Keritot 41

Kapitel 41

א אוציא דם שרצים שאין בהם טומאה חמורה אוציא דם ביצים שאין מין בשר דם דגים דם חגבים שכולו היתר
1 ich schließe das Blut der Kriechtiere aus, bei denen es keine schwere Unreinheitgibt, ich schließe das Blut der Eier aus, die nicht zur Gattung Fleisch gehören, und [ich schließe] das Blut der Fische und das Blut der Heuschrecken aus, die vollständig erlaubtsind.
ב (ויקרא ז, כו) לעוף ולבהמה אי מה עוף שאין בה כלאים אף בהמה שאין בה כלאים ת"ל ולבהמה
2 <i>Vom Geflügel und vom Vieh</i>; man könnte glauben, wie es beim Geflügel keine Mischunggibt, ebenso Vieh, bei dem es keine Mischung gibt, so heißt es <i>vom Vieh</i>.
ג אי מה בהמה שאינה באם על הבנים אף עוף שאינו באם על הבנים תלמוד לומר לעוף ולבהמה
3 Man könnte folgern, wie es beim Vieh kein Verbot von Mutter mit Jungengibt, ebenso Geflügel, bei dem es kein Verbot von Mutter mit Jungengibt, so heißt es: <i>vom Geflügel und vom Vieh</i>. –
ד ואימא כל דם כלל עוף ובהמה פרט כלל ופרט אין בכלל אלא מה שבפרט עוף ובהמה אין מידי אחרינא לא
4 Vielleicht aber wie folgt: <i>keinerlei Blut</i>, generell, <i>Geflügel und Vieh</i>, speziell, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung folgt, so enthält das Generelle nur das, was die Spezialisierung nennt, nur Geflügel und Vieh, anderes aber nicht!? –
ה (ויקרא ז, כז) נפש אשר תאכל כל דם חזר וכלל כלל ופרט וכלל אי אתה דן אלא כעין הפרט
5 [Die Worte]<i>jede Person, die irgend Blut ißt</i>, sind wieder eine Generalisierung, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und wiederum eine Generalisierung folgt, so richte man sich nach der Spezialisierung. –
ו והא לא דמי כללא בתרא לכללא קמא כללא קמא לאו כללא בתרא כרת
6 Aber die letzte Generalisierung gleicht ja nicht der ersten Generalisierung: die erste Generalisierung ist ein Verbot, die letzte Generalisierung aber ist eine [Androhung der] Ausrottung!? –
ז האי תנא דבי ר' ישמעאל כללי ופרטי דרשינן מן הדין גוונא ואף על גב דלא דמי כללא בתרא לכללא קמא
7 Es ist der Autor der Schule R. Jišma͑éls, der auch in einem solchen Falle die Regel von der Einschließung und Ausschließung, sowie der Generalisierung und Spezialisierung anwendet, obgleich die letztere Generalisierung nicht der ersteren Generalisierung gleicht.
ח אמר מר כלל ופרט וכלל אי אתה דן אלא כעין הפרט מה הפרט מפורש דבר שיש בו טומאה קלה וטומאה חמורה ויש בה איסור והיתר ויש בהן מין בשר אף כל דבר שיש בו טומאה קלה וטומאה חמורה וכו'
8 Der Meister sagte: Wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und wiederum eine Generalisierung folgt, so richte man sich nach der Spezialisierung, wie das Speziellgenannte eine Sache ist, bei der es eine leichte Unreinheit und eine schwere Unreinheit gibt, die verboten und erlaubt sein kann, und die zur Gattung Fleisch gehört, ebenso alles andere, wobei es eine leichte Unreinheit und eine schwere Unreinheit gibt &amp;c.
ט אף כל דקתני לאיתויי מאי
9 Was schließen [die Worte] ‘ebenso alles andere’ ein, von dem er spricht?
י אמר רב אדא בר אבין לאתויי דמו של כוי מאי קסבר אי קסבר כוי ספיקא הוא איצטריך קרא למיסר ספיקא אלא קסבר כוי בריה בפני עצמו הוא
10 R. Ada b. Abin erwiderte: Dies schließt das Blut eines Koj ein. – Welcher Ansicht ist er: ist er der Ansicht, über den Koj bestehe ein Zweifel, so ist ja kein Schriftvers nötig, das Zweifelhafte zu verbieten!? – Vielmehr, er ist der Ansicht, der Koj sei ein besonderes Geschöpf. –
יא אשכחן דמו חלבו מנלן (ויקרא ז, כג) מכל חלב נבלתו מנלן (דברים יד, כא) מכל נבלה
11 Wir wissen dies von seinem Blute, woher dies von seinem Talge? – Aus [den Worten]<i>keinerlei Talg</i>. – Woher dies von seinem Aase? – Aus [den Worten]<i>keinerlei Aas</i>. –
יב גיד הנשה מנלן (בראשית לב, לג) בכף הירך תליה רחמנא והא אית ליה כף הירך
12 Woher dies von seiner Spannader? – Die Schrift hat diesmit der Hüftenpfannebegründet, und auch dieser hat eine Hüftenpfanne. –
יג טומאתו ושחיטה מנלן סברא מדלכל מילי רבייה רחמנא כבהמה טומאתו ושחיטתו נמי כבהמה
13 Woher, daß [sein Aas] verunreinigend ist und daß er der Schlachtung benötigt? – Dies ist einleuchtend; wenn der Allbarmherzige ihn in jeder anderen Hinsicht einbegriffen hat, daß er dem Vieh gleiche, so gleicht er dem Vieh auch hinsichtlich der Unreinheit und der Schlachtung.
