ א"ל מאי קאמרת אי בשפחה חרופה קתני אמאי עשו גומר כמערה גומר בשפחה חרופה מיחייב מערה לא מיחייב ותו מתכוין כשאינו מתכוין אי מכוונה מיחייבא אי לא לא מיחייבא
20 Da sprach dieser zu ihm: Von wem sprichst du: wenn etwa von einer vergebenen Sklavin, wieso haben sie den vollendeten [Beischlaf] der Anschmiegung gleichgestellt, bei der vergebenen Sklavin ist man ja wegen des vollendeten [Beischlafs] schuldig und wegen der Anschmiegung nicht schuldig. Und wieso ferner die Absichtlichkeit der Absichtslosigkeit, man ist ja, wenn absichtlich, schuldig, und wenn absichtslos, nicht schuldig.
כא וכדרכה כשלא כדרכה נמי כדרכה בשפחה חרופה מיחייב ושלא כדרכה לא מיחייב מאי טעמא (ויקרא יט, כ) שכבת זרע כתיב ומאי ניעור כישן
21 Und wieso ferner den natürlichen Beischlaf dem widernatürlichen, bei der vergebenen Sklavin ist man ja wegen des natürlichen schuldig und wegen des widernatürlichen nicht schuldig, denn es heißt:<i>mit Samenerguß</i>. Und wieso ferner den Wachen dem Schlafenden!?
כב ואי בשאר עריות קא תני עשו גומר כמערה
22 Und wenn von anderen Inzestfällen, wieso den vollendeten [Beischlaf] der Anschmiegung,