יד אמר מר אוציא דם מהלכי שתים שיש בהן טומאה חמורה ואין בהן טומאה קלה ורמינהי החותך מן האדם צריך מחשבה והכשר
14 Der Meister sagte: Ich schließe somit das Blut der Zweifüßler aus, bei denen es nur eine schwere Unreinheit und keine leichte Unreinheit gibt. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Was von einem Menschen (oder einem Lebenden) abgeschnitten worden ist, benötigtder Bestimmungund benötigt (nicht) der Befähigung.
טו וקשיא לן מחשבה למה לי תעשה חתיכה שלו מחשבה ואר"ל בחותכו לכלב ומחשבה לכלב לאו מחשבה היא
15 Und auf unseren Einwand, wozu denn die Bestimmung nötig ist, schon das Abschneiden sollte ja als Bestimmung gelten, erwiderte Reš Laqiš, wenn man es für einen Hund abgeschnitten hat, und die Bestimmung für einen Hund gelte nicht als Bestimmung. –
טז ולא והתנן כלל אמרו בטומאה כל המיוחד לאכול אדם טמא עד שיפסל מאכילת כלב
16 Aber wieso denn nicht, wir haben ja gelernt: Sie sagten bei der Unreinheit eine Regel: was als Speise für einen Menschen bestimmt ist, ist solange verunreinigungsfähig, bis es nicht mehr als Speise für einen Hund verwendbar ist!? –
יז ההוא לאסוקי טומאה מיניה דכיון דמעיקרא הוה חזי לאדם לאסוקי מטומאה עד שיפסל מאכילת כלב הכא לאחותי ליה טומאה אי חזי לאדם חזי לכלב אי לא חזי לאדם לא חזי לכלב
17 Dies gilt von der Enthebung aus der Unreinheit; da es vorher für Menschen verwendbar war, so wird es von der Unreinheit enthoben, erst wenn es nicht mehr als Speise für einen Hund verwendbar ist; hierbei aber handelt es sich um die Fähigmachung für die Unreinheit: ist es für einen Menschen geeignet, so ist es auch für einen Hund geeignet, ist es für einen Menschen nicht geeignet, so ist es auch für einen Hund nicht geeignet. –
יח מ"מ קתני מחשבה ומחשבה לטומאה קלה היא ה"מ מחיים אבל לאחר מיתה טמא הוא טומאה חמורה
18 Immerhin lehrt er hier von der Bestimmung, und die Bestimmung ist ja wegen der leichten Unreinheit erforderlich!? – Dies nur beim Lebenden, nach dem Tode aber haftet ihm eine schwere Unreinheit an. –
יט דכוותה גבי בהמה לאחר מיתה אי בשר מטמא טומאה חמורה ואם דם מטמא טומאה חמורה
19 Dementsprechend bei einem Vieh, nach dem Tode, aber dann haftet ihm ja, wenn es Fleisch ist, eine schwere Unreinheit an, und wenn es Blut ist, eine schwere Unreinheit an!?
כ דתנן דם נבילות בית שמאי מטהרין ובית הלל מטמאין
20 Wir haben nämlich gelernt: Das Blut von Aas ist nach der Schule Šammajs rein und nach der Schule Hillels unrein. –
כא לא נצרכא אלא לכדתנן נבלת בהמה טמאה בכל מקום נבלת עוף הטהור בכפרים צריך מחשבה ואין צריך הכשר
21 Dies bezieht sich auf folgende Lehre: Das Aas eines unreinen Viehs überall, und das Aas eines reinen Vogels und Talg in Dörfernbenötigen der Bestimmung und benötigen nicht der Befähigung.
כב נבלת בהמה טהורה בכל מקום ונבלת עוף טהור וחלב בשוקים אין צריכין לא מחשבה ולא הכשר
22 
כג וא"ל רב לרבי חייא מחשבה למה לי לטומאה קלה היא גופה טומאה היא א"ל כגון דאיכא פחות מכזית נבילה וצרפה לפחות מכביצה אוכלין דהאי והאי הוי כביצה
23 Hierzu sagte Rabh zu R. Ḥija: Die Bestimmung ist ja für die leichte Unreinheitnötig, und diese sind ja an sich unrein!? Und dieser erwiderte ihm: Wenn man weniger als eine Olive Aasmit einer Speise weniger als ein Eivereinigt hat, sodaß sie zusammen das Quantum eines Eies haben. –
כד אי הכי ליבעי נמי הכשר דהא תנא דבי ר' ישמעאל (ויקרא יא, לז) על כל זרע אשר יזרע מה זרעים מיוחדין שאין סופן לטמא טומאה חמורה וצריך הכשר אף כל שאין סופן לטמא טומאה חמורה צריך הכשר
24 Demnachsollte es auch der Befähigung benötigen!? In der Schule R. Jišma͑éls wurde nämlich gelehrt: <i>Auf Saatsamen, der gesäet wird</i>, wie der Samen sich dadurch auszeichnet, daß er später nicht schwer unreinwird, und er benötigt der Befähigung, ebenso benötigt alles andere, das später nicht schwer unrein wird, der Befähigung.
כה א"ל ה"מ באוכלין דעלמא דלית בו פחות מכזית נבלה אבל הכא דאיכא בגויה פחות מכזית נבילה כיון דאילו מצרף ליה כזית לא בעי הכשר
25 Dieser erwiderte: Dies gilt nur von anderen Speisen, die nicht Aas, weniger als eine Olive enthalten, in dieser aber ist weniger als eine Olive Aas enthalten, und da bei einer Verbindung zum Quantum einer Olive die Befähigung nicht erforderlich ist, [so ist sie auch jetzt nicht erforderlich].